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Beyond [the] Graves

GeschichteFantasy / P16 / Gen
Gellert Grindelwald Newt Scamander Percival Graves Porpentina "Tina" Goldstein Queenie Goldstein Seraphina Picquery
10.12.2016
03.03.2020
37
95.109
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05.12.2017 2.741
 
„Okay. Also, du musst leise sein. Meine Vermieterin duldet eigentlich keinen Männerbesuch, verstehst du? Ich meine, ich bin eine erwachsene Frau und eine Angestellte der MACUSA, aber ich denke, Misses Pierce weiß wohl von beidem nichts. Aber gut. Also leise. Ich- wir – wir wohnen im zweiten Stock. Und. Äh. Wisch dir die Schuhe ab. Queenie mag es nicht, wenn es dreckig ist.“
Tina ignorierte Percivals Blick und wandte sich der Tür zu, um aufzusperren. In ihrer Nervosität verfehlte sie das Schlüsselloch und der Schlüssel fiel ihr aus der Hand. Sie spürte, wie ihr Kopf hochrot wurde, als sie sich schnell duckte und ihn aufhob. Sie schloss die Tür endlich auf und huschte in den Flur, einerseits, um zu sehen, ob Misses Pierce zu sehen war, andererseits, um Percival nicht das Gesicht zuwenden zu müssen. Mit geübten Schritten huschte sie die Treppe hinauf, den Kopf gesenkt.
Nach dem Treffen mit Theseus war es ihr eine unglaublich gute Idee erschienen, Percival Graves bei sich wohnen zu lassen. Seine Wohnung war nach dem aufwühlenden Ereignis nicht mehr sicher, und Theseus Idee von einem Hotel hatte Tina abgelehnt. So hoch ihr Status bei der MACUSA war, die Beamten verdienten dennoch nicht die Welt, besonders nach dem Krieg. Und Graves war- streng genommen – gerade arbeitslos. Also hatte sie ihm den Vorschlag unterbreitet – und zu ihrer (und Theseus‘) Überraschung hatte Percival schulterzuckend zugesagt.
Mittlerweile war sie an ihrer Wohnungstür angelangt und schloss schnell auf. Als die Tür aufschwang, drehte sie sich um, um nach Percival zu sehen – doch er stand schon vor ihr.
„Wow, das war… leise“, flüsterte sie irritiert und der Direktor zuckte nur mit den Schultern.
„Das gehört dazu.“
‚Wozu‘, wollte Tina fragen, doch sie ließ es lieber. Stattdessen betrat sie die Wohnung und durchquerte den Flur. Wie sie geahnt hatte, war ihre Schwester nicht Zuhause – sie musste noch auf der Arbeit sein. Tina hätte sie gern hier gehabt: ihre Ungezwungenheit gegenüber Gästen hatte Tina weder je verstehen noch imitieren können.
Dies bemerkte sie im nächsten Augenblick, als sie zurückblickte: Graves schloss gerade die Tür und schaute sie abwartend an. Sie verschluckte sich beinahe an ihren eigenen Worten.
„Äh. Mantel kannst du dort aufhängen, und die Schuhe dorthin, wo die anderen stehen. Ich bin gleich wieder da.“
Sie huschte in die anderen Zimmer, um zu sehen, wo die meiste Unordnung herrschte. Das Gästezimmer sah unbenutzt aus – also hatte Newt in der letzten Zeit kein Bett beansprucht – doch das Wohnzimmer war etwas schmuddelig, und in der Küche stapelten sich die dreckigen Teller des letzten Abendessens in der Spüle. Schnell hob Tina ihren Zauberstab, und während das Geschirr in eine hintere Ecke des Schranks verschwand, schüttelte sie die Kissen des Sofas auf und warf einen auffällig großen Hut Queenies auf den Kleiderschrank hinauf. Mit dem Klirren des letzten Tellers schaute sie sich noch einmal im Raum um, und ließ es als annehmbar durchgehen.
Mittlerweile hatte Graves sich seiner Schuhe und seines Mantels entledigt und begutachtete einen Glasschrank mit Geschirr, das die alte Mieterin der Räumlichkeiten zurückgelassen hatte.
„Also das Wohnzimmer ist jetzt begehbar“, verkündete Tina mit einem gezwungenen Lächeln, „und das Gästezimmer ist gemacht. Fühl dich, äh…, wie Zuhause.“
Percival antwortete mit einem freundlichen Lächeln und folgte Tina ins Wohnzimmer. Sie fühlte sich seltsam unwohl. Im Gegensatz zu Graves‘ aufgeräumter, heller und sauberer Wohnung musste diese hier wie ein Schweinestall wirken. Tina sah plötzlich, wie alt und verschlissen die Couch war, wie verblichen die Vorhänge, wie viel Zeug überall herumstand, doch sie sagte nichts. Sie beobachtete Graves, wie er das Zimmer durchmaß und alles begutachtete. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus.
„Ich weiß, es ist nicht schön….“
„Wie kommst du darauf?“, fragte Graves, ohne sie anzusehen. Er machte vor dem Bücherregal Halt und legte den Kopf schief, um die Buchrückentitel zu lesen.
„Ich weiß nicht. Es ist alt und schmuddelig…“
„Du meinst charmant und gemütlich“, entgegnete Graves. Jetzt schaute er sie an, warm und freundlich, aber auch ernst.
„Es ist dein Zuhause, Tina. Deine Erinnerungen, deine verbrachte Zeit, deine schönen Momente. Man spürt es in diesem Haus. Es ist mit euch gewachsen, und ihr fühlt euch wohl, oder?“
Tina konnte zunächst auf diese Frage nicht antworten. Fühlte sie sich wirklich wohl? Doch dann strömten Erinnerungen auf sie ein. Von Abenden mit Queenie, erleuchtet von warmgelben Licht, wie sie gefühlte Stunden über Belangloses gackerten. Von Nächten am Fenster, wo Tina, schlaflos, dem immerwährenden Treiben der Stadt zusah. Von Stunden in diesem Sessel, als Tinas erste Prüfung bevorstand und der ganze Boden voll war von Arbeitsblättern.
„Ja“, sagte sie und spürte, dass sie in diesem Moment etwas über sich erfahren hatte, dessen sie sich zuvor nicht bewusst gewesen war,
„Queenie und ich mögen es hier.“
Und dann, ohne dass sie es wollte, erzählte sie ihm von diesen ganz bestimmten Minuten, Stunden, Nächten, Tagen. Irgendwie landeten sie auf dem Sofa, er am einen Ende, sie am anderen, doch sie hörte nicht auf, zu erzählen, und er hörte zu, unterbrach sie nicht, außer, um nachzufragen. Irgendwann stand er auf und machte Kaffee, und dann hatte Tina eine dampfende Tasse vor sich stehen, ohne, dass sie sich erinnern konnte, wie sie dort hingekommen war. Irgendwann jedoch – es war bereits Abend, und das Licht warf warme Schatten, da hörte Tina, wie die Tür ging, und Queenie kam herein. Die Stille, die darauf folgte, breitete sich im Raum aus – bis Tinas Schwester diese mit einem zuckersüßen Lächeln überbrückte.
„Was für eine Freude, Sie hier zu sehen, Sir!“
Percival erhob sich, und auch Tina begrüßte ihre Schwester. Dabei warf sie einen Blick auf die Uhr. Es war tatsächlich schon spät, später, als sie sich hätte denken können! Peinlich berührt sah sie zu, wie sich Percival und Queenie begrüßten.
„Oh, ich sehe, du hast ihm viel erzählt!“, antwortete Queenie mit freundlichem Blick auf Tina. Ihre Schwester war niemand, der andere wegen so etwas verurteilte – wusste doch Queenie ebenso jeden Gedanken jeder anderen Person.
„Aber es ist spät – wir sollten etwas essen. Haben wir noch Milch?“, fragte Queenie weiter, und Tina wusste in diesem Moment, was sie vergessen hatte. Sie senkte den Blick.
„Oh.“
„Macht nichts. Ich sehe mal, ob Misses Pierce noch welche hat – sie geht immer einkaufen, aber weiß nie, was sie kochen wird“, sagte Queenie zu Percival, „kochen Sie gern, Mister Graves?“
„Percival, wenn ich schon Ihr Zuhause beanspruche“, sagte der Direktor lächelnd und erhandelte sich so ein verzücktes Lächeln von Tinas Schwester,
„und ja, ich koche gern, nur befürchte ich, nicht sehr gut.“
„Das ist im wahrsten Sinne Geschmackssache“, witzelte Queenie, während sie zur Tür zurückkehrte.
„Ich werde sehen, was Misses Pierce für uns hat!“
Als sich die Tür schloss, war Tina etwas perplex. Die Atmosphäre schien noch immer dieselbe, und sie wusste, sie könnte jetzt weitererzählen, die ganze Nacht lang. Doch sie zwang sich, innezuhalten.
„Du kochst also gern?“
„Und nicht gut, ja.“
Sie stand auf und wanderte im Zimmer umher. Sie musste lächeln, als sie sich vorstellte, wie Percival die Küche in Brand setzte.
„Ich hätte gedacht, du gehst eher in Restaurants. Mit Kollegen und Kunden und so.“
„Denkst du, wir gehen jeden Tag essen?“, fragte Graves mit hochgezogenen Augenbrauen, „so schätzt du deine Chefs also ein?“
„Naja, nicht alle.“
„Aber mich?“
„Nein. Ich meine…“
„Schon gut“, Percival winkte ab.
„Wir haben auch Klischees über euch Angestellte.“
„Oh“, sagte Tina. Sie blieb stehen und schaute Percival an.
„Welche?“
Als er nicht antwortete, sondern nur grinste, kniff sie die Augen zusammen.
„Komm! Ich habe dir auch mein Klischee erzählt!“
Er sah sie noch einen Moment triumphierend an. Dann schlug er ein Bein über das andere:
„Ach, da gibt es vieles. Aktivitäten während der Arbeitszeit, zwischenmenschliche Dinge…“
„Zwischenmenschliche Dinge?!“
Er schaute sie unschuldig an.
„Naja, du weißt schon. Wer mit wem, und wie lang…“
Tina starrte ihn ungläubig an. Dann, ruhig, sagte sie:
„Wetten?“
„Hin und wieder.“
„Ernsthaft?“
„Warum nicht?“
„Hmpf.“
„Aber es gab auch andere Trugschlüsse.“
„Die da wären?“
Percival zeigte auf das Bücherregal hinter sich, ohne hinzusehen.
„Ich hatte irgendwie erwartet, du liest viel. Hier sehe ich nur Lehrbücher und Zaubereischulen. Und eine Historie der Magie seit Merlin.“
Einen Moment lang wollte Tina sagen, sie lese tatsächlich nur das, was dort im Regal stand. Doch Percival wusste um ihre Vergangenheit. Er wusste, dass sie und Queenie arme Waisen gewesen waren. Dennoch kamen ihr die folgenden Worte nur schwerlich über die Lippen:
„Das sind die Bücher, die die Ilvermorny-Schule als essentiell eingestuft hat. Die mussten Queenie und ich uns zulegen. Wir waren dafür auf Spenden angewiesen, aber wir haben alle zusammenbekommen. Wir mussten sie dann eben abwechselnd studieren, und wenn es eine Prüfung gab, mussten wir die Formelsammlungen eben irgendwie kopieren. Ich lese schon viel.
In der New York Public Library unten an der Murray Street haben sie eine Abteilung für Magie. Da haben Queenie und ich bei der damaligen Verwalterin einen Ausweis bekommen. Wenn ich kann, gehe ich dorthin und lese. Ich mag die Atmosphäre sehr.“
Percival lächelte, und Tina spürte, dass er sie wegen ihrer schlechten finanziellen Verfassung nicht verurteilte.
„Also doch ein Bücherwurm.“
„Ebenso wie du.“
Er hob fragend die Augenbrauen, und Tina fuhr fort:
„Als ich dich gesucht habe, da bin ich in deine Wohnung gekommen und habe deine Bücher gesehen. Also nicht die oben im Arbeitszimmer, sondern die im Wohnzimmer.“
Percivals Lächeln blieb, doch wurde sein Blick nachdenklich.
„Das waren beinahe alles Bücher von No-Majs. Da waren Namen dabei, die ich noch nie gehört hatte. Irgendwelche Buchstaben als Vornamen, und dann dieser Oscar Wilde. Und dann gab es eine Emily, die hat ein Buch namens Sturmhöhe geschrieben, und ich war ganz gespannt, wie es wohl ausgehen mochte. So viele Bücher von No-Majs. Hast du… hast du sie alle gelesen?“
Percival Graves schwieg zuerst, mit ernstem Gesichtsausdruck – sein Lächeln war verschwunden. Tina glaubte schon, sie hätte ihn verärgert, doch da begann er zu sprechen:
„Ich bin der Meinung, die Trennung zwischen No-Majs und uns ist eine zu strikte, wenn doch beide Seiten etwas zustande bringen, was so schön ist wie diese Literatur. Die No-Majs haben keine Magie in ihrer Welt, doch das hält sie nicht davon ab, von ihr zu schreiben. Doch für sie ist Magie noch etwas so Wunderbares und gleichzeitig so Verbotenes, dass sie es lediglich in ihrer Fantasie wirklich ausdrücken können. Doch auch ihnen wohnt sie inne – in ihrer Art des Erzählens. Die Märchen von Beedle dem Barden sind unterhaltsam – doch ich fand in den Werken der No-Majs so viel mehr als nur Unterhaltung. Ich fand Wesensfragen, verpackt in Magie, und Fragen der Magie, verpackt in Gesellschaft. Oscar Wilde, den Mann, den du erwähntest, er schrieb einen Roman über einen jungen Mann, der nie alt wird. Die Gesellschaft schätzt ihn, doch in ihm wohnt ein Fluch, dessen grausame Wirkung sich in einem Porträt manifestiert, das anstatt seiner altert. In einem anderen Buch, das vor zwanzig Jahren erschien, geht es um einen Mann, in dem ein zweiter wohnt, eine grausame zweite Identität, die so lange wütet, bis der fromme Mann sich selbst und somit die Kreatur ebenso tötet…“
Percival brach ab und versuchte einen langen Moment lang, den Faden wieder aufzunehmen. Er sah Tina an und lächelte leicht.
„Diese Literatur ist so viel mehr, als wir kennen. Und ich lasse es mir nicht nehmen, sie ebenso zu lesen.“
Tina sah ihn an, und verstand ihn. Auch sie hatte den Drang, das zu lesen, was ihrer Welt bis dato entkommen war, was sich in den Schatten der anderen Gesellschaft versteckt hatte. Sie hatte die No-Majs niemals als dumm gesehen – doch sie hatte schlichtweg kein Interesse gehabt, Literatur einer Gesellschaft zu lesen, mit der sie nichts teilte. Jetzt erkannte sie, dass diese Haltung nicht ihre Lektüre schützte, sondern Türen verschloss, die zu ganz anderen Universen führen könnten.
„Darf ich sie mir mal ausleihen?“, fragte sie, „bei Gelegenheit natürlich?“
Graves lächelte sie warm an.
„Gern.“
In diesem Moment kam Queenie zurück, in ihrer Hand eine Packung Milch, in ihrem Gesicht ein breites Grinsen.
„Also, Percival. Möchtest du lieber Kuchen oder Strudel?“
Tina sah Graves an, der ihren Blick einen Moment verwirrt erwiderte. Und Tina spürte, wie ein warmes Gefühl sie einnahm.

Das Abendessen war geprägt von schönen Gesprächen und warmem Licht. Queenie erzählte vorsichtig von neuen Entwicklungen in der MACUSA.
„Ratherwell scheint völlig verrückt zu werden!“, sagte sie mit aufgerissenem Blick, „als ich letztens Tee brachte, schaute ich in seinen Kopf und sah, dass er vorhat, sich von Picquery persönlich zu distanzieren. Er ist paranoid.“
„Das war er schon immer“, sagte Percival und nahm einen Schluck Kaffee, „in der Akademie glaubte er einmal, ich hätte seinen Zauberstab manipuliert, und beschwerte sich beim Leiter. Doch er war schlichtweg zu schlecht.“
„Ich weiß nicht, was er konkret vorhat“, sagte Queenie, „aber ich sag’s euch, versprochen.“
Das war auch das einzige, was an diesem Abend über die MACUSA gesprochen wurde. Queenie erzählte von Kowalski und seiner Bäckerei, die sie noch immer jeden Tag besuchte, und Tina versuchte aus Percival herauszubekommen, wie Sturmhöhe denn nun endete. Doch er blieb hartnäckig, und als die Nacht fortgeschritten war, räumten die drei auf und machten sich bettfertig. So kam es, dass Tina schließlich mit Queenie im Wohnzimmer saß und immer wieder nervös zur geschlossenen Gästezimmertür spähte. Queenie, die das bemerkte, lächelte warm.
„Keine Sorge, er mag es hier. Zumindest denkt er das. Ihm gefällt wohl die Atmosphäre. Und…“
Sie zögerte. Tina sah sie fragend an.
„Er ist froh. Dass jemand da ist. Hätte ich diese Bilder im Kopf, ich wäre auch froh.“
Tina seufzte. So freundlich Percival sich verhielt, so verstört und gebrochen war er dennoch. Was sie an diesem Tag gesehen hatte, war vielleicht nur ein Bruchteil der Macht und Wut, die der Direktor in sich trug. Tina fürchtete um das Potenzial, das jederzeit entweichen könnte. Vielleicht würde sie ihn nächstes Mal nicht mehr erreichen können. Sie musste dazwischengehen, bevor ihm oder ihr etwas geschehen könne.
„Ich mache noch einen Kakao“, sagte sie und stand auf. Diese Gedanken waren zu düster, um ihren Platz in dieser warmen Atmosphäre haben zu dürfen, „möchtest du auch einen?“
„Gern“, sagte Queenie. Die genau wusste, für wen Tina eigentlich einen machte.
Mit dem Tablett in der Hand stand Tina kurz darauf vor der Tür, nervös. Wieso konnte sie diese Nervosität nicht abschütteln? Unschlüssig drehte sie sich noch einmal zu Queenie um, die ihre dampfende Tasse vor sich hielt. Die machte aufmunternde Gesten. Dann grinste sie und hob ihren Zauberstab.
Tina schloss die Augen, als die Tür sich öffnete.
Dann öffnete sie sie und fragte: „Möchtest du noch einen Kakao?“
Percival drehte sich zu ihr um – er hatte sie nicht erwartet. Er trug noch seine Hose und sein Unterhemd, das seine Schultern freiließ. Seine Haare fielen ihm losgelöst in die Stirn, und das warme Licht, das durch die Tür hereinfiel, beschien sein überraschtes Gesicht. Als Tina sah, wie überrascht er war, wäre sie am liebsten wieder umgedreht, doch da sagte Percival bereits „Sehr gern“ und durchquerte den Raum. Sie blinzelte zu ihm hinauf und musste sich ins Gedächtnis rufen, dass sie ihn schon weit… entblößter gesehen hatte. Doch das hier war etwas anderes. Dies geschah nicht im neutralen Bereich eines Krankenhauses. Er stand in ihrem eigenen Haus vor ihr. Sie sah ihn nicht an, während er sich die Tasse nahm.
„Ist alles in Ordnung?“
Sie zwang sich, ihn anzusehen. Bemerkte er, wie rot sie war?
„Jep“, sagte sie knapp. „Ich hoffe, der Kakao ist nicht zu heiß. Gute Nacht.“
Sie drehte sich mit dem Tablett um.
„Tina?“
Sie blieb am Absatz stehen und wandte sich noch einmal um. Er stand noch immer in der Mitte des Raumes, die Tasse in der Hand.
„Danke.“
Sie nickte. Dann machte sie hinter sich die Tür zu und ging mit steifen Schritten zu Queenie. Sie ließ sich auf’s Sofa fallen und atmete tief durch.
„Was ist bloß los mit mir?“
„Du bist verliebt“, sagte Queenie. Als Tina sie erschrocken ansah, lächelte sie nicht. Nein. Es war eher so etwas wie Faszination in ihren Augen.
„Das ist los mit dir, Schwesterchen.“

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Hallo liebe Leser und willkommen zu einem kleinen (süßen) Kapitelchen der Fanfiction!
Entschuldigt bitte, dass es so lange gedauert habt, aber ihr wisst sicherlich am besten, was der Nanowrimo einem abverlangt, und während des ganzen Novembers musste ich nur daran denken, mein anderes Projekt weiterzuführen, da blieb diese Fic nur eine kleine Verheißung, die bald wieder aufgenommen werden darf ;)
Also, Nano ist geschafft, und als Belohnung für Eure Geduld hier endlich mal ein Kapitel ohne Verrat, Schmerz und Totschlag! Viel Spaß
Eure
Whocarloto
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