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Any Given Sunday - Royal Republic FF

von Jess87
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
09.12.2016
22.01.2017
4
7.145
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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09.12.2016 1.641
 
Titel: ANY GIVEN SUNDAY
FF: ROYAL REPUBLIC
Personen: Mira Schüttler, Adam Grahn, Per Andreasson, Hannes Irengard, Jonas Almen + weitere OC
Rating: ab 18
Genre: Romanze / Drama
Idee: Die Idee zu der FF kam mir nach meinem letzten Royal Republic Konzert in Köln bei welchen Adam eine kleine Story erzählte und wir dabei erfahren durften, dass er u.a. Lehrer in Malmö an der Musikschule war. Ich wusste das die Jungs sich dort kennen gelernt hatten und nachdem Adam eine Band gründen wollte, dort zunächst Hannes und Per und später auch Jonas zusammen gefunden hatten, doch jetzt werfe ich noch jemanden ins Spiel: Mira. Die FF spielt nach Gründung der Band und während der Anfänge der Jungs während sie alle noch an der Musikschule arbeiten. Ich hoffe ihr habt genauso viel Spaß beim Lesen wie ich beim schreiben!

ANY GIVEN SUNDAY
A ROYAL REPUBLIC Fanfiction -



Kapitel 1 – Follow the Sun

„Haben sie etwas zu verzollen Miss?“, lächelte der junge Mann an der Passkontrolle während er auf meinen Reisepass schaute und das Bild mit meinem Gesicht verglich. Ich versuchte ungefähr so zu gucken wie auf dem dämlichen Foto. Auf diesen unfassbar hässlichen symetrischen Bildern sah doch wirklich jeder aus wie ein Schwerverbrecher. Oder zumindest ich. Kein Wunder, denn der Tag an dem ich das Passfoto habe machen lassen, war der schlimmste Tag in meinem Leben gewesen. Mein Freund hatte mit mir Schluss gemacht – 'es liegt nicht an dir sondern an mir', ich hatte meinen Job verloren – 'es liegt nicht an dir aber wir müssen sparen' und somit praktisch auch mein Einkommen, meine Wohnung und mein gesamtes berufliches und privates Leben. Ich war 27 Jahre alt, blank, Singel und vollkommen fertig. Ich schob die Unterlippe nach vorne und spickte über meinen Reisepass um das hässliche Bild kopfüber anzusehen. „Nein Sir.“, murmelte ich dem Beamten entgegen der mich dann freundlich anlächelte und mir den Pass zurück gab. „Danke.“, murmelte ich weiter und schlurfte aus der Passkontrolle in Richtung Gepäckausgabe – was in meinem Fall ziemlich schnell gehen musste. Warum? Ich hatte gerade einmal zwei Koffer, sonst nichts. Oh und die kleine Handtasche mit dem kaputten Henkel die ich bei mir trug. Meine Wohnung hatte ich vor meiner Abreise komplett aufgelöst, alle Möbel, alle Elektronik und sogar das ganze Geschirr verkauft. Glücklicherweise hatte ich eigentlich ganz gute Sachen weshalb ich einiges an Einnahmen aus der Wohnungsauflösung schlagen konnte. Genau genommen so viel um mir zumindest für die nächsten zwei Monate den Start in Schweden etwas zu erleichtern.

Nachdem das Signal für den Beginn der Gepäckausgabe aufleuchtete wartete ich geduldig auf die beiden roten Koffer in denen jeweils genau 20kg meiner Klamotten und restlichen Habseeligkeiten reingestopft war. 40Kg sonst war mir nichts geblieben, doch damit konnte ich leben. Ich war noch nie jemand der viel Besitz brauchte um glücklich zu sein, das Minimalistische war schon eher meins. Als die Koffer endlich kamen schnappte ich sie vom Band, zog die Hebel nach oben und rollerte damit in Richtung Ankunftshalle. Kurze schaute ich mich um und lief dann in Richtung Taxistand. Glücklicherweise sprachen fast alle Schweden ausgesprochen gutes englisch weshalb ich den Taxifahrer zwar auf schlechtem Schwedisch begrüßte, ihn aber dann auf englisch bat mich vom Ronneby Airport wo ich gerade gelandet war nach Malmö zu bringen. Eigentlich hätte ich auch einen Flug direkt nach Malmö buchen können, doch die Flüge in die Nähe von Karlskrona waren schlichtweg günstiger gewesen. Der Taxifahrer war ein netter Typ in den Fünfzigern und lug das Gepäck für mich in den Kofferraum nachdem ich bereits eingestiegen war.
Der Verkehr in Schweden war erstaunlich entspannt, ganz anders als in Hamburg. Kein Gehupe, kein Gedrängel oder zu schnelles fahren. Ich atme durch und lehnte mich zurück. „Woher kommen sie Miss?“, fragte mich der Mann in akzentfreiem Englisch. „Deutschland.“, erwiderte ich und blickte aus dem Fenster. „Und sie machen Urlaub hier?“ Ich schüttelte den Kopf. Die Fahrt nach Malmö würde ungefähr zwei Stunden dauern und mich ein kleines Vermögen kosten aber dennoch ich hatte keine Lust jetzt noch in einen Bus einzusteigen. „Nicht wirklich.“ Der Fahrer nickte und bog die nächste Straße links ab und folgte den Schildern die bereits Malmö anzeigten. „Beruflich also.“, stellte er fest und drehte das Radio an. Ich biss mir auf die Unterlippe. „So in etwa.“ Ich lächelte müde und versuchte was von dem schwedischen Radiosprecher zu verstehen, hatte aber leider keine Chance. „Ich suche einen Job um ehrlich zu sein.“, murmelte ich. „In Malmö?“, fragte er mit gerunzelter Stirn. Ich nickte. „Was sind sie denn von Beruf?“, wollte er wissen und drückte aufs Gas als wir endlich nicht mehr auf der Landstraße waren. „Pädagogin... also ich habe in Deutschland mit geistig behinderten Kindern gearbeitet bis.. na ja das Projekt das ich geleitet hab nicht mehr genug Spendengelder bekam und...“ Ich zuckte mit den Schultern und lächelte bitter. Mein Job war nicht einfach nur Arbeit und Geld verdienen für mich, es war meine Berufung. Jetzt wo ich zurück dachte tat mir das Herz weh. Die Kinder, ihre Eltern, die Abschiedsfeier.

Verstohlen wischte ich mir eine Träne aus dem Augenwinkel, doch der Taxifahrer lächelte. „Wenn sie in Malmö einen Job suchen na ja ich kenne das jemanden.“ Jetzt wurde ich hellhörig. „Achja?“, fragte ich erstaunt und der Mann nickte. „Es gibt in Malmö eine große Musikakademie an der auch immer wieder junge Menschen oder Kinder mit Behinderungen aufgenommen werden und soweit ich weis werden die Kinder immer zusätzlich von Fachleuten betreut.. vielleicht ist ja gerade eine Stelle frei also wenn sie wollen...“ Ich nickte sofort. „Natürlich!“, rief ich und lächelte. „Sehr gerne, das wäre toll.“ Der Fahrer lachte und tippte auf seinem Handy herum. Kurz darauf ertönte eine Stimme am anderen Ende der Leitung. „Irengard?“, fragte eine männliche Stimme und ich biss mir auf die Unterlippe. „Hannes? Hier ist Isak.... sag mal habt ihr eigentlich noch eine Stelle für Pädagogen bei euch ausgeschrieben?“ Er warf mir einen kurzen Blick zu und ich glotzte ihn mit großen Augen an. Der Mann am anderen Ende der Leitung murmelte etwas auf schwedisch das ich nicht verstand. „Ah ja da ist es Sekunde...“, sagte er und dann verstand ich wieder nichts. Mein schwedisch war eindeutig miserabel. „Prima.. dann schicke ich sie zu dir.“ Dann beendete Isak wie ich nun wusste, das Gespräch. „Mein Kumpel Hannes ist Lehrer an der Musikakademie und sucht im Moment eine Pädagogin für einen Jungen aus seiner Klasse... ich weis natürlich nicht wie die Bezahlung ist aber ich habe mit ihm verabredet dass sie morgen früh um neun Uhr einen Termin zum Vorstellungsgespräch haben.“ Ich konnte nicht anders, ich musste Lachen und drückte dem Mann einfach so einen Kuss auf die Wange. Vielleicht würde sich mein Schicksal hier in Malmö doch dem guten zuweden.


Nachdem ich mich von Isak verabschiedet hatte betrat ich zum ersten Mal meine neue Wohnung in Malmö. Sie lag am Kanal der direkt ins Meer führte in einer guten Nachbarschaft wie ich online gelesen hatte. Nervös drehte ich den Schlüssel in der Wohnungstür herum und betrat meine eigenen vier Wände. „Wow.“, murmelte ich und sah mich um. Die Wohnung war im nordischen Stil eingerichtet, viel Holz, helle Farben und gemütlich. Sie war glücklicherweise komplett möbliert und auch die Möbel waren stilvoll und gemütlich. Vermutlich hatte der Vermieter alles bei Ikea besorgt. Ich grinste und warf den Schlüssel auf den Holztisch im Wohnzimmer. „Willkommen zu Hause.“, murmelte ich ehe ich begann meine Koffer auszupacken. Es dauerte keine zwei Stunden bis alle meine Klamotten im Schrank waren, meine persönlichen Habseeligkeiten ihren Platz gefunden hatten und ich mich erstaunlich zu Hause fühlte. In einer fremden Wohnung, einer fremden Stadt und einem fremden Land. Doch die Begegnung mit Isak und das Vorstellungsgespräch bei diesem Hannes Irengard morgen war Beweis genug dafür was für herzliche Menschen die Schweden offenbar waren. Ich schnappte mir meinen Parka, denn obwohl es erst September war, war es für mich alte Frostbeule doch schon ziemlich kalt draußen.

Der Supermarkt war direkt um die Ecke, klein und gut sortiert. Ich packte das übliche in den Wagen: Gemüse, Obst, Brot, ein paar Flaschen Wasser und für morgen Abend eine schöne Flasche Rotwein. Dann noch Schokolade und ein paar Kleinigkeiten. Meine Vermieterin war so nett die Küche tatsächlich mit Salz, Pfeffer und co auszustatten und sogar Toilettenartikel zu besorgen, so dass ich mich um dass alles erstmal nicht kümmern musste. Meine Konzentration galt nun ganz den schwedischen Kronen mit denen ich meinen Einkauf wohl bezahlen musste. Ich biss mir auf die Unterlippe, packte alles aufs Band und kramte dann in meinem Geldbeutel herum als die junge Frau an der Kasse eine Summe sagte die ich nicht verstand. „Um...“, ich lächelte sie an und zuckte mit den Schultern. „Sie sprechen kein schwedisch?“, fragte sie dann in ebenfalls akzentfreiem englisch und ich nickte. „Kein Problem.“ Sie wiederholte den Preis auf englisch und half mir sogar das Geld aus dem Portemonaie heraus zu suchen. „Vielen Dank.“, erwiderte ich und schob meinen Wagen nach draußen nur um fest zu stellen dass ich vergessen hatte Tüten zu kaufen um die Einkäufe einzupacken. „Verdammte scheisse.“ Ich seufzte und blickte mich um. Dann versuchte ich einiges davon in meine Handtasche zu packen, doch als ich gerade die Weinflasche packen wollte viel mir die Tasche auf den Boden, ich schwankte und lies fast die Flasche fallen als ein junger Mann hinter mir unter meine Arme packte und die Flasche auffing. „Das wäre wirklich scheisse gewesen.“, meinte er auf deutsch und ich zuckte zusammen. Der Mann war ungefähr einen Kopf größer als ich, hatte braune Augen und braune kurze Haare. Er lächelte und hielt mir die Flasche hin. „Stofftasche?“, fragte er dann auf englisch und ich seufzte laut. „Hier... ich hab ohnehin zig davon zu Hause.“ Er hielt mir eine seiner Taschen hin und ging dann zurück zu seinem Wagen. „Danke.“, rief ich ihm hinter her. Er nickte freundlich und verschwand im inneren des Ladens.
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