Blackout - Was in jener Nacht geschah

GeschichteDrama, Thriller / P18
Aaron "Hotch" Hotchner David Rossi Emily Prentiss Jack Hotchner Jennifer "JJ" Jareau Penelope Garcia
06.12.2016
10.08.2017
42
116.530
9
Alle Kapitel
72 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
06.12.2016 953
 
Hallo, liebe Leser.


Willkommen zu meiner neuen Geschichte. Dieses Mal wird es wieder ein Krimidrama sein, basierend auf der Serie "Criminal minds". Ich hoffe, es gefällt euch. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.



Liebe Grüße

Addison






___________________________________________________





1. Der unheimliche Fremde



Zusammengekauert saß er auf dem Boden im Dunkeln des Kleiderschrankes, preßte die Ellenbogen auf seine Oberschenkel und hielt sich krampfhaft die Ohren zu. Er drückte seine kleinen Hände so fest gegen seinen Kopf, sodaß er dabei Schmerzen empfand. Aber das war, auszuhalten. Nur die Geräusche, die er vernahm, wenn er die Hände wegnehmen würde, konnte er nicht ertragen. Er wußte, daß jemand verletzt wurde. Er hörte ihre Schreie. Er vernahm das Brechen von Knochen. Glas ging zu Bruch.
Er wollte, daß es aufhörte. Er wollte, daß die Geräusche verstummten. Am liebsten hätte er geweint. Aber irgendwie war das nicht möglich. Er hatte panische Angst. Er wollte nach seinem Daddy rufen. Aber er wußte, daß dieser ihn nicht hören würde. Daddy war noch einmal weg gegangen. Er hatte gesagt, er würde bald wieder kommen. Doch wenn Daddy arbeitete, dauerte es immer ziemlich lange, bis er wieder zurück kam,... zu lange.
Und jetzt war er ganz alleine. Alleine mit seiner Angst.
Plötzlich war Ruhe... fast Totenstille.
Er nahm ganz vorsichtig die Hände von den Ohren und lauschte nach den Geräuschen, die jetzt zu hören waren. Doch er vernahm nichts.
Immer noch kauerte er auf dem Boden des Kleiderschrankes. Er traute sich nicht, diesen zu verlassen, auch wenn es sich so anhörte, als wenn der Fremde gegangen war.
Sie hatte ihm gesagt, daß er sich im Schrank verstecken sollte. Er sollte nicht hervorkommen, bevor sie ihn nicht wieder rausholte. Seine Mami hatte immer gesagt, daß man auf die Erwachsenen hören mußte. Und das tat er. Er war ein braver Junge.
Es dauerte ewig, wie er da im Schrank kauerte. Er überlegte, ob er durch die Lamellen des Schranken schauen sollte, aber er hatte sich nicht getraut. Er fürchtete sich vor dem, was es dort zu sehen gab.
Er zögerte ziemlich lange, bis er schließlich doch einen Blick riskierte. Ganz vorsichtig schob er die Schranktür auf und kletterte hinaus.  
Doch er hielt im nächsten Moment inne, als er im Schlafzimmer seines Vaters einen fremden Mann entdeckte. Der böse Mann, der in ihr Haus eingedrungen war, war immer noch nicht gegangen.
Er blickte den riesigen Mann von unten her angsterfüllt an. Der Mann trug keine Maske. Dennoch wirkte sein Gesicht sehr bedrohlich. In der Hand hielt er ein mit roter Farbe beschmiertes Messer.
Der Mann hatte sich anscheinend im ersten Moment erschrocken, als er ihn entdeckte. Doch er hatte sich schnell wieder gefangen, ließ das Messer fallen und kam schließlich ganz langsam auf ihn zu.
Er blickte den Fremden von unten her ängstlich an. Er begann zu weinen. Er schluchzte und wollte nach seinem Daddy rufen. Doch niemand war da und konnte ihm helfen.
Der fremde Mann blieb vor ihm stehen und starrte ihn längere Zeit an. Dann hob der böse Mann die Hand.
Er zuckte zusammen. Er starrte dem Fremden in die Augen. Er wollte weglaufen. Doch seine Beine wollten ihm nicht gehorchen. Er bemerkte nur, wie ihm Wasser die Beine herunterlief und seine Schlafanzughose in Urin tauchte.
Die Hand des Fremden kam immer näher. Er legte sie auf seine Schulter. Den Zeigefinger der anderen Hand legte er auf seine Lippen und gab ein eindringliches "Pssst" von sich.
Dann grinste der böse Mann zufrieden, nahm seine Hand wieder weg, wandte sich um, blickte noch einmal auf das, was er getan hatte, und verschwand schließlich.
Er blieb zurück, starrte eine Zeit lang vor sich hin und blickte ebenfalls auf das, was der böse Mann angerichtet hatte.
Seine Augen waren immer noch tränenblind, sodaß er im ersten Moment gar nichts erkennen konnte. Er bemerkte nur, daß der Teppichboden unter ihm nicht mehr so flauschig war wie gewohnt. Er sah, wie er mit seinen nackten Füßen in einer großen Lache roter Farbe stand. Er mochte rot sehr. Aber diese Menge an rot bereitete ihm irgendwie Angst.
Ein ekliger Geruch lag in der Luft. Er rieb sich mit der Hand die Tränen von der Wange. Dann sah er etwas klarer.
Was er da erblickte, bereitete ihm panische Angst.
Dort lag sie. Sie, die ihm gesagt hatte, daß er erst wieder aus dem Schrank kommen sollte, wenn sie es ihm sagte. Doch sie schien zu schlafen.
Er kniete nieder und berührte ihre blasse weiche Haut am Arm. Er tastete vorsichtig nach ihrem dunklen Haar. Seine Hand benetzte sich mit roter Farbe. Dann berührte er ihr Gesicht, das kaum noch zu erkennen war, denn sie hatte sich ganz doll wehgetan.
Er starrte sie an und strich ihr kontinuierlich über die Wange. Er biß sich ganz fest auf die Unterlippe. Er wollte nach seinem Daddy rufen. Aber kein Wort kam über seine Lippen.
Sie wachte nicht auf. Was war, wenn sie für immer schlafen würde, genauso wie seine Mami? Als seine Mami damals von ihm ging, hatte er sie nie wieder gesehen.  
Er schubste sie leicht an. Doch sie reagierte nicht.
Er sah auf und erblickte etwas weiter, in roter Farbe liegend, das Messer, das der böse Mann fallen gelassen hatte. Er krabbelte durch die Farbe, die seine Schlafanzughose blutrot tränkte. Dann nahm er, was er gefunden hatte, in die Hand und betrachtete sein Fundstück längere Zeit. Schließlich erhob er sich langsam und tapste durch die rote Flüssigkeit an ihr vorbei zur Schlafzimmertür,... das Messer in der Hand. Auf dem Boden hinter sich hinterließ er rote Spuren seiner Füße.
Ganz langsam ging er die Treppe des Hauses hinunter, direkt zum Ausgang. Die Haustür stand sperrangelweit auf.
Er lief aus der Tür und dann immer weiter  die Straße entlang.
Review schreiben