Shan’Dur {02} Aus dem Leben eines Waldläufers

GeschichteMystery, Fantasy / P16
OC (Own Character)
05.12.2016
25.02.2017
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3.030
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05.12.2016 1.232
 
An einem regnerischen Abend in Wulfravens Taverne "Der silberne Wolf" sitzt in der hinteren Ecke nahe am Kamin eine dunkle Gestalt und raucht seine schlanken Elbenpfeife. Zu seinem Füßen auf einem kleinem Wolfsfell liegt ein Katze mit auffallend türkisblauen Augen und sonderbarer Fellzeichnung, denn das tiefschwarze Fell ist an vielen Stellen von dunkelgrünen Tigerstreifen durchbrochen. Die Gestalt trägt ein mit dunklen Nieten beschlagenes Lederwams, eine dunkelgrüne Tunika und lange dunkelbraune Lederhose mit Seitenschnürung, dazu weiche hohe Elbenstiefel welche ungewöhnlich oben mit einem Ledernen Zugband zugeschnürt sind. Die Kapuze des schweren dunkelgrünen Wollumhangs, der mit einem Blättermuster bestickt ist, hat sie tief ins Gesicht gezogen, doch bei jedem Zug an der Pfeife glüht nicht nur das Pfeifenkraut im Pfeifenkopf hellrot auf, sondern auch seine Augen leuchten feuerrot auf und spiegeln die Glut wieder. Über den Stuhl neben ihn hat er seinen Schwertgut gehängt welcher zwei Klingen trägt, ein anderthalbhändiges Elbenschwert mit Horngriff, eine Falcata, und ein elbisches Langschwert dessen silberner Knauf die Form eines Drachenkopfes hat. Ebenso liegt ein wunderschön gearbeiteter Köcher mit Einhornmotiven, dem heiligen Tier der Göttin Ehlonna, auf dem Stuhl, und ein mächtiger Eibenlangbogen ist in seinem langen Lederfutteral an den Stuhl gelehnt. Schweigsam sitzt sie da, vor sich auf dem Tisch steht ein großer Krug Metbier, daneben liegt ein lederner Pfeifenkrautbeutel und die kleine geschnitzte Holzfigur in Form einer Katze an einem Lederband.
Den anderen Gästen scheint die Gestalt sehr unheimlich zu sein, sie halten Abstand oder versuchen sie nicht zu beachten. Nur ab und zu schaut einer der Gäste verstohlen herüber, und an vielen Tischen wird getuschelt. Als die junge Schankmaid sich dem Ecktisch nähert nimmt das Getuschel etwas zu. Sie stellt einen Teller mit dampfenden Wildfleisch und einen Teller mit Brot, Käse und Trauben auf den Tisch. Der Mann nimmt die Pfeife aus dem Mund, nickt kurz und murmelt ein „Danke“ während er der Schankmaid eine Silbermünze zuwirft. Dann löscht er die Pfeife. Als er mit dem Essen beginnt wacht der Kater auf und schaut erwartungsvoll nach oben, und mit Erfolg, denn die ersten Stücke Fleisch bekommt er. Langsam und und mit Genuß nimmt er sein Mahl ein, und gedenkt dabei auch immer wieder seinem tierischem Begleiter mit dem ein oder anderen Stück Fleisch. Als er das Mahl beendet hat winkt er kurz der Schankmaid zu und deutet mit der anderen Hand auf seinen leeren Humpen. Der Kater sitzt derweil wieder auf dem Wolfsfell und putzt sich genüsslich. Nachdem ihm die Schankmaid ihm einen neuen Krug Metbier hingestellt und den leeren Fleischteller abgeräumt hat lehnt er dich nach hinten und legt die Beine hoch.
Ein für sein Volk nicht sonderlich großer, bärtiger Nordländer mittleren Alters mit blonden Haaren steht von einem der Nachbartische auf und geht zu dem Fremden hin, eine Tonkaraffe und einen Becher in den Händen. Auf dem Rücken hängt eine mit Runen verzierte Laute. Mit ruhiger, kräftiger Stimme fragt er den sitzenden Mann „Ist es gestattet mich zu Euch zu setzen, mein Freund? Ich bin Herger 'der Fröhliche' Wulfgarson, reisender Skalde aus Flake. Den Göttern zum Gruße!“
Der Mann blickt zu dem Nordmann auf, und als er eine Brosche in der Form eines silbernen Herzens mit einem aufgesetzten bronzefarbenen Schwert in der Mitte entdeckt antwortet der Mann in der Sprache der Nordmänner „Bitte, setzt Euch, Herger“, dann deutet auf den freien Stuhl. Das Symbol ist im bekannt, Leute die es tragen sind keine böse Menschen sondern tapfere Streiter des Guten.
Beieindruckt nickt der Nordmann-Skalde und setzt sich und stellt die Tonkaraffe auf den Tisch. „Habet Dank! Darf ich Euch nun fragen wie der Eure Name lautet?“
„Das dürft Ihr.“ Der Mann setzt seine Kapuze ab, darunter kommen mittellanges, dunkelbraunes Haar zu Vorschein und ein kurzer Vollbart. „Ich bin Cairbre Maenamagor, ein Waldläufer aus Calenhad. Die Grünelben nennen mich Bellfirion.“  
„Aus Calenhad?“ frag der Skalde verwundert „Das ist sehr ungewöhnlich, ihr seht mir eher wie ein Nordmann aus und nicht wie Grünelb. Was hat Euch nach Calenhad verschlagen?“
„Als Waise wurde in jungen Jahren bei den Grünelben aufgenommen und großgezogen. Habe viele Jahre Zeit mit den Grünelben gelebt und dort in den tiefen Wäldern eine lange Zeit verbracht.“ Cairbre nimmt einen großes Schluck Metbier, dann fährt er fort, „Doch nun verratet Ihr mir was eigentlich von mir wollt!“
„Gern, ich dachte mir das so ein Mann wie Ihr bestimmt viel rumgekommen ist und die ein oder andere Geschichte zu erzählen vermag. Als Skalde faszinieren mich solche Geschichten, es ist der Stoff aus dem die Lieder und Sagas sind. Vielleicht mögt Ihr mir ja etwas davon erzählen?“ Der junge Barde schaut zu dem Kater herunter der gerade dabei ist sich einzudrehen und hinzulegen „Und eine ungewöhnliche Katze habt Ihr, ein stolzes Tier. Was ist sie, und wo kommt sie her?“
„Nun, es ist mein Kater, Grimbold, und es ist eine besondere Katze in der mehr steckt als man vermuten möchte.“ entgegnet Cairbre, „Möchtet Ihr meine Geschichte und die von Grimbold wirklich hören?“
„Es wäre mir eine große Ehre.“ sagte Herger „Aber sagt, möchtet Ihr einen Schluck warmen Hypocras?“
„Nein, aber wenn Ihr noch ein Metbier besorgt werde ich Euch etwas erzählen.“ Cairbe stellt ihm den leeren Humpen auf dem Tisch.
Herger dreht sich um und ruft nach der Schankmaid „Lilias, bringt Ihr zwei große Humpen von Eurem köstlichen Metbier?“
Die Schankmaid lächelt freundlich zurück und nickt. Dann geht sie zum Thresen um bald darauf mit einem großen Humpen Metbier zurückzukommen. Als sie lächelnd die beiden Humpen auf den Tisch stellt blickt der Skalde zu Ihr auf und sagt freundlich „Ich danke Dir, Lilias meine Liebe. Schreibt die Humpen bei mir auf, der Herr hier ist heute Abend mein Gast.“ Sie lächelt den Barden an und  beugt sich zu ihm herab um ihn einen Kuss auf die Wange zu geben. Dann geht weiter, andere Gäste rufen schon wieder nach Ihr.
„Ein hübsches Mädchen, nicht wahr?“ Herger lächelt süffisant „Aber nun zu Euch, Ihr sprecht Skaal, unsere Sprache?“
"Es ist die Sprache meines Vaters, meines leiblichen Vaters den ich viel zu früh verlor." antwortet Cairbre in der Sprache der Nordmänner, "Bei den Grünelben habe ich sie nicht verlernt"
Der Skalde nickt zustimmend, dann sagt er auf holprigen Elbisch "Und ihre Sprache sprecht ihr auch?"
"Auch diese beherrsche ich natürlich" antwortet der Waldläufer in völlig perfekten, akzentfreien Elbisch der Grünelben
"Doch laßt uns bei der Gemeinsprache bleiben, wenn es Euch nichts ausmacht. Was mögt Ihr einem reisenden Skalden berichten? Welche spannenden Abenteuer habt Ihr erlebt, welche große Heldentaten habt Ihr vollbracht?"
Der Waldläufer nimmt einen großen Schluck aus seinem Humpen, dann lehnt er sich zurück und fängt er an dem Skalden zu berichten, auch wenn es für Cairbre zunächst ungewohnt zu sein scheint. Man merkt Cairbre es anfangs noch an das er bisher nicht oft anderem von seinen Erlebnissen berichtet hat, jedoch bestärkt der Skalde ihn darin fortzufahren und lauscht ruhig dessen Erzählungen.  

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Herger "Der Fröhliche" Wulfgarson ist eigentlich ein Charakter aus "Das Schwarze Auge", einer meiner letzten Spielercharaktere, ein Thorwaler-Skalde, jedoch paßt es ganz gut ihn hier auftreten zu lassen. Deshalb habe ich aus dem Barden Parthalan den Skalden Herger werden lassen. Es gibt auf Shan'Dur ebenfalls Völker welche den Thorwalern Aventuriens entsprechen, auch von daher fügt sich die Figur des Skalden sowohl in diese Geschichte als auch in Welt gut ein.
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