Zwei Seiten, eine Welt

von ChaosTime
KurzgeschichteAllgemein / P12 Slash
Beast / Henry "Hank" Philip McCoy Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Mystique / Raven Darkholme Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier
04.12.2016
14.05.2017
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04.12.2016 1.267
 
Aloha!

Als ich das wundervolle Black & White Prjekt entdeckt habe, konnte ich nicht anders als zu denken, das muss ich machen. Und Erik und Charles schienen sofort perfekt für das Thema Gegensätze.
Das hier ist eine One-Shot-Sammlung eigentlich nur verbunden durch den Oberbegriff 'Gegenteile'.
Wer die konkreten Gegensätze wissen will, kann sie hier nachsehen, da ich sie in der gleichen Reihenfolge hochlade. Ich habe sie aber komplett durcheinander geschrieben.
Es wechselt zwischen den Filmen und AU's, wo alles nie passiert ist, aber meistens habe ich das sehr offen gehalten, also kann man sich das wohl aussuchen.
Außerdem bin ich ein Cherik Fan, weswegen das Pairing überwiegt, aber es sind zwischendurch Ausnahmen dabei.
Ich denke, die Charakterdarstellung variert zwischendurch, aber ich würde immer noch behaupten sie sind IC, der Kontext des Kapitel fordert nur manchmal andere Sichtweisen.
Und da das bei X-Men und Gegensätzen ja praktisch auf der Hand liegt tendiert es zwischendurch auch manchmal ins Philosophische. Was nicht heißt ich hätte nicht zwischendurch auch ein bisschen kitschige One-Shots eingebracht.
So das war relativ langes Einführungsgeplänkel und ich erwähne am Ende auch noch ein bisschen was, dafür wird es bei den nächsten Kapitel dann kürzer^^


Dieses Kapitel hab ich tatsächlich relativ früh geschrieben, wenn auch nicht als Erstes.
Aber nachdem ganzen Gerede macht man sich am besten selber eine Meinung.
Viel Spaß!



*



Schwarz & Weiß



Sie saßen auf der Veranda und spielten Schach. Es war ein schöner Frühlingsmorgen, warm aber nicht aufdringlich und der Garten sah seit Jahren wieder annehmbar aus.
Das Gras strahlte in hellem Grün und die Rosen bezauberten in dunklem Rot. Ein königsblauer Schmetterling flog über seine Schulter hinweg und ließ sich dann in Eriks Haaren nieder.
Wie ein kleine Blume saß er dort, die Flügel aufgespannt als wäre es sein innigster Wunsch dekorativ Eriks Augen zur Geltung zu bringen.
Charles kicherte.
„Was?“, fragte Erik misstrauisch und traf seine Augen. Charles sendete seinem Gegenüber ein geistiges Bild.
„Steht dir, Darling“, meinte er neckend und Erik verdrehte die Augen. Dann zuckte er mit den Schultern und der Schmetterling flog wieder davon. Zu schade.
„Und ich dachte schon, du machst dich über meine Züge lustig. Unterschätze mich nicht“, meinte Erik.
„Das käme mir niemals in den Sinn. Außerdem unterbricht man seine Feinde nicht, wenn sie einen Fehler machen.
„Weise Worte“, erwiderte Erik grinsend und zog seine schwarze Dame ein Feld nach vorne.
Neben dem azurblauen Himmel und dem bunten Blumen, schien ihr Schachbrett seltsam fehl am Platz.
So farblos. Gut genaugenommen war es auch farblos, aber was er meinte war.. weniger lebendig.
Schach hatte ein seltsame Symbolik. Zwei Extreme und nur einer von beiden konnte gewinnen.
Auf die Welt übertragen eine sehr traurige Ansicht. Es gab weit mehr als Schwarz und Weiß.
Und wenn dann bevorzugte er die Yin und Yang Philosophie. Polarität mit Verbindung. Sich ergänzende Gegenteile. Eine wechselseitige Beziehung, ein ewiger Kreislauf, in beidem ein Teil des anderen.
Faszinierend, aber nicht alles. Die Welt in zwei Teile zu spalten war gefährlich. Zu leicht entgingen einem dadurch sämtliche Grauschattierungen dazwischen.
Aber war das nicht eins der Dinge, die Schach sie lehrte? Objektivität.
Und Weitsicht zusammen mit Geduld.
Das Spiel war wirklich eine Leidenschaft von ihm. Umso dankbarer war er plötzlich jemanden gefunden zu haben, der es ebenfalls so zu genießen schien.
Die paar Male, die er Raven überredet hatte, waren frustrierend gewesen. Er liebte sie innig, aber das Mädchen hatte einfach keine Geduld.
„Charles“, erklang eine Stimme irgendwo am Rande seines Geistes und er stellte fest, dass er am Zug war.
Sein Blick glitt über das Schachbrett, sein Verstand inspirierte ihn mit Ideen. Schweigend zog er einen Bauer ein Feld nach vorne. Er mochte den Kontrast des Spielfelds.
Dann kam ihm eine Idee für ein kleines Experiment und in Sekunden schien die Farbe aus ihrer Umgebung gezogen. Das Gras wurde zu dunklem Grau, der Himmel ging in Richtung eines trüben Weiß. Passend zu ihrem Spiel wurde Erik dunkel, verschiedene Schwarztöne um seine Konturen zu erhalten und Charles wurde weiß. Ein Gedanke und die Welt war schwarz-weiß. Subjektiv natürlich.
Erik machte sich nicht mal die Mühe großartig verwundert zu reagieren und fragte stattdessen nur: „Charles, was soll das?“
„Ein Experiment.“
„Versuchst du mich abzulenken, weil du am Verlieren bist?“, fragte Erik amüsiert und Charles schüttelte empört den Kopf. Ohne sich aus des Ruhe bringen zu lassen bewegte Erik seinen Turm.
„Es geht beim Schach nicht immer darum zu gewinnen. Manchmal geht es einfach ums Lernen. So ist das Leben, Erik. Außerdem...“, sagte Charles und zog lächelnd seinen weißen Springer nach vorne, „Schach.“
Erik gab ein missbilligendes Schnauben von sich und bewegte seinen Läufer zwischen Charles Springer und seinen König. Wenn er ihn rauswarf, wurde er von Eriks Turm erledigt.
„Ich dachte wir würden Schach spielen, Charles, nicht philosophieren.“
„Ich kann beides“, antwortete er und zog seinen Springer wieder zurück.
„Du siehst seltsam aus. Wie ein Geist“
„Danke, sehr freundlich“, erwiderte Charles ironisch.
„Du bist doch derjenige, der das hier angefangen hat. Ich bevorzuge dich lebendig.“
Das war... eine erstaunliche nette Aussage gewesen. Für Eriks Verhältnisse jedenfalls.
Er sah sich um und stellte fest, dass eine Welt ohne Farben sehr trostlos war. Sie war eingeschränkt, verwehrte einem Perspektive.
Charles hatte in seinem Leben bereits einige Menschen getroffen und ihre Ansichten gesehen. Manch einer von ihnen hatte solch eine unveränderliche, begrenzte Einstellung gehabt.
Aus seiner Sicht schien ihm das kein schönes Leben.
Aus ihrer vielleicht doch. Wenn man keine Farben kannte, wenn man ignorant blieb, wie sollte man es da besser wissen?
Sich Neuem zu verschließen war keine Lösung.
Erik dachte, dass die Menschen genau das tun würden. Aber Charles hatte Hoffnung in ihren Sinn für Farben.
„Schachmatt“, hallte es über die Veranda und Charles wand seinem Blick dem Schachfeld zu.
Tatsächlich hatte Erik ihn besiegt. Er sah auf und stellte fest, dass er vor Überraschung die Illusion hatte fallen lassen.
Erik lehnte grinsend in seinem Stuhl zurück.
„Du hast verloren, Charles.“
„Wer nicht die Größe hat zu verlieren, hat nicht die Größe zu gewinnen“, gab er trotzig und erhobenen Hauptes zurück.
„Ach so?“, fragte Erik amüsiert lächelnd und beugte sich vor.
„Große Töne für einen kleinen Mann.“
Idiot. Charles war nur 13 Zentimeter kleiner. Okay, das klang selbst in seinen Ohren nicht besonders überzeugend. Erik war einfach zu groß.

„Eine weitere Partie?“, fragte Charles also und im nächsten Augenblick ordneten sich die Figuren wie von selbst in ihre Startpositionen.
Der Schmetterling kehrte zurück und setzte sich diesmal vorlaut auf Charles Nase und Eriks tiefes Lachen tönte zu ihm herüber. Eilig flog er wieder davon und gab Charles den Blick auf Eriks Gesicht frei.
Er drehte einen weißen Bauern zwischen den Fingern und betrachtete ihn mit einem spielerischen Funkeln in den blauen Augen.
Nein, Schwarz und Weiß kamen an die Vielfalt der Welt einfach nicht heran. Sie hatte mehr zu bieten als nur Extreme.
Eriks Blick fixierte ihn und dann wurde sein Grinsen breiter und die Spielfigur kam zum Stillstand.
„Bereit?“


*




Im Nachhinein ist 'Bereit?' ein sehr schönes letztes Wort für den Anfang dieses Projekts^^
Ich habe vor jeweils jeden Sonntag ein Kapitel hochzuladen, dann haben alle Interessierten genug Zeit das zu lesen und wenn sie nett sind auch zu reviewen. Vielleicht nicht nach jedem Kapitel, aber so alle drei oder vier Kapitel wäre schön? (Nicht das ich mich über Reviews nach jedem Kapitel beschweren würde^^)
Ich hoffe es gefällt. Mitunter sind einige Teile sehr ernst, aber irgendwie lässt sich das bei X-Men ja auch nicht vermeiden.
Das allerletzte Kapitel habe ich im Übrigen noch nicht geschrieben, aber bis wir dahin kommen:
Bereit?

LG
ChaosTime




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