We will rock you

von Anekey
GeschichteAllgemein / P12
04.12.2016
23.09.2017
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We will rock you

Das erste, was ich heute morgen hörte als ich aufwachte, war Gerard´s  Gesang .Ich will damit nicht sagen dass er schlecht sang, aber ich hatte das Lied schon so oft gehört… Obwohl ich wach war ließ ich die Augen geschlossen und versuchte, in den Schlaf zurückzufinden. Gestern Abend waren wir hier in Deutschland angekommen mit unserem Tourbus, und die ganze Reise mit dem Flugzeug von den USA nach Deutschland hatte mich müde gemacht. Resigniert öffnete ich die Augen( bei der Lautstärke, mit der Gerard sang konnte man einfach nicht mehr einschlafen!)und mein Blick fiel auf eine riesige, fette Spinne die von meiner Kojendecke baumelte.  Angewidert verzog ich den Mund und schwang meine Beine aus der Koje. Während ich aufstand, um mich in Richtung Küche zu machen um dort einen Kaffee gegen die morgendliche Müdigkeit zu trinken, wich ich geschickt einer Socke aus, die aus Ray´s Koje baumelte. Dieser schlief noch und schnarchte mir Frank und Bob um die Wette .Ich schlurfte Richtung Küche, die man eigentlich gar nicht so nennen durfte, denn sie war nur eine kleine Einbauzeile. Dort wartete schon Gerard auf mich, der gerade fertig gesungen hatte. Obwohl seine Haare verstrubbelt waren und er tiefe Ringe unter den Augen hatte, grinste er mich über seinen Kaffee an. „ Na, Brüderchen? Gut geschlafen?“, fragte er mich augenzwinkernd.Ich schnaubte nur und meinte: „ Wer kann bei eurem Geschnarche schon schlafen?“, während ich wartete, dass der Kaffee fertig wurde. Mein Bruder riss mit gespielten Entsetzen die Augen auf und sagte: „ Oh, ich bin mir sicher, dass ich dich letzte Nacht auch habe Schnarchen habe!“ Ich musste darüber schmunzeln, und dachte mir wie gut sich Gerard vom depressiven, Alkohol trinkenden Teenager zu dem gewandelt hatte, der jetzt vor mir saß. In den nächsten Minuten kamen auch schließlich Frank, Bob und Ray zu uns .Frank, der noch ein bisschen müde wirkte, aber trotzdem schon gute Laune hatte, setzte sich neben Gerard auf die Bank. Bob schlurfte mit halb geschlossenen Augen zu der Kaffeemaschine und sagte kein Wort, während Ray sich neben mich setzte, und ich in den nächsten Sekunden versuchte, nicht in seinem Fro zu ersticken der vermutlich voller Knoten war. In der nächsten halben Stunde sagte kaum einer ein Wort, da alle mit frühstücken beschäftigt waren, doch schließlich meldete sich Frank zu Wort: „ Wann haben wir eigentlich unseren Auftritt?“, fragte er in die Runde. „ Später am Abend“, sagte ich, „ so um 6 “. „ Und was machen wir so lange?“, fragte Ray.Gerard meinte: „ Ein bisschen die Gegend erkunden. Ich will auch mal die Bühne sehen.“ Wir stimmten seinem Vorschlag zu, und machten uns auf den Weg.  Auf dem Festivalsgelände war schon der Teufel los: Leute liefen hin und her, Techniker mit großen Kabeltrommeln bahnten sich einen Weg durch die Menge. Wir kamen schließlich an der Bühne an, die am Ende des Geländes war.Sie w ar ziemlich groß, ich glaubte  sogar, dass wir noch nie auf einer  größeren gespielt hatten. „ Da hast du ziemlich viel Platz um dich auszutoben“, grinste ich zu Frank. Der grinste zurück und wir hatten beide den selben Gedanken im Kopf: Frank`s wilde Sprünge,die von Gerard`s Bewegungen perfekt unterstützt wurden. Jedesmal fragte ich mich, woher Gee und Frank diese ganze Energie hatten, und kam immer zu dem Schluss, dass sie entweder zu viele Energydrinks tranken oder das bei ihnen ganz normal war. Auf dem Weg zum Tourbus zurück holten wir uns an einem Stand Eis, und während ich zufrieden an meinem Eis schleckte, beobachtete ich wie Frank Gerard sein Eis gab, und ihm anschließend einen Kuss auf die Wange hauchte. „ Meinst du eigentlich, die sind ineinander verknallt?“, fragte mich Ray der neben mir stand. „ Weiß nicht“, sagte ich und zuckte mit den Schultern. Das selbe hatte ich mich natürlich auch schon gefragt. Aber wer tat das nicht, wenn er die beiden auf der Bühne aneinander klebend küssen sah?  „ Vielleicht“, meinte Bob, der zu uns stieß, „ ist es ja auch nur so freundschaftliche Liebe“. „ Gibt es das überhaupt? Ich meine, entweder ist man richtig verliebt, oder man ist befreundet“, überlegte Ray. Doch weiter kamen wir nicht, denn wir wurden von unserem Manager gestört. „ Mikey, kann ich mal mit dir sprechen?“, fragte er mich, und sah dabei etwas zerknirscht aus. „ Es tut mir leid, dir das zu sagen, aber beim prüfen der Technik ist uns dein Bass heruntergefallen. Und jetzt sind zwei Saiten gerissen“, fügte er kleinlaut hinzu. Vor Entsetzen verschlug es mir erstmal die Sprache. Dann sprintete ich los in Richtung Tourbus, und ignorierte die Rufe von Gerard, was denn los sei.Dort angekommen, lag mein E-Bass  mit dem ich schon so viele Auftritte gemacht hatte. Nur dass er jetzt statt vier zwei Saiten hatte, und die gerissenen daneben lagen. Ich fuhr  mir entsetzt durch die Haare, und kreischte dabei laut: „ Das darf ja wohl nicht war sein!!“, wobei mein Schrei sich dabei wie ein sterbendes Murmeltier anhörte. Ich überlegte fieberhaft, wo ich zwei Saiten herkriegen sollte, als die anderen kamen. Stumm beobachteten sie erstmal das kaputte Instrument, bis Frank mich fragte: „ Meinst du, da passen Saiten von mir drauf?“ Ich schüttelte den Kopf. Ich und Ray hatten es mal versucht, und es hatte in einer Katastrophe geendet.  „ Ich glaube, ich muss in die Stadt und mir neue holen“. Zehn Minuten später saßen ich, Ray und Frank in einem Auto und fuhren in die Stadt.