das unentrinnbar und leise von allem ihn trennt

DrabbleAngst / P12
Draco Malfoy
03.12.2016
03.12.2016
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Wichteln: Nebel-Drabbles



das unentrinnbar und leise von allem ihn trennt


für MrsDiLaurentis



Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.


Während abendlicher Nebel sich um ihn windet, stapft Draco frustriert über die Ländereien Hogwarts. Gerade als Vertrauenschüler macht es keinen guten Eindruck, in der Nähe des Verbotenen Waldes herumzustreifen, doch das ist ihm egal. Er braucht seine Ruhe, und im Schloss ist es nahezu unmöglich, seinen Mitschülern aus dem Weg zu gehen, ganz zu schweigen von Pansy, die wie eine Klette an ihm hängt. Sonst hat ihn das nie in diesem Maße gestört, er war ja fast ein wenig geschmeichelt gewesen, aber gerade ist ihre Aufmerksamkeit das letzte, was er möchte.

Ein wenig unheimlich ist es schon, in den Nebelschwaden kaum die ausgestreckte Hand vor Augen sehen zu können, doch irgendwie erfüllt es Draco auch mit einer seltsamen Art der Befriedigung, dass die blassgraue Nebelsuppe so wirr und undurchdringlich ist, wie seine Gedanken und Gefühle.

Er fühlt Stolz, ja, natürlich. Über das glänzende Vertrauenschülerabzeichen an seinem Umhang - doch ist das nur eine Oberflächlichkeit verglichen mit der anderen Verantwortung, die zu tragen er bereit ist, bereit sein muss. Es kommen große Veränderungen auf die Zauberwelt und er wird seinen Teil dazu beitragen.
Das ist es auch, was ihn mehr verängstigt, als er es je zugeben könnte.

Natürlich ist der Auftrag zu groß, niemand glaubt –

Er verbietet sich den Gedanken.

Und ganz abgesehen davon, dass er eigentlich unzweifelhaft hinter der Sache des Dunklen Lords steht und weder mit Schlammblütigen noch denen, die sie unterstützen, etwas zu tun haben möchte, geht ihm der Anblick Hermines, die aufmerksam Umbridges Rede gelauscht hat, nicht aus dem Kopf. So hübsch, so klug, so … schmutzig.

Am schlimmsten ist, nicht darüber sprechen zu können, mit niemanden. Umgeben von einer Nebelwand, die nicht nur schützt, sondern ihn unentrinnbar einschließt. Noch nie war er so allein, so überfordert. Er bleibt ruckartig stehen und urplötzlich scheint es ihm, als wäre es kein Nebel, der ihn umgibt, sondern giftig grauer Rauch, der ihm die Luft abschnürt. Ihm ist, als könne er nicht mehr Atmen und er möchte schon um Hilfe rufen, da kann er sich zusammen reißen und seinen Herzschlag beruhigen.

Es ist nur der Nebel.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.


--

Vorgaben:

Drabbleform: 345 oder 400
Fandom: Harry Potter, The 100, Edelsteintrilogie, Pretty Little Liars, Quantico
Sonstiges: Bei Harry Potter wünsche ich mir was zu einem (oder mehreren) Malfoys

Eingerahmt habe ich das Gedicht mit zwei Strophen aus "Im Nebel" von Hermann Hesse, das ich sehr inspirierend fand. Die habe ich natürlich nicht zur Wortanzahl gezählt.

Liebe MrsDiLaurentis,

ich hoffe, dir gefällt dein Geschenk! Da ich länger nichts zu Draco geschrieben habe, war das ein interessantes Schreiberlebnis, danke also für den Anstoß! Ursprünglich hatte ich vor, etwas mehr als angedeutetes Dramione hineinzubringen, da ich in deinen Favos sah, dass du das magst, aber dann passte nicht alles, was ich wollte, in 345 Wörter. Das ist wohl das Schicksal von Drabbles. ;-)

Liebe Grüße
fortassis! =)
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