Phantastische Jahre auf Hogwarts

GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
Albus Dumbledore Leta Lestrange Newt Scamander Theseus Scamander
02.12.2016
07.09.2020
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Hallo Leute,

nachdem ich im Kino war, habe ich Newt Scamander sofort als einen meiner Lieblingscharaktere - oder sogar den Lieblingscharakter - im Potter-Universum ins Herz geschlossen. Also habe ich beschlossen, ihm eine neue Geschichte zu widmen, in der ich über seine Zeit auf Hogwarts und möglicherweise auch danach schreiben werde. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr ihn und mich dabei begleiten würdet.
Ein Großteil der Charaktere und natürlich das gesamte Potter-Universum gehören nicht mir, sondern JK Rowling, ebenso wie die Grundrichtung der Geschichte. Der Rest entspringt ganz allein meiner Fantasie.

Viel Spaß beim Lesen!
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“Hufflepuff!”

Der Tisch rechts neben dem Mittelgang bricht in lauten Jubel aus. Der zierliche 11-Jährige mit den blonden Locken nimmt den alten Hut erleichtert von seinem Kopf, legt ihn zurück auf den Stuhl und läuft dann fröhlich lächelnd hinüber zum Hufflepufftisch.

Auf halben Weg stolpert er über die Stufe, die den erhöhten Lehrertisch von Rest der Halle absetzt. Er fuchtelt kurz mit den Armen und fängt sich schnell wieder, bevor er mit hochrotem, jedoch aufrechtem Kopf und schnellen Schritten zu seinen Klassenkameraden huscht. Warum muss gerade er diesen peinlichen Auftritt darlegen?

Sobald er den Haustisch erreicht, lässt er sich auf einen Platz neben einem Jungen in seinem Alter nieder. Der andere streckt ihm sofort seine Hand entgegen und stellt sich vor: „Julian Dalton.“ – „Newt Scamander“, erwidert er und ergreift die ihm angebotene Hand. Auf einen warnenden Blick eines älteren Schülers hin, wenden sich die beiden wieder der Auswahlzeremonie zu, die schon bald vorbei ist.

„Zabini, Elizabeth“ wird mit lautem Geklatsche am Hufflepufftisch begrüßt, dann schwingt der Lehrer, der die Zeremonie angeleitet hat, seinen Zauberstab und Hut und Stuhl verschwinden. Anschließend begibt sich der Zauberer zum einzigen noch freien Platz am Lehrertisch und setzt sich.

Sobald der Professor sich niedergelassen hat, erhebt sich ein etwas älterer und dennoch ehrfurchtgebietend wirkender Zauberer in einem grünen Zauberumhang mit silbernen Verzierungen, der in der Mitte des Lehrertisches sitzt. Er breitet die Arme aus und verkündet mit lauter, monotoner Stimme: „Willkommen zu einem weiteren Jahr in Hogwarts. Wie Sie alle wissen, ist das Betreten des Verbotenen Waldes für Schüler jeder Klassenstufe verboten und wird mit Punktabzug und Nachsitzen bestraft. Ebenso das unautorisierte Herumzaubern auf den Gängen oder in den Schlafsälen. Die Verbotene Abteilung der Bibliothek ist verboten. Die Auswahlspiele für die Quidditchmannschaften der vier Häuser finden am kommenden Wochenende statt. Nähere Informationen entnehmen sie bitte den Aushängen in den Gemeinschaftsräumen, in die sich Interessenten einzutragen haben…“

Newts Kopf sinkt auf seine auf die Ellenbogen gestützten Hände als seine Aufmerksamkeit abzudriften beginnt. Wenn nicht noch das Festmahl auf ihn warten würde, würde er aufstehen und sich augenblicklich in den Gemeinschaftsraum begeben. Von Thes weiß er, dass der der Hufflepuffs in den Gewölbekellern nahe der Küche liegt. Er würde ihn schon finden. Doch leider hat er einen zu großen Hunger als dass er das Essen ausfallen könnte. Kurz überlegt er, ob er sein Buch über Drachen in Großbritannien und Europa herausholen sollte, entscheidet sich dann jedoch dagegen, als er sich des strengen Blickes des Schülers, der ihn und Julian bereits zurechtgewiesen hat, bewusstwird. Der Elfjährige hebt seinen Kopf von den Händen und versucht, interessiert zu wirken, als er seinen Blick wieder auf den Schulleiter richtet.

Es ist eine Erleichterung, als Professor Black seine Rede mit den Worten: „Einen guten Appetit!“ beendet und sich die Platten, Karaffen und Töpfe auf den Haustischen von einem Moment auf den nächsten mit leckeren Speisen und Getränken füllen. Newt reißt erstaunt die Augen auf und Julian neben ihm fällt fast von der Bank, so überwältigt ist er. Von einem Moment auf den nächsten ist der Tisch überladen mit allen möglichen und unmöglichen Speisen. Obwohl Newt beinahe am Verhungern ist und sich am liebsten einfach irgendetwas auf den Teller geladen hätte, braucht er erst einmal einige Zeit, um sich zu entscheiden, letztendlich für eine einfache Steak-und-Nierenpastete und ein Glas Kürbissaft.

Newt ist für die nächsten Minuten viel zu beschäftigt, um ein richtiges Gespräch mit einem seiner Klassenkameraden anzufangen, doch das ist nicht weiter schlimm, auch die anderen genießen eher schweigend das Festmahl. Nur eines der Mädchen – Elizabeth – schnattert die ganze Zeit ohne Punkt und Komma.

Sobald alle Schüler ausreichend gesättigt sind, verschwindet das Essen, um allen erdenklich Nachspeisen Platz zu geben. Es gibt Eis, Kuchen, Pudding, Obst, Kekse und Schokolade. Newt entscheidet sich für etwas Vanilleeis, seine absolute Lieblingsnachspeise.

Schließlich entlässt Professor Black die Schüler in ihre Schlafsäle und Newt erhebt sich gähnend. Die heutige Reise war anstrengender, als der Elfjährige sich vorgestellt hatte, und das Schloss ist einfach überwältigend.

Ein Junge am oberen Ende ihres Haustisches winkt die Erstklässler ungeduldig zu sich und führt sie dann hinaus aus der Halle. Newt beobachtet, wie die Gryffindors und die Ravenclaws die Große Treppe hinaufströmen, während die Slytherins wie die Hufflepuffs die vergleichsweiße schmale Treppe hinunternehmen. Am Fuß der ersten Treppe wenden sich die Schlangen nach links, eine weitere Treppe hinunter. Der Vertrauensschüler der Hufflepuffs führt die Erstklässler aus seinem Haus einen mit Fackeln hellerleuchtenden Gang entlang. Vor einem Gemälde mit einer Obstschale bleibt der Fünftklässler stehen und erklärt: „Das ist der Eingang zur Küche. Kitzelt die grüne Birne in der Mitte des Gemäldes, bis sie zu lachen anfängt und sie verwandelt sich in einen Türgriff, der euch Eintritt in die Küche gewährt.“

„Dürfen wir das denn?“, fragt ein zierliches Mädchen mit wilden roten Locken schüchtern. Der Fünftklässler wendet sich ihr zu und erwidert locker: „Es ist ein offenes Geheimnis. Jeder Hufflepuff weiß, wie er in die Küche gelangt…folgt mir bitte, der Eingang zum Gemeinschaftsraum ist gleich hier.“

Die Erstklässler folgen ihm einige Meter, bis er vor einem Stapel alter Fässern, die normalerweise vermutlich Wein enthalten würden, stehen bleibt. Der ältere Junge wendet sich den Neulingen zu und erklärt: „Um in den Gemeinschaftsraum zu gelangen, müsst ihr mit dem Zauberstab gegen das zweite Fass von unten in der Mitte des Stapels im Rhythmus von Helga Hufflepuff klopfen. Wenn ihr das richtiggemacht habt, öffnet sich der Deckel des Fasses und ihr könnt hineinklettern.“

„Und wenn nicht?“, will Julian wissen. Der Fünftklässler grinst und meint nur: „Dann wird es unangenehm.“ Er dreht sich zu dem Stapel um, klopft auf das von ihm bestimmte Fass und mit einem leichten Knarzen öffnet sich der Deckel. „Folgt mir bitte“, fordert er die Erstklässler auf und klettert hinein.

Als es an Newt ist, sich in das Fass zu begeben, staunt er nicht schlecht. Anders als erwartet, ist lediglich die Öffnung klein, sobald man jedoch in das Fass geklettert ist, erstreckt sich ein steiler, erdiger, jedoch keinesfalls zu niedriger Gang vor einem. Newt folgt dem Gang direkt hinter Julian, bis er sich in einen runden, gemütlich wirkenden Raum öffnet.

Newt tritt vom Eingang weg und sieht sich um. Ihm fallen sofort die runden, bugaugenförmigen Fenster auf, die ihn sehr irritieren. Obwohl sie sich eigentlich unter der Erde befinden müssten, fällt durch die Fenster schwaches Mondlicht, das jedoch durch das freundliche, warme Flackern der Fackeln an den gelb behangenen Wänden beinahe überdeckt wird. Im ganzen Raum verstreut stehen dicke, kuschelige Sofas und Sessel in den Farben Schwarz und Gelb. Das Herzstück des Raumes bildet ein reichlich verzierter hölzener Kaminsims über dem das Portrait einer freundlichen Hexe hängt, die nur Helga Hufflepuff sein kann. Newt nähert sich dem Kamin, um die geschnitzten Dachse näher zu betrachten, als der Vertrauensschüler aus der Fünften sich wieder an alle Erstklässler wendet.

„Die Schlafsäle der Jungen findet ihr hinter der runden Tür rechts neben dem Kamin. Die Schlafsäle der Mädchen hinter der linken Tür. Morgen Nachmittag, nach dem Unterricht machen meine Vertrauensschülerkollegen und ich einen Rundgang durch das Schloss. Wenn ihr mitkommen wollt, seit bitte um 4 Uhr im Gemeinschaftsraum. Solltet ihr vorher irgendwelche Fragen haben, fragt einfach, wo ihr Ben, also mich, finden könnt. Ich helfe gerne“, Ben unterbricht sich und schaut kurz in die Runde, bevor er hinzufügt: „Ihr seid sicherlich alle erschöpft und müde von der Reise. Ich sehe euch dann morgen und habt eine gute Nacht!“

Einige der Erstklässler murmelten ein „Gute Nacht“ und dann begaben sie sich in Richtung der Türen. Newt folgt Julian und einem Jungen mit schwarzen Haaren durch die Tür zu den Jungenschlafsälen, die in einen weiteren erdigen Gang, dem zum Gemeinschaftsraum sehr ähnlich, führt. Sie müssen nicht weit gehen, da bleibt der unbekannte Junge vor einer Tür stehen und deutet mit der Hand darauf: „Ich denke, das ist unserer!“

Newt sieht auf die Tür und erkennt einen Schriftzug in großen gelben Lettern, „1. Klässler“, heißt es dort. Ja, das ist dann wohl ihr Schlafsaal. Ein freudiges Lächeln stielt sich auf Newts müdes Jungengesicht. Nun würde er endlich all das erfahren, wovon ihm Thes all die Jahre vorgeschwärmt hat.