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Mein Blut besteht aus Eisen und mein Herz aus Glas

von spooky
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / Gen
Archer Fujimura Taiga Gilgamesh Kotomine Kirei OC (Own Character) Rin Tohsaka
02.12.2016
29.06.2019
39
60.766
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09.05.2017 2.018
 
Nachdem ich endgültig wieder Herrin meiner Sinne war, konzentrierte ich mich auf das Bild an der Tafel. Wieder bei den anderen mit der Wahrnehmung angekommen, merkte ich, dass ich die Hände an meinen Hals hatte. Als wollte ich ein unsichtbares Seil loswerden. BBs Zeichnung von mir an der Tafel zeigte ein Galgenmännchen, das breit grinsend dargestellt wurde. Es war unangenehm, dass sich die Kreidezeichnung so in meinen Geist einprägt hatte. Gerade nach der Drohung der dunklen Sakura-Kopie war diese Gefühl mehr als eine böse Vorahnung.

„Wenn es zu viel für dich ist, Emma, dann geh in dein Zimmer und heul dich aus, wenn es dir hilft. Jedoch achte nicht auf das, was man dir androht, denke nach, Fräulein. Konzentriere dich auf das, was wichtig ist.“
Archers Worte klangen nicht so hart, dass sie mich verletzten. Es war etwas wie Fürsorge in seiner Stimme gewesen. Es war, als ob er damit die unsichtbare Schlinge um meinen Hals, die BBs Drohung mir verpasst hatte, damit durchtrennt hatte. Klar denken wie eine Maschine also. Meinte er mit auf das konzentrieren, was wichtig war, mich? Meine Magie war vorhanden, ich musste sie nur nutzen. Was von der anderen Seite des Mondes wahr war und was nicht, war mir egal. Jedoch erinnerte ich mich an das, was ich schon mal angewendet hatte, um Lancer wegzustossen. Es war eindeutig Glas, was ihn aus dem Klassenzimmer geschoben hatte. Wenn ich das nochmal schaffte... Nur diesmal lasse ich das Glas zähflüssig werden, vielleicht konnte ich mich so Sprung um Sprung hocharbeiten, und das Glas würde wahrscheinlich lange genug halten, damit die Drei es noch nutzen konnten und ich in das Wasser eintauchen konnte. „Onee-san, ich würde dir so gerne mit etwas aus der Schatzkammer da hochhelfen. Nur diese BB hat es gewagt...“ Gil-kun war inzwischen sichtbar genauso wie Lancer und Archer. Als wäre Gilgamesh ein normaler kleiner Junge, unterbrach ich ihn, indem ich mit der Hand den blonden Schopf verwuschelte, ohne darüber nachzudenken.


Es half nichts, diese bescheuerte Kleiderordnung galt ohne Wenn und Aber. Den Badeanzug hatte ich ja eigentlich an. Somit würde ich nicht zu viel preisgeben, wenn ich meine anderen Sachen nun ablegte. Aber wenn ich Recht hatte, so hatte BB keinen Zugriff in die privaten Zimmer, wenn ihr das Detail entgangen war. Trotzdem war es mir unangenehm, Hose, Hoodie und die Schuhe einfach hier auszuziehen und liegenzulassen. „Gil-kun, sag mal kannst du meine Sachen vorrübergehend verstauen?“ „Ah Senpai, du kannst die Sachen auch gerne mir geben, ich kann sie dann sauber reinschicken. So gäbe es vielleicht keine Konsequenzen.“ Sakura hatte sich eingeschaltet. Für einen Moment wirkte Gilgamesh etwas sauer. Ob es war, weil ich ihn meine Sachen zur Aufbewahrung geben wollte, oder weil Sakura sich eingeschaltet hatte, war mir nicht ganz klar. Jedenfalls nahm Sakura mir die Strassenkleidung ungefragt ab, da ich so weniger Wiederstand haben würde, wenn ich bis zum Wasser kam.
Mit Pared hatte ich eine Wand aus Glas gehabt... Lancers Blicke zu ignorieren, als ich versuchte mich auf etwas zu konzentrieren, über das ich wenig wusste, war schwierig. „Kannst du woanders hinsehen, Lancer?“ Wenigstens verdeckte der Badeanzug genug, so dass Lancer mich hoffentlich weiterhin in Ruhe liess. „Störe ich dich etwa? Etwas zu flach für den Badeanzug bist du aber. Auauau! Hey, Archer, was soll der Mist, mir den Arm auf den Rücken zu drehen?! “
„Merkst du denn gar nicht, wenn du störst Lancer?“ „Tsk, red keinen Scheiss, so schnell wird das nicht klappen, dass sie ihr Mana unter Kontrolle hat. Jedenfalls solange man sie so leicht ablenken kann.“
Das Gezanke der Heldengeister blendete ich nun komplett aus. Das war es, es war einfach da. „Saltar“ Es war, als ob der Boden selbst mich abfederte. „Keine Ahnung, ob das klappt. Wenn’s knapp wird, kann mich einer von euch den Rest des Weges dann hochwerfen?“ Mehr konnte ich nicht erklären. Stufe um Stufe des sich schnell verfestigten Glas sprang ich an den Imposanten Baum hoch. Die Drei waren schnell genug, um mir zu folgen, bevor das feste Glas endgültig zersprang. Als ich kurz nachschaute, ob mir die Drei Folgen konnten, sah ich wie das einstige Glas als feiner Kristallstaub herunterrieselte. Es dauerte nicht sehr lange und ich war auf der Höhe der Baumkrone. „Ab jetzt muss ich mich sehr beeilen, ich weiss nicht, wie lange das noch gut geht. Sorry, Leute.“ Es war anstrengend, aber es war wirklich, als ob ich etwas in mir abrief, dass schon immer da war und trainiert war. Da hatte Gil-kun Recht behalten. Glas war meine Magie.

Kurz in dem Moment, in dem meine Fingerspitzen beim letzten Sprung das Wasser streiften, verliess mich meine Kraft. Beinahe wäre ich verdammt tief gefallen. Archer war rechtzeitig zur Stelle und verhinderte dies, indem er mich abfing und im selben Moment in den See schleuderte.

Das Wasser war kalt, der Aufprall auf die Wasseroberfläche dazu so hart, dass es mir die Luft aus den Lungen presste. Zu meinem Schreck fiel Archer an meiner Stelle nun den langen Weg runter. Nein das ist meine Schuld. Meine Schuld, ich hatte keine Luft mehr. „Atme einfach weiter, Tollpatsch.“ Archer war plötzlich hinter mir, und hinderte mich daran, aus den See zu fallen. Mit einen festen Griff um mein Handgelenk zog er mich wieder ins tiefere Gewässer. In meinem Moment der Panik hatte ich versucht Archer zu folgen, ohne nachzudenken. Wie dumm ich doch war als Master. „Servants können sich über kurze Strecken teleportieren. Als du im Wasser warst, konnten wir es wieder. Das wollte dir wohl auch Gilgamesh zuvor sagen. BB hat uns eingeschränkt, jedoch nicht komplett. Kleiner Tollpatsch. Jetzt atme einfach weiter, das Wasser wird dich nicht ertrinken lassen, Emma.“ Die Panik liess ab von mir, sowie Archers Griff, nachdem ich die Flüssigkeit in meinen Lungen bekam. Der Versuch, die Flüssigkeit auszuhusten, kam immer wieder in mir hoch. Mich so gegen einen Instinkt zu wehren, beschäftigte mich für einige Zeit.
Wieder und wieder verkrampfte ich, da ich unbewusst doch versuchte die Luft anzuhalten.
Jedoch glaubte ich Archers Worten, so musste er nicht nochmal eingreifen, um mich von einer Dummheit zu bewahren.
Er hatte Recht behalten, aber es war so verrückt, sowie dieser Baum es war. Das Wasser war in meinen Lungen, in meinen Bronchien und doch konnte ich frei atmen. Trotzdem war ich erschöpft, sowohl von den Springen als auch vom Schaffen der Glasstufen und zusätzlich wegen meinem Kampf mit der Panik und dem Wasser.
Lancer und Gil-kun hatten sich bei dem ganzen Chaos dazugesellt, ohne dass ich es gemerkt hatte.

Unter Wasser merkte man es nicht, auch wenn es nach wie vor eisig war. Jedoch kam ich mir vor, als ob ich schweissgebadet war. Wie bei einen Schwimmanfänger wurde ich von den Anderen langsam an den Armen gezogen, so dass ich mich an den neuen Umstand gewöhnen konnte.
Zumal ich nicht an den Rand des Sees wollte, da es so verdammt hoch war. Es war seltsam in dem See zu sein, von hieraus wirkte es, als ob die Schule nun in dem See war.
„Emma, sieh lieber nach vorne, da ist eine Strömung im See.“ Archers Stimme war durch das Wasser leicht verzerrt, aber trotzdem gut hörbar. „Ob die Strömung eine Falle ist oder kommt die vom Eingang? Hey junge Dame, lass lieber mich vor.“ Langsam schüttelte ich mit dem Kopf. Für meine Panikattacke musste ich nun mehr aufpassen als zuvor. „Lancer, nett gemeint, nur geht das nicht gegen BBs Regeln?“ Es war seltsam im Wasser zu reden. Doch er verstand und schwamm ein Stück zur Seite.

Die Strömung verschwand, nur um uns Vier plötzlich zu erfassen, und quer durch den grossen See zum Stamm des Baumes zu ziehen. Da leuchtete es auf, ein Portal. Es war so hell, dass ich den Blick abwenden musste. Weit, unter mir war nochmal ein Leuchten. Hakunos Team konnte nun wohl ihren Eingang endlich nutzen.
Der Baum wirkte wirklich immer unheimlicher und die Kälte des Wassers machte es nicht besser. Mit dem Leuchten, das sich nun zeigte, wirkte der gesamte Baum wie ein hungriges Monster, das nur darauf wartete, dass wir in seinen Rachen hineinschwimmen würden. Es half jedoch nichts.
Nur so konnte auch das andere Team weiterkommen. Hoffentlich würde das alles gut gehen. Abermals sah ich mir die langen, hängenden Äste des Baumes an. Seine Blüten wirkten dunkler als die des anderen Baumes. Nochmal schloss ich kurz die Augen, ehe ich langsam, aber entschlossen auf das Leuchten im Baum zuschwamm.

Wenn BB noch eine Falle vorbereitet hatte, dann wäre nun der Zeitpunkt gewesen, um sie zu aktivieren. Jedoch geschah nichts. Vielleicht schlug sie nur dann zu, wenn man es am wenigsten erwartete oder es am wenigsten gebrauchen konnte?
„Senpai, entschuldige bitte die kurze Störung...“ In der Hinsicht schien Sakura wohl langsam auf einen guten Weg aufzuholen. „... Deine Vitalwerte sind im normalen Bereich, jedoch sei bitte vorsichtig. Noch ist alles in Ordnung, aber du bist an einer Unterkühlung nahe. Was immer auf der anderen Seite geschehen mag, nutze bitte sofort den ersten Aufgang. Es genügt, wenn du nur kurz in dieses Labyrinth reinsiehst und sofort zurückkommst, solange ich deine Vitalwerte nicht an die Umstände angepasst habe.“ Das war natürlich ein Problem, ein Neoprenanzug wäre wohl besser für mich geeignet. Anderseits würde ich Mobilität einbüssen, aber... „Sakura, wenn ich auf der anderen Seite bin, kannst du meine Sachen irgendwie ins Labyrinth schicken? Das müsste mir etwas mehr Zeit geben, falls ich nicht gleich einen Ausgang finde, oder?“ Dass ich Sakuras Stimme eben fast mit BB verwechselt hätte, war schon unangenehm. Doch das Schweigen, nachdem ihre Stimme nicht mehr wie über einen Kopfhörer in meinen Kopf war, beunruhigte mich kurz. War es doch ein Streich von BB?

Etwas wie ein Lächeln war kurz auf den Lippen des Trios in meiner Nähe. „Kleidung kann auch im Wasser vor Unterkühlung schützen. Da hast du ja gut überlegt. Emma, Sakura ist gerade dabei Hakunos Werte zu checken und an einen Notausgang für dich zu arbeiten. Solange werde ich versuchen deiner Bitte nachzukommen.“ Es war Toukos Stimme, immer wieder hörte ich, wie sie die Zigarette beim Reden im Mund hatte.
Nochmal sah ich in unsere Unterwasserrunde. Den dreien schien die Kälte nichts auszumachen. Bevor es zu weiteren Verzögerungen kam, schwamm ich mit den dreien durch das Portal.

Es war wie eine Wasserrutsche, was zumindest Gil dazu brachte, vergnügt zu lachen. „Onee-san, an so etwas könnte ich mich glatt gewöhnen.“ „Tsk, nicht zu fassen, dass der seinen Spass hat. Hey, junges Fräulein, wenn es dir zu kalt ist, könnte ich dich gerne warm halten“, sprach der nächste Kindskopf, über Lancer und Gilgamesh konnte man sich kaum wundern. Es war besser die beiden in einem Team zu wissen, als dass sie sich stritten wie zuvor. Die Rutschpartie endete nach einigen Minuten. Wieder und wieder waren Datenströme an und vorbei gerast. Vielleicht war es ja Sakuras Versuch, einen Ausgang zu bauen. Hoffentlich ging das gut.

Es war nicht so, dass ich gehofft hatte, dass ich nun endlich aus dem Wasser raus konnte. Archers Seufzer schien es wohl zu bestätigen. Der Irrgarten war auch unter Wasser. Das Ganze wirkte wie ein langer Schlauch mit vielen Abzweigungen, was es schlimmer machte. Das, was wie Wände wirkte, war zum Teil durchsichtig. Eindeutig konnte ich sehen, dass wir nicht alleine in diesen Aquarium Labyrinth waren.
„Na Klasse, Chimären. Emma, halt dich etwas mehr von Lancer fern. Sein Unglücksfaktor schein auf dich abzufärben.“ „Sag mal, du willst doch, dass dein Master weiterkommt, dann lass solch blöden Sprüche, Archer.“ Schon wieder ein Wortgefecht, das nicht lange anhielt. Chimären? Für mich wirkten diese Wesen wie Pseudohaie, sie schienen fast schon, bei der kleinsten Bewegung zu leuchten. „Ein Problem bleibt übrigens, Lancer. Falls du auf Geschwindigkeit gesetzt hast, das Wasser wird dir einiges davon nehmen. Ist dein Speer rostfrei?“ „Scheisse. Du kannst einen wirklich den Tag vermiesen, Archer. Mein Speer ist immer bereit, der setzt keinen Rost an. Merkt dir das mal.“ Noch hatten diese Raubfische uns nicht bemerkt, aber es gab keinerlei Möglichkeiten, sich hier zu verstecken. Ein Kampf war unausweichlich. „Pass auf, Emma, sie kommen.“ Archer hatte leider recht. Da waren 10 blutrünstige Hammerhaie und wir standen eindeutig auf deren Speiseplan.
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