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Mein Blut besteht aus Eisen und mein Herz aus Glas

von spooky
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / Gen
Archer Fujimura Taiga Gilgamesh Kotomine Kirei OC (Own Character) Rin Tohsaka
02.12.2016
29.06.2019
39
60.766
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Dieses Kapitel
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07.05.2017 1.657
 
Noch einmal blickte ich hinter mich. Wieder hatte ich ein Zuhause innerhalb der Welt von SE.RA.PH, und liess es abermals hinter mir, ohne zu wissen, ob ich je zurückkehren würde. Nochmal hoffte ich, dass ich das, was nun kam, überstehen würde. Mit gemischten Gefühlen schloss ich die Tür zu meinem Zimmer. Das Trio in meiner Nähe konnte ich inzwischen ohne grössere Probleme spüren. Tatsächlich verging hier keine Zeit, denn immer noch strahlte das warme Licht der Nachmittagssonne, die den Gang der Schule durchflutete. Und einem die Welt einer normalen, alten, japanischen Schule vorgaukelte. Die wenigen Schritte zu dem Nachbarzimmer verschafften mir auch keine Pause. Auch an ihrem Zimmer hing ein von Sakura gefertigtes Schild, das uns anscheinend es leichter machen sollte, mit der Lage klar zu kommen. Etwas unsicher klopfte ich an die Tür von Hakuno. Sie hatte nun laut Archers Aussage zwei Servants an ihrer Seite, so war ich nicht mehr der grosse Sonderfall. Nur in wie weit das weiterhelfen würde bei dem was nun folgte, wusste ich nicht recht. Hoffentlich hatte Lancer seine Hände bei sich, nicht dass es jetzt schon Ärger geben würde.

Vielleicht hatte ich zu leise geklopft, dachte ich mir, als keine Antwort kam. Gerade als ich es nochmal versuchen wollte, da ich mir schon die Beine in den Bauch stand, hörte ich von innen Gepolter. Die Tür öffnete sich, und ich versuchte zu verhindern, dass mir aus Überraschung der Kiefer runterklappte. „Miku, na sowas, seid ihr schon bereit euch in die Hölle zu wagen?“ Rosafarbige Haare, goldene Augen, die Kleidung. Nein, nicht mal die Begrüssung verwunderte mich so sehr wie die anderen Details von Caster. Das meinte Archer also mit tierisch. Der Servant vor mir hatte nicht nur Fänge wie ein Raubtier, bei den Fuchsohren und dem buschigen Fuchsschwanz, der unübersehbar war, hätte ich mir gewünscht, Archer hätte mich besser vorgewarnt. „Uiuiui, dich könnte man ja glatt auffressen. Aber mein Master bekommst du nicht, als gute Ehefrau werde ich sie verteidigen bis aufs Letzte.“ Sie hatte schon fast zum Sprung angesetzt, um sich auf mich zu stürzen, doch ihr Master hatte die Lage rechtzeitig entschärft. „Warte, Caster, du wirst sie nicht verfluchen. Wir müssen zusammenarbeiten.“ Schon hatte Hakuno den Fuchs an der Backe. „Caster, Pfoten weg von meinen Praetor. Sie ist meine Muse.“ Der unsichtbare Gong in die nächste Chaosrunde war somit gestartet. Links im Ring mit Zaubersprüchen auf Papier bewaffnet stand Caster. Zu ihrer Rechten mit ihrem rotflammenden Schwert, das von roten Rosenblättern umweht wurde und mindestens genauso hitzig war wie ihr Temprament, Saber. Gut, dass ich das nicht laut gesagt hatte. Auch wenn ich es wohl nicht verhindern konnte, dass meine Begleiter meine Gedankengänge gerade mitbekommen hatten. Wenn ich bislang dachte, dass ich Chaoten an meiner Seite hatte, so schoss Hakunos Unterstützung gerade den Vogel ab. Oh man, das konnte ja heiter werden.
„Hakuno, wir gehen schon mal vor.“ Einmal hatte ich an den Holzrahmen geklopft, um nochmal die Aufmerksamkeit zu haben, damit ich mich mit den Worten verabschieden konnte, ehe es noch zu Missverständnissen kommen konnte. Hoffentlich beherrschten sich die drei an meiner Seite weiterhin. Erst als ich einige Schritte ausser Seh- und Hörweite von Hakonos Gruppe war, lehnte ich mich an eine Wand. Um nicht laut los zu prusten, atmete ich ein paarmal tief durch. „Wow, manche Frauen können sehr hitzig sein.“ „Lancer bitte nicht.“ Das Kichern kam immer stärker in mir hoch. Das war nicht gut, wenn ich mich nicht beherrschen konnte, würde mir bestimmt eine Dummheit rausrutschen, die für andere eine Einladung zum Verderben war. „Onee-san, warum erlaubst du es dir nicht zu lachen? Es war durchaus komisch, das eben zu sehen.“ Nicht mal die helle Stimme des Mini-Servant brachte mich dazu, es zu zulassen zu lachen. Es war irgendwie nicht richtig. Nein, die Worte von Gil. Es war, als ob ich das schon mal wo gehört hatte. Es hatte etwas wie einen Hauch von Nostalgie in mir ausgelöst, wie ein Aufflackern einer kleinen Flamme, ehe der Wind sie mit seiner Kraft erstickte.

Die Anderen hatten es wohl geschafft aufzuschliessen. Die Servants von Hakuno waren da, auch ihre Anwesenheit konnte ich inzwischen sehr deutlich spüren. Anscheinend gewöhnte ich mich langsam an diese Welt und nahm somit das war, was anders war. Wesen wie Servants waren ein kleiner Fortschritt. Hoffentlich werde ich bald eine bessere Hilfe als wie ich es jetzt war. „Das eben tut mir leid.“ Die Brünette brach das Schweigen. „Wofür entschuldigst du dich, Hakuno, du hast am wenigsten Chaos verursacht bei der Szene eben. Ausserdem bin ich wohl an Chaoten gewöhnt.“ Kurz zuckte ich mit den Schultern bei meiner Aussage. Es war nicht gelogen, wenn ich so an das bisher Erlebte dachte.
Dann gingen wir wieder schweigend das Treppenhaus hinab, Seite an Seite, Stufe um Stufe. Niemand sprach ein Wort, so dass ich in Gedanken verloren fast auf dem Boden geschleudert wurde, als ein Tiger mich ansprang.
Nein, es war fast wie Schule. Taiga Fujimura hatte es sehr eilig, und ich war ihr nicht rechtzeitig ausgewichen. Was für ein Tag.

„Oh, was für ein Zufall, da treffe ich ja auf die beiden Richtigen. Hört mal, könnt ihr mir einen Gefallen tun? Es fehlen einige Shinais, ich befürchte sie sind in diesem ominösen Labyrinth. Haltet ihr bitte die Augen danach auf? Ihr bekommt auch bestimmt eine kleine Belohnung. Ja, seid ihr Mädchen bitte so lieb?“ Weg war der Tiger, so schnell wie sie rannte, konnte man sie glatt für einen Servant halten. „Emma, nimm es ihr nicht übel, es ist worauf man sie programmiert hat.“ Ja, soweit verstand ich es auch, was Archer meinte. Gewissermassen freute es mich, dass der Tiger so gut drauf war. Andererseits hatte es etwas von einem Videospiel, wenn man da eine Nebenmission bekam. Naja, was soll’s, es konnte nicht zu sehr schaden, Taiga den Gefallen zu tun. Hoffentlich schaffte ich es nun bis zum Labyrintheingang.
Seit Taigas kleinen Überfall war es, als ob sich etwas in dem Schulgebäude verändert hatte. Dass Sakura mit einer Verbeugung vor uns aus dem Nichts auftauchte, schien es nur zu bestätigen. Sie schien erleichtert.
„Der Schülerrat kann euch von nun an ein wenig unterstützen. Hier, ich habe einige Heiltränke. Emma-senpai, wenn du in diesen See bist, achte ich in der Zeit auf die Vitalwerte. Sollte irgendetwas nicht stimmen, tue ich mein Möglichstes, damit du sicher zurückkehrst.“
Mit anderen Worten: Solange BB ihr nicht ins Handwerk pfuscht, ist alles unter Kontrolle. Jedoch war so die Stille durchbrochen. Der Weg zu dem Kirschbaum war so kurz gewesen wie ein Wimpernschlag.

Nochmal betrachtete ich erstaunt die Ausmasse des Kirschbaums der Hakunos Eingang in den Irrgarten war, der uns hoffentlich hier rausführte. Der See weit oben über meinen Kopf war immer noch etwas, das ich nicht glauben konnte. Die Äste des Baumes im See bewegten sich leicht, als ob unter der spiegelglatten Wasseroberfläche eine Strömung herrschte. Trotzdem kam kein Tropfen des Wassers vom Himmel runter. So harmonisch die Schule auch war, so beängstigend war dieser See mit dem Baum. Es hatte etwas an sich, das mich erschauern liess wie eine alte Geistergeschichte, die man sich bei fahlen Licht erzählte, um sich zu gruseln.
Eigentlich hatte ich gehofft, es gäbe nun etwas wie eine Passage, jedoch war da nichts. Wie sollte ich da nur raufkommen? „Da hochspringen ist unmöglich, nicht mal wenn wir zuvor an den anderen Baum hochklettern.“ Das waren ja tolle Nachrichten von Archer. „Es tut mir leid. Jeder Versuch, eine Treppe zu dem Gewässer zu programmieren, ist leider gescheitert.“ Sakura verbeugte sich beschämt. Hakuno war an ihrem Baum auf der Suche nach einem Portal. Nur ich befürchtete, es würde ihr nicht gelingen eines zu finden, wenn ich nicht bei meinem Eingang angekommen war. Ein Klickgeräusch und ein lauter Schrei liessen nichts Gutes von ihrer Seite aus erahnen. „Sag mal, hat sie den Schalter am Boden nicht gesehen? Onee-san, da achtet wohl noch jemand nicht darauf, wo sie hintritt. Das wird wohl gleich wieder etwas unangenehm.“

Ein kitschiger Jingle wurde abgespielt. Egal wie sehr ich versuchte mir die Ohren zu zuhalten, hörte ich sie trotzdem. Da war es schon wieder. Auch mein Sichtfeld wurde nun gehackt, denn das seltsame Fernsehstudio zeigte sich. Der BB Channel war wieder auf Sendung. „Awww, da hat man mich wohl vermisst. Kann Emma-senpai nicht ohne mich leben.“ BB kam extrem nah an die Kamera mit einer Lupe bewaffnet wie ein billiger Detektivabklatsch. „Oh Moment, Hakuno-senpai! Du warst der Kleine-in-den-Haufen-Treter. Pfui, pfui, und ich dachte, Emma-senpai würde auf den Schalter treten.“ Ok, ich war zwar tollpatschig, aber die Lacher aus dem Tonband waren schon fast beleidigend. Was Hakuno passiert ist, hätte auch mir passieren können. „Wie auch immer, auf vielfachen Zuschauerwunsch hin bin ich wieder eure geniale, höllisch süsse Wächterin des Labyrinth BB-chan.“ Da war es wieder, das Bild in meinen Kopf wie von einer billigen Fernsehshow. Es liess sich nicht leugnen, dass ich hoffte, dass ich zumindest einen Hinweis von ihr bekommen würde. „Oh, oh, oh, Senpai, du solltest dich schämen, du hast ja noch viel zu viel an! Komm schon zeig dem Publikum mal etwas mehr Haut.“ Diese...! „Egal, auch wenn du bald nach den Regeln spielst, ist der Weg noch nicht geebnet. Nein, nein, ihr bringt mich zu sehr auf Hochtouren, deshalb werde ich es euch nicht leichtmachen.“ Sie drehte geschickt eine Pirouette und liess hinter sich eine alte Tafel erscheinen, an der eine Stichmännchenzeichnung von mir mit Kreide gemalt war. „Die Leute wollen ja auch unterhalten werden. Ein bisschen deiner Magie ist wieder da, Senpai. Folge deinem Herzen in eine Affaire, upsi, ich meinte, lass es geschehen, den Weg kannst du selber erschaffen. Die Servants werden dann keine Schwierigkeiten haben, dir zu folgen. Wie brave kleine Schosshündchen, freudig mit ihren Schwänzchen wedelnd.“ Sie hatte eindeutig sehr viel Spass, andere zu ärgern. „Wenn du dich nicht benimmst, bringe ich dich um.“

Mit diesen Worten verschwand die Übertragung des BB Channel wieder aus meinen Kopf.
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