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Mein Blut besteht aus Eisen und mein Herz aus Glas

von spooky
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / Gen
Archer Fujimura Taiga Gilgamesh Kotomine Kirei OC (Own Character) Rin Tohsaka
02.12.2016
29.06.2019
39
60.766
12
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Dieses Kapitel
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05.05.2017 1.761
 
“Sag mal, was stimmt nicht mir dir? Die Kleine ist dein Master und da redest du so mit ihr?!” Lancer hatte mir seine Hand auf die Schulter gelegt. Es war dadurch schwierig, ihm nicht nochmal gegen das Schienbein zu treten. Jedoch hatte er dieses Mal wohl nicht die Absicht, die Grenze zu überschreiten. „Wagst du es, mir Vorschriften zu machen, Köter?“ Gilgameshs gereizte Stimme donnerte durch den Raum. Archers Frage beantwortete sich somit von selbst, ohne dass ich etwas sagen musste. Ehe ich nachsehen konnte, was BB da ausgesucht hatte, musste es doch eine Möglichkeit geben, dass ich wenigstens den Tag mit diesen Hitzköpfen überleben konnte. „Lancer, schon gut. Die Frage ist doch eher, warum BB sich auf zwei Master eingelassen hat, obwohl es mehrere auf dieser Seite des Mondes gibt, oder?“ Archer grinste kurz, ehe er den Raum verliess. Anscheinend war ich auf der richtigen Spur, denn die Spannung zwischen den Beiden liess etwas nach. Jedoch war das Thema immer noch BB, obwohl ich neugierig war, was Archer gerade vorhatte.
Dass sich jemand so in meinen Kopf hacken konnte, war bei Weitem erschreckender. Sie hatte von jeden die Wahrnehmung gleichzeitig manipuliert.
„Ob eine Falle oder nicht, dieser zweite Baum ist also ein Eingang in ein Labyrinth. Wenn unsere Sakura hier ein Programm ist mit Sonderrechten, ist diese BB, die ihr so ähnlich sieht, auch so ein Programm?“ „Naja, erfahren wirst du es nur, wenn du dich ihr stellst, Master.“ Hinter mir wurde die Tür aufgeschoben und Archer kam mit mehreren Tüten herein. Genauso beladen schloss er die Shouji wieder. Seine plötzliche Antwort auf diese Frage, die mich gerade beschäftigte, war so überraschend wie der Inhalt der Tüten. Zielstrebig ging Archer an Lancer und mir vorbei, sogar Gilgamesh, der auf seinen Thron hockte, ignorierte er.

Anscheinend hatte Archer die Küche schneller gefunden als gedacht. Es dauerte nicht lange und ausser den regelmässigen Schneidegeräuschen des Messers, das die Zutaten geschickter als jede Küchenmaschine zerteilte, kam ein Duft eines Sukiyaki dazu.
Erst jetzt merkte ich, wie hungrig ich eigentlich war. „Hmm, ist das dein Ernst, Faker?“ „Keiner hat gesagt, dass du etwas davon essen musst. Ein hungriger Master hat bei Weitem weniger Mana, deine Anwesenheit nimmt ihr doch schon genug Kraft. Einige gute Punkte hat unser Unglücksrabe hier doch gehabt. Übrigens, Emma, auch diese Hakuno hat inzwischen einen weiteren Servant an ihrer Seite. Ich bin ihr eben beim Abholen der Lebensmittel begegnet.“  Gilgamesh schwenkte nochmals seinen goldenen Kelch, dessen starker Geruch nach einem schweren, süssen Wein bis hin zu mir reichte. Erstaunlicherweise leerte er ihn mit nur einem Zug. „Diese unverschämte BB ist dein Problem, Emma, hast du verstanden?“ Auch wenn es eigentlich eine Frage war, klang es eher nach einen Befehl. Mir blieb nichts übrig, als zu nicken. Solange Gilgamesh so friedlich blieb, konnte ich Archer vielleicht etwas in der Küche zur Hand gehen, um meinen Kopf frei zu bekommen.
Gerade als ich mich dorthin bewegte, spürte ich, wie sich am Tron etwas veränderte.

„Onee-san, es wäre gut zu wissen, was für ein Servant diese Hakuno dazubekommen hat, oder?“ Ehe ich etwas sagen konnte, kam von Archer eine Antwort aus der Küche, in die sich inzwischen Lancer auch noch dazu gequetscht hatte. „Pass doch auf, du Idiot läufst mir nochmal ins Messer!“ Jetzt wo Gilgamesh wieder ein kleiner Junge war, hatten zwei andere wohl beschlossen, mich auf Trab zu halten. Nachschauen, wer da beim anderen Team dazugekommen war, ging beim besten Willen nicht. Dafür klapperten die Teller gerade so laut, wie bei einen ausgelassenen Polterabend. „Sag mal, Archer, wieso kennst du dich eigentlich so gut aus in dieser Küche? Lancer braucht zum Suchen Ewigkeiten, du jedoch nicht.“ Bei meiner Aussage sah ich mich langsam mehr in den Raum um. Der Goldene Thron, hinter einer weiteren Shouji ging es weiter. Da waren dann wohl die Schlafplätze. Vier Betten. Sakura war wirklich sehr schnell, was Veränderungen anbetraf. Man konnte ahnen, wer welchen Schlafplatz hatte. Das einfache Bett mit der ganzen Waffensammlung an der Wand von einfachen Pistolen bis zum modernsten Gewehr mit Zielsuchfunktion musste wohl Archers sein. Das Himmelbett mit den vielen Kissen, das hinter der Schiebetür hinter dem Thron war bestimmt Gilgameshs. Da es immer noch in der Küche rumorte, konnte ich getrost meins suchen. Dabei stolperte ich über Lancers Ruheplatz. Wieder ein eher schlichteres Bett,  aber mit Fellen und Jagdwaffen. Sakura wusste also mehr über die Eigenheiten dieser drei als ich. Bei meinem Schlafraum fand ich einen schlichten Futon, was ich irgendwie angenehm fand. Was mir wiederum nicht gefiel, war das Päckchen, das auf dem Futon lag. Das Kärtchen, das in das geschnürte Stoffpaket gesteckt war, stammte von BB. „Nur mit dieser Kleidung wirst du mit deinen Stumpfsinnigen Begleitern durch die Barriere kommen, mein dummer Schussel von einem Senpai. Noch ein schönes abgeschlachtet werden im Labyrinth BB. P.S. Gib den Dreien doch gleich ihre neue Kleidung für den Weg zum Baum.“ Es war unangenehm, schon wieder mit BB und ihren Launen zu tun zu haben. Da ich nun wusste, wo wer schlief, konnte ich, kaum als ich die Knoten des Tuchs gelöst hatte, die kleineren Päckchen, die mit den Namen Archer, Lancer und Gilgamesh versehen waren, verteilen, ehe ich mir das meine ansah.

Ein dunkelblauer Schulschwimmanzug wie er für Japans Schulen üblich war. Das ging gerade noch innerhalb meiner Peinlichkeitsgrenze. Den würde ich im Bad schnell anziehen und unter meiner normalen Kleidung verstecken, bis es soweit war, wirklich in diesen See zu müssen. Archer in der Küche zu helfen, konnte ich nun vergessen, denn der Sukiyaki Topf war schon auf dem Esstisch. „Was hast du denn da in der Hand, Fräulein?“ „Den Ärger, der von BB vorbereitet wurde. Du hast übrigens noch nicht darauf geantwortet, warum du dich hier so gut auskennst, Archer.“ Es hatte nicht geklappt, mich an Archer vorbei ins Bad zu schleichen, ohne dass er mich bemerkte. Jedoch konnte ich anscheinend so ins Bad ohne, nein, ich musste vorher noch was loswerden. „Lancer, wehe!“ Das war wohl gerade noch schnell genug gewesen. Leise fluchend blieb der Blauhaarige in der Küche bei dem kleinen Gil. Anscheinend hatte ich schnell genug geschaltet.

Das Umziehen im Bad ging ohne Störungen und der Badeanzug passte sogar. Schnell zog ich meine Alltagskleidung wieder darüber. Mit knurrenden Magen konnte ich mich kaum noch konzentrieren. Es war wohl das Beste, Archer nach dem fremden Servant zu fragen. Aber wenn er selber nicht davon wieder anfing, wie sollte ich das anstellen? Kurz seufzte ich, bevor ich wieder zurückging. Inzwischen roch es so stark nach dem Sukiyaki, dass ich mich darüber wunderte, das die Drei sich beherrschten und nicht ohne mich anfingen. „Das Gute ist, verhungern ist hier keine Option. Kaum war ich in dem Wohnbereich neben der Küchennische auf meinen freien Platz, das an den Holztisch auf dem Sitzkissen lag, angekommen, hatte Lancer sich schon seinen Teller mit dem Grossteil des Fleisches aus dem Sukiyaki Topf beladen. „Belagerer.“ Kopfschüttelnd nippte Archer bei dem Wort an seinen Teebecher. „Sei nicht so, Archer, die Kleine versorgt euch beide ja mit Mana, ich muss mich mit dem Essen als Manaersatz begnügen, es sei denn...“ „Übertreib es nicht, Lancer, es ist schon kompliziert genug  geworden. Diese Hakuno hat, soweit ich es beurteilen kann, nun einen Saber und einen Caster Servant an ihrer Seite.“ Kaum hatte Lancer seine Backen wieder leer kam folgendes: „Also sind die Teams nun stärker auf beide Eingänge versehen.“ Bei der Unterhaltung überlegte ich noch, ob ich Lancer mit den Essstäbchen piksen sollte, doch entschied ich mich, stattdessen lieber die Pilze aus dem Topf zu sichern, ehe jemand die auch noch wegfuttern würde. Eines musste man Archer lassen: Bei all dem Ärger der und noch bevorstehen würde, schmeckte es so gut, dass wenigstens so ein Moment des Friedens entstand

„Diese Caster. Kann man erahnen wer sie ist?“ Lancer hatte seine Sprache wieder gefunden, nachdem wir nur noch den Reis assen, der sich mit der Brühe des Sukiyakis vollgesogen hatte. Ein bissen noch und ich würde platzen, zum Glück hatte es für alle gereicht. Aber ich wunderte mich, dass ich nicht mehr so müde war. Insgeheim war ich dafür auch dankbar, denn ich ahnte, dass der nächste Sturm anstand, sobald das Thema wieder zu BB und die Kleidungsvorschrift für den See wechseln würde. Somit lauschte ich mit eingeschlafenen Beinen, was Archer über den mir noch unbekannten Servant erzählen wollte. „So wie ich sie einschätze, dürfte sie darin sehr begnadet sein, Flüche auszuspechen. Man erkennt sie sofort, wenn man mit Asiatischer Mythologie vertraut ist. Es gibt nicht viele Antihelden unter den Servants, die tierische Eigenschaften zutage legen.“ Genau in dem Moment kippte ich dank der eingeschlafenen Beine endgültig um, und ich konnte froh sein, dass der Tatami hinter mir weich genug war und mein Kopf auf einen Stapel Kissen landete. „Wie hast du Tollpatsch das denn wieder hinbekommen?“ Die weiche Kissenlandung hatte ich wohl Archer zu verdanken. „Eingeschlafene Beine..“ Es war leise und kleinlaut, trotzdem hatte Archer ein Grinsen, das er sich anscheinend nicht verkniff, und Lancer und Gil-kun prusteten laut los. „Nun in dem Fall wird dir wohl ein Aufenthalt im Wasser nicht schaden, Fräulein.“ Ok, wenn Archer es so wollte. „Vergiss nicht, dass diese Kleiderordnung von BB da auch noch auf euch wartet.“ Das Gelächter erstarb augenblicklich.

„Was Timing betrifft, lernt die Kleine erstaunlich schnell dazu.“ Lancer suchte mit diesen Worten seinen Schlafbereich auf. Die beiden anderen gingen genauso in ihre Bereiche.
Das Kribbeln in den Beinen wurde langsam erträglicher, so dass ich wenigstens den Tisch abräumen wollte. Jedoch Archer war auch hier wieder schneller. „Du weisst schon, dass du durchaus wieder Kleidung drüber ziehen kannst?“ Dass er nur mit der Badehose bekleidet den Tisch abgeräumt hatte, war schon ein seltsamer Anblick, während ich mich in den Schneidersitz hochgekämpft hatte. „Es hätte schlimmer ausgehen können. Das hier ist ein Schwimmermodel, Emma. Sieht es denn so schlimm aus?“ Das war nicht das Problem. „Onee-san, ich glaube hier wären alle soweit.“ Gil und auch Lancer waren wohl eher für einen Strandtag gekleidet als zum Schwimmen. „Wenn‘s ernst wird, können wir im Gegensatz zu dir in unsere Rüstungen wechseln, Emma. Also wolltest du nun schmollen?“ „Schmollen ist das Letzte, das ich tun werde, Archer. Bleibt ihr bis zum See in Geistergestalt?“ „Wenn es dir so lieber ist, Master.“  Das war es mir nicht, nur ich schaffte es nicht zu sagen, dass wenn BB ein Sonderprogramm war wie Sakura... „Du befürchtest das sich BB wieder in deinen Verstand hackt, oder?“ Archer hatte mich durchschaut. Schweigend konnte ich nur nicken, sobald er das abgewaschene Geschirr wegeräumt hatte.
Anscheinend war ich in der Küche nicht erwünscht gewesen.
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