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Mein Blut besteht aus Eisen und mein Herz aus Glas

von spooky
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / Gen
Archer Fujimura Taiga Gilgamesh Kotomine Kirei OC (Own Character) Rin Tohsaka
02.12.2016
29.06.2019
39
60.766
12
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Dieses Kapitel
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27.03.2017 1.439
 
“Gibt’s da was Interessantes zu sehen? Ausser dass mir der Ausblick gefallen könnte, den ich da gerade habe.“ Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken als Rin´s Servant mir da auf die Pelle gerückt war. Wieso musste er auch noch seinen Arm um meine Hüfte legen?! Das war bei weiten mehr als mir lieb war. Ehe er mehr als nur reden konnte, hatte ich gezielt zugetreten. „Woah hey, du musst doch nicht gleich zutreten wie eine wilde Stute. Oh und Archer, kein Grund jetzt die Klingen sprechen zu lassen.“ Anscheinend nicht fest genug. Lancer passte bei weitem besser zu seinem Master als gedacht. „Lancer-san, wenn du so weitermachst, ist es gut möglich, das du dir Onee-san noch zum Feind machst.“ Die ausgepustete Wolke der Enttäuschung und der Tadel in der Stimme des kleinen Gilgamesh konnten einen beinahe vergessen lassen, wie er mich vor kurzem noch in eine Ecke drängen konnte. Mein Tritt an Lancers Schienbein schien ihn nicht wirklich weh zu tun, denn er grinste Archer immer noch angriffslustig an.

Zu meinem Glück war er jetzt auch nicht zu aufdringlich. Da er nun den Abstand einhielt, entspannte sich auch Archer.
Kopfschüttelnd sah ich wieder aus dem Fenster, zu dem Kirschbaum. Es war wirklich wie verhext, immer noch schienen alle Programme ihn zu ignorieren und nicht wahrzunehmen. „Ein interessanter Hack, nicht wahr Master? Du solltest jedoch darauf achten, dass die Programme nicht bemerken, dass du den Baum sehen kannst. Wenn man sich die Mühe macht, dass ihn wohl nur Master und Servant sehen können, muss noch etwas anderes dahinter stecken, Fräulein.“ Archer hatte wohl recht, ich sollte mich einfach zurückziehen und langsam zum Schülerrat, wenn ich weitere Informationen sammeln will. Jedoch war da etwas an dem Baum, das... Da! Auf einen der dicken Äste des Kirschbaumes stand gerade jemand! Langsam versuchte ich zu erkennen, ob mir meine Augen doch keinen Streich spielten. „Emma, vertrau mir und komm da weg.“ Es war, als ob ich Archers Worte ausblendete.

„Da steht ein Mädchen?“ Meine Sicht hatte sich verändert, und ich sah ganz klar und deutlich, dass da eine junge Frau stand. Je genauer ich mich darauf konzentrierte, umso eher sah ich die langen, blonden Haare, die zu einem Zopf geflochten waren und wie ihre lange, dunkelblaue Robe mit silbernen Rüstungselementen im Wind leicht wehten. „Oh Onee-san, da hast du ja einen interessanten Servant entdeckt. Nur weit und breit ist keine Spur eines Masters. Willst du es riskieren, mit ihr zu reden. Oder lieber auf Onii-san hören?“ Auch wenn er ein Kind war, Gil-kun hatte trotz des freundlichen Blicks gerade etwas sehr Listiges in der Stimme. Es wäre wohl klüger auf Archer zu hören, allerdings waren hier drei andere Servants anwesend und sie schien allein zu sein. Mit ihr zu reden, konnte doch nicht so schlimm werden, vielleicht wäre es ja wie bei Lancer. Ob ich auch so handeln würde, wenn ich mein Gedächtnis hätte?
Darüber konnte ich mir Gedanken machen, wenn ich es je schaffen würde, es wieder zu erlangen.

So hoch war das doch gar nicht. Wenn Archer mich auffangen würde, könnte ich mir den Weg durch das Treppenhaus sparen. Immerhin wusste ich nicht, ob sie lange dort bleiben wird. „Emma, bist du des Wahnsinns?!“  Ehe ich mich versah, hatte ich mich schon auf das Fensterbrett gesetzt. „Das wirst du noch bereuen, Fräulein.“ Sitzend ging es den in mir aufkommenden Schwindel zu ertragen. Archer schimpfte zwar, aber er fing mich wirklich auf, als ich mich vom Fensterbrett abgestossen hatte. Weder er noch die anderen Beiden waren gerade sichtbar. Jedoch auch der Zustand, in dem ich kurz in der Luft hing, bevor Archer mich absetzte, wurde von den Programmen ignoriert. Als sei es für sie ein normaler Nachmittag nach der Schule. Was soll’s, es gab nun kein Zurück mehr. Lancer hatte ja den besten Grund, dort nachzusehen. Er konnte nicht ewig bleiben, wenn sein Master ihn nicht mit Mana versorgte. Oder? Auch ausserhalb des Schulgebäudes herrschte diese trügerisch friedliche Stimmung. Wenn man nicht wüsste, dass dies hier nur eine künstliche Welt war, wirkte es fast schon utopisch. Je näher ich in Richtung des Kirschbaumes ging, umso gewaltiger wirkte er. Von Schritt zu Schritt wurde der Geruch der Blüten stärker, ja, Archer hatte wohl recht, ich begann, es zu bereuen, so hierher gekommen zu sein. „Halt, du kannst hier nicht weitergehen.“ Ok, sie hatte mich also nicht sofort angegriffen, das war zumindest ein Anfang. „Warum sollte ich nicht weitergehen?“Emma, reize nie einen feindlichen Servant, wenn du nicht seine Stärken und Schwächen kennst. Wieder war es Archer der sich bemerkbar machte. Ich will ja nur reden, wenn sie kämpfen wollte, hätte sie uns dann nicht schon längst angegriffen?
Tsk, du forderst dein Glück zu sehr heraus, Fräulein. Nochmal versuchte ich, mich nicht von Archer verunsichern zu lassen. Vielleicht wusste dieser Servant mehr über die Lage hier, diese Change musste ich einfach nutzen. „Wie kann jemand wie du von mehreren Servants begleitet werden. Du scheinst weder ein starker Master zu sein noch böse Absichten zu haben. Dennoch du kannst hier nicht vorbei. Das Tor wird dich nicht durchlassen. Dieser Weg ist einer anderen bestimmt.“  Einer anderen? Wie einen der Master, die sich Schülerrat nennen? „Was würde passieren, wenn ich versuche trotzdem weiterzugehen? Greifst du mich dann etwa an?“ Die lange Lanze, die sie gerade beschworen hatte und an der ein Banner wehte, war nicht zu übersehen. Was für eine Art von Servant war sie? „Wie kannst du darauf bestehen, ins Verderben zu rennen? Ist es wirklich der Weg, den du gehen willst?“ „Onee-san, kann anscheinend sehr stur werden, wenn sie jemanden helfen will. Lancer-Sans Master ist verschwunden. Onee-san will ja nur suchen helfen.“ Was hat Gilgamesh da vor? Natürlich liess es mich nicht kalt, dass Lancer ohne einen Master jederzeit verschwinden konnte. Jedoch schien die junge Frau auf dem Ast da anderer Meinung zu sein. Sie sprang runter zu uns. Wenige Schritte vor mir landete sie sanft auf dem Boden. Gil-kun war inzwischen längst sichtbar an meiner Seite.

„Der Baum hier ist doch sicher eine Art Ausgang, warum willst gerade du Onee-san den Weg versperren, heilige Jungfrau Jeanne D´Arc?“ „Warum? Nein, ist euch nicht bewusst wie gefährlich...“ Hinter Jeanne öffnete sich etwas wie ein Portal. Noch bevor sie oder wir reagieren konnten, wurde sie in den Baum gezogen. Es waren wieder dieselben Tentakel, die ich noch von der anderen Seite des Mondes kannte. Dann war dieser Servant etwa auch hierher gekommen? Zwar löste ich mich aus der Starre der Überraschung und wollte Jeanne noch nach, doch der Baum schloss das Portal wieder. Ich war wohl wirklich nicht die Richtige, um das eben gefundene Portal zu nutzen. „Lancer halt, ohne den Baum kommen wir hier auch nicht weiter.“  Der Kirschbaum versteinerte von einem Moment zum nächsten.
Es war alles zu spät, wenn der Baum je etwas wie ein Ausweg war, so war er nun nichts weiter als eine grosse, steinerne Statue.

Es dauerte keine 5 Sekunden nach dieser Entwicklung, dass der Himmel, den SE.RA.PH so harmonisch geseigt hatte, zerriss. Ein gewaltiger Riss in ein schwarzes Nichts tat sich auf. Mein Fehler hatte auf alle Auswirkungen, die hier auf der dunklen Seite des Mondes waren. Kein Befehlszauber von mir konnte verhindern, dass ich mitansehen musste, wie eine schwarze, rote, zähflüssige Masse aus dem Riss austrat und alles und jeden verschlang. Es machte auch vor den Servants keinen Halt. Oder vor mir. Das Letzte, was ich hörte, waren die Schreie aus der Schule, die genauso plötzlich verstummten, wie mir endgültig schwarz vor Augen wurde.


„O-nee-san, tut mir leid! Da waren wir beide wohl zu neugierig. Ich sag das echt ungern, aber Onii-san hat da wohl recht behalten. Obwohl er so mürrisch schaut, ist er manchmal doch sehr vorausschauend.“ Um mich herum zeigte sich die Anlage des Kyudo Dojos. Im Hintergrund sah ich Archer, der seinen Bogen spannte und keine fünf Sekunden später mehrere Pfeile ins Bullseye der Scheiben jagte. Etwas neben ihn sass Lancer fast schon gelangweilt am Boden, als ein junger Mann in Grün es Archer gleichtat. Archers Pfeile im Ziel wurden gespalten. Da er Magie in ihnen hatte, flog das Ziel in die Luft. Der Mann in Grün verschwand lachend. „Wow, da hast du ja einen neuen Freund, Archer.“ Lancer konnte es sich wohl nicht verkneifen, Archer sowas unter die Nase zu reiben. Gerade nachdem er durch den Knall seinen Kaffee verschüttet hatte. Kopfschüttelnd musste ich mir bei der Szene eingestehen, dass ich nicht alles alleine machen sollte. Auch wenn Servants offiziell als Familiar gelten, waren und sind sie Seelen von Helden.
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