Tintenwesen

GeschichteAllgemein / P6
01.12.2016
01.12.2016
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Ein weißes, blütenreines Blatt,
mit blauer Tinte beschrieben.
Erzählte eine Geschichte.
Eine sonderbare Geschichte, von einem kleinen Wesen.
Doch eines Tages,
wurde ihm langweilig.
Das Wesen verließ das Papier.
Das hätte es besser nicht tun sollen.
Lärm umtoste es, Stimmen schrien.
Das kleine Tintenwesen war verängstigt.
Es entfloh.
Doch diese Welt war nicht für es gemacht.
Überall waren Lärm und Hektik, stampfende, schreiende, gefährliche Riesen.
Es rannte fort, weiter und immer weiter.
Weit fort von seinem Papier und seiner Geschichte.
Doch irgendwann wurde es still um es herum.
Dunkelheit breitete sich aus. Kleine Lichter begannen über ihm zu strahlen.
Das Tintenwesen stand still und staunte.
Diese Weite war unbegreiflich.
Dann entdeckte es etwas.
Einen Ort, der ihm erschien wie ein Zuhause.
Es schlich langsam hin.
Doch was war das? Eine unsichtbare Mauer erstreckte sich zwischen ihm und seinem Ziel.
Das Wesen verzweifelte fast.
Doch dann entdeckte es einen Eingang, eine winzige Öffnung am Rand der Mauer.
Es schob sich hindurch und zu seinem neuen Zuhause.
Dann öffnete es den Buchdeckel und schlüpfte hinein.
Es wurde nie mehr gesehen.
Nur manchmal, wenn jemand das Buch öffnet, dann hört man ein leises Stimmchen:
„Was ist deine Welt einsam und kalt, dass du in meine fliehen musst?“
 
 
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