Plan A wie Adventskalender

OneshotHumor, Romanze / P16 Slash
DI Gregory Lestrade Dr. John Watson James "Jim" Moriarty Mycroft Holmes Sherlock Holmes
01.12.2016
26.12.2016
26
35696
6
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'Höh, ein Adventskalender hat doch nur 24 Türchen' - Hier richtig, aber nicht dort, wo es die Geschenke erst am 25.12. gibt. Und nachdem ich angefangen habe, die Kapitel mit Buchstaben zu versehen, muss es natürlich auch ein 'Z' am 26. geben. Hoffentlich.
Die Original-Prompts können hier nachgelesen werden, für die, die schon rätseln wollen, was ich daraus gemacht habe. Für alle anderen werde ich am Ende jedes OS das zugehörige Prompt ergänzen.
Das Rating wird vermutlich/möglicherweise variieren.

Von Sherlock gehört mir nichts außer meinen Fanfictions und einigen DVDs.
Nicht beta-gelesen.




Plan A: Selber machen John fragen


Anfang November. Im Schaufenster von Speedy's steht noch der Kürbis, der zwei Wochen vor Halloween dorthin gestellt wurde (und noch am selben Tag von Sherlock ausgetauscht wurde, weil er das geschnitzte Gesicht zu freundlich fand). Erfahrungsgemäß würde John noch vor Ende der Woche das, was Sherlocks neuestes Kürbis-Experiment davon übrig ließ, aus ihrer Küche entfernen dürfen (müssen).

Er wollte gar nicht daran denken, was der Detektiv sich dieses Jahr dafür ausgedacht hatte – sie hatten schon den explodierten Kürbis gehabt, der ganz wunderbar seine Einzelteile rundum und sogar bis an die Decke verteilt hatte, oder auch den mit einem Baseballschläger zerstörten Kürbis, der – richtig geraten – seine Einzelteile wunderbar in der ganzen Küche verteilt hatte. Es war jedes Mal eine zeitaufwendige, nervenzehrende Arbeit gewesen, den ganzen Mist sauber zu machen (Sherlock war natürlich nicht gewillt, dabei zu helfen), und nach etlichen Stunden in Sarahs Praxis mit einem Grippefall nach dem anderen (wie so üblich in dieser Zeit des Jahres) würde der Gedanke daran ihn nur noch weiter stressen.

John wollte einfach nur einen ruhigen Abend mit einer Tasse Tee oder zwei verbringen und entspannen. Da Sherlock seiner SMS zufolge schwer beschäftigt war mit Mollys neuen Leichen und dementsprechend erst sehr spät nach Hause kommen würde, sollte diesem Vorhaben nichts im Wege stehen.
Sollte.

Wenn es nur nicht in den Holmes-Genen liegen würde, zu den unpassendsten Momenten aufzutauchen und John zu stören. So kam es ihm jedenfalls vor – das schwarze Auto, das vor der 221B stand, ließ schon ein unbestimmtes Gefühl des Grauens in ihm Aufsteigen, welches beim Anblick von Mycroft Holmes in Sherlocks Sessel zu seiner vollen Blüte fand.
Aber immerhin hatte besagter Eindringling Besucher ihm (und sich selbst) schon Tee gekocht (kochen lassen?), der neben einem Keksteller unbekümmert vor sich hin dampfte. Wenigstens etwas.

„Sherlock ist im Barts beschäftigt“, sagte John an Stelle einer Begrüßung. Einen Moment später fiel ihm ein: „Aber das weißt du natürlich selber am besten.“
Er seufzte.
„Was willst du, Mycroft?“

„Dir auch einen guten Abend, John“, kam die trockene Reaktion.
Mehr schien sein Gegenüber zunächst nicht sagen zu wollen, also zog sich Jacke und Schuhe aus und setzte sich auf seinen Sessel.
Der Tee war gut.
Die Kekse waren auch sehr lecker.
Und Mycroft schwieg weiter.
Ungewöhnlich. Sonst war er immer zu beschäftigt, um seine Besuche unnötig in die Länge zu ziehen. Nun ja, nicht reden konnte sie auch wunderbar zu zweit, John hatte Zeit.

Er goss sich gerade seine zweite Tasse Tee ein, als Mycroft sich schließlich räusperte und mit einem säuerlichen Gesichtsausdruck sagte: „Ich brauche deine Hilfe… fürchte ich.“
Was könnte denn so schlimm sein, dass es diese Mimik, diese Wortwahl rechtfertigte? Wenn es um  Sherlock ging, hatte Mycroft doch auch keine Probleme, ihn um Hilfe zu fragen…
Ging es also nicht um Sherlock? Aber wenn nicht, warum konnte ihm dann nicht Anthea helfen?
John sah seinen Gegenüber fragend an, der ihm natürlich (genau wie Sherlock) vom Gesicht ablesen konnte, was ihm durch den Kopf ging.

Mycrofts Knie zuckten kurz, ehe er seine Emotionen wieder unterdrücken konnte (es waren meist die kleinen Dinge, die ihn verrieten, und John war inzwischen auf gutem Wege zum Experten, was das Erkennen und Interpretieren dieser unauffälligen Zeichen anging – es war Mycroft unangenehm, hier zu sein, und er war nervös und ein wenig gereizt, las John aus dem zuckenden linken Knie).
„Die Situation, in der ich mich befinde, ist leider derart gestaltet, dass es mir nicht möglich ist, die Assistenz meiner Assistentin einzufordern“, gestand er.

Eine kurze Pause für einen Schluck Tee (oh je, es musste ihm wirklich sehr unangenehm sein).
„Mir wurde aufgetragen, eine Weihnachtsfeier zu organisieren, und weiterhin wurde mir verboten, meine Angestellten zu Rate zu ziehen.“
Mycroft beugte sich vor und sah ihn ernst an.
„Du siehst mein Dilemma, John?“

Ehrlich gesagt… nein, nicht wirklich. Unter den genannten Voraussetzungen wäre es schließlich durchaus möglich, einen Eventplaner zu beauftragen.
„Warum ich?“, fragte John daher. „Warum nicht jemand, der so etwas professionell macht?“

„Nun, John“, begann Mycroft nach einem kalkulierenden Blick, „für diese Feier ist… ein gewisses Maß an Diskretion erforderlich, die mir – im Gegensatz zu dir – kein professioneller Planer garantieren kann. Außerdem wird sie nur in einem relativ kleinen Rahmen stattfinden, kein Grund ausufernd zu werden.“

John seufzte. Wie es aussah, würde Mycroft sowieso nicht aufgeben, ehe er zugestimmt hat, und es würde schon nicht so schlimm werden, oder?


Es war schlimmer.
Es war katastrophal. Frustrierend, zum Haare raufen, einfach aaargghhh!
Es waren mehr als drei Wochen vergangen (fast schon Dezember!) und sie hatten letzten Endes nichts geschafft! Wann sollte die Feier denn stattfinden – Ostern? In einem Jahr?!

Nach der Aussage über Diskretion hatte John gedacht, dass er auch irgendetwas erfahren würde, was der Geheimhaltung bedarf, aber nichts. Rein gar nichts.
Mycroft konnte (wollte?) ihm nicht sagen, wie viele Personen teilnehmen würden (nicht einmal ungefähr). Ob das Ganze unter der Woche oder an einem Wochenende stattfinden sollte (ganz zu schweigen von einem konkreten Termin). Welche Location das beste Ambiente bieten würde, welcher Musikstil, welches Essen den meisten Anklang finden würde. Ob die mysteriösen Gäste selber für ein Unterhaltungsprogramm sorgen würde, sollten sie dafür jemanden engagieren oder sollte es am Ende einfach nur Essen, Trinken und Musik geben?
Wäre ein Restaurant ausreichend (und wenn ja, was für eins?) oder brauchten sie einen Saal (und müssten sie einen mieten oder einfach eine leerstehende Fabrikhalle umgestalten oder…)? Mussten sie beim Essen auf Allergiker, Vegetarier, Veganer,… Rücksicht nehmen und und und...
Unzählige Fragen und auf keine. Einzige. Davon. Hatte John eine klare Antwort erhalten.
Und immer, wenn er versuchte, Mycroft darauf anzusprechen, wenn er kurz davor war, aufzugeben – sah dieser ihn mit diesem Blick an…


Sherlock amüsierte sich natürlich prächtig.
„Sag, Bruderherz“, meinte er schließlich, als Mycroft ausnahmsweise einmal in der 221B war, um ihn zu besuchen. „Wann wirst du John verraten, dass die geplante Gästeliste deiner Weihnachtsfeier nur dich und ihn umfasst und der Rest nur dazu da ist, dass du mehr Zeit mit ihm verbringen kannst? Wirklich, wie sentimental von dir!“

„Sei nicht albern, Sherlock“, antwortete Mycroft, scheinbar unberührt von den Vorwürfen (seine Stimme war zu ruhig, der Gesichtsausdruck zu neutral und außerdem färbten sich seine Ohren rot).

„Nicht ich bin es, der hier albern ist“, entgegnete der Detektiv. „Du solltest ihn endlich nach einem Date fragen, es war schließlich schon nach eurer ersten Begegnung offensichtlich, dass du Gefallen an ihm gefunden hast.“

„Sherlock!“, entrüstete sich sein Bruder und verschwand ohne ein weiteres Wort.

Mit einem triumphierenden Lächeln, sah Sherlock ihm nach.
„Ist dir aufgefallen, dass er nicht protestiert hat am Ende?“, fragte er und legte auf.
Mycroft dachte vielleicht, dass ihr Gespräch sicher war, aber wenn er seinem Blogger/Mitbewohner/Freund und seinem Bruder schon auf die Sprünge helfen wollte, dann tat er es richtig.

(1115)

Prompt Tag 1: Character A and Character B, sworn enemies, are chosen to prepare the company Christmas Party.
(frei interpretiert, wie gesagt)


(Am Ende, falls das nicht klar wurde, ist John zwar gerade nicht in der 221B (Mycroft denkt, das Gespräch sei sicher), aber er hört über Sherlocks Handy zu)
(Und nein, mein Gebrauch von Klammern wird in den folgenden OS nicht unbedingt weniger.)

Wie man auf meinem Profil sehen kann (wo ich gerne den Fortschritt solcher Projekte vermerke), bin ich noch nicht sehr weit fertig mit den OS. Dafür haben sie bisher alle 1000+ Wörter, was auch mein Ziel für die restlichen Kapitel ist.
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