Jealousy And Devotion

von Chemistry
OneshotFamilie, Fantasy / P12
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn Meghan Chase Robin "Puck" Goodfellow
27.11.2016
27.11.2016
1
1970
1
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Huhu!

Joa, mal ein kleiner OS von mir zum alten, uns gut bekannten "Love-Triangle", wie man gerne sagt. Ich weiß nicht woher mir die Idee kam, sie war einfach da. :D Vielleicht war der Kuss von Meghan und Puck im 2. Buch der Reihe eine Motivation, vielleicht war es auch Meghans Sturheit, Ash nicht loszulassen. Wer weiß.
Jedenfalls wünsche ich euch viel Spaß beim lesen. Reviews sind gerne gesehen. (:

Liebe Grüße!

Eure Lina

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„Ihre Majestät Meghan Chase, Monarchin von Mag Tuiredh, Herrscherin der Gebiete des Eisens, Königin der Eisernen Feen. Ihr Prinzgemahl Ash, ehemaliger Winterprinz von Tir Na Nog, ebenfalls Herrscher der Gebiete des Eisens. Und Kronprinz Keirran, zukünftiger König von Mag Tuiredh. Der Sommerhof heißt es Euch und Eure Gefolgschaft willkommen.“
Langsam und würdevoll schreitet die Familie auf die große Tafel im Innenhof zu, an der bereits alle anderen Herrscher des Nimmernies versammelt waren. Königin Mab, König Oberon und Königin Titania erwarteten sie, als sie kerzengerade und erhobenen Hauptes durch die Feenmassen schritten.
„Meghan Chase.“ Oberons ruhige Begrüßung vermittelte wenigstens ein bisschen den Eindruck, willkommen zu sein. Der Sommerkönig saß in der Mitte der Tafel. Sein silbernes Haar, auf dessen Haupt die Geweihkrone saß, fiel glatt über seine schmalen Schultern. „Meine Gemahlin und ich sind erfreut, dass ihr unsere Gesellschaft bereichert.“
„König Oberon“, begrüßte Meghan ihn höflich und machte einen leichten Knicks. „Königin Titania, Königin Mab.“ Sie nickte den Monarchen zur Begrüßung zu. Die Sommerkönigin spitzte pikiert die Lippen und ignorierte die Herrscher des Eisernen Reiches, doch Mab nickte Ash gemessen zu. Nicht freundlich, aber auch nicht das, was man dem eigenen Sohn gegenüber erwarten würde. Ash ließ ein kaum hörbares Seufzen von sich, und Keirran schüttelte kaum merklich den Kopf über diese Respektlosigkeit.
Nach der Begrüßung dauerte es nicht lange, bis das Unterhaltungsprogramm begann. Keirran ließ sich gleich von der Tafel entschuldigen und verschwand in der tanzenden Menge, während Mab den Prinzgemahl mit einem fiesen Lächeln zu sich heranwinkte, als wolle sie etwas Wichtiges mit ihm besprechen. Meghan blieb kurzzeitig allein zurück, etwas verloren neben den Herrschern des Lichten Hofes, die kaum Notiz von ihr nahmen.
Sie schaute sich in der großen Halle um, beobachtete das Treiben der vielen Feen, die friedlich miteinander das Elysium feierten. Jedes Wesen in diesem Raum hatte ein Glas oder eine Flasche in der Hand, und die Stimmung war ausgelassen. Meghan entdeckte eine Sommerfee mit braunem Haar, die mit einer Weinflasche in der Hand von einer Horde Nymphen gejagt wurde, und lächelte leicht. Das Bild erinnerte sie so sehr an jemanden, den sie kannte, dass sie für einen Moment gedanklich abdriftete. Mit einem Knoten im Magen erinnerte sie sich an Puck, den sie schon seit einer sehr langen Zeit nicht mehr gesehen hatte. Niemand im Nimmernie wusste, wo er war, noch was er getrieben hatte. Sie hoffte, seinen roten Schopf in der Menge zu sehen, wurde aber enttäuscht. Seufzend sank Meghan in ihren Stuhl zurück.
Sie erschrak zutiefst, als ihr plötzlich jemand auf die Schulter tippte und eine leicht amüsierte Verbeugung machte. Ein strahlendes Grinsen stahl sich in ihr gelangweiltes Gesicht, als sie die Fee erkannte.
„Puck!“
Robin Goodfellow grinste über beide Ohren, während er der Eisernen Königin einladend die Hand hinhielt. „Hey, Prinzessin“, sagte er fröhlich. In seinen grünen Augen funkelten Dutzende Emotionen. „Es ist lange her.“
„Zu lange“, sagte sie, bevor sie die Hand der Sommerfee nahm, ihrer Aufforderung nachkam und ihr zur Tanzfläche folgte.
Sofort wirbelten die beiden in Anwesenheit aller drei Höfe durch die Gegend, machten Drehungen und lachten, bis ihnen die Stimme fehlte. Kreischend und ohne Sorgen tanzten sie durch die Feen hindurch, die halb entsetzt, halb wütend vor ihnen zurückwichen, um Platz zu machen. Sie kümmerten sich nicht darum und hatten nur Augen füreinander, drehten sich weiter und weiter, ohne eine Pause einlegen zu wollen. Dabei merkten sie den finsteren Blick des Geliebten, Ritters und Ehemanns der Eisernen Königin nicht, der ihnen bei jeder Bewegung folgte.
Er unterdrückte den Impuls, sein Schwert zu ziehen, und versuchte den Worten zu folgen, die ihnen seine Mutter entgegen schnurrte. Es war äußerst schwierig, die Eifersucht, die plötzlich in ihm aufkeimte, zu unterdrücken. Es brannte sich wie Feuer durch seinen Brustkorb und ließ ihn rot sehen. Seine Finger kribbelten vor Erregung, den eiskalten Schwertknauf zu greifen und den Kopf seines Rivalen rollen zu lassen. Puck war mehr als nur ein Freund, das wusste er. Und so, wie Meghan den Kopf in den Nacken warf und lachte, schien es ihr auch noch so viel Spaß zu machen, als wäre Ash derjenige, der mit ihr tanzen würde.
Mit einer gemurmelten Entschuldigung stand er schließlich auf und glitt auf die Tanzfläche, die Hand griffbereit am Schwertgriff. Die Menge teilte sich vor ihm, Entschuldigungen stammelnd, wenn sie ihn durch das Geschiebe anrempelten. Ash ignorierte sie, er hatte plötzlich nur noch Augen für das Pärchen in der Mitte der Tanzfläche. Meghan und Puck wirbelten weiterhin zur Musik herum, nur aufeinander fokussiert, ihr Lachen erhellte den gesamten Raum. Ihre Körper schmiegten sich aneinander, nur um in der nächsten Sekunde wieder auseinander zu gehen und sich zu winden. Der Prinzgemahl spannte sich an.
Als er Meghan und Puck erreichte, endete der Song mit einem melodramatischen Akt, in dem die Sommerfee die Königin in eine letzte Pirouette drehte. Meghan lächelte breit und ließ sich an Goodfellows Brust gleiten, der sie an sich heran zog. Da wurde es Ash zu viel. Mit einem Knurren packte er Puck an der Schulter und zog Meghan an ihrem Handgelenk von ihm fort. Sie keuchte erschrocken, und selbst ihr bester Freund schaute verwirrt drein, als der Prinzgemahl seine Frau hinter sich zog.
„Ash!“, zischte Meghan. Sie schaute sich um, und bemerkte, dass umstehende Feen sich zu ihnen umdrehten. „Was soll das?“
„Nimm die Finger von ihr, Goodfellow“, warnte Ash mit angespannter Stimme. „Das sage ich nur einmal.“
„Was ist denn mit dir, Eisbubi?“ Puck grinste unsicher. „Heute mit dem falschen Fuß aufgestanden? Ich kann mich nicht entsinnen, dir etwas getan zu haben.“
„Reiß dich einfach zusammen.“
„Wir wissen beide, dass ich das nie getan habe, und auch nicht tun werde.“
Inmitten all dieser Feen konnte Meghan kaum glauben, dass sich die beiden Rivalen ein Duell lieferten wollten. Ash und Puck standen sich gegenüber, ihre Gesichter emotionslos und verrieten nichts. Einzig und allein ihre geballten Fäuste ließen darauf schließen, dass sie überhaupt Absichten hatten. Gewalttätige Absichten, stellte sie fest.
Sie ging dazwischen, bevor das in einem Blutbad enden würde. „Hört auf, alle beide!“ Mit Erleichterung nahm sie im Hintergrund die Musik wahr, die wieder einsetzte und die Masse um sie herum in einen weiteren Tanz hypnotisierte. „Wie könnt ihr mitten beim Elysium solch einen Streit anfangen!“ Wütend drehte sie sich zu ihrem Ehemann um. „Ganz besonders du, Ash! Ausgerechnet du müsstest es doch besser wissen.“
Plötzlich war all die Wut, die den Eisernen König durchfahren hatte, verpufft. Entsetzt realisierte er, was er getan hatte, und hätte sich am liebsten in Grund und Boden geschämt. Warum hatte er überhaupt so reagiert? Meghan war bereits seit Jahren seine Frau. Sie liebte ihn, sie würde ihn niemals betrügen, nicht einmal mehr mit Puck. „Meghan, ich-“
„Geh einfach“, zischte sie, und überrascht stellte er fest, dass sie jetzt nichts von ihm hören wollte. „Wir reden später darüber. Nicht vor all diesen Leuten.“
Pucks schmieriges, dunkles Lächeln war so voller Genugtuung, dass er am liebsten auf ihn eingeschlagen hätte. Aber er respektierte Meghans Wünsche und entfernte sich mit einer steifen Verbeugung. Er hörte noch Pucks Frage, ob es ihr gut ginge, und sie mit einem „Es geht mir gut, Puck. Lass uns weitertanzen“ antwortete, ehe er außer Reichweite war.
Den Rest des Abends verbrachte Ash schweigend in einer dunklen Ecke, mit einer Flasche Feenwein in der Hand und in keinster Weise an einer Konversation interessiert. Meghan tanzte noch eine Weile mit Puck, ehe sie von Schuldgefühlen geplagt wurde. Natürlich war er es, der den Streit angefangen hatte, doch sie war es gewesen, die die Entschuldigung nicht hatte hören wollen. Sie entschuldigte sich bei ihrem besten Freund und kündigte das Verlassen des Eisernen Hofes an.
Erst als sie und ihre komplette Gefolgschaft sicher in Mag Tuiredh angekommen waren, wagte sie es, sich Ash zu nähern. Er hatte die ganze Zeit über eine solche Kälte ausgestrahlt, dass sie es in der Kutsche kaum neben ihm ausgehalten hatte. Selbst jetzt tropfte er nur so vor Winterschein, den er bei all seinen Emotionen erzeugte. Es fiel ihr schwer, neben ihn zu treten, ohne zu zittern.
Ash stand auf dem Balkon, mit dem Rücken zu ihr. Er schaute geistesabwesend über die Stadt, aber anhand seiner Kopfbewegung wusste sie, dass er wusste, dass sie da war. Mit einem letzten Atemzug ging sie nach draußen und hütete sich, das Geländer anzufassen. Es war vollkommen mit Reif überzogen.
„Es tut mir leid, wie ich vorhin auf dem Elysium reagiert habe“, murmelte er leise. Seine Sicht war immer noch auf den Horizont gerichtet. „Es war unangemessen, und ich habe für einige Sekunden nicht gewusst, was ich dort tue.“
Sie biss sich auf die Unterlippe. „Was hat dich dort geritten, Ash?“
Er seufzte, als würde es ihn Mühe kosten, das zuzugeben. „Du weißt, wie ich Goodfellow gegenüber empfinde“, sagte er leise. „Selbst nach all der Zeit habe ich nach wie vor das Gefühl, dass er hinter unserem Rücken einen Plan schmiedet, dich für sich zu gewinnen. Dieser eine Kuss..“ Er stockte. „Das ist stets ein brennender Punkt in seinen Erinnerungen an dich. Ich kenne ihn zu gut, um zu wissen, dass er dich nicht loslässt. Zumindest nicht so schnell.“
„Ash..“ Meghan schüttelte den Kopf. „Ich dachte, wir haben das schon vor langer Zeit geklärt. Ich dachte, du wärst darüber hinweg.“
Jetzt schaute er sie an, seine silbernen Augen waren so ernst wie nie. „Ich war nie darüber hinweg“, sagte er seufzend. „Und wahrscheinlich werde ich nie darüber hinweg kommen. Unsere Rivalität sitzt zu tief.“
Die Entfernung zu ihm tat ihr fast seelisch weh. Meghan trat einen Schritt vor und schlang ihre Armen um seinen Brustkorb, und Ash erwiderte die Umarmung nur zu gerne. „Entschuldigung angenommen“, flüsterte sie. Natürlich verstand die Ashs Lage, doch er konnte ihr auch nicht verbieten, Zeit mit ihrem besten Freund zu verbringen. Besonders, wenn er an einem anderen Hof wohnte und sie nur alle paar Monate sah. Das war es auch, was sie ihm sagte.
„Ich weiß.“ Sanft küsste er ihren Scheitel, während sie auf seinen ruhiger werdenden Herzschlag hörte. „Und das wird auch nicht mehr vorkommen, versprochen. Manchmal vergesse ich einfach, wie viel Zeit schon vergangen ist. Manchmal..“
„Fühlt es sich wie früher an“ beendete Meghan seinen Satz und nickte. „Ich weiß, was du meinst. Vermutlich bin ich auch ein wenig zu weit gegangen. Mir tut es ebenso leid, Ash.“
Liebevoll lächelte er zu ihr herunter und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Keine weiteren Entschuldigungen mehr“, meinte er schließlich. „Oder Keirran muss sich einen Finger in den Hals stecken.“
„Gott sei Dank ist das vorbei.“ Nicht weit über ihnen hing eine Gestalt an der Fassade des Palastes und beobachtete sie. Tadelnd schaute Meghan zu ihrem Sohn hoch, als Keirran, komplett in schwarz gekleidet, sich zu ihnen herunter angelte und federleicht auf dem Geländer landete. Sein silbernes Haar leuchtete im Licht. Er balancierte noch kurz dort, dann ließ er sich neben ihnen nieder und grinste. „Hätte ich gewusst, dass das so lange dauerte, wäre ich später gekommen.“
„Komm her, du Witzbold“, lachte Meghan und zog Keirran zwischen sich und ihren Ehemann. Ihr Sohn windete sich in der Umarmung seiner Eltern und schaute leicht gequält aus. „Zu viel Liebe“, keuchte er. „Echt Leute, lasst mich los. Okay, dann stehen wir eben noch etwas so.“
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