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Tell me the truth: Do you love me?

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Mildred Delos Tantalus Delos
26.11.2016
04.02.2018
10
8.906
4
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
15.12.2016 882
 
Tantalus' POV:

Ich sah Mil hinterher, als sie zu ihrem Auto stapfte. Innerlich fluchte ich lautstark.
Warum musste Dad auch immer alles kaputtmachen. Eines war klar, dafür würde ich meiner besten Freundin morgen Rede und Antwort stehen müssen.
Und sie würde mir nicht so schnell verzeihen.
Was aber in Anbetracht des Geichtsausdrucks meines Vaters das kleinere Übel zu sein schien.
,,Was wollte diese... diese... Schlampe hier?", fragte er, es hätte mich nicht gewundert wenn er mich angespuckt hätte.
,,Mildred ist keine Schlampe!", verteidigte ich sie, ,,Sie ist sehr nett und sie hat es nicht verdient, dass du sie so behandelst!"
Ich war sauer auf meinen Vater, mehr als je zuvor. Er konnte doch nicht erwarten, dass ich mein komlettes Leben, meine Freundschaften, Bekanntschaften und Gedanken nach seinen Wünschen ausrichtete!
,,Ach ja? Sie sah aber verdammt nochmal aus wie eine! So eine, die sich in dein Leben einschleicht und dann mit dem Geld wieder verschwindet. Denn sind wie mal ehrlich, für dich würde sich sonst niemand interessieren", höhnte er.
,,Du kennst sie doch gar nicht! Sie hat selbst genug Geld und zwischen uns läuft nicht mal was!", rief ich wütend, ,,Und selbst wenn, dich würde das überhaupt nichts angehen!"
Mein Vater schubste mich brutal gegen die Wand.
,,So sprichst du nicht mit mir!", knurrte er wütend, ,,Das wagst du nicht!"
,,Und was wenn doch?", provozierte ich ihn.
,,Dann...", drohte er.
,,Was macht der böse Imperator dann?", fragte ich. Ich wollte ihn aufs Äußerste zu reizen, die Folgen waren mir egal. Doch ich hätte es besser wissen sollen.
Mein Kopf donnerte gegen die Wand.
,,Paris!!!", kreischte meine Mutter panisch auf der Treppe, ,,Was machst du da?"
Mein Vater lockerte seinen Griff in meinen Haaren kein bisschen, als er mir ins Ohr knurrte: ,,Du als Erbe solltest um deine Pflichten wissen! An dein Haus und dessen Anführer! Ich erwarte absoluten Gehorsam, ist das klar?!" Ich verzog das Gesicht.
,,Ist. Das. Klar?"
Aus dem Augenwinkel sah ich einen kleinen, blonden Lockenkopf an der Treppe neben Mom auftauchen. Ajax. Mein kleiner Bruder, gerade mal zehn Jahre alt. Unglücklicherweise folgte Dad meinem Blick. Er lächelte.
,,Lass mich das genauer ausdrücken: entweder du gehorchst oder deine Brüder sind bereit, einen Blick auf die Front zu riskieren. Ich frage mich, wie es ihnen gefallen würde. Sie sind ja so neugierig...", er lachte grausam.
,,Deine eigenen Söhne... du würdest nicht...!", keuchte ich verzweifelt.
,,Nun ja... im Grunde brauch ich nur einen von euch, wenn du verstehst"
,,Nein! Ich tu was du willst, okay!", gab ich auf.
Augenblicklich ließ mein Vater mich los. ,,Geht doch", sagte er zufrieden, ,,Morgen kommst du mit zu den Headquarters"
Mit diesen Worten schubste er mich nochmal kräftig gegen die Wand, als finale Machtdemonstration. Ich ließ mich an der Wand auf den Flurboden sinken, während er sich an Mom und Ajax vorbeidrängte und die Treppe hinauf nach oben verschwand. Seufzend fuhr ich mir mit der Hand übers Gesicht.
Scheiße.
Da spürte ich eine kleine Hand die mir über den Kopf strich. Ich sah hoch und sah direkt in Ajax' große blaue Augen.
,,Bist du traurig?", fragte er unschuldig. Seine Ahnungslosigkeit brach mir das Herz und zauberte mir doch gleichzeitig ein Lächeln ins Gesicht. War ich nicht schließlich selbst schuld, dass ich ihn möglichst behütet und mit sanfter Hand hatte aufziehen wollen (von unserem Vater konnte man ja keine Hilfe in Erziehnungsdingen erwarten und meine Mutter war mit Caz und Pallas schon vollends ausgelastet, also hatte ich meistens für Jax gesorgt und mich um ihn gekümmert)?
,,Nur enttäuscht", erwiderte ich leise, ,,Irgendwann wirst du verstehen, dass das manchmal schlimmer sein kann als Traurigkeit"
Ajax blickte mich unsicher an. ,,Also ich glaube, es gäbe nichts schlimmeres als die ganze Zeit traurig zu sein. Das wäre schlimm!", antwortete er nach einer Weile.
Ich lachte, stemmte mich hoch und wuschelte ihm durchs Haar.
,,Weißt du, was ganz doll gegen Traurigkeit hilft? Kekse. Vielleicht hat Mom noch welche für dich, frag sie mal!", schlug ich ihm vor.
Ajax' Augen leuchteten auf. ,,Au ja!", rief er begeistert und hüpfte los.
Mit einem Seufzer richtete ich mich auf und begegnete Moms Blick, der voller Mitleid war.
Jedes Mal, wenn Dad einen von uns misshandelte, schlug oder in unseren Zimmern einsperrte, litt sie mit uns - aber etwas dagegen tun konnte sie nicht. Und man konnte ihr das nicht vorwerfen, man konnte schließlich nicht von ihr erwarten, dass sie sich dazwischen warf, während in ihr ihr fünftes Kind heranwuchs.
Im Vorbeigehen strich ich über ihren inzwischen schon ziemlich runden Bauch.
,,Hoffentlich wirst du stark. Denn das wirst du brauchen, wenn du dich in dieser Familie behaupten willst", flüsterte ich meinem ungeborenen Geschwisterchen zu, ,,Vor allem gegenüber unserem Vater!"
,,Diesmal wird es ein Mädchen! Das spüre ich!", versicherte Mom mir. Ich lachte.
,,Das hast du schon bei Ajax gesagt und bei Pallas damals auch, Mom!", hielt ich ihr vor.
,,Nein, diesmal wird es wirklich ein Mädchen. Ich bin mir ganz sicher!", entgegnete sie mir.
,,Wenn du das sagst, Mom. Wenn du das sagst...", grinste ich, hob die Hände als würde ich mich ergeben und ging Ajax hinterher in die Küche.
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