Spielgefährten

GeschichteRomanze, Familie / P6
Dr. Geoff Standish Kate Wellings/Standish
25.11.2016
25.11.2016
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Geoff-Kate FF (2)

So, hier ist nun meine zweite FF. Sie spielt direkt im Anschluss an die Finalfolge „Regeln des Lebens“.



Spielgefährten



Geschafft!! Was für ein Tag. Total fertig, aber glücklich stand Kate im Kinderzimmer am Bettchen und beobachtete ihre Tochter beim Schlafen. In Gedanke ließ sie den Tag nochmal Revue passieren. Es war Scarletts Geburtstagsfeier. All ihre Freunde waren gekommen. Rowie, die sie bald verlassen wollte, und Johnno. Guy und Jackie, die sehr gut trotz frischer Trennung miteinander auskamen. Claire, ihr Sohn Steve und Penny. Die zwei schienen sich auch wieder etwas näher zu kommen. Und zu Guter Letzt die beiden Buckleys, Vic und Nancy. Und was war aus der schönen Feier geworden? Ein Notruf hatte sie alle rausgerufen. Busunglück. Zum Glück kannten Vic und Nancy sich bei den Standish’s gut aus. Schließlich hatten sie schon oft ausgeholfen und Scarlett versorgt.
Der Einsatz hatte sie alle sehr gefordert. Es waren viele Schwerverletzte, die sogar nach Broken Hill geflogen werden mussten. Die Harrisons, die ihre Farm dort draußen haben und ihre Nachbarn die Suttons fuhren mit ihren Pickups die Leichtverletzten ins Krankenhaus. Und Gott sei Dank war Frank, der waghalsige Pilot gerade in der Gegend, so konnte er Johnno unterstützen und einige Verletzte nach Coopers fliegen. Kate hatte im OP Geoff assistiert – wie in alten Zeiten. Sie wusste schon, was Geoff als nächstes brauchte, noch bevor er es sagte. Selbst Guy war wieder einmal von dieser Zusammenarbeit verblüfft. Ein wehmütiges Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Sie vermisste diese Zeit. „Aber Du hast uns so viel gegeben, das macht alle anderen Verzichte wieder wett. Ich möchte keine Sekunde mehr ohne Dich sein, meine kleine Süße.“ Flüsterte sie zu Scarlett und streichelte ihr behutsam durch das Gesicht. Sie dachte an den gestrigen Abend. Sie waren alle drei im Bett. Scarlett schlummerte selig, Kate aß ihre Pizza und Geoff verpackte die letzten Geschenke, als er sagte: „ Sie braucht bald ein paar Spielgefährten. Meinst Du nicht auch?“  Sie war überrascht gewesen, aber sie freute sich riesig darüber, dass Geoff bereit war, noch mehr Kinder mit ihr zu haben. Welch eine ungeheure Entwicklung sie beide doch gemacht hatten. Allerdings würde die Umsetzung wohl noch ein paar Tage warten müssen. Geoff hatte noch im Krankenhaus zu tun. Und Kate wusste, dass würde die nächsten Tage nicht besser werden, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte. Sie hatte sich auch bereit erklärt, die nächsten Tage ein paar Schichten auszuhelfen. Kate gab Scarlett noch einen Kuss und schlich leise hinaus. Sie ging in die Küche noch eine Kleinigkeit essen, dann unter die Dusche und ins Bett. Schließlich wollte sie morgen fit sein und ihren guten Ruf bestätigen.

„Guten Morgen zusammen!“ flötete Kate fröhlich in die Küche vom Pub. Guy stöhnte: „Wie kann ein Mensch nach so einem Tag so früh am Morgen schon so gut gelaunt sein. Das gehört verboten!“ Alle lachten. „Ach Guy, seien Sie doch nicht so ein Morgenmuffel.“ „Ich bin doch gar kein Morgenmuffel. Der Tag gestern steckt mir noch in den Knochen. Ach Vic, hat sich meine Transparentseife schon wieder angefunden?“ „Aber sicher doch. Da drüben an der Spüle liegt sie.“ „Was? Wo? Ich sehe sie nicht.“ Entrüstete sich Guy. Vic fing an zu lachen „Natürlich nicht, sie ist doch transparent.“ Und alle anderen fielen in sein Gelächter ein. Nur Guy grummelte vor sich hin. Kate hatte in der Zwischenzeit am Tisch Platz genommen und ließ sich das Frühstück, welches Nancy ihr servierte schmecken. „Nancy, ich habe draußen die Tasche mit Scarletts Sachen. Spielzeug, Windeln und saubere Sachen. Danke, dass Ihr wieder einspringt.“ „Aber Kate, Du musst Dich nicht bedanken, das machen wir doch gerne für unser kleines Patenkind.“ Antwortete Nancy und ging die Tasche holen. „Du meine Güte, Kate willst Du ausziehen?“ Kate lachte nur und fütterte Scarlett mit etwas Ei von ihrem Frühstück.

Im Krankenhaus angekommen machte Kate sich erstmal auf die Suche nach Geoff. Sie fand ihn schlafend im Untersuchungsraum auf der Liege. Sie betrachtete ihn liebevoll und war wieder mal erstaunt, dass er auch nach der langen Zeit, die sie nun schon zusammen waren, immer noch Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzen ließ. Leise betrat sie das Zimmer und trat zu ihm. Ganz sachte gab sie ihm einen Kuss auf den Mund und lächelte als er sich regte. „Guten Morgen mein Schatz. Zeit nach Hause zu fahren und in einem richtigen Bett zu schlafen.“ Geoff lächelte verschlafen. „Und was soll ich da so ganz alleine? Da kann ich auch hier weiterschlafen, wo Du auch bist.“ Kate lachte „Nichts da Herr Doktor! Wir brauchen die Liege nachher für unsere Untersuchungen.“ „Immer diese rabiaten Schwestern. Erst locken sie einen freundlich und dann kommt der Drache raus.“ „Oh Du Böser!“ lachte sie und boxte ihn kameradschaftlich in die Seite. „Sieh zu, dass Du heim kommst und dich ausschläfst. Und vergiss nicht, wenn ich dann heute Abend nach getaner Abend heim komme hätte ich gerne eine ordentlich Mahlzeit auf dem Tisch und anschließend ein bisschen Spaß mit meinem Mann.“ Erwiderte sie lachend und gab ihm noch einen leidenschaftlichen Kuss, bevor sie sich umdrehte und an die Arbeit gehen wollte. Doch Geoff sprang auf und hielt sie fest, schlang von hinten seine Arme um sie und flüsterte ihr ins Ohr „Was ist mit der Romantik, Liebe und Zärtlichkeit, die wir armen Männer so dringend brauchen?“ und knabberte an ihrem Ohr. Sie drehte sich um und schlang ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn. „Das eine schließt das andere ja nicht aus.“ Raunte sie verführerisch, gab ihm noch einen Kuss und verschwand dann Richtung Männerstation. Geoff blieb völlig verdattert und doch glücklich zurück. ‚Diese Frau raubt mir nochmal den Verstand.‘ dachte er bei sich.
Als Kate bei den Männern ankam, hörte sie aus einem der Zimmer eine lautstarke Diskussion.
„Der Unfall war einzig und alleine Deine Schuld!“ „Ach was redest Du für einen Schwachsinn?! Ich habe den Fahrer doch nur was gefragt.“ „Ja, zum tausendsten Mal dieselbe Frage. Du hast ihn gedrängt schneller zu fahren!“ „Es kann doch nicht so schwer sein, auf einer geraden Straße schneller zu fahren.“ „Naja, anscheinend doch, sonst wären wir jetzt nicht hier!“ Plötzlich hörte sie noch eine dritte Stimme, eine Kinderstimme „Könnt ihr nicht mal aufhören. Ihr schreit ja das ganze Krankenhaus wach!“ Kate schob den Vorhang zu dem lauten Zimmer beiseite und trat wütend ein „Sehr gut kleiner Mann. Ich bin ganz Deiner Meinung. Dies ist ein Krankenhaus meine Herren und kein Gerichtssaal. Ich bitte doch sehr um Rücksicht auf die anderen Patienten!“ „Ach kommen Sie schon, schöne Lady. Ein kleiner Streit unter Brüdern.“ erwiderte der Älteste der insgesamt vier Brüder. Aus seiner Akte las Kate, dass er gerade 21 geworden war und Martin hieß „Das ist mir völlig gleichgültig.“ „ich glaube, wir sind uns noch nicht vorgestellt worden. Ich heiße Martin…“ „ …und Sie sind 21und mit Nachnamen Morton. Vielen Dank, Mein Name ist Schwester Standish.“ „UHH… Warum so förmlich?“ Er las ihr Namensschild und fuhr fort „Kate klingt so viel schöner für so ein reizendes Wesen. Sind Sie…“ Kate, die gerade seinen Puls messen wollte lächelte nur höflich. Da nahm er ihre Hand und strich ihr sachte über den Handrücken. Sie entzog ihm ihre Hand, unterbrach ihn und meinte „ … nicht interessiert! Für Sie immer noch Schwester Standish! Martin.“ Der Zweitälteste drehte sich mit einem Grinsen weg und die beiden Jüngeren fingen an zu kichern. Kate wandte sich ihnen zu „Na Ihr zwei? Und wer seid Ihr?“ fragt sie und nahm eine der Akten. „Wir sind Jamie…“ „… und Julian. Wir sind Zwillinge.“ Antworteten sie. Kate schaute verblüfft auf. Sie sahen sich sehr ähnlich, aber nicht gleich. „Zweieiig.“ Erklärte der Zweitälteste. Kate betrachtete sie genauer. Beide waren blond. Jamie etwas dunkler und er hatte zwei Wirbel an der Stirn, die seine Haare ein bisschen wie zwei Hörner abstehen ließen. Julian hatte glattes Haar und trug eine Brille. Jamie hatte blaugraue Augen, die von Julian waren grünbraun. Flüchtig schaute sie zu den älteren Brüdern. Martin hatte warme braune Augen. Und Daniel die gleichen wie Julian. „Schwester Standish, wann dürfen wir wieder hier raus? Uns ist totlangweilig.“ Fragte Julian. Während Kate Jamie untersuchte erwiderte sie „Für Dich Schwester Kate…“ Daniel prustete los begleitet von seinen jüngeren Brüdern. Martin grummelte beleidigt vor sich hin. „Und Ihr könnt hier wieder raus, wenn der Doktor sagt, dass es Euch soweit gut geht. Er kommt nachher vorbei.“ Irgendwie hatte Kate ihren Spaß mit den Jungs, auch mit Martin. Als Julian an der Reihe war, erfuhr sie den Grund, warum die Großstädter ins Outback gekommen sind. „Unsere Mom hat eine Cousine auf der Farm der Hendersons. Tante Gabby.“ sagte Julian. „Oh, Gabriela Henderson. Ja, ich kenne Gabby. Auf ihrer Farm halten wir regelmäßig unsere Sprechstunden.“
„Stimmt genau. Wir haben gerade Sommerferien und sollten sie bei ihr verbringen. Sie hat doch jetzt ein kleines Baby und kann nicht mehr so viel mithelfen.“ Ergänzte Jamie. „Die zwei Rabauken sollen im und um Haus und leichtere Farmarbeiten machen. Während Martin und ich Onkel Jack zur Hand gehen.“ Erklärte Daniel. „Ich finde es echt toll von Euch, dass Ihr ihnen helft. Wenn die Kinder klein sind brauchen sie viel ihre Mutter. Da kann man nicht mehr so mitarbeiten.“ Sagte Kate. „Aha.“ Kam die begeistere Antwort von Martin. „Woher wollen Sie das wissen?“ „Ich habe selbst eine kleine Tochter. Scarlett. Sie ist gerade ein Jahr alt geworden.“ Martin bekam auf einmal große Augen und fragte völlig verlegen „Sie haben eine Familie?“ „Ja.“ Antwortete Kate „ich bin glücklich verheiratet und habe eine wunderbare Tochter. Ich kann mir kein anderes Leben vorstellen“ „Aber warum sind Sie dann hier? Verdient Ihr Mann nicht genug?“ fragte Martin. „Oh doch. Er ist Arzt hier im Krankenhaus. Ich bin auch nur aushilfsweise hier. Dank Euch. Schließlich haben wir nicht jeden Tag so viele Patienten, dass wir sie sogar im Flur schon übereinander stapeln müssen. Sobald es wieder ruhiger wird, bin ich auch wieder weg.“ „Haben wir Ihren Mann schon kennengelernt?“ fragt Martin weiter. Doch bevor Kate antworten konnte meldete sich Jamie zu Wort. „Na klar! Er hat uns vier doch in ein Zimmer gesteckt.“ „Da weiß ich jetzt aber nicht, ob das gut oder schlecht war.“ Lachte Daniel. Kate, die mittlerweile mit der Untersuchung der vier fertig war lächelte über diese Aussage. „Die Familie bleibt zusammen.“ zwinkerte Daniel zu und verließ gut gelaunt deren Zimmer. Wie hatte ihr das doch gefehlt. Zugleich dachte sie an Scarlett. ‚Ob es ihr gut ging?‘ schalt sich jedoch gleich wieder über den Gedanken. Nancy war eine hervorragende Babysitterin. Sie ging weiter zu ihren nächsten Patienten. Es war der Busfahrer. Ihm ging es nicht so gut. Er schlief noch immer tief und fest. Zumindest war er aus dem Koma wieder erwacht und konnte über Nacht schon auf die normale Station verlegt werden. Wie im Fluge verging die Zeit und ratzfatz war es Mittag. Einige Patienten mit den leichteren Verletzungen konnten schon wieder entlassen werden. So dass ein Hauch Normalität wieder einkehrte. Hungrig, etwas erschöpft aber glücklich ging Kate zum Mittag ins Pub. „Hallo Vic!“ „Hallo Kate! Na, wie ist es mal wieder der alten Beschäftigung nachzugehen?“ „Oh, sehr schön. Es macht mir richtig Spaß. Ich habe die Arbeit irgendwie schon vermisst. Aber meine kleine Puppe macht alles wieder wett. Wie geht es ihr? War sie auch brav?“ „Aber natürlich. Nancy hat sie gerade hingelegt. Sie war wieder einmal das allerliebste Kind.“ Kate lächelte. „Und hat Nancy es geschafft trotzdem Essen vorzubereiten?“ „Aber klar doch. Scarlett hat ihr sogar geholfen beim Kartoffeln waschen. Und dann hat sie die Nancy gereicht zum Schälen.“ Lachte Vic. „Machst Du mir ein Essen fertig? Ich geh nur kurz nach Nancy uns Scarlett schauen.“ „Aber klar doch, Kate.“ Flink verschwand Kate nach oben und fand ihre Tochter zusammen mit Nancy in deren Bett. Beide schliefen tief und fest. Leise trat sie an das Bett heran und betrachtete beide liebevoll. Sachte strich sie ihrer Tochter über die Wange und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Auf Zehenspitzen verließ sie das Schlafzimmer wieder und freute sich jetzt doch auf ihren Feierabend in ein paar Stunden. Wieder unten angekommen bemerkte sie zu Vic “Hey Vic. Die nächsten Stunden wirst Du alleine auskommen müssen. Sieht so aus, als hätten die zwei sich völlig verausgabt.“ Entrüstet erwiderte Vic „Typisch Weiber. Sind einfach nicht belastbar.“ Und stellte Kates Mittag auf den Tresen. Lachend bedankte sie sich und begann zu essen.

Der Nachmittag verlief geschäftig aber ruhig. Die vier Morton-Brüder unterhielten immer noch das Krankenhaus, allerdings jetzt in mäßiger Lautstärke. Jamie durfte das Bett schon verlassen und begleitete sie auf ihren Rundgängen, zeigt sich sehr interessiert an ihrer Arbeit und unterhielt sie mit Familienstories während ihrer anderen Aufgaben. So erfuhr sie, dass ihr Vater schon vor vielen Jahren gestorben war und die Mutter mit ihren vier Jungs in die Großstadt gehen musste um einen Job zu finden, mit dem sie alle ernähren konnte. Ihre Großmutter sei zu ihnen gezogen und half der Mutter bei der Kinderversorgung. Und da die Wohnung für alle sechs recht klein war, verbrachten die Jungs viel Zeit im Freien oder in den Ferien auf der Farm der Henderson. Jamie spielte Fußball, Julian machte Karate und lernte reiten. Martin ging mittlerweile selbst arbeiten, war Feuerwehrmann und Daniel hatte sich für eine Ausbildung zum Orthopädiemechaniker beworben. Privat schraubten die zwei jungen Männer sehr gerne. Kate hatte die vier in ihr Herz geschlossen. Auch Martin, nachdem er sein anfängliches Macho-Gehabe abgelegt hatte, war er ein angenehmer Zeitgenosse.

Endlich hatte sie Feierabend und konnte heim. Geoff hatte Scarlett bereits bei den Buckleys abgeholt und sie kurz besucht. Somit konnte sie direkt nach Hause fahren. Sie freute sich schon richtig auf ihre zwei Liebsten und hing ihren Gedanken nach ‚wie es wohl sein wird, wenn noch ein Baby ins Haus kommt?‘ „Halloho!“ rief sie daheim in den Hausflur. Geoff kam aus der Küche und begrüßte sie mit einem innigen Kuss. „Hallo meine Schönheit. Wie war Dein Tag? Hast Du die Krankenhausluft vermisst?“ „Oh ja, es war toll mal wieder dort zu sein. Vor allem die vier Morton-Brüder haben es mir angetan.“ „Wieso, haben sie Dir Ärger gemacht? Denen werde ich das Fell über die Ohren ziehen.“ „Nein, nein. Martin hat anfänglich ganz schön den Macho raushängen lassen, aber den habe ich schon in seine Schranken verwiesen. Eigentlich ist er gar nicht so verkehrt.“ Kate legte ihre Arme um Geoffs Hals und grinste ihn an. „Und was hat mein lieber Gatte so den lieben langen Tag gemacht?“ „Oh, ich habe erstmal ganz ausgiebig geschlafen und mir das Frühstück schmecken lassen. Diese Ruhe dabei – einfach himmlich…“ „Oh, Du Böser! Na warte, das wirst du mir noch büßen.“ Drohte sie lachend und fing an Geoff spielerisch zu kitzeln. Geoff fiel in ihr Gelächter ein und langsam bewegten sie sich Richtung Wohnzimmer. Geoff lenkte sie Richtung Couch und hielt sie fest, als er sich rücklinks fallen ließ. Kate schrie auf. „PSSST!!! Du weckst sonst noch Scarlett auf.“ Flüsterte Geoff. „Was? Liegt meine kleine süße Maus etwas schon im Bett?“ „Ja“, erwiderte Geoff mit einem Lächeln. „Ich weiß nicht, was Vic und Nancy mit ihr gemacht haben. Sie war totmüde, hat kaum geschafft, ihre Mahlzeit zu essen.“ „Hmmm, das heißt, wir haben einen ruhigen Abend für uns?“ frohlockte Kate und krauelte Geoffs Brust „Ja, ganz für uns… Und deswegen habe ich mir auch ein wundervolles Essen überlegt. Spring Du schnell unter die Dusche während ich das fertig Essen koche.“ Kate lächelte und gab Geoff noch einen Kuss und erhob sich um brav ins Bad zu verschwinden. Nicht ohne noch einen verführerischen Blick zu Geoff zu werfen. „Bist Du dir sicher, dass du mir nicht vielleicht helfen möchtest?“ „Oh, nur zu gern, aber dann gehen wir mit leerem Magen ins Bett, da das Essen verbrannt ist.“ Kate verdrehte die Augen und verschwand.
Geoff schaute nach seinem Braten im Ofen, schmiss das Gemüse in die Pfanne, deckte schnell den Tisch. Natürlich durften Kerzen nicht fehlen und auch der Wein nicht. Schnell das Gemüse durchgerührt, der Braten aus dem Ofen genommen, alles schön angerichtet und fertig. Kate kam wieder, als er gerade leise Musik anmachte. Total verblüfft blieb sie in der Tür stehen. So viel Romantik hatte sie nicht erwartet. Dieser Mann schaffte es doch immer wieder, sie zu überraschen. Warum hatten sie es nicht schon viele Jahre früher geschafft? Geoff kam mit einem Lächeln auf den Lippen zu ihr und fragte mit sanfter Stimme „Darf ich Sie zu Tisch geleiten, schöne Lady?“ und hielt ihr seinen rechten Arm hin. Kate lächelte ihn an und hakte sich ein. „Sie sehen heute Abend wieder hinreißend aus Misses Standish. Weiß Ihr Mann eigentlich was für eines seltenes Juwel er an seiner Seite hat?“ „Ja, ich denke er weiß es.“ Erwiderte Kate schmunzelnd. „Schließlich hat er lange und hart dafür arbeiten müssen.“ Verliebt sahen sie sich in die Augen und Geoff strich ihr sanft über das Haar. „Ich liebe Dich.“ Raunte er und gab ihr eine zärtlichen Kuss. „Ich liebe Dich auch.“ Dann zog Geoff den Stuhl zurück und Kate setzte sich. „Etwas Wein für die Lady?“ „Ja, sehr gerne. Vielen Dank der Herr.“ Griffen sie ihr Spiel wieder auf. Nachdem Geoff ihnen beiden eingeschenkt hatte, setzte er sich und sie genossen ihr Mahl. Kate schloss mehrmals genießerisch die Augen und ließ ein „ist das köstlich“ hören.

Zur gleichen Zeit im Krankenhaus war Guy gerade bei der Abendvisite. Den Morton-Brüdern ging es schon viel besser. „Das sieht sehr gut aus. Morgen könnt Ihr vier wieder hier raus.“ „JIPIIIEEE!!“ war es lautstark von den Zwillingen zu hören. Auch Daniel reagiert erfreut. Nur Martin machte ein Gesicht wie zehn Tage Regenwetter. „Hey, was ist los? Gestern konntest Du nicht schnell genug auf die Farm kommen und jetzt ziehst Du so ein Gesicht.“ Ließ Daniel hören. „Er ist bestimmt traurig, weil er dann Schwester Kate nicht mehr sehen kann.“ Frohlockte Julian. Daraufhin meinte Guy „Die schlag dir aus dem Kopf. Kate ist glücklich verheiratet und liebt ihre kleine Familie. Noch dazu hat sie hier nur ausgeholfen und kommt morgen das letzte Mal. Wenn es hier wieder ruhiger wird, bleibt sie wieder daheim bei ihrer Tochter. Und ehrlich – ich würde mich nicht mit ihrem Mann anlegen.“ Grinste Guy und zwinkerte den anderen zu. „Wie kommt ihr eigentlich jetzt auf die Farm. Henderson, richtig?“ „Ja genau.“ Antwortete Daniel. „Vielleicht mit dem nächsten Bus“ meinte Martin. „Oh, da könnt ihr aber noch ein paar Tage warten. Der nächste Bus in die Richtung fährt erst nächste Woche wieder.“ „WAS?“ riefen alle vier empört. „Wie sollen wir denn jetzt dorthin kommen?“ fragte Jamie. „Tante Gabby kann uns nicht holen, das wissen wir.“ Vier ratlose Gesichter schauten zu Guy. Dieser überlegte kurz und meinte dann „Ich habe eine Idee. Ich bin gleich zurück.“ Und fort war er. Vom Empfang aus rief er in der Zentrale an. „Flying Doctor Service, Claire Blunt.“ „Hey Claire, hier ist Guy.“ „Hallo Guy, was kann ich für dich tun.“ „Kannst Du bitte auf den Plan mit unseren Kliniktouren nachsehen, wann wir auf der Henderson-Farm sind? Ich meine die Tage, bin mir aber nicht sicher.“ „Augenblick, ich gucke…“ kurze Zeit später „Guy, die Tour steht übermorgen auf dem Plan. Warum fragst Du?“ „Vier unserer Patienten müssen dorthin, haben allerdings kein Transportmittel. Und Gabby kann auch nicht kommen.“ „Willst Du sie im Flugzeug mitnehmen?“ „Das wäre eine Möglichkeit. Ich ruf gleich bei Geoff und Johnno an und kläre das.“ „Guy! Die Tour ist übermorgen. Lass den Leuten ihren Feierabend. Das kannst Du auch morgen noch mit ihnen besprechen.“ „Claire, ich bin hier der Chef.“ Damit war das Gespräch beendet. Claire verdrehte nur die Augen und schüttelte den Kopf. Am anderen Ende schmunzelte Guy. Natürlich hatte Claire Recht. Er würde das morgen mit ihnen besprechen und ging zurück um seine Visite zu beenden.

Bei den Standishs genossen Kate und Geoff ihre ruhige Zweisamkeit. Sie hatten es sich mittlerweile auf dem Sofa gemütlich gemacht und kuschelten sich eng an einander. Der Wein zeigte seine Wirkung. Innige Küsse wurden ausgetauscht. Die Zeit des Redens war vorbei. Ganz langsam wanderte Geoffs linke Hand zum Reißverschluss von Kates Kleid. Ganz langsam öffnete er ihn und strich ihr behutsam das Kleid von den Schultern. Jeder freigelegte Zentimeter wurde sofort von seinem Mund in Beschlag genommen. Genüsslich schloss Kate ihre Augen. Ihre Hände wanderten seinen Rücken auf und ab und näherten sich immer mehr seiner Erektion, die sie schon gut durch die Hose spüren konnte. Geoff hob Kate von der Couch hoch und ganz langsam und eng umschlungen gingen sie in ihr Schlafzimmer. Mit jedem Schritt fiel ein Stück Kleidung von ihnen ab. „Du bist wunderschön.“ War das Letzte, wozu Geoff fähig war zu sagen, als sie im Bett landeten und sich liebten.



RRRing. RRRing. RRRing. Geoff langte neben sich um den Wecker auszuschalten. RRRing. Ging es allerdings weiter. Es war das Telefon. Geoff sprang aus dem Bett und blickte nebenbei schlaftrunken auf die Uhr und war sofort hellwach. 9:10 Uhr.  Er hatte seit einer Stunde Dienst. „Standish.“ Meldete er sich und wusste, wer dran war, noch bevor er sich gemeldet hatte. “Geoff, hier ist Guy, was ist los? Kommt Ihr heute nicht?“ „Oh Guten Morgen Guy. Doch, doch. Ich habe wohl vergessen den Wecker zu stellen. Ich bin in einer halben Stunde da. Kate wird nachkommen.“ „Oh gut, danke. Ich muss nämlich noch was wichtiges mit Dir und Johnno besprechen, bevor er mit Rowie zur Sprechstunde fliegt.“ „Ich komme gleich. Bis dann.“ Er ging zurück ins Schlafzimmer um Kate zu wecken. In der Tür blieb er jedoch stehen und genoss den Anblick, der sich ihm bot. Kate, wie Gott sie erschaffen hatte lag noch tief und fest schlafend im Bett. Ihm wurde warm ums Herz, als er an den vergangenen Abend und die Nacht dachte. Sachte strich er ihr das Haar aus dem Gesicht und küsste sie zärtlich. „Guten Morgen meine Schöne. Zeit aufzustehen.“ „Oh Mann, arbeiten kann ganz schön anstrengend sein. Immer dieses frühe Aufstehen.“ „Dabei haben wir schon verschlafen. Guy hat uns gerade aus dem Bett geklingelt.“ „WAS? Oh mein Gott…“ „Ganz ruhig Kate. Ich mache schon mal den Kaffee und hole Scarlett aus dem Bett. Geh Du ruhig ins Bad.“ „Aber dann kommst Du ja noch später in die Klinik. Lass mich das ruhig machen.“ „Guy wird mir schon nicht den Kopf abreißen.“ Antwortete Geoff lachend. Und ging in die Küche um den Kaffee anzustellen. Danach ging er zu Scarlett, die bereits wach war und ihn mit einem quietschenden Lachen begrüßte. „Hallo meine Kleine. Schon wach? Na dann komm mal her. Du brauchst eine frische Windel und saubere Sachen. Schließlich wollen wir bei Vic und Nancy eine guten Eindruck hinterlassen.“ Und so redete er weiter dahin und wickelte derweil Scarlett. Er bemerkte gar nicht, dass Kate hinter ihm stand und ihn glückselig beobachtete. ‚Geoff hat sich gewaltig gemacht. Er wird weiteren Kindern ein guter Vater sein.‘ Langsam trat sie an die beiden heran. Scarlett bemerkte sie als Erste. „Dada Mom.“ Beiden blieb das Herz stehen. Sie guckten sich an und begangen zu grinsen und zu lachen. „Ihr erstes Wort. Hat sie wirklich ‚Mom‘ gesagt?“ fragte Kate erfreut. „Ja, hat sie. Oh ich bin so stolz auf Dich mein kleines Mädchen“ erwiderte Geoff mit Tränen in den Augen.

Eine halbe Stunde später war Geoff endlich in der Zentrale. Mit einem Grinsen im Gesicht als könne ihn kein Wässerchen trüben. Guy sah ihn pikiert an. „Was ist denn mit Dir passiert? Hast Du irgendwas geraucht und rosane Känguruhs gesehen?“ Geoff lachte „Scarlett hat ihr erstes Wort gesagt. MOM!“ verkündete er stolz wie Bolle. Claire und Rowie kamen aus ihren „Ach wie süß“ und „Oh wie schön“ nicht mehr heraus. Johnno grinste nur und Guy verdrehte die Augen. „Warte nur, bis Du auch Vater bist.“ Meinte Claire zu ihm. Dann gingen Johnno, Geoff und Guy in sein Büro. „Was hast du auf dem Herzen?“ Fragte Geoff. „Es geht umdie Morton-Brüder. Ich kann sie heute entlassen. Allerdings haben sie keine Möglichkeit auf die Henderson-Farm zu kommen.“ „Wir haben doch morgen eine Tour dorthin.“ Warf Johnno ein. „Stimmt genau.“ Erwiderte Guy. „Allerdings dürfen wir laut unseren Vorschriften keine Passagiere mitnehmen.“ Da hatte Geoff eine Idee „Lassen wir es als Krankentransport laufen. Die Nacht verbringen sie im Pub mit minimaler Arztbetreuung und morgen werden sie dann ganz offiziell auf die Henderson-Farm entlassen.“ Guys Gesicht erhellte sich. „Geoff, Du bist ein Genie. Ich bin nur schon etwas länger hier und weiß, wie man die Vorschriften auslegen kann. Ist ja nicht das erste Mal.“ Alle lachten. „Gut, wäre das geklärt. Johnno, was meinst Du. Es ist immerhin mehr Gepäck und mehr Leute.“ „Puh, das wird ganz schön knapp. Der Frachtraum wird voll sein und wir werden einiges auf den Gang stellen müssen. Aber es sollte gehen.“ Überlegte Johnno. „Wunderbar, ich wusste, dass auf Euch Verlass ist. Ich verschwinde jetzt in mein Bett.“ „Und wir machen uns dann mal auf nach Wimduna.“ Damit waren die zwei verschwunden.Geoff machte sich auf den Weg ins Krankenhaus. Auf der Straße stieß Kate zu ihm und er berichtete, was es neues gab. „Da werden die vier aber erleichtert sein.“ Sagte Kate. „Ja, das denke ich auch. Komm, überbringen wir ihnen die zwei, nein drei frohen Nachrichten.“ „Drei?“ Hakte Kate nach. „Erstens, sie dürfen raus. Zweitens, sie haben für die Nacht ein Dach über dem Kopf…“ „Wir sollten bald mal bei Vic eine Gewinnbeteiligung fordern, wenn wir immer unsere entlassenen Patienten oder deren Angehörige zu im schicken.“ Warf Kate ein. „und Drittens“ fuhr Geoff lachend fort „kommen sie morgen endlich ohne Mehrkosten auf die Farm.“ Arm in Arm betraten sie das Krankenhaus und begaben sie sofort zu den vier Brüdern. Die Freude und Erleichterung war groß. „Aber Ihr schont euch heute nochmal bevor morgen auf der Farm die Arbeit beginnt. Doctor Reid wird euch heute Abend nochmal besuchen, bevor es morgen weiter geht.“ „Vielen Dank Doctor. Für alles.“ Sagte Martin. Und Jamie fragte „Schwester Kate? Sehen wir uns nochmal?“ Kate strich ihm durch die Haare und erwiderte „Aber sicher. Scarlett ist im Pub, solange wir hier arbeiten. Ihr könnt ihr etwas Gesellschaft leisten und mit ihr spielen. Dann kann Nancy sich mehr um ihre Arbeit kümmern. Und wir sehen uns auf jeden Fall nochmal, wenn ich sie abhole.“ Jamie und Julian sahen sich an und grinsten. „Wo geht es zum Pub?“ wollte Julian gleich wissen. „Immer mit der Ruhe Jungs. Eins nach dem anderen. Sie werden es uns schon noch verraten.“ Bremste Daniel die zwei. Sie nahmen ihr Gepäck und Kate begleitete sie noch zur Tür und wies ihnen den Weg zum Pub. „Bis später dann“ rief sie noch zum Abschied. „Bis später“ tönte es ihr vierfach entgegen. Sie ging zurück um nach den anderen Patienten zu sehen. Auch dem Busfahrer, den es am schwersten erwischt hatte, ging es langsam besser. Er hatte eine Gehirnerschütterung, mehrere gebrochene Rippen, ein gebrochenes Schlüsselbein und ein gebrochenes Bein. Er würde noch eine Weile ihre Pflege benötigen. Von den anderen Patienten konnten noch weitere sechs entlassen werden und es war eine deutliche Entspannung spürbar. Kate bezog die Betten frisch, räumte die Schmutzwäsche und Notbetten wieder weg, als zum Mittag Geoff zu ihr kam. „Ich habe Hunger für drei.“ Sagte sie zu ihm. „Dann lass uns im Pub was essen gehen und nach unserer kleinen sehen.“ Antwortete Geoff. „Das ist eine Primaidee.“ Erwiderte Kate total fertig. Geoff bemerkte es „Wenn Du magst, kannst Du für heute auch Feierabend machen. Mittlerweile ist es och wider recht ruhig im Krankenhaus. Und aufgeräumt hast Du auch schon mehr als genug. Den Rest bewältigen Jackie und die anderen auch alleine.“ „Awww, Du bist so gut zu mir. Doch ich denke, Du hast Recht. Ich bin total erledigt.“ Hauchte Kate erschöpft und lehnte sich an ihn. Er nahm sie fürsorglich in den Arm, gab ihr einen Kuss auf die Schläfe und sie schlenderten zum Pub.

„Schwester Kate!“ wurden sie stürmisch von Jamie und Julian empfangen. Kate nahm sie beide in den Arm „na ihr zwei Rabauken. Habt Ihr euch auch anständig benommen oder schmeißt Nancy Euch raus?“ ließ Kate mit einem Schmunzeln hören. „Nein, nein, sie waren total lieb. Sie haben die ganze Zeit mit Scarlett gespielt.“ Antwortete Vic. „Wir haben mit ihr im Sand gespielt und Türmchen gebaut.“ Rief Jamie „und wir durften sie füttern. Ich habe sogar versucht, ihr u zeigen, wie man mit dem Löffel isst.“ Nancy nickte. Daniel lachte und sagte „Ja, und jetzt darfst Du husch husch Nancy Küche putzen.“ „Och menno“ Julian war gar nicht begeistert. „Ich helfe Dir“ kam Unterstützung von Jamie. „Vorher verratet Ihr mir aber noch, wo Ihr Scarlett versteckt habt.“ Sagte Kate. „Wir haben sie ins Bett gebracht. In Vic und Nancys Bett.“ „Und vorher haben wir ihr auch eine neue Windel gegeben.“ Ließen die Zwillinge wieder hören. Nancy lachte „Glaub mir Kate, die zwei sind echt unglaublich. Ich brauchte mich wirklich um fast nichts zu kümmern. Vic hat nur Acht gegeben, dass sie nicht zu weit gehen. Ich glaube, die zwei haben Scarlett ins Herz geschlossen. Sie waren zwei hervorragende Spielgefährten. Sie werden eine Erleichterung für Gabby sein. Und so schlimm ist der Schmutz in der Küche auch nicht.“ Vic wandte sich an die Jungs „He Ihr zwei, macht Euch nochmal nützlich und holt dem Doc und Kate das Mittag.“ Und zu Geoff und Kate „Was darf es zu trinken sein? Orangensaft, wie immer?“ „Ja, danke Vic.“ Als Geoff und Kate am Tresen Platz nahmen, kamen die Zwillinge mit dem Essen aus der Küche. „So, bitte sehr.“ Sagte Jamie und sie stellten ihnen die Teller hin. Geoff und Kate blickten etwas verwundert. So etwas hatte Nancy noch nie gemacht. „Nancy, hast Du was neues ausprobiert? Das ist ja köstlich.“ Fragte Kate. „Nein“, sagte Vic, „Nancy hat heute nicht gekocht. Martin wollte unbedingt.“ „Martin?“ Fragte Geoff „ich denke er ist bei der Feuerwehr.“ „Auch die Jungs haben Hunger. Und zwar gewaltigen.“ Kam es aus dem Hintergrund. Martin war gerade von den Zimmern gekommen. „Ich habe Scarlett Gesellschaft geleistet. Sie schläft jetzt. Eigentlich auch kein Wunder, so wie die zwei sie beschäftigt haben.“ „Sagen Sie, Martin, wie kommt es, dass sie Feuerwehrmann geworden sind. Ich meine, jeder junge träumt irgendwann mal davon, aber meistens ändert sich das in der Pubertät.“ Sagte Geoff. „Tja, dann bin ich wohl nie in die Pubertät gekommen.“ Grinste Martin. „Im Ernst, Sie haben vollkommen Recht Doc. Es war schon als kleiner Junge mein Traum. Als ich alt genug war, bin ich auch zur Jugendfeuerwehr. Und es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich wollte dabei bleiben. Also gab ich in der Schule Gas und bin noch zum Leichtathletik und Schwimmen. Nur wegen meiner Augen machte ich mir Gedanken. Aber das passte am Ende auch. Gott sei Dank. Und so konnte ich meinen Kindheitstraum zum Beruf machen. Und es ist für mich sehr viel mehr als ein Beruf. Es ist eine Berufung.“ Geoff und Kate lächelten. „Das können wir sehr gut nachfühlen. Das ist bei uns genauso.“ Sagte Kate. Und Geoff erzählte „Ich habe meine Kindheitstraum auch wahr gemacht. Und auch ich musste hart dafür arbeiten. Mein Vater hat mir von einemArzt aus seinem Kriegsgefangenenlager in Vietnam vorgeschwärmt. Und für mich stand fest, ich wollte so werden wie er. Das war kein leichtes Brot, wenn man aus einer einfachen Arbeiterfamilie kommt. Aber ich wollte es und habe alles dafür getan.“ Martin nickte. „Eigentlich haben wir beruflich recht viel gemeinsam. Oft haben wir es mit Verletzten zu tun. Tragehilfe für den Rettungsdienst, Verkehrsunfälle und Brandverletzungen. Wir arbeiten auch viel mit dem Rettungsdienst zusammen. Viele von uns werden bei ihnen noch extra ausgebildet, damit wir vor Ort noch besser und schneller helfen können.“ Alle lauschten gespannt. Vic sagte dann „Wir haben whier eine freiwillige Feuerweht. Die müssen selten raus. Meistens nur in der Trockenzeit zu den Buschbränden. Dann werden sie richtig gefordert. Sagen Sie Martin, kann jeder da mitmachen?“ Nancy schaute Vic ganz entsetzt an „Du wirst Dich doch nicht etwa dafür melden wollen?!“ „Was? Nein, dafür bin ich viel zu alt. Aber vielleicht können wir noch ein paar junge Leute dazugewinnen.“
Kate bedankte sich für das Essen und ging nach oben zu ihrer Tochter schauen. Scarlett lag friedlich schlummernd im Bett. Kate war tatsächlich hundemüde und legt sich neben ihre Tochter. ‚Nur fünf Minuten‘ dachte sie sich und war eingeschlafen.
Unten unterhileten sie sich immer noch über Feuerwehr und Berufung, als Geoff sagte „oh, ich muss wieder zurück ins Krankenhaus. Wo bleibt den Kate? Sie wollte doch nach dem Essen heim fahren.“ „Sie ist zu Scarlett gegangen, aber nicht zurückgekommen. Wahrscheinlich schlafen die zwei jetzt zusammen.“ Meinte Nancy und zwinkerte Geoff zu. „War wohl doch ein bisschen viel die letzten zwei Tage, was Doc.“ Grinste Vic.Geoff schaute ihn nur bedröppelt an und ging nach oben. Ganz leise klopfte er an und öffnete die Tür. Da lagen sie, seine zwei Mädels tief und fest schlafend, zusammengekuschelt in dem großen Bett. Er schlich zu ihnen, gab Kate eine Kuss, strich Scarlett über das Haar und schlich wieder raus. Unten gab er Vic seinen Autoschlüssel. „Tja, so wie es aussieht, wird Euer Bett noch etwas belegt sein. Gibst Du bitte Kate den Schlüssel, wenn sie kommt?“ „Aber sicher doch, Doc.“ Erwiderte Vic und Geoff machte sich alleine wieder zurück ins Krankenhaus. Er gönnte Kate ihren Feierabend.

Um sechs Uhr am nächsten Morgen traf Geoff auf dem Flugplatz ein. Johnno, Jackie und die Morton-Brüder waren schon da. Während Daniel und Martin Johnno beim Beladen behilflich waren, tobten Jamie und Julian um Maschinen herum und spielten Fangen. Jackie saß auf der Ladefläche des Dienstwagens und beobachtete die zwei lachend. Auch Geoff nahm diese Szene verträumt in sich auf. ‚Wie es wohl sein wird, wenn Scarlett mit weiteren Geschwisterchen so herumtollt?‘ Und dachte lächelnd an die letzte Nacht mit Kate. Dieses Mal hatte sie ihn überrascht, als er vom Dienst heim kam. ‚Sie schläft wahrscheinlich noch tief und fest.‘
„Morgen Doc. Wir können gleich los.“ Rief Johnno. „Los Ihr zwei“ ließ sich Jackie vernehmen „genug getobt. Ab in die Maschine und brav angeschnallt. Nicht dass Ihr noch mehr blaue Flecken mit zu Gabby und Jack bringt.“
Zwei Stunden später landeten sie auf der Henderson-Farm. Jack wartete mit dem großen Pickup an der Landebahn. „Na, ob der für uns alle reicht.“ Zweifelte Julian. „Wenn nicht, dann müsst Ihr halt laufen.“ Meinte Jackie lachend. Entrüstet schauten die zwei sie an. „Na, ihr habt hier die jüngsten Beine.“ Lachte sie und alle bis auf die Zwillinge fielen ein. Schnell war das Flugzeug entladen. Jackie und Geoff stiegen zu Jack in die Fahrerkabine. Alle anderen fanden auf der Ladefläche Platz. Für die Zwillinge begann jetzt endlich das Abenteuer. Beide grinsten von einem Ohr bis zum anderen um die Wette. „Tante Gabby, Tante Gabby.“ Begrüßten sie ihre Tante überschwänglich und fielen ihr um den Hals. Lachend fing sie die Jungs auf und versuchte ihr Gleichgewicht zu halten. „Hallo! Meine Güte, was seid Ihr gewachsen. Wie alt seid ihr jetzt?“ „zehn.“  Antworteten beide aus einem Mund. „Menschenskind, da könnt Ihr ja sogar Jack schon mithelfen.“ „Au ja, das wäre klasse.“ Rief Jamie. „Aber wir wollen Dir und dem Baby auch helfen. Weißt DU, gestern durften wir den ganzen Tag auf die Tochter vom Doc aufpassen. Das war richtig toll.Mir hat es riesigen Spaß gemacht.“ Geoff, der Julian gehört hatte lächelte. „Ja, Scarlett versteht es, die Leute um ihren Finger zu wickeln.“ Aber schließlich waren sie nicht gekommen, um einen netten Plausch zu halten und Gabby rief wieder zur Tagesordnung. „Dann kommt mal mit. Leider müsst Ihr vier in der Scheune schlafen. Amy braucht jetzt das Zimmer für sich. Und in dem anderen schläft Jackie. Doc, Sie müssen im Wohnzimmer auf der Couch schlafen.“ „Ach machen Sie sich keine Umstände, Gabby. Ich kann auch mit in der Scheune schlafen. Sie brauchen nicht extra für mich Ihr Wohnzimmer umräumen.“ Erwiderte Geoff. Gabby blickte ihn dankbar an. „Danke Geoff.“ So brachten die vier ihr und Geoffs Gepäck in die Scheune und richteten es sich gemütlich ein. Geoff und Jackie nahmen die Veranda für die Sprechstunde in  Beschlag. Und schon ging es los. Es waren sehr viele Leute gekommen. Aber Gott sei Dank keine schlimmeren Krankheiten. Ein paar Muskelzerrungen, Sommergrippen und Sonnenstiche. Eine unverhoffte Schwangerschaft , aber keine großen Sachen. So verging der Tag sehr schnell. Julian und Jamie halfen Gabby bei der Bewirtung der Gäste, in der Küche und mit dem Baby. Amy wurde natürlich auch untersucht.  Sie gedieh prächtig. Und dass sie eine tolle Stimme hat, bewies sie bei ihrer ersten Impfung. Aus Leibeskräften schrie sie ihre Schmerzen raus. Julian weinte mit ihr und versuchte sie zu trösten. Alle waren erstaunt, wie gut er mit dem kleinen Mädchen umgehen konnte und wie schnell sie sich vo ihm beruhigen lies. „Der Junge hat eine sehr feine soziale Ader.“ Bemerkte Geoff. Daniel, der die Szene ebenfalls beobachtet hatte, erwiderte „Ja, die hat er. Wenn Jamie oder einer seiner Freunde mal ausrastet, versteht er es sehr gut, sie wieder runterzuholen, abzulenken und wieder zu beruhigen. Das ist echt verblüffend. Er sollte Sozialarbeiter oder Psychologe werden. Aber im Moment schwärmt er für Archäologie und Architektur.“ Alle schwiegen und beobachteten Julian mit dem eingeschlafenen Baby im Arm. Es war schon erstaunlich, wie schnell die zwei sich völlig fremden Menschlein zusammen gefunden hatten.
Gegen Abend,als endlich Ruhe auf der Farm einkehrte, kamen auch Jack und Martin zurück. Die zwei waren kurz nach ihrer Ankunft auf der Farm aufgebrochen, die Zäune zu kontrollieren und eine Liste zu machen, wo sie die nächsten Tage ausbessern mussten. Große Schäden haben sie sofort repariert. „Das steht ganz oben auf meiner Liste. Wir können es uns nicht erlauben, dass die Schafe und unmarkierten Lämmer abhauen. Wir brauchen das Geld. Gleich nach den Reparaturen treiben wir die Schafe zum Haus. Scheren und markieren.“ Erklärte Jack ihr Vorhaben für die nächsten Tag. Und wandte sich dann an die Zwillinge „Julian, Jamie, wenn Ihr wollt, könnt Ihr dann die Wolle kontrollieren.“ „Au ja!“ war die begeisterte Antwort. Gabby verlies die Runde „Gute Nacht allesamt. Ich bringe Amy zu Bett und falle anschließend in mein eigenes. Bitte lasst das Geschirr stehen, ich spüle es morgen.“ „Tante Gabby, kann ich Dir mit Amy helfen?“ fragte Julian hoffnungsvoll. „Na klar, warum nicht. Komm mit.“ Und so verließen die drei das Esszimmer der Hendersons. Jack ließ sich noch mal hören „Ich bin so froh, dass Ihr hier seid. Wir können Eure Hilfe echt gut gebrauchen. Im Moment gibt es hier verdammt viel zu tun.“ „Und wir sind froh, mal für ein paar Wochen der Großstadt zu entfliehen. Ich persönlich liebe das Outback und die Farmarbeit. Eine tolle Abwechslung zum hektischen Großstadtleben. Und wenn wir Dir dabei auch noch helfen könne – perfekt!“ antwortete Daniel. „Ich bin meinem Chief auch dankbar, dass er mir die Zeit frei gegeben hat. Die Ausbildung war doch sehr kräfteraubend. Eine kleine Auszeit tut richtig gut.“ Meinte Martin. „Wann möchtest Du morgen früh los, Jack?“ Jack überlegte kurz. „Gleich nach Sonnenaufgang. So gegen halb sieben. Also sechs Uhr Frühstück.“ „Alles klar. Daniel, ich glaube, dann sollten wir auch so langsam in unser Bett verschwinden. Es wird ein anstrengender Tag werden“ Meinte Martin und Daniel nickte. Zu Jamie meinte er „Und Du kommst auch mit.“ Jamie wehrte sich „Aber Julian ist doch auch noch auf. „Nichts da. Gabby wird ihn ebenfalls ins Bett schicken. Wenn Ihr müde seid, seid Ihr für sie keine Hilfe sondern eine Last. Also ab mit Dir.“ Zu Geoff und Jackie gewandt „Doc, Jackie, Gute Nacht.“ „Nacht“ kam es von Jackie. Geoff sagte „Ich begleite Euch. Dann ist nur einmal Lärm. Und ehrlich, auch ich bin fertig. Nacht Jackie.“ So brachen die Männer auf in Richtung Scheune. Jack und Jackie gingen nach oben.
Geoff hatte in der Scheune ein Bett am Fenster bekommen. Er schaute in den sternenklaren Nachthimmel. Seine letzten Gedanken galten seiner Familie. Das Bild aus dem Pub ins Nancys Bett kam ihm wieder in den Sinn und er lächelte. „Gute Nacht Ihr zwei.“ Flüsterte er ganz leise in die Nacht und schlief ein.
In Coopers saß Kate mit einem Gläschen Wein noch auf ihrer Terrasse und schaute ebenfalls in den Himmel. „Gute Nacht Geoff“ sagte sie und ging dann auch ins Bett.



Vier Wochen später stand wieder die Henderson-Tour auf dem Klinikplan. Auf Bitten der Mortons und Hendersons begleiteten Kate und Scarlett die Tour. Überschwänglich wurden sie an der Landebahn von den Zwillingen in Emfang genommen. „Scarlett! Schwester Kate!“  riefen die Jungs und alle lachten. „Wir müssen Euch unbedingt zeigen, was wir die letzten Wochen alles gemacht haben. Wir haben einen neuen Hühnerstall gebaut, Und den Zaun neu gamcht und gestrichen. Und wir haben einen neuen Gemüsegarten angelegt. Mit Selbstbewässerung….“ Die Jungs fanden keine Ende ihrer Heldentaten und plapperten Kate den ganzen Weg zu. Doch als sie am Haus ankamen, staunten sie nicht schlecht. Es war wirklich wie verwandelt. Gabby kam ihnen aus dem Haus entgegen und bekam das Ende ihres Berichtes mit. „Die Vier sind wirklich unglaublich. Sie haben die Farm innerhalb von nur vier Wochen komplett umgekrempelt. Wir sind echt dankbar, dass wir sie hier haben. Schade, dass Martin jetzt doch recht kurzfristig wieder zurück muss.“ „Warum das?“ fragte Johnno, der dieses Mal mit zum Haus gekommen war. „Sein Chief hat angerufen. Sie haben akuten Personalmangel und sein Urlaub wurde beendet.“ erklärte Jack. „Ich kann ja froh sein, dass ich überhaupt Urlaub bekommen habe. Also will ich jetzt nicht klagen.“ Kam Martins Stimme aus dem Haus. „Hallo alle miteinander.“ Begrüßte er die Runde. „Jack, was liegt an? Was machen wir tolles an meinem letzten Tag?“ „Bist Du dir sicher, dass Du mit möchtest? Solltest Du nicht lieber Deine Tasche packen und Dich wenigstens am letzten Tag etwas ausruhen?“ erwiderte Jack. Johnno mischte sich ein „ich kann etwas Hilfe bei der Maschine brauchen, bevor ich wieder abdüse.“ „Gut, dann hilft Martin Dir bei der Maschine und packt dann seine Sachen.“ Beschloss Jack. Marin schaute noch etwas hin und hergerissen aus der Wäsche. Einerseits wollte er Jack helfen, solange er Zeit hatte. Aber eine Minipause vor dem Rückflug tat ihm auch gut. Kate bemerkte, dass er im Zwiespalt war und sagte zu ihm „Ich helfe Dir beim Packen und erzählst mir bei einem Spaziergang von Deinen Arbeiten hier und noch mehr Abenteuer von Deinem Job in Sydney. Darüber freute sich Martin, er lächelte und nickte Kate zu. Gesagt, getan, gingen alle geschäftig an ihre Arbeiten. Daniel und Jack ritten zu den Rindern, Geoff und Jackie machten sich auf der Veranda breit. Gabby ging in die Küche, Julian und Jamie spielten mit Scarlett und Amy. Martin und Kate gingen in die Scheune. „Hast Du großen Spaß an der Farmarbeit?“ „Ja, riesig. Trotz der vielen Arbeit hier fühle ich mit gut erholt. Es gab viel zu tun. Und es ist ein gutes Gefühl, auch mal Dinge anzupacken und sie fertig zu sehen. Es ist doch etwas ganz anderes als bei der Feuerwehr.“ Kate blickte ihn erstaunt an. Beimletzten Mal hatte er noch von seiner Arbeit geschwärmt. Was war passiert? Martin sah ihren Blick und verstand sofort „Nicht falsch verstehen. Ich liebe meinen Job und freue mich auch, wenn  ich wieder zurück bin. Doch überall, wo wir hinkommen, finden wir Zerstörung. Wir retten Menschenleben und versuchen von Sachen zu retten, was geht. Es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können. Doch zurück lassen wir ein Schlachtfeld. Hier habe ich geholfen, aus dem Schlachtfeld wieder eine Farm zu machen. Ich habe etwas aufgebaut.“ Kate verstand, was er sagen wollte, konnte es ich aber nicht verkneifen zu sagen „Bleib doch ganz hier. Auch wir brauchen fähige Feuerwehrleute. Und Du könntest den Hendersons weiter zur Hand gehen.“ Martin blickte nachdenklich ins Nichts. „Daran habe ich auch schon gedacht. Allerdings will ich Mom jetzt nicht alleine lassen. Gerade geht es uns durch meinen Verdienst finanziell etwas besser. Da will ich sie im Stich lassen. Sie alle nicht.“ Kate war erstaunt, wie verantwortungsbewusst er doch war. Kaum vergleichbar mit dem Macho, den sie anfänglich kennengelernt hat. „Das kann ich verstehen und auch nachvollziehen. Geoff schickt auch immer noch Geld zu seiner Mutter, weil er der Meinung ist, es ihr zu schulden. Er möchte ihr finanziell ein schönes Leben ermutigen nach den harten Arbeiterjahren und Armut in seiner Kindheit.“ Erzählte Kate „Deine Tat und Fürsorge in Ehren. Früher oder später musst Du jedoch an Dich und Dein Leben denken. Du kannst nicht ewig bei Deiner Mutter wohnen, um sie zu unterstützen.“ „Das habe ich auch nicht vor.“ Entgegnete Martin „aber im Moment ist es die beste Lösung. Ich verdiene im Moment noch zu wenig, um mir was eigenes oder eine Familie zu leisten. Da kann ich lieber meiner Mom unter die Arme greifen. Und nicht nur finanziell. Ich helfe ihr auch mit den Zwillingen und Grandma. So langsam kommt sie nämlich in ein Alter, in dem sie nicht uns, sondern wir ihr helfen müsen.“Kate nickte „Ist nicht gerade einfach, der Älteste zu sein. Stimmts?“ Martins Sachen waren gepackt. Kate ging noch schnell Gabby in der Küche und bei der Bewirtung zur Hand. Gabby hatte wieder die tollsten Köstlichkeiten gezaubert. Doch irgendwie lachte alles Essen Kate nicht besonders an. Seit einigen Tgen schon hatte sie keinen besonderen Appetit. ‚Ich werde mir doch nichts eingefangen haben?‘ dachte sie sich. Noch hatte sie Geoff nichts gesagt, sie wollte ihn nicht unnötig beunruhigen.
Am frühen Nachmittag ritten sie und Martin in Richtung Fluss. Sie hatten sich dann doch für die Pferde, statt für den Spaziergang entschieden. Komisch, irgendwie schlug ihr das Geschaukel noch mehr auf den Magen. ‚Das war doch noch nie…‘ dachte Kate sich und fing an, sich doch so langsam Sorgen um sich zu machen. Erleichtert stieg sie am Fluss vom Pferd ab. Martin drehte sich zu ihr um und sein Lächeln gefror auf seinem Gesicht. „Kate! Was ist los? Sie sind ja ganz weiß im Gesicht.“ Und sprang sofort an ihre Seite um sie zu stützen, als sie schwankte. Kate spürte, wie ihr der Boden unter den Füßen entglitt und versuchte sich schnell zu setzen. Martin holte sofort die Wasserflasche und gab ihr zu trinken. Auf einmal fing er an zu grinsen. „Ich bin kein Arzt und auch kein Krankenpfleger, aber ich habe das schon mal miterlebt.“ „Und was gibt es dabei dann so zu grinsen. Ich finde das gar nicht lustig.“ Erwiderte Kate matt und schloss die Augen. „Ein paar Monate später waren Julian und Jamie da.“ Fuhr Martin unbeirrt fort. Kate richtete sich abrupt auf und sah ihn mit großen Augen an. ‚Sollte es wirklich wahr sein?‘ Es ist so anders als bei Scarlett. Aber wenn sie so an die letzten Tage zurückdachte, konnte Martin Recht haben. Ihr ging es schon fast wieder gut. Das Adrenalin brachte ihren Körper wieder auf Touren und sie wollte schon aufspringen und zurückreiten. „Stopp! Nicht so schnell. Du bist mir fast umgekippt. Du ruhst Dich erstmal aus. Zurück können wir immer noch. Leg Dich wieder hin.“ Kate wusste, dass sie auf ihn hören sollte, doch sie war zu aufgeregt. Sollte es diesmal so schnell gegangen sein. Bei Scarlett hatten sie lange Zeit verzweifelt versucht. Aber sie hatte ja auch nicht mehr solchen Stress wie früher. Die Symptome konnten tatsächlich passen. „Ich muss einen Test machen. Aber wie bekomme ich das hin, ohne dass Geoff es gleich mitbekommt oder Jackie was merkt?“ fragte sie mehr sich selbst als Martin. Doch er antwortete „Was brauchst Du dafür?“ Erst jetzt registrierte Kate, dass sie laut nachgedacht hatte. Sie sah ihn an und überlegte, ob sie Martin wirklich dafür einspannen sollte. Sie gab sich einen Ruck und überwand auch die letzte Skrupel. Zu groß war die Neugier und Anspannung. „In dem großen hellblauen Koffer mit weißen Deckel sind Schwangerschaftstests. Es sind rosafarbene längliche Verpackungen. Ca. drei Zentimeter breit und zwanzig Zentimeter lang. Es ist ein Papierverpackung und innen drin fühlt sich ähnlich an, wie ein dicker Stift.“ „Alles klar, sollte ich finden. Wenn ich Dich allerdings alleine hier lasse, werden sie mich fragen, wo Du bist und ob was passiert ist. Also müssen wir gemeinsam zurück. Du lenkst die anderen ab und ich schaue nach dem Test.“ Kate nickte einverstanden und wollte schon aufstehen. Doch Martin hielt sie immer noch zurück. „Hey, langsam mit den jungen Pferden. Erst bekommst Du mir noch etwas Farbe ins Gesicht.“ Und er hielt ihr ein Toast unter die Nase. Widerwillig nahm sie das Toast und meckerte „Du bist ja schlimmer als mein Mann.“ Martin lachte in sich hinein. Er hoffte, dass er richtig lag. Er freute sich für die Beiden und für Scarlett. Brav aß Kate das trockene Toast und trank auch noch etwas Wasser. Langsam fühlte sie sich stärker. Das Toast war eine hervorragende Idee gewesen. „Danke.“ Sagte sie zu Martin. „Bitte, gern geschehen.“ Kate hing ihren Gedanken nach und fing an leise zu reden: „Weißt Du, Geoff und ich hatten uns lange ein Kind gewünscht, aber es wollte und wollte nicht klappen. Selbst Fachärzte konnten uns nicht helfen, außer uns zu sagen, wir sollten mal Pause machen. Mit weniger Stress würde es klappen. Wir haben tatsächlich mehrere Kurzurlaub gemacht, bis es dann irgendwann mal geklappt hat. Ich weiß noch, wie ich im Flugzeug Johnno bat, mich rauszulassen. Ich dachte erst, es wäre eine Magenverstimmung. Irgendwas falsches zum Frühstück gegessen. Rowie brachte mich erst dazu, an eine eventuelle Schwangerschaft zu denken. Die gute Rowie – jetzt will sie gehen. Mein Gott was war ich auf einmal aufgeregt. Ich konnte kaum abwarten, dass Johnno endlich landete“ Sie lachte in ihrer Erinnerung an diesen Moment. „Er wollte kaum glauben, wie schnell ich aus der Maschine raus war und imAuto. Rowie sagte mir noch, ich solle nicht zu viel hoffen und wünschte mir viel Glück. Ich glaube, so schnell war ich noch nie vom Flugplatz im Krankenhaus und im Labor. Geoff rief mir noch irgendwas hinterher, aber ich antwortete nicht. Ich wollte einfach nur den Test machen. Gott war ich nervös. Und es sollte tatsächlich endlich geklappt haben. Geoff fand mich, als ich gerade das Labor verließ um ihn zu suchen. Auch erkonnte sein Glück kaum fassen. Ich war so glücklich, so befreit…“ verstummte sie dann mit einem seligen Lächeln. Martin hatte ihr gebannt zugehört. Gedankenverloren erwiderte er „Ich bin gespannt, wie es mir wohl ergehen wird, wenn ich Vater werde.“ Kate lächelte ihn an „Es ist wundervoll. Die ersten Tritte zu spüren, zu sehen, wie der Bauch und das Baby wachsen. Man fängt an, sich Gedanken zu machen. Wird es ein Junge oder ein Mädchen? Wie wird es aussehen? Wird es auch gesund sein? Und natürlich ein Name. Geoof und ich haben wiele Stunden über Naman philosophiert.“ Sie blickte wieder in die Ferne, ganz in Erinnerungen versunken „und dann ist es endlich soweit. Und Du hälst Dein Baby, Dein persönliches Wunder in den Händen. Mehr Glück kann ein Mensch nicht erfahren. Wir haben beide geweint vor Glück. Selbstverständlich war Geoff bei der Geburt dabei. Er war mir eine große Stütze.“
Nach einer weiteren halben Stunde erlaubte Martin, dass Kate sich wieder in den Sattel erhob. Langsam und sehr gemächlich ritten sie zurück. Am Haus angekommen, konnte Kate ihr Glück kaum fassen. Ein Junge von der Nachbarsfarm war gerade mit einer ordentlichen Platzwunde da. Geoff musste nähen und Jackie ihm assistieren. Kate gesellte sich zu ihnen, um sie notfalls noch länger aufzuhalten. Merkte aber schnell, dass ihr Magen den Anblick von Blut gar nicht lustig fand. Kate glaubte jetzt auch, dass Martin Recht haben könnte. Zum Glück kam von ihm schon dass Zeichen durch das Fester ‚Alles klar‘ und sie konnte wieder raus. Geoff und Jackie schauten ihr verwundert hinterher. „Sie ist doch noch nie so empfindlich gewesen. Was ist los mit ihr?“ fragte Jackie. Geoff war genauso ratlos, schüttelte den Kopf und zuckte mit den Schultern. Auch er fing an sich Sorgen um Kate zu machen. „Sie ist schon seit einiger Zeit so komisch. Immer müde und schlapp. Hat keinen richtigen Appetit. Aber weil sie ansonsten gesund aussah, habe ich mir erstmal nichts weiter dabei gedacht. Ich glaube, ich sollte sie nachher mal untersuchen.“ Jackie nickte und sie widmeten sich wieder der Platzwunde. „Du musst jeden Tag den Verband wechseln und die Wunde sauber halten. Sollte es keine Komplikationen geben, sehe ich Dich nächste Woche auf der Dingeradoo-Farm zum Fäden ziehen.“ „Ja, Doc.“ Kam es kleinlaut von dem Jungen.
Sie gingen wieder raus und Geoff überblickte seine Patienten. ‚Noch fünf und dann ist Kate dran.‘ sagte er zu sich selbst und dachte wieder besorgt an ihren Abgang eben. Das gefiel ihm gar nicht.
Kate war in der zwischen mit dem Test auf die Toilette verschwunden. Martin hielt Wache vor der Tür und tänzelte nervös von einem Fuß auf den andern und knabberten an seinen Fingernägeln. Er war mindestens genauso aufgeregt wie Kate, auch wenn es nicht sein Kind war. Aber er mochte Kate sehr. Drinnen zählte Kate völlig hibbelig die Sekunden. Wahrscheinlich viel zu schnell und zählte lieber noch dreißig Sekunden weiter. Dann blickte sie unsicher ihr Spiegelbild an. Sollte sie es wagen? Sollte sie gucken? Was, wenn sie sich doch geirrt hatten? ‚Ganz ruhig, Kate. Es wird nichts schlimmes passieren. Entweder Du bist schwanger und hast allen Grund Geoff nach der Sprechstunde aufzusuchen, oder Du bist nicht schwanger und solltest es dann auch, weil dann bist Du krank.‘ und dachte wieder an ihre Reaktion, auf das Blut. Endlich wagt sie einen Blick auf den Test und schrie auf. Martin stürmte herein und schaute Kate verschreckt an „Was ist los? Ist was passiert?“ Er konnte nicht richtig ausmachen, was passiert war. Sie hielt beide Hände vor dem Mund. Langsam sah sie zu ihm auf, nahm den Test und hielt ihn ihm vor die Augen. Zwei rote Streifen. Es gab also ein Ergebnis. Er wusste leider immer noch nicht welches. Und Kate hatte immer noch ihre Hände vor dem Gesicht. Als er schon nach der Beschreibung greifen wollte, blickte sie ihn endlich an. Er hatte noc nie in seinem Leben derart leuchtende Augen gesehen. Ihm blieb direkt die Luft weg. „Schwanger!“ flüsterte sie nur. Langsam kam wieder Leben in sie. Sie erhob sich, drückte ihn kurz an sich und verschwand lachend nach unten um Geoff zu sehen. Er war gerade mit einem weiteren Patienten fertig, als er sie sah. Ihr Anblick raubte ihn den Atem. Irgendwas war anders als eben. Diese leuchtenden Augen nahmen ihn total gefangen. Langsam kam sie grinsend und tänzelnd auf ihn zu. Jackie stand auf den anderen Seite der Veranda und beobachtete ebenfalls mit offenem Mund diese Wandlung. ‚Was war nur los mit Kate? Irgendwas stimmte nicht…‘ Dann sah sie Martin kommen, der die Szene von Kate und Geoff lächelnd beobachete und wusste och weniger, was sie davon halten sollte. Mittlerweile war Kate bei Geoff angekommen, legte ihm ihre Arme um die Hals und gab ihm einen Kuss. „Kate, was ist los mit Dir? Eben noch kippst Du mir fast um und jetzt bist Du wieder das blühende Leben. Nicht dass ich imich  nicht freue, dass es Dir besser geht, aber irgendwas ist doch…“ fragte er sie besorgt. „Nein, Herr Doktor. Alles ist gut. Selbstverständlich dürfen Sie mich untersuchen, aber ich denke mit… UNS… ist alles in Ordnung.“ Geoff starrte sie verständnislos an. Dann sah er wie Martin mit einem Schwangerschaftstest wackelte. So langsam begriff Geoff, was los war. Kate war nicht krank, ihr ging es prächtig. Nein, sie machte ihn zum wiederholten Male zum glücklichsten Menschen der Welt. Jauchzend  nahm er sie fest in die Arme und wirbelte mir ihr im Kreis. „Oh Kate, ich liebe Dich so sehr.“ Und gab ihr einen langen und tiefen Kuss. Beifall brandete von den Zuschauern auf. Und Martin meinte zu Jackie „Ich beneide ihn.“ Geoff und Kate nahmen von all dem kaum etwas wahr. Sie sahen sich nur tief in die Augen und waren in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen. „Ein Spielgefährte für Scarlett.“ Flüsterte Geoff. „Jaa, ich danke Dir für das Geschenk. Habe ich Dir heute schon gesagt, wie sehr ich Dich liebe?“ Und sie küssten sich wieder. „Hey ihr zwei glücklichen Turteltäubchen. Ich würde heute gerne noch Feierabend machen.“ Rief Jackie lachend. Nur widerwillig ließen die zwei voneinander ab und Geoff ging zurück zu seinen Patienten. Kate blickte ihm nach und ging dann auf die Suche nach Scarlett. Sie fand sie bei Jamie und Julian auf der anderen Seite des Hauses. „Hallo Kate, was ist los? Sie grinsen ja so.“ fragte Jamie. Und Julian fragte weiter „Was war das eben für ein Lärm vorne am Haus?“ „ Oh, die Leute haben mir und Geoff nur applaudiert.“ „Wieso?“ fragte Julian „Haben sie ein Kunststückchen vorgeführt?“ Kate lachte „Nein, nein. Ich habe Geoff erzählt, dass ich schwanger bin. Alle haben es mitbekommen und uns gratuliert.“ Beide Jungs betrachteten Kates Bauch. Soviel wussten sie schon. „Aber man sieht doch gar nichts. Woher wollen Sie denn wissen, dass Sie schwanger sind?“ fragte Jamie erstaunt. Kate überlegte, wie sie es kindgerecht erklären sollte. „Nein, am Anfang sind die Babies ja auch noch ganz winzig. Man würde sie nur unter einem Mikroskop erkennen. Wisst Ihr da gibt es so kleine Dinger in unseren Körpern, die heißen Hormone. Wir alle haben sie. Und diese Hormone verändern sich, wenn eine Frau ein Baby erwartet. Sie lösen komische Reaktionen aus. Als ich mit Scarlett schwanger war, war mir morgens immer schlecht. Dieses Mal bin ich viel müde und schlapp und habe keinen richtigen Appetit. Also habe ich einen Test gemacht und festgestellt, dass ich schwanger bin.“ „Einen Test?“ fragten beide verwirrt. „Was macht dieser Test?“ bohrte Julian weiter. „Der Test besteht aus einem Papierstreifen in einem Plastikstift, der mit verschiedenen Stoffen beträufelt wurde. Auf diesen Test muss eine Frau draufpinkeln. Und je nachdem, welche Hormone gerade durch ihren Körper jagen, zeigt der Test dann, ob sie schwanger oder eben nicht schwanger ist.“ Die jungs sahen sie an, als hätte sie gerade einen rosanen Elefanten erfunden.  Kate prustete los und überlegt, wie sie es ihnen anders erklären konnte. „Wartet kurz…“ und verschwand ins Haus. „Gabby, ich brauche mal ein paar Sachen aus Deiner Küche.“ „Ja klar, bedien Dich. Was brauchst Du?“ „Zwei Schüsselchen, etwas Puderzucker und etwas Speisestärke und Jod.“ Gabby fragte sie erstaunt „Wozu das denn?“ Kate verdrehte etwas die Augen „Ich versuche Julian und Jamie die Wirkung von einem Schwangerschaftstest zu erklären.“ Gabby prustete los. „Das muss ich mir ansehen.“ „Ja gerne. Vielleicht kannst Du mir beim Erklären behilflich sein.“ Antwortet Kate. Mit allem bewaffnet gingen sie zurück zu den Kindern. Als Scarlett ihre Mama wieder sah, lächelte sie und streckte ihr ihre Ärmchen entgegen. Kate nahm sie hoch und überreichte den Jungs die Schüsseln und das Jod. „Also, wie stellen uns jetzt vor, das weiße Pulver sind zwei Frauen. Eine schwanger, die andere nicht. Um das herauszufinden haben wir das Jod. Das Jod stellt unseren Test dar, von dem ich erzählt habe. Ihr nehmt jetzt das Jod und sagt mir, welche Farbe es hat.“ Jamie antwortete „Es sieht in der Flasche schwarz aus. Aber wenn man es auf eine Wunde macht, ist es orange.“ Kate nickte „Ganz genau. Jetzt macht ihr ein paar Tropfen davon in jede Schüssel.“ Die Jungs taten wie befohlen. „Es bleibt orange.“ Teilte Julian seine Beobachtung mit und wandte sich der zweiten Schüssel zu. „Es wird blau!“ Die Frauen lächelten und Kate ergriff wieder das Wort „Richtig. Es hat aufgrund einer Substanz – bei einer schwangeren Frau die veränderten Hormone die Farbe verändert. Und genauso funktioniert ein Schwangerschaftstest.“ Die Jungs verstanden und strahlten Kate an. „Und was genau haben wir hier wirklich vor uns?“ fragte Julian ernst. Dieses Mal antwortete Gabby „Puderzucker und Speisestärke. Die Speisestärke lässt das Jod blau werden.“ Geoff und Jackie gesellten sich zu ihnen. Offensichtlich war die Sprechstunde beendet. „Na, was macht Ihr denn hier tolles?“ fragte er. „Einen Schwangerschaftstest.“ Meinte Julian. „Chemieunterricht“ antwortete Jamie und alle lachten. „ich habe ihnen die Wirkungsweise eines Schwangerschaftstest mit Puderzucker, Speisestärke und Jod erklärt.“ Klärte Kate ihren Mann auf. Dieser setzte sich zu ihr, nahm sie in den Arm und Scarlett auf seinen Schoß. Scarlett sah ihn nur mit ihren großen Augen an und brabbelte vor sich hin. „Na mein kleines Mäuschen, was hältst Du davon, dass Du bald einen Spielgefährten hast?“ fragte er sie lächelnd. Kate blickte Geoff verliebt an, gab ihm einen Kuss auf die Wange und kuschelte sich noch enger an ihn. Sie gaben das perfekte Bild einer kleinen Familie ab. Und bald würden sie zu viert sein.



Geoff konnte seine Hand schon gar nicht mehr spüren. Bestimmt würde er die nächsten drei Monate nicht operieren können. Aber das war egal. Dann blieb er eben daheim und wickelte sein Baby, dass in diesem Moment dabei war, den schwersten Weg seines Lebens anzutreten. Seit drei Stunden lag Kate nun schon in den Wehen, aber es war bald geschafft. „Pressen Kate! Komm Schon, pressen!“ rief Sandra, die neue Ärztin. Sie war für Rowie gekommen. Diese hatte kurz Bekanntwerden von Kates zweiter Schwangerschaft gewechselt und arbeitete jetzt in der Yuti-Station. Sandra war eine gute Ärztin. Vom fachlichen her erinnerte sie alle ein bisschen an David. „Ja, Du machst das wunderbar. Ich kann den Kopf jetzt sehen. Komm, noch einmal pressen! Gleich hast Du es.“ Auch Geoff redete Kate gut zu. “Komm Kate. Du schaffst das. Halte durch. Du bist stark. Noch einmal pressen.“ Und er half ihr, indem er sie beim Pressen hielt. „AAAHHHHH!!“ schrie Kate und fiel völlig erschöpft zurück. Geoff gab ihr kleine Küsschen und wischte ihr den Schweiß von der Stirn. „Der Kopf ist schon draußen. Noch einmal und dann hast Du es geschafft Kate. Es sieht wunderschön aus. Komm, noch einmal. Pressen!“ Kate überkam eine weitere Wehe und sie presste, was das Zeug hielt. Sie merkte, wie es auf einmal leicht flutschte und draußen war ihr Baby. Kate ließ sich völlig erschöpft zurück in die Kissen sinken uns schloss für einen kurzen Moment die Augen. Leise Babyschreie füllten den Raum. Neben ihr fing Geoff leise an zu lachen und zu weinen. „Herzlichen Glückwunsch Ihr zwei, Ihr habt einen gesunden Jungen. Soweit ich auf den ersten Blick sehen kann, alles dran, was dran gehört.“ Sagte Sandra, wischte dem Säugling etwas das Blut und Fruchtwasser ab, wickelte ihn in ein sauberes Tuch und legte ihn an Kates Brust. Sie hatte inzwischen ihre Augen wieder geöffnet und lachte und weinte zusammen mit Geoff und beobachtete jeden einzelnen Handgriff von Sandra. Der Kleine schien hungrig zu sein und suchte die Brust. Kate legte ihn sofort an. Geoff hielt sie beide fest im Arm. Ihm liefen unentwegt die Tränen. „Völlig entrückt blickte er die zwei an und sagte zu Kate „Ich liebe Dich. Danke, dass Du mir diese tolle Familie schenkst. Ich liebe Dich über alles.“ Kate strich ihn mit ihrer freien Hand über das Gesicht „Ich liebe Dich auch. Und ich danke Dir für diese wunderbare Familie.“ Und sie versanken in ihren Augen. Geoff beugte sich hinab und küsste seine Frau lang und zärtlich. Sandra und Annie, die zurück auf der Basis in Coopers war und ihr hier assistiert hatte bekamen beide ebenfalls Tränen der Rührung in die Augen. Solch eine Szene voll glück bekamen sie nicht alle Tage zu sehen.
Ein paar Stunden später kamen Vic und Nancy mit Scarlett sie besuchen. Als Kate Scarlett erblickte, war sie fast ein wenig erschrocken. War ihre Erstgeborene wirklich schon so groß? Wo war die Zeit geblieben. Bald würden sie schon ihren zweiten Geburtstag feiern. Scarlett stürmte auf ihre Mutter zu.“Mom, Scarlett spielen mit Baby.“ Kate schmunzelte. „Nein meine Süße, das dauert noch ein bisschen. Dafür muss Dein Brüderchen erst noch ein bisschen wachsen und älter werden.“ Scarlett war enttäuscht und verzog beleidigt ihr Gesicht. Sie hatte gehofft sofort mit ihrem Geschwisterchen spielen zu dürfen. „Wo Bruder?“ Kate zeigt auf Geoff, der gerade den Gang entlang spaziert kam und das Baby im Arm hielt. „Hallo Scarlett meine Große. Vic, Nancy. Danke, dass ihr wieder eingesprungen seid.“ „Aber sicher doch. Das machen wir doch gern.“ Ließ Nancy hören und war schon ganz in der Betrachtung des Babys vertieft. „Ach Gott, was ist der süß. Darf ich ihn mal halten?“ fragte sie. „Aber klar doch erwiderte Geoff du überreichte ihr das Bündel. Dann beugte er sich zu Scarlett und nahm sie auf den Arm. Schließlich sollte sie sich nicht vernachlässigt fühlen. „Habt Ihr denn schon einen Namen für den kleinen Prachtkerl?“ fragte Vic. Kate und Geoff sahen sich an. „Matthew James“ antworteten beide gleichzeitig. „Matu“ rief Scarlett, die bei Kate auf dem Bett saß und zeigte auf ihr Brüderchen. Nancy gab Kate das Baby. Scarlett kuschelte sich auch an ihre Mama und streichelte ihrem Bruder über den Kopf. Geoff, der diese Szene beobachtete, traten Tränen des Glücks in die Augen. Das saßen sie, die wichtigsten Menschen in seinem Leben. Seine wunderbare Frau und seine prächtigen Kinder. Hätte man ihm bei seiner Ankunft vor vielen Jahren in Coopers Crossing gesagt, wie sein Leben sich entwickeln würde, er hätte die Person für verrückt erklärt. Er ging zu seiner Familie, legte seine Arme um alle, gab Kate einen liebevollen Kuss auf das Haar und sagte leise „Ich liebe Euch alle so sehr.“
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