The Bodyguardian Angel

GeschichteHumor, Romanze / P12
Jasper Frost Königin Helena Henstridge OC (Own Character) Prinz Cyrus Henstridge Prinz Liam Henstridge Prinzessin Eleanor Henstridge
23.11.2016
25.11.2016
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1823
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Mein Atem bildete weiße Wölkchen in der kalten, klaren Morgenluft. Das gleichmäßige Trommeln meiner Füße auf den harten Asphalt, beruhigte meine angespannten Nerven. Die Themse lag dunkel und still zu meiner Rechten. Die Wintersonne war noch lange nicht aufgegangen und die Schatten der menschenleeren Geschäfte schienen noch düsterer als sonst, das spärliche Licht der Laternen reichte nicht aus um sie zu vertreiben. Ich beschleunigte mein Tempo und mein Mund verzog sich zu einem kleinen Lächeln. Ich bog um die nächste Ecke und hatte freie Sicht auf die Tower Bridge die majestätisch vor mir aufragte.

Verschwitzt und glücklich sperrte ich die Tür zu meinem winzigen Apartment auf und trat in den engen Flur. Die ausgeblichenen, blauen Wände waren noch ganz kahl, dafür standen unzählige Kisten mit Bildern und Büchern in meinem Wohnzimmer und der mit dem Wohnzimmer verbundenen Küche. Ich war erst vor zwei Wochen nach London gezogen und bis gestern noch mit dem aufbauen von Möbeln beschäftigt gewesen. Jetzt standen bis auf das Bett, an dem ich mit meinem Laienwissen jämmerlich gescheitert war, und ein Badezimmerregal sämtliche Möbel und ich war ziemlich zufrieden mit mir. Leider hatte mir niemand beim Aufbau helfen können, denn meine Freunde und Verwandtschaft wohnten alle noch in Blackpool und Umgebung. Sie hatten mir so geholfen die ersten zwei Tage doch dann ging ihr Leben Zuhause weiter und ich war allein. Der Job wegen dem ich mein altes Leben hinter mir gelassen hatte fing erst heute an, also hatte ich nicht viel mehr machen können außer lesen und mich einrichten. Mein Herz machte einen Hüpfer. Heute war es endlich soweit, dachte ich und schälte mich aus meinen Trainingssachen. Dann stellte ich mich unter die Dusche und ließ das heiße Wasser auf meine Schultern prasseln.
Nur in Unterwäsche tapste ich in mein Schlafzimmer, vorbei an meiner auf dem Boden liegenden Matratze und den Einzelteilen des Betts, und nahm den nagelneuen Hosenanzug auf dem Kleiderschrank. Der teure Stoff der weißen Bluse schmiegte sich eng an meine Brust, die schwarze Hose saß perfekt und ich hätte es nicht für möglich gehalten aber der Anzug stand mir wirklich gut. Ich musterte mich grinsend im Spiegel, ich war keine Schönheitskönigin aber trotzdem war ich ganz zufrieden mit mir. Meine Figur war geprägt durch meinen Beruf in dem man sportlich in Höchstform sein musste. Ich war ziemlich schlank, allerdings hatte ein gutes C-Körbchen von meiner Mutter geerbt. Leider aber auch ihre geringe Körpergröße, ich maß lächerliche 1,64 m.
Mein Gesicht war durchschnittlich. Dunkele Augenbrauen prangten über dunkelgrünen Augen. Meine Nase war grade und passte zu meinen hohen Wangenknochen, meine Lippen waren weder besonders voll noch besonders schmal. Nur auf meine Haare war ich stolz, an guten Tagen hatten sie ein sattes Braun und umrahmten mein Gesicht in sanften Wellen.
Heute hatte ich es glatt geföhnt und es zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden. Das einzige Zugeständnis das ich meiner Eitelkeit machte war ein wenig Mascara, als Frau in der Sicherheitsbranche hatte man eh schon mit genug Vorurteilen zu kämpfen da sollte man es dringend vermeiden als Schminkpüppi abgestempelt zu werden.

Ein paar Stunden später stand ich vor dem Personaleingang des Palastes. Man kontrollierte mich und führte mich dann durch die prunkvollen Gänge, zu einem Aufzug. Ich atmete tief durch und ließ meine Gesichtszüge versteinern, so wie man es von einem Bodyguard erwartete der für die Königliche Leibgarde arbeitete, und stieg in den Aufzug. Vor meinem inneren Auge zuckten die Bilder von den ganzen teuren Teppichen und Vasen die ich gesehen hatte als man mich durch den Palast führte. Es ertönte ein leises „Pling“ und ich öffnete das Gitter des alten Fahrstuhls so wie mir das Dienstmädchen es gezeigt hatte. Und da saß das erste vertraute Gesicht, dass ich seit zwei Wochen gesehen hatte. James Hill. Mein ehemaliger und neuer Boss. Der neue Sicherheitschef des Königlichen Hofs.
James Hill.

„Sage!“, begrüßte er mich mit seiner stoisch freundlichen Art.
„Na, alter Mann… Ist schon ne Weile her oder?“, feixte ich und ließ mich von ihm in die Arme schließen.
„Nicht so frech, junge Dame. Sonst überlege ich es mir noch einmal wem ich das Leben unseres Prinzen anvertraue“, lachte er. Tatsächlich hatte er mich damals kurz nach seiner Ernennung in sein Team geholt und er hätte mir keinen größeren Vertrauensbeweis erweisen können. In unserer vierjährigen Zusammenarbeit bei Scottland Yard, in der er mich als übereifrige Inspektor Anwärterin zu geteilt bekommen hatte, waren wir irgendwann zu Partnern geworden. Und nachdem er mich zu einem halbwegs anständigen Inspektor geschliffen hatte, wechselte er das Fach und war der Bodyguard der Britischen Prinzessin geworden.
„Das würdest du nicht wagen“, lachte ich. „Er könnte nur in schlechtere Hände kommen.“
„Er ist bereits in guten Händen…“, ertönte eine dunkele, ernste Stimme hinter mir. Ein junger Mann lehnte an der Wand, ich hatte ihn nicht bemerkt. Er war mittelgroß und durchtrainiert. Das schwarze Jackett spannte sich über seine breiten Schultern. Seine Haare waren dunkelblond und ein bisschen wirrer als es bei einem Bodyguard im Palast sein sollte. Sein Gesicht war markant, aber durchaus attraktiv. Doch seine blaugrauen Augen waren feindselig und seine Lippen zu einem schmalen Strich verzogen. Er sah aus als hätte er noch nie in seinem Leben gelacht.
„Ach ja? Warum bin ich dann hier?“, fragte ich gespielt freundlich und erwiderte seinen feindseligen Blick ohne mit der Wimper zu zucken.
„Sage, das ist Jasper Frost. Er ist der Leibwächter von Prinz Liam.“ Verwirrt blickte ich zu James.
„Jasper, das ist Sage Harper. Ihr werdet ab jetzt zusammenarbeiten damit der Prinz rund um die Uhr geschützt ist. Ihr seid jetzt Partner.“
Ein Muskel an Jaspers Kiefer zuckte.
„Ich habe nicht um Verstärkung gebeten“, meinte Jasper mit unbewegte Miene.
„Nein, doch wir befinden uns im Umbruch. Man wird nach Schwachstellen in unserer Verteidigung suchen, wir waren selten so angreifbar wie jetzt und deswegen müssen wir zeigen, dass die Mitglieder der Königlichen Familie sicherer sind als jemals zuvor“, erwiderte James ruhig aber bestimmt.
„Aber, wenn wir ein Zeichen setzten wollen scheint sie eine doch recht ungewöhnliche Wahl.“ Er zeigte mit einer lässigen Handbewegung in meine Richtung und zog eine Augenbraue in die Höhe. Ich knirschte mit den Zähnen.
„Du solltest dich nicht von dem ersten Eindruck täuschen lassen, dass könnte tödlich sein“, sagte ich und meine Stimme troff vor Abneigung.
„Sie werden sich gut ergänzen“, lachte James. „Davon bin ich überzeugt. Ebenfalls bin ich davon überzeugt, dass sie beide alles dafür tun werden ein gutes Team zu werden. Sie werden Sage alle nötigen Abläufe erklären Jasper. Es ist nicht immer notwendig, dass der Prinz von ihnen beiden beschützt wird, sie sollten also einen Schichtplan entwerfen und einen Plan zur Sicherung des Prinzen bei Events oder öffentlichen Auftritten.“
„Sir…“, setzte Jasper an, doch James unterbrach ihn mit einer unwirschen Handbewegung.
„Ich verlasse mich auf Sie. Auf sie beide…“
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