Please have MERCY on me

von schlange7
GeschichteRomanze / P18
Casey McDonald Derek Venturi
22.11.2016
22.11.2016
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Dieses Kapitel
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22.11.2016 2.450
 
Hallo zusammen :) Ich habe es tatsächlich geschafft eine Fortsetzung zu schreiben. Hier ist also der Morgen danach...
Viel Spaß beim lesen! :)


Der Morgen kam viel zu schnell und als Derek die Augen langsam öffnete fiel sein Blick sofort auf Casey, die mit dem Rücken zu ihm gewandt neben ihm lag und schlief. Ihre sonst so ordentlichen Haare waren ziemlich durcheinander. Derek musste unwillkürlich grinsen, als er daran dachte, dass dies wohl seine Schuld war. Was gestern Nacht passiert war kam ihm unwirklich vor und doch lag sie hier neben ihm und schlief wie ein Engel. Derek beugt sich vorsichtig über die schlafende Casey und betrachtete sie kurz. Sie sah so zufrieden und friedlich aus, doch er wusste, das konnte sich ganz schnell ändern, wenn sie erst einmal aufgewacht war. Derek konnte sich nicht vorstellen, dass sie das was gestern passiert war heute noch gut fand. Erstens war sie nicht mehr sturzbetrunken, zweitens war das was passiert war sowieso völlig verrückt und drittens war sie, auch nach allem was gestern gewesen war, immer noch Casey. Derek war sich schon fast sicher, dass dieser kleine Engel neben ihm gleich wieder in seine ätzende Stiefschwester verwandeln würde. Seine einzige Hoffnung war es, das Casey sich dank des Alkohols nicht mehr an viel erinnern konnte. Ansonsten hatte er wohl mit einem heftigen Donnerwetter zu rechnen.

Derek beschloss trotzdem einen Versuch zu starten den Morgen nett zu gestalten. Er stand auf, ging in die Küche und bereitete Frühstück vor. Da das Untergeschoss des Hauses von der Party völlig verwüstet war, beschloss er Casey das Frühstück ans Bett zu bringen, damit sie nicht schon einen halben Herzinfarkt bekam, wenn sie die Treppe herunterging. Mit einem Tablett in der Hand bahnte er sich den Weg zurück zu Treppe und entdeckte hier und da noch ein paar übriggebliebene Partygäste, die verteilt auf Sesseln, dem Teppich und dem Sofa lagen. Es sah wirklich aus, als hätte eine Müllbombe im Haus eingeschlagen. Das Aufräumen würde sicher kein Spaß werden.

Oben in Dereks Zimmer wurde Casey langsam von einem schrecklichen, schmerzhaften Pochen in ihrem Kopf geweckt. Sie öffnete die müden Augen. Ihre Augenlieder fühlten sich schwer wie Blei an. Ihr war schlecht und alles schien sich leicht zu drehen, sodass sie erst im zweiten Moment bemerkte, dass sie nicht in ihrem Bett lag. Als Casey erkannte, dass dies nicht ihr Bett war, setzt sie sich schwungvoll auf und ihr wurde schlagartig sehr schlecht und alles drehte sich wie verrückt. Sie musste zuerst einen Moment abwarten, bevor sie klar sehen konnte in welchem Bett sie sich befand. Casey traute ihren Augen nicht. Das war Dereks Bett. Sie hatte in Dereks ekeligem, dreckigen Bett geschlafen! Aber warum? Caseys Verstand begann zu arbeiten. Als sie an sich heruntersah und bemerkte, dass sie nackt war, schrillten in ihrem Kopf alle Alarmglocken. Was zum Teufel war gestern bloß passiert?  

Gerade in dem Moment als Casey die Panik packte, öffnete sich die Tür und Derek trat mit dem Tablett herein. Casey zog sofort die Bettdecke über ihren Körper und sprang auf. Sie stand genau vor Derek und funkelte ihren Stiefbruder böse an. „Was ist passiert, Derek?“ wollte sie wissen. Derek wusste nicht wirklich wie er nun auf diese Situation reagieren sollte, damit es nicht völlig eskalierte. Obwohl er schon damit gerechnet hatte, dass Casey nicht begeistert sein würde, war er nun doch überfordert. Schließlich umging er ihre Frage einfach, indem er sagte „Willst du nicht erstmal was essen?  Ich hab Frühstück gemacht.“.   Dich davon ließ Casey sich gar nicht beeindrucken. „Sag mir, was passiert ist, Derek.“ Forderte sie nun mit noch mehr Nachdruck.

Derek seufzt, stellte das Tablett ab und brachte ein bisschen Sicherheitsabstand zwischen sich und seine Stiefschwester, indem er sich gespielt lässig auf seinen Schreibtischstuhl fallen ließ. „Nichts Besonderes eigentlich.“ Antwortete er lapidar. Er konnte förmlich sehen, wie die Wut in Casey brodelt. Ihre zierlichen Hände ballten sich zu Fäusten und sie sah ihn so an wie immer, wenn sie kurz davor war ihn anzumeckern. „Sag mir sofort was hier passiert ist! Ich bin doch nicht einfach so plötzlich nackt in deinem Bett und wache mit schrecklichen Kopfschmerzen auf!“ fuhr sie ihn an. Jetzt war er wohl im Zugzwang ihr etwas zu erzählen. „Es gab halt eine kleine Party, Casey. Nichts worüber man sich aufregen müsste.“ Versuchte er die Situation herunterzuspielen.

Doch das sah Casey anders „Es muss doch wohl gewaltig etwas schiefgegangen sein, wenn du mir schon Frühstück ans Bett bringst, oder? Sag mir jetzt die Wahrheit!“ fauchte sie. Derek kratzte sich ratlos am Hinterkopf und betrachtete Casey, die ihn erwartungsvoll ansah. Es war eigentlich bedauernswert, dass sie nun die Bettdecke um ihren schönen Körper gewickelt hatte, er hatte noch nicht einmal die Gelegenheit gehabt sie in Ruhe zu betrachten und ihm war klar, dass er diese Möglichkeit wohl nie wieder bekommen würde. Derek bedauerte es wirklich, dass nun alles wieder so lief wie immer. Dabei sah Casey gerade so sexy aus, mit ihren zerzausten Haaren. Trotzdem stand sie nun wütend vor ihm und erwartete eine Antwort. Was sollte er jetzt sagen? Es kam nicht oft vor, dass Derek sich diese Frage stellen musste. Meistens kamen seine Worte einfach von selbst und er dachte nicht viel darüber nach, was er sagte. Doch jetzt fiel es ihm tatsächlich schwer die richtigen Worte zu finden.

Er stand auf und packte Casey an den nackten Schultern „Setzt dich besser.“ Sagte er und drückte sie, sanft aber bestimmt, runter auf sein Bett. Casey sah zu ihm auf und starrte Derek mit ihren blauen Augen durchdringen an. „Also, was ist passiert, Derek?“ fragte sie noch ein Mal nach. Derek seufzte „Es ist wohl alles etwas aus dem Ruder gelaufen fürchte ich. Wir hatten Spaß auf der Party, wir haben eine ganze Menge getrunken und naja….“ Er brach ab. Doch Casey ließ nicht locker „Was?“ fragte sie. Derek raufte sich die wuscheligen braunen Haare und Casey bemerkte ein Kribbeln in sich. Er sah heiß aus, wenn er sich so durch die Haare fuhr, dachte sie plötzlich und wusste im nächsten Moment nicht was mit ihr los war. Warum dache sie bloß so etwas über Derek? Was war bloß letzte Nacht passiert. Sie konnte sich wirklich an nichts erinnern und das machte sie fast warnsinnig!

Aus einem Reflex heraus stand sie ruckartig auf und stand nun wenige Millimeter von Derek entfernt. Diese nähe fühlte sich so seltsam an. Irgendwie vertraut und gut. Sie musste jetzt wissen was hier los war. „Sprich es aus.“ Forderte Casey während sie Derek fest in die Augen sah. Er versuchte ihrem Blick auszuweichen, doch Derek wusste, dass die Wahrheit dieses Mal wohl unumgänglich war. „Wir waren zusammen im Bett.“ Antwortete er nun schnell, als würde er ein Pflaster abreißen. Das war zu schnell für Caseys angeschlagenen Verstand. „Was?“ fragte sie ungläubig und glaubte sich verhört zu haben. Derek nickte „Du hast mich schon richtig verstanden. Wir hatten Sex. Du und ich.“ Erklärte er der verwirrten Casey.
Das Mädchen ließ sich zurück auf Dereks Bett sinken und starrte ins Leere. Sie konnte es nicht fassen. Dereks Worte hallten in ihrem Kopf wider, ´Wir hatten Sex. Du und ich.´. Das durfte einfach nicht wahr sein. Casey sah zu Derek hoch „Du lügst doch.“ Sagte sie leise. Derek schüttelte den Kopf „Dieses Mal ausnahmsweise nicht.“ Sagte er. Casey sah zu Boden. Sie hatte mit Derek geschlafen? Mit Derek, ihrem Stiefbruder? Wie hatte das bloß passieren können? Das hatte sie doch sicher nicht wirklich gewollt, auch wenn sie noch so betrunken gewesen war. Das war Dereks Schuld. Er hatte sie dazu gebracht. Er musste doch gewusst haben, dass sie völlig unerfahren gewesen war. Er hatte alles ruiniert. Sie hatte sich immer geschworen, dass ihr erstes Mal mit jemandem sein würde, den sie wirklich liebte und jetzt sollte es Derek gewesen sein? Das durfte einfach nicht sein!

Casey sah auf und blickte Derek hasserfüllt an. Ihm wurde ganz flau. So böse hatte Casey ihn noch nie angesehen, da war Derek sich sicher. „Du bist ein Schwein, weißt du das? Du hast alles kaputt gemacht, Derek!“ schrie sie ihn plötzlich an und begann zu weinen ohne, dass sie etwas dagegen tun konnte. Derek sah das Mädchen fassungslos an „Hey das war doch nicht nur meine Schuld, schließlich sind am Sex doch wohl zwei beteiligt.“ Versuchte er sich zu verteidigen. „Du weißt ganz genau was ich meine. Ich war unschuldig. Ich wollte auf den Richtigen für mich warten und jetzt kamst du und hast alles kaputt gemacht. Du mit deinem scheiß Alkohol. Du hast mich abgefüllt und dann benutzt! Das verzeihe ich dir nie, Derek!“ fuhr sie ihn erneut unter Tränen an.

Derek wusste gar nicht wie ihm geschah. Warum waren Frauen bloß so komisch? Gerade Casey? Ihre Gedanken waren so kompliziert! Wie kam sie nun darauf, dass er Schuld war und sie extra abgefüllt hatte, nur um sie zu benutzen? Das war völliger Schwachsinn! Er hob abwehrend die Hände „Hey das ist nicht wahr Casey und das weißt du auch! Sowas würde ich nie tun. Ich habe dich nicht benutzt!“ versuchte er die Sache klarzustellen, doch ohne Erfolg. Casey sprang wieder auf und wollte den Raum verlassen „Hör auf dich rauszureden. Ich habe das so satt. Dieses Mal bist du wirklich zu weit gegangen, Derek!“ schluchzte sie, bevor sie die Zimmertür hinter sich zuknallte und im Bad verschwand.

Derek stand wie vom Blitz getroffen in seinem Zimmer und wusste nicht, was er jetzt tun sollte. Er hatte ja geglaubte, dass sie ausrasten würde, aber nicht, dass sie so ausrasten und sogar weinen würde. Er hatte ja schon viel Unfug mit Casey getrieben, aber er hatte sie trotz allem nie zum Weinen gebracht. Das war jetzt wirklich nicht seine Absicht gewesen. Warum hatte er das gestern bloß nicht gelassen? Das war ein Fehler gewesen, denn jetzt hasste Casey ihn wohl wirklich. Das hatte Derek nie erreichen wollen. Natürlich ärgerte er seine Stiefschwester gerne, doch er hatte ihr nie wirklich etwas Böses gewollt. Jetzt saß sie laut schluchzend im Badezimmer und er hatte wohl ihre rosaroten Mädchenträume zerstört. Das war wirklich ein Problem und Derek fühlte sich schrecklich.

Den Rest des Tages verbrachte Derek damit das Chaos im Haus zu beseitigen. Währenddessen zerbrach er sich den Kopf darüber, wie er das, was geschehen war irgendwie wieder gut machen konnte, doch er wusste nicht, ob er das überhaupt konnte. Casey sah er den ganzen Tag nicht, er hörte sie nur weinen und es machte ihn fertig. Das erste Mal in seinem Leben war er völlig ratlos und er hatte ein verdammt schlechtes Gewissen. Diese Grenze hätte er nicht überschreiten dürfen, auch wenn es sich in diesem Moment noch so gut angefühlt hatte.

Als Nora, George und der Rest der Familie am nächsten Tag wiederkamen, wusste niemand was mit Casey los war. Sie kam kaum aus ihrem Zimmer und wirkte schrecklich unglücklich. Auch Derek war anders als sonst. Er war still und wirkte geknickt. Weder Nora noch George bekamen etwas aus den beiden heraus, doch allen war klar, dass etwas passiert sein musste. Derek und Casey sahen sich nicht mehr an, sie mieden sich und es gab keine Streitereien mehr. Es war viel stiller im Haus, als je zuvor. In der Schule war Casey erstaunlich nachlässig und abwesend. Auch ihren Vertrauenslehrer Paul hatte sie nicht mehr besucht. Sie sprach mit niemandem wirklich und war so zurückgezogen wie nie zuvor.

Derek war nicht mehr so zu Scherzen aufgelegt, wie sonst. Er schlich eigentlich nur noch durch die Gänge der Schule, anstatt alle zu grüßen und mit seinen Freunden Witze zu reißen. Er war erstaunlich still im Unterricht, doch von aufpassen war auch keine Rede. ER schien mit den Gedanken immer ganz woanders zu sein, doch keiner wusste wo. Keiner wusste wie sehr Derek innerlich litt. Casey ging ihm nicht aus dem Kopf und es tat weh, das sie ihn ignorierte und verachtete. Derek hätte es nie für möglich gehalten, dass er wegen Casey so verletzt sein konnte. Doch es tat weh.

Nach einigen Monaten beobachtete Derek, dass Casey sich veränderte, sie sprach zwar immer noch nicht mit ihm und behandelte ihn weiterhin wie Luft, doch sie begann sich mit anderen Jungen zu treffen. Sie trug fast nur noch Röcke und hübsche Tops. Jeder Kerl schien plötzlich auf sie zu stehen. Sie benahm sich so völlig anders. Derek erkannte Casey kaum wieder. Sie benahm sich wie eines dieser dummen, tussigen Mädchen die für jeden leicht zu haben waren. Das passte gar nicht zu ihr und Derek gefiel es nicht, was er sah. Ihm gefielen die Typen nicht, mit denen sich Casey neuerdings umgab du er verstand mal wieder nicht was in ihrem Kopf vor sich ging. Er würde sie wohl nie verstehen.

Derek bekam das Gefühl, dass seine Stiefschwester jeden Abend einen anderen Kerl mit nach Hause brachte und das gefiel ihm kein bisschen. Am liebsten hätte er jeden von ihnen eigenhändig wieder herausgeschmissen, doch Casey schien die neue Aufmerksamkeit zu gefallen. Derek fühlte ein unbekanntes Gefühl. Er war eifersüchtig, obwohl im klar war, dass er keinerlei Anspruch auf Casey hatte. Vor allem nicht, nach dem was zwischen ihnen passiert war. Doch er war ein Mann und wusste genau, was all diese Kerle von Casey wollten. Das war unter ihrer Würde und er konnte es kaum ertragen, dass sie sich so billig verkaufte und er sie nicht vor sich selbst beschützen konnte. Warum stellte Casey jetzt bloß solche Dummheiten an? Sie war doch immer so vernünftig gewesen. Derek wünschte sich sein Leben vor dieser verhängnisvollen Nacht wehmütig zurück. Er wollte die gute alte Streberin Casey zurückhaben. Die Casey, die ihn nicht wie Luft behandelte und mit der man doch eine Menge Spaß haben konnte. Dass er mal so über Casey denken würde, hätte Derek nie für möglich gehalten.

Caseys Verhalten wurde in den nächsten Wochen nicht gerade besser, manchmal kam sie am  Abend gar nicht nach Hause. Auch Nora und George sorgten sich um Casey, die wie ein anderer Mensch wirkte. Sie waren ratlos und bekamen nichts aus dem Mädchen heraus. Auch Derek begann wieder das ein oder andere Mädchen zu daten, doch das machte nicht mehr halb so viel Spaß wie vorher. Er musste einfach dauernd an Casey denken, wenn er mit einem anderen Mädchen zusammen war. Früher hatte er jede Zweite attraktiv gefunden und nun reizte ihn fast keine mehr. Nur Casey ging ihm nicht aus dem Kopf. Er fragte sich oft, bei wem sie gerade war und mit wem sie die Nacht verbrachte. Er konnte nichts dagegen tu, dass sie Eifersucht ihn innerlich fast auffraß. Es musste etwas passieren. Er konnte doch nicht länger zusehen, wie ein gutes Mädchen wie Casey sich so verkommen ließ! Jetzt war seine Kreativität gefragt.


P.S. Es wird noch einen 2 Teil geben ;)
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