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Don't Leave Me

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
20.11.2016
08.11.2017
8
22.344
1
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4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.12.2016 3.282
 
Hier ist ein neues Kapitel von meiner Fanfiktion für euch :p
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest? Was habt ihr alle so geschenkt bekommen? :D Ich habe das Lotto Repackage Album bekommen, mit einer Kai Photocard :D
Lasst gerne auch Lob und Kritik da :p Es würde mich echt mal interessieren, was ihr so von der Geschichte bis jetzt haltet. So langsam beginnt auch der richtige Storyverlauf.
Und jetzt Viel Spaß~ ♥
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Sehun PoV

Ich hatte zwar kein Englisch mit Jongin, dafür aber mit Luhan. Ich hoffte nur, dass wir nicht ganz den gleichen Stundenplan hatten. Ich ließ mich auf einem der hinteren Plätze nieder. Mir war in diesem Augenblick ganz egal ob er schon vergeben war oder noch nicht. Wenn nicht, dann konnte ich hier bleiben, wenn doch dann musste ich mir halt einen neuen suchen. Aber ich mochte diesen Platz, er war schön weit weg von Luhan.

Ein Mädchen mit langen schwarzen Haaren kam auf mich zu und schaute schüchtern auf den Boden. Sie verbeugte sich leicht vor mir und ich tat es ihr im Sitzen nach. „Ist der Platz hier noch frei oder soll ich mich wo anders hinsetzen?“, fragte ich gerade heraus. Sie schüttelte den Kopf, schaute mich aber immer noch nicht an. „Hier ist noch frei“, meinte sie. Generell machte dieses Mädchen auf mich einen guten ersten Eindruck. Sie trug einen dunklen kurzen Rock und eine weiße kurzärmlige Bluse welche sie in den Rock geschoben hatte. Die langen schwarzen Haare fielen ihr weich über die Schulter und glänzten im Licht. Sie war echt hübsch. Und sie ließ mich bei ihr bleiben, weit weg von Luhan.

Sie setzte sich auf den Stuhl neben mich und starrte die Tafel an. Ein wenig wunderte ich mich schon über ihre Schüchternheit. Ich meine, ich verstehe, dass man bei neuen Leuten erst einmal schüchtern ist, aber ich bin doch wirklich kein schlechter Kerl. Oder? Gingen jetzt schon irgendwelche Gerüchte über mich herum? Oder war sie von Natur aus eher schüchtern?

Aber irgendwie störte mich ihre Schüchternheit. „Wieso bist du so still?“, fragte ich sie. Man musste ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, so viel Taktgefühl hatte ich. Sie schaute mich unsicher an. Sie hatte gegen mein Erwarten keine braunen Augen. Ihre Augen waren in einem komischen braun-grün-grau Ton. Ich runzelte die Stirn und beobachtete sie weiterhin. Erst als sie den Blick wieder von mir abwendete fiel mir ein, dass sie das Gestarre meinerseits wahrscheinlich noch mehr verunsicherte. „Du brauchst mir gegenüber nicht schüchtern sein“, meinte ich. Sie nickte und schaute mich wieder an. „Ich bin Yerim“. Sogar ihre Stimme mochte ich. „Ich bin Sehun“, lächelte ich sie aufmunternd an. Sie lächelte ebenfalls. „Tut mir leid, ich bin sehr schüchtern bei neuen Leuten“, gab sie lachend zu. Sie schüttelte kurz den Kopf und schaute wieder auf den Tisch. Ich sagte nichts mehr sondern lächelte einfach von mir hin.

Die beiden Stunden Englisch vergingen wie im Flug. Verrückterweise kam ich gut im Stoff mit. Ich konnte nur erahnen weshalb. Aber es spielte keine Rolle. Endlich ein Schulfach was ich gut beherrschte. Mal schauen ob es bei dem einen bleiben würde. Meine Gedanken wurden von Yerim unterbrochen. Sie stand neben mir und verabschiedete sich höflich von mir. Ich tat es ihr gleich, packte meine Sachen und ging auf den Flur.

Ich schaute auf meinen Stundenplan um zu schauen wo ich nun hin musste. Chemie. Ich wusste noch, dass Chemie ein Fach ist wo es auf den Lehrer ankommt. Wir hatten mal eine Lehrerin, die war total entspannt und brachte den Stoff gut rüber. Leider ging sie damals in Mutterschaftsurlaub und wir bekamen einen schrecklichen Lehrer. Die Noten aller Schüler bei ihm sackten zu dieser Zeit ab und wurden auch nicht besser. Er wusste einfach nicht wie man Sachen verständlich rüber brachte.

Ich schaute schnell nach wo ich hin musste und machte mich sogleich auf den Weg durch das große Gebäude. Schneller als gedacht kam ich am Chemiesaal an und betrat diesen. Als ich durch den weißen Raum schaute stellte ich fest, dass ich zusammen mit Jongin Chemie hatte. Er stand an einer Viererbank und winkte mir zu. Lächelnd ging ich auf ihn zu. Die Sache von vorhin hatte ich längst vergessen. Ich konnte diesem Typen einfach nicht lange böse sein. Ich schmiss meine Tasche auf den Platz neben ihn und setzte mich auf meinen Stuhl. Ich musterte ihn kurz, dann setzte er sich ebenfalls und drehte sich so, dass wir mit den Knien aneinander stießen. „Wie war Englisch?“, fragte er mich. Ich zuckte mit den Schultern. „Englisch ist endlich mal ein Fach was ich in Ansätzen beherrsche“, meinte ich und streckte mich über meinen Stuhl nach hinten bis mein Rücken knackte. Dann ließ ich mich wieder nach vorne fallen und stützte mich auf meinen Knien ab. Jongin legte seine Hände auf meine und drückte sie leicht. Ich drehte meine Hände um und wir verschränkten unsere Finger ineinander. Das hatten wir damals in der Schule auch immer gemacht. Irgendwann hatten uns die anderen Schüler schräg angeschaut, aber uns war das egal gewesen.

„Mit wem sitzt du zusammen?“, fragte er mich weiter. „Mit Luhan?“, er grinste mich frech an. Ich löste eine Hand um ihm einen Vogel zu zeigen. „Als ob! Ich sitze neben einem sehr hübschen und netten Mädchen“, meinte ich und zog provokativ meine Augenbrauen nach oben. „Aber… Muss ich jetzt Angst haben?“, fragte er gespielt ängstlich und schmollte. Ich konnte mich nicht mehr zurück halten und begann laut zu lachen, was die anderen im Zimmer zu uns blicken ließ. Auch Jongin lachte leise. Dann begann eine neue Stunde.

Als wir beide am Abend nach Hause kamen warfen wir beide uns erst einmal ins Bett. Ich hatte längst vergessen wie anstrengend so ein Tag in der Schule war. Vor allem wenn man 10 Stunden Unterricht hatte. Chemie und Geschichte/Politik hatten wir gemeinsam. Die 9. Und 10. Stunde hatten wir allerdings nicht zusammen. Dafür saß Luhan mit mir im Geografie Zimmer. Jongin hatte währenddessen Biologie. Wir beide hatten uns in der Pause ausgemacht, dass wir uns nach dem Unterricht am Haupteingang trafen und dann zusammen nach Hause gehen wollten.

Jetzt lagen wir hier zusammen. „Ich hasse diese Schule jetzt schon“, meinte ich und drehte meinen Kopf zu Jongin. Er sah unglaublich gut aus, wie er da so lag, den Kopf auf den verschränkten Armen liegend und an die Decke starrend. Er schloss die Augen und schien anscheinend gar nicht zu merken wie ich ihn beobachtete. Kurz überlegte ich ob ich etwas sagen sollte, entschied mich dann aber dagegen und richtete meinen Blick ebenfalls an die Decke. Schneller als gedacht driftete ich in meine eigenen Gedanken ab.

Luhan schlich sich natürlich als erstes in meine Gedanken. Ich musste echt zusehen, dass ich mich zusammen riss. Klar, ich konnte ihn nicht leiden, aber die Gründe waren eigentlich keine richtigen Gründe. Ich weiß doch auch nicht wieso ich bei ihm so extrem reagierte. Aber seine bloße Anwesenheit machte mich alle. Und ich konnte auch nicht verstehen wieso Jongin ihn in Schutz nahm. Er wusste doch dass ich ihn absolut nicht leiden konnte. Und dann seine hässlichen Freunde… Alles an ihm regte mich auf. Wahrscheinlich war es einfach das Beste wenn ich Luhan und alles was mit ihm zu tun hatte mied. Ich würde mir sonst nur unnötigen Ärger aufladen. Darauf hatte ich nun wirklich keine Lust. Außerdem hatte ich ja Yerim. Beim Gedanken an sie schlich sich ein leichtes Lächeln auf meine Lippen. Sie war so unglaublich niedlich. Ihre ganze Ausstrahlung. Wie sie lächelte und auch wie sie schüchtern war, beides war unglaublich niedlich. Außerdem liebte ich ihren Style. Und hätte ich Jongin nicht würde ich mich wahrscheinlich schon bald in sie verlieben. Aber dafür liebte ich Jongin zu sehr. Ich seufzte leicht und trieb noch ein bisschen länger in Gedanken an Yerim umher.

Taemin PoV

Kaum hatte ich das Studio betreten kam Yixing auf mich zu gerannt. „Taemin! Hey!“, rief er und ich sprang ihm förmlich in die Arme. „Alter, ich hab dich vermisst! Lass mich nie wieder so lange alleine, hast du mich verstanden?!“, schrie ich ihn schon fast an, drückte ihn dann doch lieber noch einmal fest. Yixing war mein bester Freund. Er war für zwei Monate in China gewesen um dort seine Familie zu besuchen. In dieser Zeit musste ich alleine trainieren. Wir skypten zwar fast jeden Tag, aber es war etwas ganz anderes. Eigentlich war er nicht nur mein bester Freund, sondern auch mein einziger. Es war verdammt schwer diese zwei Monate zu überstehen. Mein Vater wurde schon fast verrückt mit mir. Ich hatte ständige Stimmungsschwankungen. Auch mein großer Bruder hielt es nicht länger als ein paar Stunden mit mir aus ohne danach selbst in Depressionen oder Aggressionen auszubrechen. Aber jetzt hatte ich ihn ja endlich wieder.

Er lachte und ich löste mich von ihm. „Du weißt, dass ich hin und wieder zu meiner Familie muss. Außerdem gibt es weniger erfreuliche Nachrichten… Ich wollte es dir nur nicht am Telefon oder über Skype sagen“. Auf einmal wirkte er etwas bedrückt. Auch ich begann sofort mir Sorgen zu machen.

„Lass uns erst einmal eine Runde tanzen und dann setzen wir uns zusammen an eine Bar und erzählen uns was in den letzten Monaten alles so passiert ist“, schlug ich vor und er nickte. „Gute Idee, ich habe noch viel aufzuholen“, meinte er und ging vor mir in das Studio. Ich lachte leicht auf „So viel ist es nun auch wieder nicht“ „Wenn du auch nur halb so viel gemacht hast wie sonst: doch.“ „Hey, wir wissen beide, dass du der bessere Tänzer bist, es wird dir wohl kaum Mühe machen“, versuchte ich ihn umzustimmen. Er lachte wieder. „Als ob. Alles eine Frage der Ansichtssache. Aber lass uns jetzt loslegen, ja?“, meinte Yixing. Ich nickte und schaltete das erste Lied ein. Wir begannen uns ein wenig zu dehnen und einzutanzen, ehe wir zu dem eigentlichen Teil übergingen.

Anderthalb Stunden später ließen wir beide uns völlig entpowert auf den Boden in unserem Trainingsraum fallen. Wir hatten beide unser Bestes gegeben und ein paar alte Tänze ausprobiert, dann waren wir zu dem aktuellen Zeug übergegangen. Ich hatte Recht gehabt als ich meinte, dass Yixing das was ich gemacht hatte schnell aufholen würde. „Sag nochmal, dass ich der bessere Tänzer bin“, meinte ich lachend. Yixing lachte ebenfalls. „Das bist du nun mal!“, sagte er und wir lachten wieder. „Aber Yixing, sagst du mir jetzt was los ist?“, fragte ich ihn, da mir seine Androhung von vorhin wieder einfiel. Was konnte es sein, das meinen besten Freund so aus der Bahn warf? Eigentlich war er jemand der sich nicht so leicht unterkriegen ließ. Yixing seufzte. „Du weißt doch wie meine Eltern sind“, begann er vorsichtig. Oh ja, das wusste ich. Sie waren eine sehr strenge Familie, die es am liebsten hätte, wenn alles nach ihrem Plan lief. Sie wollten Yixing in guten Händen wissen und es kostete eine Menge Überzeugungskunst um sie dazu zu bringen mich als guten Freund ihres Sohnes zu akzeptieren.

„Naja, jetzt in den zwei Monaten hatten sie sich eben in den Kopf gesetzt mich zu verheiraten. Du weißt, dass das bei uns im Land oft vorkommt. Und da ich ihrer Meinung nach langsam alt genug bin wollten sie schon damit anfangen mir jemanden rauszusuchen“, fuhr er fort und mir wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht. „A-Aber heißt das nicht, dass du dann wieder nach China musst? DU musst dann dort eine Familie aufbauen… Das würde ja bedeuten, dass ich ganz alleine hier wäre. Yixing, ich kann nicht ohne dich, ich… wirklich! Außerdem was ist mit deinem Traum? Du wolltest immer Tänzer werden!“, konnte ich aufgebracht hervorbringen. Mitleidig sah er mich an. „Ich möchte das alles doch auch nicht. Und deshalb habe ich einen Kompromiss mit meinen Eltern ausgehandelt. Ich muss es schaffen im Laufe dieses Jahres eine Frau zu finden, mit denen sie einverstanden sind, sonst muss ich zurück.“, unterbreitete er mir den Vorschlag, den er seinen Eltern gemacht hatte. Wir hatten also ein ganzes Jahr Zeit um jemanden für Yixing zu finden. „Das schaffen wir“, sagte ich voller Euphorie. „Taemin, ich möchte niemanden. Ich bin glücklich mit meiner jetzigen Situation“, rief er mir ins Gedächtnis zurück. Ich wusste ja dass Yixing eher ein Einzelgänger war. Und ich wusste auch dass viele Frauen auf ihn standen. Also würden wir schon irgendwas finden. Da kam mir eine brillante Idee. Vielsagend grinste ich ihn an. „Oh nein, was hast du jetzt wieder ausgeheckt“, meinte er gleich. Er kannte mich eben zu gut. „Du musst sie nicht gleich heiraten, richtig? Du brauchst nur eine ‚Freundin‘“, sagte ich noch immer grinsend und untermalte das Wort Freundin mit Anführungszeichen. Skeptisch nickte er. „Wir finden jemanden für dich, der mit dir vor deinen Eltern vorgibt eine Beziehung zu haben, die habt ihr aber gar nicht“, erklärte ich ihm meine Idee. „Eine Fakebeziehung?“, fragte Yixing noch einmal nach. Ich nickte aufgeregt. „Wer würde sowas denn mitmachen?“, fragte er mich. „Es stehen mehr als genug Mädchen auf dich. Irgendeine wird sich schon bereit erklären“, meinte ich. „Sie muss aber auch meinen Eltern anstehen“, gab er zurück. „Vertrau mir! Wir werden am nächsten Wochenende eine Party bei mir schmeißen. Dazu werden wir beide so viele Leute wie möglich einladen, meinen Bruder und meinen Vater werde ich einfach ausquartieren. Wir finden jemanden“, sagte ich und versuchte so überzeugend wie möglich auf meinen Freund zu wirken. Jetzt begann auch er zu lächeln. „Das könnte wirklich klappen. Dann hätten wir das Problem vorerst gelöst und hätten mehr Zeit uns was Richtiges einfallen zu lassen“, meinte er und schlug daraufhin bei mir ein.

Zufrieden seufzend lehnten wir uns an den Spiegel. „Ich bin froh dich zu haben“, meinte er und lächelte mich an. Ich stürzte mich auf ihn und knuddelte ihn ganz fest. „Ich bin doch auch froh dich zu haben!“, schrie ich ihn schon fast an. Er lachte wie wild unter mir, da ich ihm zu schwer war, doch ich ignorierte es, genauso wie ich es ignorierte dass er bereits rot anlief. „Geh… Geh runter von mir“, keuchte er und lachte noch immer. Ich kam seinem Wunsch nach und erhob mich von ihm.

Wir beide standen auf und schnappten unsere Taschen um uns fertig zu machen. Nach dem Training gingen wir immer zusammen zu einer der Fastfood-Buden die an jedem Straßenrand standen. Das war eine Tradition von uns beiden, die wir schon seit einiger Zeit pflegten. Schnell duschten wir uns und zogen uns um. Keine halbe Stunde später verließen wir das Studio und gingen zielstrebig einige Straßen entlang.

„Auf was hast du heute Lust?“, fragte ich Yixing. Kurz überlegte er. „Lass uns einfach etwas Hoddeok holen, wir können und bei mir noch eine Pizza in den Ofen schieben“, sagte er und ich stimmte ihm zu. Etwas Süßes war jetzt gut. Wir gingen an den Stand eines älteren Mannes und gaben unsere Bestellung auf. Zum Glück mussten wir nicht lange warten und konnten schon bald weiter gehen. Es dauerte nicht mehr lange und wir waren bei Yixing zu Hause angekommen. Völlig fertig ließ ich mich auf seinem Sofa nieder, während er gerade in die Küche marschierte. „Ich hab nur noch Pizza Margherita“, rief er aus der Küche, von mir erhielt er ein zustimmendes Gegrummel und schaltete den Ofen an. Ich konnte mich dann doch dazu durchringen zu ihm in die Küche zu gehen, also machte ich mich auch gleich auf den Weg. „Ach, willst du mir doch Gesellschaft leisten?“, witzelte er. „Nein, ich bin nur für die Pizza hier“, scherzte ich ebenfalls. Spielerisch nahm er mich in den Schwitzkasten. „Hey, das ist Diskriminierung gegenüber Schwulen!“, schleuderte ich ihm entgegen und er begann zu lachen. „Jaja, nutz das halt immer wieder für dein Vorteil“, meinte er und ließ mich los. Ich lachte ebenfalls. Hatte ich schon Mal gesagt wie wichtig mir dieser Typ war? Selbst als ich ihm damals gestanden hatte, dass ich auf Männer stand hatte er mich nicht im Stich gelassen. Er ging sogar ganz locker damit um. Ich stand nicht auf ihn, von daher bestand da auch gar keine Gefahr, aber viele kamen sich nach einem Outing ja gleich bedroht vor. Zum Glück hatte ich einen so guten Freund.

Ich zog meine Jacke aus, da es mir doch zu warm mit Jacke war, und legte mein Handy auf den Tisch. Keine fünf Sekunden später leuchtete mein Display auf und zeigte mir, dass ich viele ungelesene Nachrichten hatte. Ich wunderte mich von wem. Normalerweise schrieb mir niemand. Ich öffnete KakaoTalk und schaute in welchem Chat ich die ganzen Nachrichten hatte. Es war der Jahrgangschat. Als ich nach oben scrollte konnte ich erkennen, das Luhan diesen Sehun und Jongin in den Chat hinzugefügt hatte. Binnen weniger Sekunden stieg mir all mein Blut in den Kopf. Schnell drückte ich auf Jongins Kontakt und speicherte seine Nummer ab.

„Wer ist das?“, fragte Yixing, welcher hinter mir stand und mir über die Schulter schaute. Vor Schreck drückte ich das Handy ein Stück näher an meine Brust. Doch um es nicht so auffällig zu machen hielt ich es schnell wieder vor mich, drehte mich zu ihm um und sagte: „Kannst du bitte mal aufhören mich so zu erschrecken?“. Er lachte kurz auf, schaute dann aber wieder auf mein Handy. Mit einem Seufzen erklärte ich ihm: „Das ist Jongin, er und Sehun sind neu bei uns in der Klasse. Sehun ist soweit ich mitbekommen habe ein ziemliches Arschloch. Jongin ist das komplette Gegenteil von ihm. Er ist total nett und aufgeschlossen. Er sitzt neben mir in manchen Fächern“, gab ich ihm zu verstehen und schlug gegen seinen Arm als er mich vielsagend anschaute. „Zeig mal ein Bild“, meinte er. Ich öffnete Jongins Profilbild. Auf diesem waren nur sein Oberkörper und sein Kopf zu sehen. Er hatte ein schwarzes Tanktop an und eine schwarze Cap auf, welche er tief ins Gesicht gezogen hatte. Er lag auf einem Bett. Seine schwarzen Haare schauten ein wenig unter seiner Cap hervor und hingen ihm im Gesicht. „Nicht schlecht“, meinte Yixing und ich nickte nur leicht, zu sehr war ich auf das Bild fixiert. Man konnte seine Schlüsselbeine auf diesem Foto so gut sehen, das war mir heute in der Schule noch gar nicht aufgefallen. „Zeig mir mal noch diesen Sehun. Du sabberst ja gleich auf den Handy, wir müssen dich mal wieder auf den Boden bringen“, lachte mein bester Freund und kurz schaute ich ihn böse an. Dann öffnete ich Sehuns Foto. Auch er hatte schwarze Haare, die ihm ins Gesicht hingen. Sein Bild war in schwarz weiß und sah nicht so aus als hätte er es gemacht. Viel mehr sah es so aus als hätte jemand anderes einen Schnappschuss von ihm gemacht. Er blies leichten Rauch zwischen seinen Lippen hervor und schaute total gedankenverloren gerade aus. Das Bild zeigte ihn von der Seite. „Hässlich ist er aber auch nicht“, vernahm ich Yixings Stimme hinter mir. „Das stimmt, aber er ist der Teufel“, sagte ich und schloss den Chat wieder.

„Denkst du die beiden haben etwas miteinander zu tun?“, fragte er mich und ich nickte. „Sie kamen zusammen in die Schule und sind auch zusammen gegangen. Wenn immer es möglich ist verbringen die beiden Zeit miteinander. Sie wohnen auch zusammen, haben sie gesagt. Und sie lieben beide Tanzen“, führte ich auf. Das letzte musste einfach sein. Tanzen war in meinem Leben schon immer ein wichtiges Bestandteil. Deswegen gefiel es mir umso mehr, dass auch Jongin gerne tanzte. „Denkst du die beiden sind ein paar?“, fragte mich Yixing. Sofort stockte ich in meinen Gedanken. Darüber hatte ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. „Keine Ahnung“, gab ich zu. „Taemin…“, setzte er gerade an, wurde jedoch vom Klingeln der Küchenuhr unterbrochen. Dieser Unterbrechung konnte ich nur sehr gut willkommen heißen.
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