Don't Leave Me

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
20.11.2016
08.11.2017
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24.11.2016 2.439
 
Hey Leute, ich bin es wieder ^^
Ich hatte heute Lust etwas zu uploaden und weil ich in den nächsten Tagen leider viel zu tun habe, habe ich das jetzt einfach mal gemacht :D
Viel Spaß ♥
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LuHan PoV

Die Sache von gestern ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Wieso hatte der Typ mich so böse angeschaut und motzte mich so an? Selbst wenn es sehr wehgetan hätte den Ball an den Kopf zu bekommen, ich hatte mich doch mehrmals entschuldigt. Seine Augen glühten regelrecht vor Hass. Er hatte doch gar keinen Grund mich zu hassen, er kannte mich nicht mal. Ich war ein netter und anständiger Junge. Sowas konnte eben mal passieren beim Fußball spielen. Aber wie konnte ein einzelner Mensch so böse sein und sich so von negativen Emotionen leiten lassen wie er? Ich möchte gar nicht wissen was sein Freund an diesem Tag noch mitmachen musste…

Mein Gedankengang wurde durch das Klingeln an der Tür unterbrochen. Erschrocken schaute ich auf die Uhr, nur um festzustellen dass es bereits um zwei war und MinSeok wahrscheinlich gerade vor der Tür stand. Schnell schnappte ich mir meinen schon fertig gepackten Rucksack und rannte die Treppen herunter. Als ich in der Eingangshalle ankam stand er schon dort und lächelte mich frech an.

„Hat Frau Jang dir aufgemacht?“, fragte ich ihn. Er nickte nur. Zum Glück hatten wir diese fähige Haushaltshilfe eingestellt. Ohne sie wüssten wir teilweiße echt nicht weiter. Meine Mutter hatte keine Zeit um das ganze Haus sauber zu halten und mein Vater war auch lange arbeiten. Bis ich aus meinem Zimmer den langen Flur und die Treppen herunter gekommen wäre, wäre jeder Mensch schon wieder gegangen weil er gedacht hätte es wäre keiner zu Hause. MinSeok wusste zwar dass ich da war aber trotzdem war es schön zu wissen, dass er nicht lange draußen warten musste.

„Kann’s losgehen?“, fragte dieser mich und ich zog demonstrativ die Schuhe an. Wir hatten vor heute in die Stadt zu gehen. Einfach mal schauen. Vielleicht entdeckten wir was Schönes in den Schaufenstern oder uns kam eine bessere Idee. Aber das taten wir immer wenn wir nicht so recht wussten was wir tun wollten und den Tag nicht an der Konsole verbringen wollten.

Ich schloss die Tür hinter uns und zusammen schlenderten wir zur nächsten Bushaltestelle. Das Haus in dem ich wohnte lag nicht direkt im Stadtzentrum. Sowas hätte dort auch nicht reingepasst, weder von der Größe noch vom Optischen. Aber wir hatten Glück da die nächste Haltestelle gerade mal fünf Minuten Fußweg beanspruchte. Dort angekommen ließen wir uns zusammen auf die Bank fallen und warteten.

„Hast du schon irgendeine Idee was wir heute tun könnten?“, fragte mich MinSeok. Ich schüttelte den Kopf. „Ich weiß nichts. Du?“

Kurz schien er zu überlegen. „Ich glaube im Zentrum hat ein neues Café geöffnet. Wollen wir da mal vorbei schauen? Vielleicht schmeckt es dort ganz gut und wir hätten ein neues Stammcafé“, meinte er schließlich. Unser Stammcafé hatte vor ein paar Monaten geschlossen weil es Pleite gegangen war. Ich konnte es zwar nicht nachvollziehen aber die Inhaber meinten dass die Lage schlecht gewesen war. Möglich. Naja und jetzt waren wir beide eben auf der Suche nach einem neuen Café was uns gefiel.

„Können wir gerne machen“, antwortete ich ihm. Er lächelte mich an und ich lächelte zurück. Dann kam auch schon der Bus und wir stiegen ein. Wir setzten und weit hinten auf einen Doppelsitz. Ich holte mein Handy heraus und reichte MinSeok einen Kopfhörer den er jedoch ablehnte. Dann eben nicht. Dann hörte ich eben alleine Musik.

Während der Fahrt drifteten meine Gedanken wieder zu dem Jungen von gestern. Doch lange Zeit mich über ihn zu ärgern hatte ich nicht. MinSeok tippte mich auf die Schulter und weckte mich so. Ich hatte gar nicht bemerkt dass ich geschlafen hatte. Etwas verwundert schaute ich um mich. MinSeok lachte. „Komm schon, steh auf“, meinte er, „wir sind schon fast da“. Jetzt erkannte ich meine Umgebung auch. Schnell schaltete ich die Musik aus und wickelte die Kopfhörer um mein Handy. Dann stand ich mit MinSeok auf und wir verließen den Bus.

Lange brauchten wir beide nicht bis zum Café, da die Haltestelle, sowie das Café, ziemlich Zentral in der Stadt lagen. Als wir schließlich an dem Café ankamen traten wir auch sofort ein. Schlagartig umhüllte uns beide der Geruch von Kaffee und Gebäck. MinSeok neben mir seufzte leicht. Grinsend drehte ich mich zu ihm um. Er schaute ganz verträumt der Bedienung beim Kaffee machen zu. MinSeok liebte Kaffee. Er wollte immer Barista werden. Seine Eltern aber wollten dass er etwas anderes machte und so würde dieser Wusch wahrscheinlich nie in Erfüllung gehen. Außer seine Eltern haben eine plötzliche Sinneswandlung, was man bei den beiden aber eh vergessen kann. So waren sie nicht.

Gemeinsam traten wir an die Theke heran.

„Guten Tag“, begrüßte uns eine kleine Frau sofort freundlich. Das Lächeln auf ihren Lippen zeigte, dass ihr Tag wirklich gut war. Das war nicht so ein gestellt freundliches, wie man es oft zu sehen bekommt, nein. Sie war anscheinend wirklich so freundlich und gut drauf. Sympathisch.

„Einen Cappuccino bitte“, sagte ich und lächelte sie an. „Und ich nehme einen Latte Macchiato“, ergänzte MinSeok. „Gerne doch“, meinte sie und drehte sich um, um unseren Kaffee zuzubereiten.

Wir bezahlten diesen und suchten uns einen freien Tisch weiter hinten im Café. Schließlich wollten wir etwas Ruhe haben und uns ein wenig unterhalten. Doch daraus wurde nicht viel. Nachdem ich den ersten Schluck aus meiner Tasse nahm schaute ich zu MinSeok auf. Eigentlich wollte ich ihm sagen wie gut der Cappuccino hier schmeckt. Doch dann fiel mein Blick auf einen Jungen hinter ihm. Sofort machte mein Herz einen Sprung. Wieso war er hier?

MinSeok schien mein Blick aufzufallen. „Was ist los?“, fragte er mich und drehte sich um. Nun sah er auch den Jungen von gestern aus dem Park. Als er sich wieder umdrehte schaute er mich mit einem undefinierbaren Blick an. „Lass gut sein. Ärger dich nicht darüber. Ignorier ihn einfach und denk gar nicht an ihn“, meinte er. Seufzend stellte ich meine Tasse ab und stützte mein Kinn in meine Hände. „Was hab ich ihm denn getan? Ich kann es einfach nicht verstehen, wieso rastet er so aus. Ich habe mich doch nun mehrmals entschuldigt!“, gab ich trotzig zurück.

„Es gibt halt Idioten LuLu… Nimm es dir nicht so zu Herzen. So kenne ich dich doch gar nicht. Sonst ist dir doch die Meinung anderer auch immer egal“, erwiderte er.

Eigentlich stimmte das nicht ganz. Mich interessierte die Meinung der Anderen schon. Nur ließ ich es normalerweise nicht zu, dass sie das gegen mich verwenden konnten. Lieber sollten sie denken dass es mich nicht interessierte und egal lassen. MinSeok wusste das aber. Oder zumindest dachte ich dass er es wusste. Also schaute ich ihn an und hob eine Augenbraue. Das sollte Signal genug sein. Er erwiderte auch nichts darauf sondern widmete sich wieder seinem Getränk. Mein Blick huschte wieder zu dem Jungen. Erst jetzt fiel mir auf dass noch ein anderer Junge bei ihm saß. Er sah auch nicht schlecht aus. Ein wenig sogar wie der Junge aus dem Park. Also nicht sein Gesicht, sondern eher sein Kleidungsstil. Außerdem war auch er sehr schlank. Ein Unterschied zu dem Jungen war aber, dass seine Haut dunkler war. Wenn sie so nebeneinander saßen ließ er die Haut des Jungen aus dem Park sogar fast weiß wirken. Aber im totalen Kontrast zu der weißem Haut standen seine schwarzen Haare. Und auch seine dunklen Augen standen in einem krassen Unterschied zu… Warte. Wieso konnte ich seine Augen sehen? Gerade eben saß er doch mit dem Rücken zu mir.

Völlig erschrocken schaute ich wieder auf den Tisch vor mir und lief rot an.

„Was gibt’s so blöd zu glotzen?“, wurde ich sogleich von dem Jungen angemotzt. Ich traute mich gar nicht mehr aufzuschauen. „Was ist dein Problem?“, hörte ich MinSeok sagen. Er versuchte mich zu verteidigen. Er bemühte sich ruhig zu sprechen, man hörte jedoch wie angespannt er war.

„Mit dir habe ich nicht gesprochen“, pampte der Junge meinen Freund an. Der andere Junge legte dem Blassen eine Hand auf die Schulter. „Sehun, lass gut sein“. Sehun hieß er also. Der Name passte irgendwie zu ihm. Er passte zu seiner blassen Haut und seinem schmalen Gesicht. Aber auch zu seinem Temperament irgendwie.

Ohne es zu merken hatte ich wieder aufgeschaut. Verständnislos schaute ich Sehun an. „Es tut mir leid. Ich war mir nur nicht sicher ob du der Junge von gestern bist“, gab ich auf seine Frage mit dem Problem zurück. Es war ja nur halb gelogen, nicht ganz. Die Antwort schien Sehun aber nicht zufrieden zu stellen. „Und?!“. Ja, was sollte ich darauf antworten? Die Wut stieg in mir auf. Ich ärgerte mich über mich selbst, aber auch über ihn. Wie konnte er nur so ein Idiot sein?

„Ja, so einen Idiot gibt es nur ein Mal“, sagte ich und stand auf um zu gehen. Sowohl den Cappuccino, als auch MinSeok ließ ich einfach stehen. Letzterer würde mir eh folgen. Wütend stapfte ich aus der Tür des Cafés.

„Luhan!“, rief es auch schon hinter mir. Ich blieb nicht stehen. Aber das war auch nicht nötig. Wenige Sekunden später hielt er mich schon am Arm zurück. „Luhan“, wiederholte er sich, sobald er neben mir stand, „lauf doch nicht einfach weg“. Ich schaute ihn verletzt an. Er schien zu verstehen, dass ich einfach traurig war und mich über Sehun ärgerte. „Lass uns einfach etwas shoppen gehen, hm?“, startete er einen Aufmunterungsversuch. MinSeok kannte mich einfach und wusste wie er mich beruhigen konnte. Er war halt schon seit Jahren mein bester Freund. Meine Wut und mein Ärger waren wie verraucht und es stahl sich sogar ein leichtes Lächeln auf meine Lippen. Zusammen zogen wir los um in ein paar Läden zu schauen.

Wir kamen an einem Kostümgeschäft vorbei und blieben davor stehen. Im Schaufenster waren Kostüme ausgestellt. Zum Beispiel ein Feuerwehrmann, ein Hexen Hut, ein Prinzessinnenkleid, ein Bienenkostüm und vieles mehr. Wir schauten uns an und mussten Lachen. Wir liebten es uns zu verkleiden. Zusammen betraten wir den Laden. Die Frau an der Kasse begrüßte uns freundlich und fragte ob sie uns helfen könne. Wir verneinten und sagten ihr, dass wir uns nur etwas umschauen wollten und eventuell auf ihre Hilfe zurückkommen würden. Das ging in Ordnung.

Wir gingen von Kleiderständer zu Kleiderständer und schauten uns verschiedene Kostüme an. Auf einmal hielt MinSeok ein rosa Kleid  hoch und schaute mich vielsagend an. Sofort wusste ich was er von mir wollte. Doch so einfach gab ich nicht nach. Er steckte mich regelmäßig in Frauenkostüme, ganz einfach weil er der Meinung war ich würde so weiblich aussehen. Na gut, ich habe vielleicht ein paar weibliche Züge, aber ich bin sehr männlich!

Ich schüttelte den Kopf um ihm zu zeigen, dass ich da nicht mitmachte dieses Mal. Sofort begann er zu schmollen. „Aber LuLu~“, leierte er. Es war schwer da noch Nein zu sagen, aber ich würde standhaft bleiben. „Nein Minnie, dieses Mal nicht“, stellte ich klar. „Aber es gibt sogar ein Krönchen“, meinte dieser und hielt ein silbernes Plastikkrönchen in die Luft. Jetzt musste ich lachen. „Dann probiere du es doch an“, gab ich kichern zurück. Völlig entsetzt schüttelte er den Kopf. „Du bist hier die Prinzessin, nicht ich“, gab er wie selbstverständig darauf zurück. Ich seufzte. Ich wusste doch dass es kein Entrinnen gab. Wenn er sich einmal was in den Kopf gesetzt hatte, würde er es auch durchziehen.

„Nur noch dieses eine Mal, verstanden?“

Mit einer hochgezogenen Augenbraue schaute ich ihn an und hoffte er würde verstehen was ich gerade gesagt habe. Minseok nickte freudig und drückte mir das Kleid in die Hand. Dann schob er mich zu den Umkleiden. Er selbst nahm auf einem dieser Hocker Platz und wartete auf mich.

Nachdem ich den Vorhing hinter mir zugezogen hatte betrachtete ich mich zweifelnd im Spiegel. Ich hielt mir das Kleid an den Körper. Verdammt, wieso tat mir mein bester Freund sowas nur immer wieder an? Und wieso machte ich nur immer wieder mit? Ich schlüpfte schnell in das Kleid und musste mal wieder zugeben, dass mir rosa irgendwie stand. Vielleicht lag das an meinen Haaren. Seit Jahren trug ich hellbrauche Haare. Irgendwann hatte ich sie mir so färben lassen und es gefiel mir so gut, dass ich diese Farbe noch heute trug. Und wenn ich meine Haare nicht glättete sah man sogar meine Naturlocken ein wenig. Ja, ich hatte lockige Haare. Minseok behauptete dann immer dass ich total süß aussehen würde. Deswegen war die Wahrscheinlichkeit mich mit gelockten Haaren zu treffen eher gering.

Ich setzte zum Abschluss noch die Krone auf und drehte mich einmal. „Bist du bald fertig?“, konnte ich Minseok ungeduldig fragen hören. Ein bisschen musste ich schmunzeln. Wenn man es nicht besser wusste konnte man fast denken wir wären ein Paar. Ich zog den Vorhang auf und stemmte meine Hand in die Hüfte. Dabei schaute ich ihn verführerisch an. Plötzlich brachen wir beide in einem schallenden Gelächter aus. Erschrocken drehte sich dir Verkäuferin zu uns um zu schauen was passiert war. Als sie mich da so stehen sah musste auch sie mitlachen.

Nachdem ich noch einmal durch den Laden gemodelt war und wir die Erlaubnis bekommen hatten ein paar Fotos zu machen, ging ich zurück in die Umkleidekabine und zog meine normalen Sachen wieder an. Wir hängten das Kleid und die Krone zurück an ihre Plätze und bedankten uns noch einmal bei der freundlichen Verkäuferin. Dann gingen wir wieder auf die Straße und setzten unsere Shoppingtour fort.

Am Abend warf ich mich völlig erschöpft auf mein Bett. Minseok und ich hatten den ganzen Tag in der Stadt verbracht. Beizeiten hatte ich Sehun vergessen und war einfach gut gelaunt. Und auch jetzt stahl er sich nicht in meine Gedanken. Ich schaltete den Fernseher an. Gerade lief irgendeine Musikshow. Ich begann zu dem Lied zu singen. Ich liebte das Singen. Ich habe schon immer gesungen. Zumindest seit ich mich daran erinnern konnte. Meine Mutter hatte eine wundervolle Singstimme und war selbst in einem Chor. Deswegen war ich auch als kleiner Junge in einem. Inzwischen sang ich nicht mehr in einem  Chor. Aber so als Hobby zu Hause sang ich sehr oft.

Ich liebte auch das Tanzen. Ich war da zwar nicht ganz so talentiert, aber ich machte es trotzdem gerne. Nur war ich jetzt eindeutig zu kaputt dafür.

Ich hatte nicht mal mehr die Energie mir meine Sachen auszuziehen. Also lag ich einfach in meinem Bett und sang leise mit, bis ich letztendlich einschlief.

In dieser Nacht träumte ich von Sehun und wie ich im Prinzessinnenkleid vor ihm weglief.
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