La Belle et la Bête

von N3rdG1rL
GeschichteAllgemein / P16
19.11.2016
19.11.2016
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La Belle et la Bête




Anm.: diese Geschichte basiert lose auf dem Hausmärchen La Belle et la Bête von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve (um 1740) und ist aus meiner Sicht neuinterpretiert. Falls es ähnliche Texte gibt, im schlimmsten Fall gleichklingende, bitte ich um Verzeihung und sofortiger Löschung durch die Administratoren.
Ich verdiene kein Geld damit.
Grammatikalische Rechtschreib- und Satzzeichenfehler nehm ich nicht zurück, die schenk ich euch gratis ;D




La Belle et la Bête




Es war einmal ein armes, aber schönes Mädchen. Es hatte nur noch seinen Vater. Dieser ging eines Tages für viele lange Jahre fort, um Handel zu treiben. Zu seiner Rückkehr wollte er ihr ein Geschenk mitbringen.
Eines Herbstabends, als es draußen düster und kalt war, klopfte es an der Tür. Das Mädchen öffnete diese. Vor ihm stand ein blinder Diener in feine Livree gekleidet. Dieser sprach: “Dein Vater sitzt im Verlies meines Herren, den er bestehlen wollte. Um für seine Schuld einzustehen, musst du in drei Tagen bei meinen Herren erscheinen, sonst stirbt dein Vater.“

Das Mädchen erschrak bei diesen Worten. Ihr Vater hatte noch nie ein Verbrechen begangen. Daraufhin antwortete sie: “Es muss sich um ein Irrtum handeln.“

Der blinde Diener versicherte ihr, dass dies der Wahrheit entsprach.

Gut, ich werde zu euren Herren gehen“, antwortete das Mädchen entmutigt.

So ging der blinde Diener ohne sie fort, da sein Herr verlangte, dass die Tochter seines Gefangenen es alleine zu seinem Herrensitz schaffe.
Da nahm das Mädchen sein zerlumptes Mäntelchen und ein Körbchen, welches sie mit einem Stückchen Brot und einen kleinen Krug Wasser füllte und machte sich auf. Im tiefen dunklen Wald traf das Mädchen ein altes Männlein. Dieser fragte was das Mädchen im Körbchen hatte.

“Ein Stückchen Brot und einen kleinen Krug Wasser“, antwortete sie wahrheitsgemäß.

“Kannst du mir ein Stückchen Brot geben? Ich bis recht hungrig“, fragte das Männlein.

Das Mädchen war guten Herzens und gab ihm sein Stückchen Brot. So aß er dieses gänzlich auf. Später traf es auf seinem Weg ein altes Weiblein.

“Kind, was hast du in deinem Körbchen?“, fragte die Alte.

Es antwortete: “Ein Stückchen Brot und einen kleinen Krug Wasser. Doch das Brot gab ich fort.“

Das Weiblein sah sie an. “Kind, ich habe solchen Durst. Gib mir von deinem Wasser ab.“

Da gab das Mädchen seinen Krug Wasser her und das alte Weiblein leerte gierig diesen aus. Nun hatte es nur noch sein Körbchen und sein Mäntelchen dabei. Bald darauf traf das Mädchen im Wald eine große Kreatur mit seidigem Fell. Sie war riesig und stark wie ein Bär.

“Kleines Mädchen, was hast du in deinem Körbchen?“, fragte die Kreatur es.

“ Ein Stückchen Brot und einen kleinen Krug Wasser. Doch ich gab alles fort.“

Die Kreatur lachte abfällig über ihre Worte.

“Vielleicht sollte ich dich fressen, um mich zu sättigen und zu laben.“

“Nein, das geht nicht. Ich muss zu meinen Vater. Er braucht mich.“

Daraufhin antwortete die Kreatur: “Aber wenn ich dich fresse, wird mir wohlig und warm sein.“

Das Mädchen nickte, doch schlug es seine Bitte aus. So gab es sein Mäntelchen der Kreatur. Nach einer Weile fragte die Kreatur das Mädchen, wohin es will. So erzählte sie ihrem Begleiter was ihr wiederfahren war. Sie kamen an einer Weggabelung an. Die Kreatur sagte, dass beide Wege sie zu ihrem Ziel führte. Er stellte ihr zur Wahl, welchen der Wege sie gehen möchte. Den, der durch scharfkantigen Fels und Gestein führe, oder den Weg aus nadelspitzbohrenden Dornen und Stacheln. Für beide bräuchte sie zwei Tage.

“Ich nehme den, der aus Dornen und Stacheln besteht.“

So ging jeder seiner Wege. Die Kreatur hetzte geschwind auf den Weg aus Fels und Gestein und kam schon nach wenigen Stunden zu seinem Herrensitz an, lief zum Verlies und tötete den Vater des Mädchens.
Zwei Tage später erreichte das Mädchen diesen Ort. Es war erschöpft, halberfroren und geschunden vom langen Laufen. Ein Diener ohne Hände öffnete ihm das Tor und teilte ihm mit, dass man es sehnsüchtig erwartet hatte. So  wurde es umgehend zum Herrn des Hauses geführt. Hier erkannte das Mädchen die Kreatur aus dem Wald wieder. Dieser bat sie näher an ihm heranzutreten.

“Du hast es wirklich geschafft in drei Tagen bei mir zu sein“, sprach dieser zum Mädchen. “Doch bevor du deinen Vater wiedersiehst, wirst du mit mir zu Abend speisen.“

Das Mädchen nickte zur Antwort. Die Tafel wurde reichlich gedeckt. Die Speisen, die aufgetragen wurden, rochen sehr gut. So aßen sie. Das Mädchen war sehr dankbar, dass die Bestie, wie er sich selber nannte, ihr zu essen gab. So verzehrte es unwissend das Fleisch ihres Vaters. Es schmeckte sehr köstlich. Die Bestie lächelte zufrieden.
Ein weiterer Diener erschien. Diesen hatte man den Mund zugenäht. Aus seinen Augen strahlte Furcht heraus. Das Mädchen konnte sich keinen Reim darauf bilden wieso.
Er reichte ihr rötliches Brot. Sie nahm es dankend an. Es war sehr weich und saftig. Da biss sie auf ein kleines, eingerolltes Zettelchen, faltete es auseinander und las, dass das Fleisch, was sie aß, das Fleisch ihres Vaters war. Ungläubig starrte sie ihren Gastgeber an. Dieser fragte sie, warum sie so verwirrt dreinblickte.

“Da ist ein Zettelchen in meinem Brot gewesen. Da steht drin, dass ich vom Fleisch meines Vaters aß. Aber das kann doch nicht sein?“

Die Bestie schnaubte verächtlich.

“Bringt mir den Diener, der diese infame Lüge über mich verbreitet.“

Daraufhin trat der Diener mit dem zugenähten Mund an den Tisch. Die Bestie fragte diesen, ob er den Zettel ins Brot gab. Er nickte. Der Hausherr lies einen stummen Wachmann holen und dieser führte den Diener ab. Das Mädchen fragte, was er mit ihm vorhabe.

“Er wird hinausgeworfen und soll nie wieder einen Fuß über diese Schwelle wagen“, antwortete er.

Das war eine Lüge.
Der Diener starb noch an Ort und Stelle, als er den Speisesaal verließ.

“Ich habe Durst“, sprach das Mädchen, nachdem es sich sättigte.

Nun kam eine Zofe hinein, die keine Ohren mehr hatte, und schenkte dem Mädchen reichlich Wein ein. Der Wein, den man ihr anbot, hatte eine tiefrote Farbe. Es trank daraus und war wieder voller Erkenntlichkeit zu der Bestie. Auf dem Grund des Weinkelchs lag erneuert ein kleiner Zettel. Sie rollte diesen aus und las nun, dass der Wein, den sie trank, in Wahrheit das Blut ihres Vaters war. Auch diesmal bemerkte die Bestie, dass etwas nicht stimmte. So forderte er sie auf ihm zu erzählen, was es diesmal sei.

“Merkwürdig, da schwamm ein weiterer Zettel, dieses Mal in meinem Weinkelch, auf dem steht, dass ich vom Blut meines Vaters trinken würde. Das ist doch unmöglich?“

Die Bestie grollte abschätzig und sagte: “Das ist eine bodenlose Lüge. Bringt mir die Zofe herein.“

Wie der Diener vor ihr, betrat sie den Tisch. Die Bestie deutete ihr daraufhin, ob sie den Zettel in den Kelch seines Gastes tat. Diese nickte nur. Er ließ den stummen Wachmann erneut holen und dieser brachte die Zofe fort.

“Was machst du mit ihr?“, fragte das Mädchen.

“Sie wird ebenfalls verbannt und darf nie wieder zurückkommen.“

Auch dies war eine Lüge der Bestie.

Sowie der Diener davor starb auch sie vor dem Speisesaal.
Da wurde das Mädchen sehr müde, nachdem es vom Fleisch gegessen und vom Wein getrunken hatte.

“Ich bin so unsäglich müde“, sprach es zur Bestie.

“Möchtest du ins Bett wo auch dein Vater schläft?“, fragte er sie.

“Ich schlafe sehr gern im Verlies bei ihm.“

Die Bestie grinste bei ihrem Worten.

“Da du deinen Teil der Abmachung erfüllt hast und in drei Tagen, aus eigener Kraft, bei mir warst, habe ich ihm ein Zimmer im oberen Stockwerk gegeben“, antwortete dieser.

Da strahlten die Augen vom Mädchen über vor Freude und noch mehr Dankbarkeit gegenüber der Bestie. Dieser lächelte befriedigt.
Als sie an die große, mit spitzen Glasscherben bepflasterte Treppe ankamen, verabschiedete sich die Bestie von ihr. Doch bevor sie sich trennten, fragte das Mädchen, weshalb eigentlich ihr Vater ins Verlies kam.

“Er wollte meine kostbarste Rose stehlen und sie als Geschenk weitergeben“, grollte er.

Das Mädchen erkannte, dass sein Vater wegen ihr, in diesen Umständen steckte. So klärte sie die Unannehmlichkeit auf und entschuldigte sich bei der Bestie, da es schließlich ihre schuld sei. Im gleichen Zug sprach sie ein weiteres Mal ihre Dankbarkeit und Verbundenheit zu der Bestie aus, da er liebenswürdig und zuvorkommend zu ihr war, sie bewirtete und ihren Vater frei ließ. So nahm die Bestie die Entschuldigung des Mädchens an und wünschte ihm eine angenehme Nacht. Unter diesem Vorbehalt eilte die Bestie zum besagten Zimmer, zog sich ein Nachtgewand an und kroch unter die Decke, nachdem er den Vorhang aus Marmor zuzog.
Das Mädchen schritt die hohen Treppenstufen aus Glasscherben hinauf und kam an eine wuchtige Tür aus Eisen an. Diese glühte rot. Sie verbrannte sich die Hände daran.
Da zog es sein zerschlissenes Kleidchen aus, umwickelte ihre Hände damit und unter enormer Anstrengung öffnete sich die Tür. Das Kleidchen verbrannte infolgedessen. Sie war dadurch noch erschöpfter und schläfriger, als sie es eh war.
Sie betrat das dunkle Zimmer und sah nur schemenhaft das große Bett vor sich. Dieses war mit Vorhängen aus Marmor zugezogen, wie sie feststellte.

“Vater, ich bin es“, sprach sie.

Die verstellte Stimme der Bestie antwortete ihr, dass sie näher herantreten solle. So befolgte es den Wunsch des Vaters.

“Vater, ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten und die Vorhänge sehen so schwer aus. Bitte, schiebe sie zur Seite“, sagte sie flehentlich.

“Mein Kind, ich bin zu schwach um sie aufzuziehen, tu du es.“

Da zog es mit letzter Kraft die schweren Marmorvorhänge beiseite. Vor ihm lag im Schatten sein Vater.

“Vater, mir ist so schrecklich kalt.“

“Komm her liebes, leg dich zu mir hin.“

Sie krabbelte unter die Decke.
Große, warme Pranken umfassten ihren Körper. Todmüde und kaum die Augen offenhaltend, sprach das Mädchen: Vater, du bist so wohlig warm, dass ich beinahe ersticke.“

“Du sollst nie wieder frieren“, antwortete die Bestie und beugte sich zu ihr hinab.

“Vater, deine brechendstarken Arme halten mich so sicher fest, dass ich beinahe erdrückt werde.“

“Du sollst nie wieder ohne Halt sein“, und umklammerte das Mädchen noch fester.

“Vater, deine finsteren Augen sehen mich so liebevoll an, dass ich beinahe Angst habe hineinzusehen."

“Du sollst nie wieder aus meinem Blickfeld verschwinden“, und sah funkelnd in ihre Augen.

“Vater, dein großer Mund, der so liebliche Worte in mein Ohr kitzelt, die einer Lüge gleichen, sieht beinahe furchteinflößend aus.“

“Du sollst nie wieder im Unklaren stehen.“

Da fraß die Bestie das Mädchen bei lebendigem Leib auf.




FIN






A/N: Diese Geschichte soll eine Anspielung zu meiner ersten Auskopplung von Rotkäppchen (Jin-Roh) sein. Ich mag Märchen düster und ohne Happy End, und hey, die Story hab ich in etwa drei Stunden zusammengezimmert ohne auf irgendwelche Märchen/Filme direkt eingegangen zu sein. Nur das Skelett hab ich beibehalten. Würde mich über Kommentare freuen.
Ach und über die 23 angeklickten Male bei meiner ersten Story hab ich mich wie ‘n Frankenweenieschnitzel gefreut – danke für’s Vorbeischauen ^^Also, man hört und liest sich,

N3rdG1rL
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