Summer Memories

OneshotRomanze / P12
Gin Hotaru
19.11.2016
19.11.2016
1
2.505
5
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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19.11.2016 2.505
 
Hey Leute <3
Willkommen zu dieser kurzes FF zu ,Hotarubi no mori e´.
ich wollte schon seit langer Zeit etwas dazu schreiben, weil dieser Anime mich wirklich zum weinen gebracht hat. Er ist mit Abstand mein Lieblingsanime und wird es auch noch für eine lange Zeit bleiben ;)
Ich war nur sehr traurig darüber, dass es nur so wenige FF dazu gibt, aber jetzt ist es eine mehr :)

Kleine Anmerkung am Rande: Keiner der Charaktere in dieser Geschichte gehören mir! Das ist lediglich eine selbst erfundene FF, die auf den Anime basiert!

Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen <3
Lasst mir dann gerne eine Review da, denn durch Kritik kann man am besten lernen :)

~ThisIsMyLife~




Der moosige Boden unter meinen nackten Füßen fühlt sich vertraut an. Die Wärme der Mittagssonne strahlt auf meinen Kopf und erwärmt meine Haare sodass sie sich wie ein wohlig warmer Teppich auf meinem Kopf ausbreiten. Zuletzt war ich vor 3 Jahren hier gewesen. Viele Erinnerungen kommen in mir hoch, schließlich habe ich hier die schönste Zeit meines Lebens verbracht. Die feinen dünnen Halme der Farne streichen über meine Haut und hinterlassen einen angenehmen Geruch auf mir. Ich gehe immer tiefer in den Wald hinein, der mir immer noch so vertraut ist. Jeder Baum, jeder Stein und jeden Weg zeigt sich mir vor meinen geschlossenen Augen.

Durch meinen Instinkt führend gehe ich mit langsamen Schritten vorwärts, ich habe keine Angst vor dem was vor mir liegen wird, ganz im Gegenteil: Niemals würde ich es wagen einen Schritt zurück zu machen. Das habe ich von ihm gelernt, damals als ich noch ein junges Mädchen war. Ich bewunderte ihn immer für seine Gelassenheit und Entschlossenheit. Umso größer war die Freude damals meinen Onkel in den Sommerferien zu besuchen und die Chance zu haben jeden Tag in den Wald zu gehen, um Gin zu sehen.

Gin…Dieser Name hat sich in mein Gehirn gebrannt. Niemals werde ich ihn vergessen. Weder den Namen noch seinen Träger.

Die Zeit die ich über so viele Jahre mit ihm verbracht habe, das erste Treffen und den letzten Moment bevor er vor meinen eigenen Augen verschwand. All das hat mich geprägt. Meine Erfahrungen machen mich zu dem Menschen der ich heute bin.

Ich höre ein Rascheln hinter mir und drehe mich hoffnungsvoll um. Doch ich werde herbe enttäuscht. Es ist lediglich ein kleines flinkes Eichhörnchen, das mit einigen gekonnten Sprüngen von Ast zu Ast hüpft. Kein Waldgeist. Kein Wunder, ich war zum ersten Mal nach 3 langen Jahren wieder zurückgekommen, da würden sie sich mir bestimmt nicht mehr zeigen. Schließlich war ich damals dabei als mein geliebter Gin auf dem Fest ein Menschenkind anfasste, um es vor dem fallen zu bewahren und er sich kurz darauf in hellblaues Licht gehüllt auflöste.

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie er mit einem Lächeln auf den schmalen Lippen und mich mit einem Glänzen in den gold-gelben Augen anschaute und umarmte. Ich konnte seine gemischten Gefühle spüren, sein ruhig schlagendes Herz an meiner Brust und seine Arme um meine Taille, die mich umschlugen mit dem Vorhaben nie wieder loszulassen. Sein Kopf lag auf meiner Schulter, sodass seine Haare an meinem Ohr kitzelten. Für einen kurzen Moment schien die Zeit stehen zu bleiben, in diesem Moment gab es nur uns Zwei.
Mir fröstelt es als ein ungewöhnlich kalter Wind an mir vorbeibrauste.

Die Bäume rauschen und einige Blätter werden in geschmeidigen Bewegungen von den Zweigen gepflückt. Sie fliegen in einem Kreis um mich herum als wollten sie  mir etwas sagen. Ich lächle traurig vor mich hin und setzte meinen Spaziergang fort. Meine Beine tragen mich von selbst durch den Wald, vorbei an magisch aussehenden Teichen, die mit Seerosen gefüllt waren. Die pinke Färbung hebt sich von dem Grün der Natur um sie heraus und bilden einen schönen Kontrast zwischen Wasser und Pflanze selbst.

,,Es sieht so friedlich aus, es hat sich nichts verändert“, sage ich liebevoll und gehe weiter.

Der Weg auf dem ich schon die ganze Zeit laufe wird immer verwachsener. Plötzlich weiß ich nicht mehr wo er hin führt. Interessiert folge ich den abgenutzten Pflastersteinen, die in den Boden gebettet sind. An manchen Stellen fehlen sie bereits, einige sind zerbrochen.

Sorgfältig hebe ich sie auf und setzte sie behutsam mit beiden Händen zurück an ihren Platz. Eine Strähne meines braunen Haares löst sich aus der Haarklammer und fällt in mein Gesicht. Ich beobachte sie, wie sie sich wie ein Windspiel im Wind bewegt. Ich bilde mir ein, dass ein leises Glockenspiel erklingt und schließe die Augen. Ich nehme alle Geräusche um mich herum auf und atme einmal laut ein und aus.

Ich fiel in eine Art Trance, so vermisst hatte ich es. Mehrere Minuten saß ich da und bewegte mich nicht. Mein Oberkörper schwang im Rhythmus der Umgebung mit. Ich war in völligem Einklang mit mir selbst. In meinen Ohren sammelten sich das Zwitschern der Vögel, die über meinem Kopf hinweg flogen und das leise Summen der Bienen, die sich von Blume zu Blume bewegten und die Pollen in sich aufnahmen.

Plötzlich machte sich ein unglaublich warmes Gefühl in mir breit und dann sah ich es: Hinter einem kleinen Hügel, der mit hohem Gras bewachsen war, sah ich ein alten Steinbogen. Ich könnte ihn nie vergessen und rannte so schnell ich konnte dorthin und legte meine Hand auf das kalte Material. Es fühlte sich rau unter meinen Fingerkuppen an, aber das störte mich nicht. Ich hob den Blick und fing an die lange Treppe hinaufzusteigen.

Ganz langsam setzte ich meine Füße auf die Stufen. Ich bin ganz ruhig, während ich vorsichtig meinen Weg fortsetzte und darauf achte auf keine der vielen kleinen Tiere zu treten, die sich in der Sonne auf den erwärmten Plätzen tummelten. Meine Handtasche liegt schwer auf meinem Arm. Meine Muskeln beschweren sich bereits über die Anstrengung, die es sie kostete mein Körpergewicht nach oben zu hieven.

Das Ziel ist in greifbarer Nähe, als ich die letzten Stufen hinter mir lasse und auf eine kleine Lichtung blicke. Ein paar Pflanzen pflastern den Boden und bilden so ein schönes Erscheinungsbild mit dem Schrein. Vor meinen Augen sehe ich Gin, wie er mit seiner Fuchsmaske da steht und in die Ferne blickt. Ich seufze und nehme seinen Platz ein. Für mich fühlt es sich an, als würde er neben mir stehen und mich mit seiner Anwesenheit stärker machen.

Eine einzelne Träne rollt mir über das Gesicht. Ich fange sie auf und wische mir mit der Handfläche die nasse Spur weg. Ich sollte nicht weinen, nicht hier und nicht jetzt.
Ich schaue mich um und biege in einen kleinen Seitenweg ab. Vorbei an den umherschwirrenden Glühwürmchen und Schmetterlingen, die elegant durch die Luft schwebten, ehe sie mit ihren papierartigen Flügeln zu schlagen begannen und in einer zick-zack Bewegung davonflogen. Als ich mit meinen nackten Füßen in eine kleine Pfütze trat, schreckte ich kurz auf bis ich kurze Zeit später lauthals zu lachen begann. Mein Bauch tat weh, ich musste mir meine Hände auf die schmerzende Stelle legen und ein wenig Druck ausüben damit das Seitenstechen aufhörte.

Ich blickte auf und konnte zwischen dem Gewirr aus Bäumen und hohen Büschen das Haus meines Onkels erkennen. Es lag etwas weiter abgelegen und schien mit dem Wald zu verschmelzen. Ach, wie sehr ich es doch liebte hierher zu kommen. Und das schon lange bevor ich Gin überhaupt kennenlernte. Damals hatte ich mich als kleines Mädchen verlaufen und begann aus Angst umherzuirren, doch dabei ging ich nur noch tiefer in den mir noch unbekannten Wald. Ich setzte mich unter einen Baum und begann zu weinen.

Dann traf ich ihn, oder besser gesagt: Er hat mich gefunden. Plötzlich war er da und hatte sich zu mir gesellt. Er hatte seine langen Beine eingeknickt und schaute mich fragend an. Ich war damals ein wenig verunsichert, schließlich habe ich nicht jeden Tag einen Jungen mit einer Maske getroffen. Und wenn, dann waren sie alle samt seltsame Typen.

Ich muss immer noch darüber schmunzeln als er mich als ich damals 6 Jahre alt war wieder aus dem Wald geführt hast.

Wir beide hatten uns an einem Holzstück festgehoben, weil er mich nicht an die Hand nehmen konntest. Ich war nun einmal ein Mensch und du ein Youkai. Hätte er mich berührt, wäre er verschwunden und da ich das nicht wollte, musste ich mich all die Jahre zurückhalten.

Zwischen uns entwickelte sich etwas. Am Anfang war es nur eine immer tiefer reichende Freundschaft. Dann, als ich älter wurde, wurde daraus immer mehr Liebe. Eine Liebe, die etwas anders war, als die meisten anderen. Wir liebten uns nicht wegen unseren Körpern oder dem Aussehen. Nein, es war wegen unserem Charakter, der uns verband.
Damals war es Schicksal, dass wir uns getroffen haben.

Während ich in Gedanken an die schönen alten Zeiten schwebe, merke ich nicht, wie ich wieder in Richtung Schrein laufe. Plötzlich stehe ich wieder da, das kann doch kein Zufall sein oder?

Wie paralysiert gehe ich in die Mitte des Platzes und sehe tatsächlich meinen Gin.
Da steht er und lächelt mich an.

Seine blasse Haut ist nahezu durchsichtig, als die Sonnenstrahlen auf ihn treffen. Sie scheint regelrecht zu leuchten. Gin sah aus wie ein Engel. Oder wie ein Gott. Aber nicht wie der Berggott dem dieser Wald gehört. Er war mein ganz persönlicher Engel. Mein Retter aus der Not.

Nun konnte ich die Tränen nicht zurückhalten und stürme auf ihn los. Er breitet seine Arme aus und umarmt mich, genauso, wie er es bereits einmal getan hatte.

Ich schluchze in sein weißes Hemd und kralle mich darin fest. Ich kann mich ein wenig beruhigen, als er seine Hand auf meinen Kopf legt und ihn wie eine fürsorgliche Mutter tätschelt.

,,Hotaru“, wispert er und vergräbt sein Gesicht in meinen Haaren. Inzwischen gingen sie mir bis zur Brust, anders als damals, als ich sie nur auf Schulterlänge trug.

Ich binge nur ein leises: ,,Gin, warum ausgerechnet du?“, heraus. Ich war selbst von meiner Stimmlage erschrocken. Sie war schrill, verweint und hatte etwas von einer verletzten festen Freundin nach einem heftigen Streit.

,,Weil es so sein musste“, war seine Antwort. ,,Ich würde doch auch viel lieber bei dir sein“.

Mein Herz machte bei seinen Worten einen Satz und begann kräftig und schnell mein heißes Blut durch meine Adern zu pumpen. Meine salzigen Tränen verschwanden in seinem Oberteil, doch ich wagte es nicht ihn anzusehen.

Ich spüre seine Hände, wie sie mein Gesicht umschlossen und mich dazu zwangen direkt in seine Augen zu blicken. Ich erkannte Schmerz und Traurigkeit darin, so verletzlich hatte ich ihn noch nie gesehen.

Er nahm meine Hand und umschloss sie ganz fest mit seinen Fingern, als hätte er Angst, dass er mich verlieren würde. Ich erwidere diese Geste und lehne mich zusätzlich noch an seine Brust.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich wieder richtig froh jemand  zu sehen und ihm ganz nah zu sein. Viel zu lange war es her, dass ich mich gegenüber einem anderen geöffnet hatte. Umso glücklicher bin ich jetzt.

Dieser Moment soll niemals vorbei gehen. Niemals.

,,Komm mit!“, rief mir Gin entgegen und riss seinen Mund zu einem großen Grinsen auf. Seine Zähne schauten hervor und bevor ich etwas dazu sagen konnte, zog er mich mit sich.

Zusammen rennen wir durch den Wald, machen kurze Pausen, reden miteinander. Die Zeit vergeht im Flug und die Sonne verabschiedet sich von uns, indem sie uns die letzten warmen Sonnenstrahlen schickt, die sich wohlig warm auf unserer Haut ausbreiten. Langsam wird es dunkel, die Tiere, die den Tag über geschlafen haben, wachen au und begrüßen den Abend. Sie lösen die Hasen und Vögel ab, die sich dankend in ihren verdienten Schlaf fallen lassen.
Inzwischen sitzen Gin und ich auf den Stufen der Treppe, die zum Schrein führt.

Ich lege meinen Kopf auf seiner Schulter ab und sage nichts. Der Moment war einfach nur perfekt. So hatte ich ihn mir in meinen Träumen immer vorgestellt. Ihm schien es genauso zu gehen und zusammen schauten wir über die Wipfel der Bäume die weit unter uns lagen hinweg und hatten freie Sicht auf die ganzen bebauten Felder, die sich in einem Kästchenmuster auf dem Land ausbreiteten.

Mehrere Minuten vergingen, als Gin seine Stimme erhob:,, Hotaru, ich bringe dich noch nach Hause“.

Mein Magen drehte sich um als ich in sein Gesicht blickte. Er sieht gequält aus, aber wir beide wissen, dass dieses Abenteuer nun vorbei ist.

,,Nicht alles kann für immer sein“, flüstere ich und erhebe mich zeitgleich mit Gin.

Ganz fest an ihn gedrückt gehen wir die Stufen zum letzten Mal hinunter. Unten angekommen muss ich mir die Finger auf die Augen drücken, um meinen Gefühlen keinen freien Lauf zu lassen. Denn ich weiß ganz genau, dass es ihm genauso schwer fällt wie mir loszulassen. Doch nun war die Zeit gekommen um sich zu verabschieden.

Lediglich ein paar Meter lagen zwischen dem Ende des Waldes und uns Beiden. Wir schauen uns ganz tief in die Augen, als Gin sich herunterbeugt um mir einen Kuss zu geben. Zuerst nur einen kurzen, dann erwidere ich ihn und er schlingt erleichtert seine Arme um mich. Seine Hände links und rechts von mir fühle ich mich geborgen und wie in einer anderen Welt. Wie in einer heilen Welt.

Als wir uns voneinander lösen, umarmen wir uns ein letztes Mal als ich mich umdrehe und langsam mit schleifenden Füßen in Richtung Haus gehe.

,,Einmal muss ich es ihm wenigstens sagen“, ermutige ich mich selbst. ,,Gin!“.

,,Hotaru!“, kommt die Antwort blitzschnell zurück.

,,Ich liebe dich!“, sagen wir gleichzeitig. Obwohl es bereits dunkel ist, erkenne ich sein errötetes Gesicht. Er leuchtete ganz schwach und es wurde immer schwächer.

Ich hebe die Hand und winke, dann beeile ich mich und gehe ins Haus.

Im Wohnzimmer sitzt mein Onkel auf dem Sofa und löst ein paar Kreuzworträtsel, als ich mich neben ihn fallen lasse. Ich drücke ihm einen Kuss auf die Schläfe und beuge mich über das Blatt.

,,Da kommt ,Happy End´ rein“, sage ich und deute auf eine Lücke.

,,Okay, wenn du das sagst“, erwidert er und setzt den Stift an.

Am nächsten Morgen entscheide ich mich dazu joggen zu gehen und wähle eine etwas längere Route durch den Wald. Ich werfe mich in meine Sportsachen und schnappe mir eine Flasche Wasser. Gerade als ich aus meinem Zimmer laufe, fällt meine Aufmerksamkeit auf die Fuchsmaske, die auf der braunen Kommode liegt.

Ich streiche vorsichtig darüber und nehme sie kurzerhand mit. Ich nehme die Stufen der Steintreppe mit großen Schritten und bin völlig außer Puste, als ich oben ankomme. Ich gehe zu dem alten Baum der auf der Lichtung steht und lauschte der Umgebung. Dann lege ich die immer noch nach Gin duftende Maske auf den Boden nieder und schaue sie glücklich an ehe ich meine Runde fortsetze.

Eines Tages werde ich meinen Kindern von dir erzählen, Gin. Ich werde ihnen von meiner ersten großen Liebe berichten und zusammen mit ihnen den Schrein besuchen.

Und wer weiß: Vielleicht treffe ich dich irgendwann einmal wieder. Dann werde ich dich nicht mehr hergeben und zulassen, dass du mir genommen wirst.

Versprochen.
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