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Redeemer

GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Jeanette Voerman Nines Rodriguez OC (Own Character) Sebastian LaCroix
18.11.2016
23.11.2016
4
4.784
1
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18.11.2016 1.267
 
Hey Leute!
Hier eine kleine (oder auch später große Fanfiction) von mir zu meinem liebsten Rollenspiel The Masquerade. Alle Rechte liegen natürlich bei den Entwicklern des Spiels und ich mache das nur zum reinen Spaß. Die Story meines OCs Decartes (ja er ist ein Malkavianer, ich liebe die bekloppten Antworten von denen, da lacht man sich die halbe Zeit halb tot. Nur die anderen finden das anscheinend nie lustig ^^) läuft etwas anders ab als im Spiel. Na ja, seht selbst und hinterlasst fleißig Kommentare ^^
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1.  Kapitel- Dance a little dance

Alles in mir brannte. Mein Blut brannte in mir, meine Muskeln brannten, meine Knochen brannten, mein Hirn brannte.
Verdammt, die Schmerzen waren beinahe unerträglich.
'Verfluchtes Blut, verfluchtes Blut'.
Diese Worte hämmerten durch meinen Schädel, von einer verdrehten Hirnwindung zur Nächsten.
"Was für ein verantwortungsloses Arschloch!"
Der rüde Fluch lenkte mich von meinem eigenen Elend ab. Ein Mann sprach, den ich nicht kannte. Aber ich wusste, sein Name war Nines.
"Dein Gossencharme ist wirklich umwerfend. Aber derjenige, der dieses Verbrechen begannen hat, wird zur Rechenschaft gezogen werden."
"Von der Camarilla, sicher. Das ist Bullshit!"
Ich war mir zu 100% sicher, dass der zweite Mann Lew hieß. Zwischen den beiden bestand ein angespanntes Verhältnis, obwohl sie beide an denselben Fäden hingen. Einer wusste es, der andere nicht.
Blinzelnd öffnete ich die Augen und sah die glitzernden Sterne am samtig schwarzen Nachthimmel über mir. So schön. So bald würden sie verlöschen und die Welt würde für uns nur allzu schwarz sein.
"Das Küken wird wach. Alles klar, Kleiner?"
Jemand legte eine Hand auf meine Schulter und zog mich in eine halb sitzende Stellung. Ein geisterhaft blasser Mann mit dunklen, kurzen Haaren und viel zu hellen Augen.
Um seinen Hals trug er ein Lederband und als er lächelte, konnte ich die spitzen Eckzähne sehen. Ein Vampir. Wie ich. Die Erkenntnis schockte mich nicht wirklich, der Wahnsinn in mir dämpfte alles.
Leise räusperte ich mich und zog die Augenbrauen zusammen.
"Was ist mit Nummer eins bis acht passiert?", fragte ich leise und hob die Hände, um mir die Schläfen zu massieren.
Nines' Grinsen verschwand mit einem Schlag aus seinem Gesicht und er starrte mich verdutzt an.
"Was? Was redest du da für einen Unsinn?"
Sein Blick schnellte nach oben und er fixierte jemanden hinter mir. Ich konnte beinahe spüren, wie dieser sich vor stummen Lachen schüttelte.
"Scheiße, er ist ein verdammter Malkavianer. Nummer eins bis acht, die Kerle sind einfach göttlich!"
Ich mochte den zweiten Kerl. Er schien nett zu sein, sein Lachen war einfach ansteckend und zudem spürte ich, dass er ehrlich war.
Es ging einfach nicht anders, ich musste ebenfalls kichern und wippte dabei leicht vor und zurück. Wenn ich mich bewegte, ließ der Schmerz nach.
"Na ganz toll. Wer versteht die Kerle denn bitte schon?"
Die ganze Situation war einfach nur grotesk. Ich war ein Vampir, ein Malkavianer wie sie sagten, wusste viel zu viel über die beiden Männer, die ich nicht kannte und saß mit dem Hintern in irgendeiner schmutzigen Gasse, ohne das es mir im Geringsten etwas ausmachte, geschweige denn das ich es seltsam fand.
"Ich, so halbwegs. Falls es dich nicht stört, Rodriguez, bringe ich den Kleinen zu LaCroix. Da wird er nicht dran vorbei kommen."
Taumelnd kam ich auf die Füße und drehte mich weg von Nines, hin zu Lew, der mich wegbringen wollte.
Lew war größer als ich, bestimmt einen ganzen Kopf, hatte hellbraune, schulterlange Haare und sanfte grüne Augen. Er sah unverschämt gut aus.
Ohne nachzufragen, ob ich was dagegen hätte, packte er meinen Arm und wollte mich schon zur Seite ziehen, als Nines meinen anderen Arm ergriff und mich zurückhielt. Seine Zähne glitzerten im Licht und sein Blick schien mir sagen zu wollen, dass seine Worte wichtig waren.
"Wenn der Idiot im Turm dich leben lässt, komm ins Last Round. Du verdienst die ganze Wahrheit."
Ich nickte nur, während Lew theatralisch schnaubte.
Unsanft drückte Nines meinen Arm noch einmal, bevor er mich losließ und sich umdrehte, um aus der schmalen Gasse zu eilen.
Ich in einer Kneipe? So sah ich auch aus. Moment, wie sah ich eigentlich aus? Und von welcher zweifelhaften Wahrheit hatte Nines gesprochen? Immerhin hatte die Wahrheit immer sehr viele Gesichter, jedes davon war anders und im Kern doch gleich.
Verwirrt ließ ich mich ein Stück von Lew mit ziehen und ging rückwärts die Gasse entlang, den Blick auf Nines' Rücken geheftet.
"Wir sehen uns also nicht im Antlitz des Spiegels wieder?", fragte ich leise und drehte mich endlich zu meiner Begleitung um.
Er lachte wieder, ein leicht bellendes Lachen wie mir auffiel.
"Du bist gut. Ich bin Lew, Lew Lasalle. Aber das weißt du sicher schon irgendwie. Ihr Malkavianer und eure Eingebung. Der... charmante andere Mann war Nines Rodriguez. Er führt die Anarchen dieser Stadt, mehr oder weniger."
Von den vielen fremden Wörtern schwirrte mir der Kopf, aber sie machten Sinn. Ich wusste nur noch nicht welchen.
Die Gasse, durch die wir gingen, war schmal und wurde klaustrophobisch eng von Hochhäusern flankiert. Von irgendwoher drang laute Musik an meine Ohren und drückte auf meine Trommelfelle. Es war eine schöne Nacht, hell und klar und angenehm warm.
Summend schielte ich zu den Sternen hinauf und fragte mich, wie viele von ihnen bereits erloschen waren.
"Wie heißt du eigentlich?", fragte Lew plötzlich und zog mich mit Nachdruck um die Ecke. Es war angenehm mit ihm, er sprach nicht viel und der Duft seines Parfums überlagerte den des Urins in der Straße. Nachdenklich betrachtete ich ihn von der Seite und beschloss, dass ich ihm trauen konnte.
Mein Name. Meiner. Wie hieß ich? Wo in diesen verdrehten Windungen lag er verborgen?
"Decartes", murmelte ich schließlich.
"Decartes Pacem. Gehen wir zum Spaßmacher-Prinzen?"
Noch einmal bogen wir um eine Ecke und standen plötzlich an einer öffentlichen Straße, helles Licht blendete mich und ich kniff unwillkürlich die Augen zusammen. "Spaßmacher! Nenn ihn bloß nicht so, wenn wir da sind. LaCroix ist der Prinz der Camarilla in Los Angeles.
Halt einfach die Klappe, rede nur, wenn du gefragt wirst, ich versuche, dein Leben zu retten."
Mittlerweile war mir aufgefallen, dass wir vor einem riesigen Wolkenkratzer standen, der Eingang wurde flankiert von zwei dürren Statuen. Bläuliches Licht fiel auf den Asphalt vor uns und ich legte den Kopf in den Nacken, um zur Spitze des Turms sehen zu können.
Ich spürte Lews drängenden Blick auf mir und lächelte leicht.
"Verstanden, Lewie-Lew. Ich halte die Klappe."
Seufzend verstärkte er den Griff um meinen Arm und zog mich durch die sich automatisch öffnenden Türen in den Eingangsbereich. Hier war es dunkel, nur die blaue 'LaCroix'- Reklame spendete Licht. Links und rechts an der unbesetzten Rezeption vorbei führten zwei Treppen auf eine Plattform, gespickt mit Aufzügen.
Ohne zu Zögern zog Lew mich die linke Treppe hinauf, hinauf nach oben und auf einen der hinteren Aufzüge zu. Brav hielt ich meinen Mund, selbst als er auf den Rufknopf drückte und mich kaum war das Ungetüm da in die kleine Kabine stieß. Erst, als wir ruckelnd nach oben fuhren, löste meine Zunge sich endlich von meinen Gaumen und ich flüsterte zitternd: "Der Spaßmacher ist nicht sehr froh."
Lew öffnete bereits den Mund, um mir zu antworten, als die Türen aufgingen und ich ängstlich die Fingernnägel in meine Handflächen bohrte. Hier konnte der Tod auf mich lauern. Mein Schicksal lag in den Händen Gottes.
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