Die Mar' vom Hennchen Hungerklein

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P12
17.11.2016
17.11.2016
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Ich habe neulich auf Teufel komm' raus einen Anstoß gesucht, mal ein Märchen zu schreiben, und ihn dann im  Schreibzirkel-Thread gefunden. Monatlich werden 5 Worte vorgegeben, die dann mit mind. Drei davon eingebunden werden müssen. Das hier kam dann halt bei mir heraus.

November 2016


Wörter:


Martinsbrezel, Gold, Regen, Rinde, gruselig


Die Wörter sind im Text fett markiert; nur gruselig musste ich in grausig umsynonymisieren, damit die Phonetik passt oder so.




Hennchen Hungerklein


Es lebte dereinst eine Maid mit ihrem Mütterchen in einer Hütte am Waldrand, die gar so klein war, dass schonwohl Wanderer sie aus der Ferne für ein Zwergenhaus gehalten hatten. Wenn genügend Güter da waren, roch es den kleinen Trampelpfad entlang zum Dorf bei Sonnenaufgang derart erbaulich nach frischem Brot, dass sich die Mutter schon somanchen Hungrigen ans Hüttchen locken konnte, um den ärmlichen Haushalt mit dem Verkauf der Brote am Leben zu halten. Am meisten kam der Grubenjunge, wenn er ein paar Pfennige über hatte, und aß das Brot gleich mit den Erz-staubigen Händen, wobei er stets mit einem verschmitzten "Innen wie außen!" bezahlte und kurz in die Hütte hineinlächelte. Er tat es nie zu lang – gerade so, dass die Mutter ihn als höflichen Käufer gern bediente, und die Maid gar mancheins ganz verwirrt darüber wurde, ob er sie nun lieb gewann oder nur neckte.

Viel hatten Mutter und Tochter nicht über; einst mussten sie den Vater dem Kriege hergeben, und es war schon eine lange Zeit kein Bote mehr gekommen, um einen Stein zu bringen, so wie es mit der lieben, kleinen Familie vereinbart ward. Es hieß dereinst beim Abschied zwischen ihnen – wo doch der Vater das Schreiben nicht konnte – er solle bei jeder Gelegenheit einen Stein von eben dort nach Frau und Kind schicken lassen, wo dessen Streitkraft gerade die Rast vertat. Die genügsame Tochter, ihrerseits von der Mutter deswegen liebevoll als »Hennchen Hungerklein« gerufen, befragte die Steine dann, und sie erzählten ihr davon auf welche Weise das Moos roch, wo sie gelegen, und ob sie schon wussten, wie das Blut der Gefallenen schmeckte. Das Kind war immerzu ungeheuerlich beruhigt, solang nur die  Frage nach dem Blute nicht mit Zustimmung bekundet wurde, wovon sie der Mutter, die das Sprechen mit Unmenschlichem einst verlernt, dann Kunde geben konnte.

Nun ward das Warten auf ein Lebenszeichen vom Vater jedoch auf lange Zeit vergeblich, so dass Hennchen und Mutter sich ob dieser zehrenden Ungewissheit oft in den Schlaf weinten; und am Tage, da trösteten sie ihre Herzen mit Arbeit und Zutrauen; zum Sonntag konnte man zudem ihre zarten Stimmen noch bis ins Dorf hinein vernehmen, wie sie hoffnungsvolle Lieder sangen und um die Rückkehr des Vaters beteten. Unbehelligte hielten diese Melodien jedoch  für den verderblichen Gesang der Baumfrauen, die im Dunkel des Waldes auf verirrte Wanderer warteten, und so kam es, dass der Pfad am kleinen Waldhüttchen mehr und mehr gemieden wurde, um den grausigen Gestalten nicht in die Fänge zu geraten. Nicht einmal der Duft der frischgebackenen Brote konnte die Leute ermutigen, ihrem Aberglauben zum Trotze den Weg am Hüttchen entlang zu beschreiten, bis der Mutter mit ihrer Maid irgendwann auch die Einnahmen vom Brotverkauf verwehrt blieben.

Es war zum Martinstage, an dem sich ein frostiger Schneeregen über die Wälder erging, dann nicht einmal mehr ein Groschen für die Zutaten über. Der Lehnsherr, der ihnen das Hüttchen einst gegeben, hatte zumal wenig Herz für die Armen und beschuldigte sie ob ihrer Mittellosigkeit der Faulheit. Trotz seines Wissens über die unglücklichen Umstände des jungen Hennchens mit ihrer Mutter, forderte er unter Androhung der Enteignung die Steuer zum Zinstage ein, obgleich die Familie doch alles beisammen halten musste und gar wirklich nichts hatte, das man zugunsten des Lehns hergeben konnte.

Am Morgen des Martinstages nahm die Mutter ihr Hennchen daher mit ins Dorf, wo sie die wenigen Strick- und Klöppelwaren gegen eine Gans einzutauschen ersuchte, um diese dem Lehnsherren zum heurigen Zinstag in Zahlung zu geben. Dem Hennchen wies sie an, während dessen einen Heischegang durch das Dorf zu tun, um die bislang unbeachteten Textilwaren der Mutter mit den Heischegaben aufzuwerten. Die Mutter erhoffte sich daraus, so letzten Endes doch noch das Interesse eines Viehbesitzers wecken zu können.  

Doch die Zeiten waren ungute; zwar gab es hie und da ein freundliches Waschweib, eine angewiesene Dienstmagd oder ein fürsorgliches Mütterchen, doch alle reichten nur ein Ei – und von denen durften Gänsehalter doch wahrlich genügend haben. Die meisten Leute jedoch bedankten sich für den hübschen Bettelvers, gaben aber an, nichts im Hause zu haben, das sie der Maid geben konnten. Bevor sie denn freilich bekümmert zur Mutter zurückkehrte, da fiel ihr jäh ein Häuschen auf, dessen Simse mit wunderbaren Röschen und Kräutern bemalt waren; es stach damit allemal  zwischen den bescheidenen Lehm- und Holzhäuschen des Dorfes hervor. Hennchen war ob dieser reichen, gleichsam aber auch feinslieblichen Kunst gar eingeschüchtert, nahm sich jedoch hurtig ein Herz, klopfte an die tannengrüne Tür, und sagte brav ihren Heische-Vers auf:

Ich armes Hennchen Hungerklein,


wie treib' ich nur die Gänse ein?


Die Mutter friert, dort auf dem Markt,


des Lehnsherrn Forderung ist stark:


Eine Gans mit Brot und Wein,


er soll so rot wie Gansblut sein.


So bitte, selig feine Leut',


ich wünsch' euch Glück samt Wohlstand heut!


Soll'n Hunger, Kälte, Krieg und Schmerz


euch ferne sein vom reinen Herz.




Zum großen Erstaunen der Maid sah sie sich dem lächelnden Grubenjungen gegenüber, und ja, er schien gar eine Dienstmagd zu haben! Der Grubenjunge wies die Dienstmagd in die Küche, und als sie zurückkam, übergab er dem Hennchen drei in Stoff geschlungene Martinsbrezeln; mit Zuckerkörnern so groß, wie sie das Hennchen sonst nie sah. Der Grubenjunge erklärte ihr, dass jede der Brezeln einen Wunsch erfüllen könne – man müsse ihn nur aussprechen, und die Brezel peinlich genau bis auf den letzten Krumen verspeisen, und so gar ginge der Wunsch in Erfüllung.

Das Hennchen, schlau, wie es war, fragte, ob es denn irgendwo eine Gegenleistung zu ersteuern gäbe, denn aus den Märchenbüchern wusste sie, dass Zauber dieserlei Gesinnung doch stets einen Lehn erwarteten.

Der Grubenjunge lächelte abermals, und er meinte, dass man bei dieser Art Martinsbrezeln unbedingt angewiesen sei, ein bestimmtes Zutun zu leisten, bis der Wunsch bei einem ankäme. "Innen wie außen!", meinte er dann zum Hennchen, tat einen Knicks und schloss die Tür. Das Hennchen ward ein wenig neben sich, und doch versuchte es eilig, einen ersten Wunsch einzulösen:

»Ach liebes Brezchen sei so fein, und schenke mir ein Gänselein!«, hieß es, und augenblicklich verleibte sich Hennchen die Brezel ein und achtete peinlich genau darauf, auch ja bis auf den letzten Krumen zu essen. In der Zwischenzeit war die Dämmerung hinter den pfeilspitzen Tannenkronen an den Himmel gekommen, und in der Ferne hörte die Maid schon die Kinder lachen, wie sie als wild schwingende Laternen-Irrlichter das Dorf strömten, als wäre gerade der Fluss mit ihnen übergelaufen.

An der Front des Kindersegens lief ein prächtiger, weißer Schimmel, und gar wieder schoss es der Maid durchs Mark – der Martinsreiter darauf trug eine gut genährte, kaffeebraune Gans mit schneeweißer Brust auf seinem Schoß, um sie wie jedes Jahr zum elften November zur Kirche hinzubringen. War das die Gans fürs Hennchen? War doch gar tatsächlich der Lehn, die Gans einfach vom Pferde zu stehlen, wo doch der Grubenjunge vom Zutun sprach? – Wie das Hennchen diesen Gedanken hegte, da kam es ihr gleich in den Sinn, lieber noch etwas abzuwarten – aus heiterem Himmel jedoch ging es mit der Gans auf dem Schoß des Martinsreiters durch; sie schlug ihm die Flügel ins Gesicht und bohrte den Schnabel in die Hände – da ließ er sie los, und das Tier rannte unter dem Gelächter der Kinder hinein in den dunklen Wald.

»Wenn du eine Gans brauchst, sollst du dir eine fangen!«, klang es aus der Brezel in Hennchens Bauch. »Hurtig, hurtig, kleine Maid, die Gans ist noch nicht ganz so weit!« – sang es weiter. Und so aß das Hennchen auch die zweite Brezel, und sie wünschte sich:

»Ach liebes Brezchen, sei so fein, und schenke mir ein Lichterlein!«, und sofort gab es eine eifrige Rangelei unter den Buben, bei denen die Laternen und die Kerzen nur so durch den Schnee flogen, und nach Stilllegung durch den Martinsreiter einfach vergessen wurden. Das Hennchen ging also hin, und es fand gar wirklich eine unversehrte Laterne, bei der die Kerze noch frisch eingesteckt brannte. Sie nahm das Licht und ging den Pfad zum Wald entlang, und auf der Höhe des Hüttchens, da vernahm sie ein lockendes Schnattern, wo tatsächlich die Gans aufs Hennchen wartete. Je näher die Maid dem Heimchen kam, desto mehr erkannte sie auch den Geruch der frischen Brote, der solang nicht mehr über den Trampelpfad hin ins Dorf gezogen war; das Hennchen fragte sich, ob die Mutter noch Zutaten zum Backen tauschen und wieder heimkehren konnte.

Wie die Maid aber ins Hause kam, da war dort weder Mutter noch Gänselein, wahrlich dafür aber ein Vorrat an frisch gebackenem Brot, was dem Kinde sehr wunderlich war. So kam das Hennchen, dort im duftenden, dunklen Hüttchen nicht umhin, die Steine zu befragen, die ihr schon Kunde vom Vater gegeben hatten; sie lagen in Reih' und Glied auf den Streben des sperrigen Holzbettes, das sich Mutter und Tochter teilten, so dass sie alles, was sich im Hüttchen tat, überblicken konnten. Die Steine meinten zum Hennchen, es sei eine Gans da gewesen, und sie habe hier Eier gelegt, aus denen Brote wuchsen, die gar nun erst frisch mit lautem Knacken geschlüpft waren.

Hennchen sah auf die dampfenden, fein riechenden Brote, und fand zwischen ihnen ein weiteres Ei, das auf der Stelle aufsprang, und zum Brot nun noch eine Flasche Wein so rot wie Gänseblut erscheinen ließ, wie es vom Lehnsherr gewünscht. So wie dies geschehen war, nahm sich die Maid Brot und Wein, und nicht lange nach dem Hüttchen entdeckte sie im Laternenschein die Gans, die sich auch nicht wehrte, als Hennchen sie auf den Arm nahm. Sie schnatterte indessen:

»Ja hat denn der Lehnsherr so eine vorbildlich Gans wie mich verdient?

Ja hat denn der Lehnsherr ein Herz, das zu lieben vermag,

und hat denn der Lehnsherr noch Wünsche für andere

Das Hennchen hörte diese Worte und wurde gar bitter; eine so  fleißig' Gans an den Lehnsherr zu geben, der sie doch nur schlachten würde, das war ihr nicht geheuer.

»Armes Gänschen Brötchenfein, der Dank wird deine Schlachtung sein!«, weinte das Hennchen mit der Gans an der Brust; und um dem guten Tier den letzten Lebtag noch lang zu halten, ging sie nicht den direkten Weg zum Lehnsherren, sondern schlug bei jedem Baum einen Bogen, an dessen Rinde sich der Schnee auch nur ähnlich einer Gans gebettet hatte. Die Kerze war inzwischen fast abgebrannt, und die Dämmerung der tiefblauen Dunkelheit gewichen; doch Hennchen sah sich gezwungen, den Weg noch zu gehen, wo doch sonst der Mutter als ihr die Obdachlosigkeit drohte. Der Schnee erwies ihr guten Dienst beim Sehen, doch schnell musste das Hennchen sich verirrt im schwarzen Walde dar wiederfinden. »Nimm das Brezchen, kleine Maid!«, schnatterte die Gans, doch das Hennchen schwieg und hielt sich das letzte Martinsbrezchen feste im Griff; hatte sie es doch für einen ganz anderen Wunsch sich aufsparen wollen. Keck sagte das Kind daher flott ihren Wunsch und aß die Breze:

»Ach du Brezchen sei so fein, und bringe mir mein Väterlein

Wie das Hennchen diese Worte sprach, da überkam es die Gans aus heiterem Himmel; wie beim Martinsreiter schlug sie dem Hennchen die Flügel ins Gesicht und bohrte und biss mit dem Schnabel auf alles, was auch immer ihm nahe kam. Das Kind musste den Vogel schlussendlich los lassen und dabei zusehen, wie er emsig schnatternd zwischen den schneeleuchtenden Tannenstämmen verschwand, bis nur noch die Schwärze des Dickichts seine Echos wiedergab.

Das Hennchen sank zusammen und verfiel in schmerzliches Wimmern, und wie sie da so saß und weinte, da knackten kleine Äste unterm kalten Schnee, und schnell stand gar der Grubenjunge vorm Hennchen, der dabei die Gans in der Armbeuge präsentierte und zu ihr sprach:

»Hier ist die Gans für deinen Herrn; im Beutelchen hast du Wein so rot wie Gänseblut und Brot so frisch wie Morgenrot. Nun eile, kleines Hennchen, eile

Das überraschte Hennchen wischte sich das nasse Salz von den frostroten Bäckchen und nahm die Gans entgegen. Sie fragte den Grubenjungen, wo sie denn lang gehen solle, und als der seinen Arm in die rechte Richtung tat, da wollte sie schon einen Schritt gehen, doch überkam die Bitterkeit sie erneut:

»Du armes Gänschen Weinchenfein, der Dank wird deine Schlachtung sein - und wie das Hennchen die Gans auf den Waldboden setzte, da verging dem Grubenjungen das Lächeln mit einem Schlag, und das Hennchen legte sich den geflochtenen Zopf zurecht und fragte sich, ob sie es gar recht getan: Würde der Vater kommen, wenn die Gans die Freiheit erhielt? War dies das Zutun, das es brauchte?

Und wie der Grubenjunge so bangte, da erging sich ein frostiger Sturm über die beiden Kinder im Walde; er schnappte sich die Gans und wirbelte sie unter wildem Schnabelgeschrei durch die Luft, so dass die Tannenzapfen ähnlich feindlicher Pfeilspitzen nur so in den  Schnee schossen. Ein lauter Knall ließ sogar noch die letzten Laternenkinder im Dorfe aufschrecken, und auch die besorgte Mutter, die sich nicht erklären konnte, wo denn nur ihr liebes Hennchen Hungerklein geblieben sein könnte.

Der Grubenjunge schimpfte und schnaubte; er riss sich die Mütze vom Kopfe und trat und spuckte vor Jähzorn darauf herum; und vor dem Hennchen, ja, tatsächlich, da erschien der liebe, vermisste Vater, in vollster Gesundheit, und mit den zerschlissenen Hosentaschen voller Goldklumpen. Sie waren gar derart voll, dass der Vater im Gehen darauf achten musste, die Nähte nicht zum Platzen zu bringen!

Das Kind schoss dem Vater vor Freude schluchzend in die Arme; und nun zeigte auch der Grubenjunge sein wahres Gesicht und ward zurückverwandelt in den Waldgeist, der er war – und oh weh – hätte das Hennchen dem spitzfindigen Geiste noch Glauben geschenkt, hätte sie dem Lehnsherren den Gänsevater mit Brot und Wein zum Martinstage gezahlt! Der Waldgeist hatte nämlich die Mutter mit dem Hennchen des Sonntags gerne nach dem Vater wehklagen gehört, und so holte er sich den Vater damals aus der fernen Streitkraft und versprach ihm Freiheit fernab vom Kriegsdienste. Im versteckten Bergwerk hatte er dem Geist dann helfen und derlei lange arbeiten müssen, bis er die Taschen mit so vielen Goldklumpen voll hatte, dass die Nähte schon davon zirpten.

Der Waldgeist, der das makabere Spiel ob seiner Einsamkeit gar lieb gewonnen hatte, hatte den Vater nach seiner Bitte, nun zu Hennchen und Frau zurückkehren zu dürfen, zunächst in eine Gans verwandelt, und mit den Martinsbrezeln erprobte er dann die Herzensgüte vom genügsamen Hennchen. Bei der harten Arbeit im Bergwerk hatte der Vater immer um das liebe Herz der Tochter und die Tüchtigkeit der Frau gesungen, und so versprach sich der Waldgeist eine Seele, die er sich als Laufburschen halten konnte.

»Wenn dein Hennchen ein gar so reines Herz hat, so sollst du das Gold behalten und unter dem Schutze der Baumfrauen auf immer glücklich mit deiner Familie leben!«, hatte er zum Vater gemeint, der sich dar als Gans wiederfand und alsbald in die Stadt zum Matinsreiter gegeben worden war. »Erweist sich dein Hennchen dagegen als ungenügend, soll sie mit mir kommen und mir als Magd dienen, und du, Bergmann, sollst als die Gans die du bist vom eigenen Kinde in die Schlachtung gereicht werden! «, hatte es noch von der Spukgestalt geheißen.

Das liebe Hennchen heuer aber, das nun ihren Vater wieder in den kälteweichen Armen halten konnte, bewies die Lieder, die er gesungen, und so ließen sie den schnaubenden Waldgeist zurück in der Dunkelheit und kehrten heim, wo die Mutter von einer derart großen Freude erfasst wurde, dass ihr die Knie butterweich wurden, und augenblicklich heiße Tränen über ihre Bäckchen rannten. Die Familie lebte von da an gut und zufrieden, der Lehnsherr jedoch fiel bald darauf auf den Schabernack des verdrossenen Waldgeistes herein, und fristete fortan ein Dasein als Bergwichtel, der vom vielen Verdruss die Bergarbeiter wütend erschreckte, und bei jedem Spuk der Waldgestalt unterwürfig dienen musste.
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