With these two hands

von Mette
GeschichteRomanze, Familie / P16
OC (Own Character)
16.11.2016
26.08.2019
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Hallöchen,

heute nur ein kleines Update, viel Spaß wünsche ich dennoch!

Eure Mette



Sara hatte an diesem Montag das Lehrerzimmer gemieden und ihre Pausen freiwillig in einem der Vorbereitungsräume verbracht. Josefin war von ihr darüber per Whatsapp informiert worden, doch jene hatte sich ohnehin schon gedacht, dass die andere sich rar machen würde. Ihr war das Aufeinandertreffen mit Karsten peinlich und wenn sie ehrlich war – ihr wäre es das auch gewesen. Wenn sie, wie jetzt gerade, auf dem Weg in den Feierabend nach der sechsten Stunde, darüber nachdachte, hatte sie Karsten heute auch noch nicht gesehen. Dies machte ihr, wie immer, nichts aus, auffällig war es besonders mit dieser Vorgeschichte schon.
Josefin schloss den Klassenraum ab, packte das Schlüsselbund in die Tasche und nahm Kurs aufs Treppenhaus. Auf dem Weg nach unten wurde sie von einigen Nachzüglern überholt, zu denen auch Merle aus ihrer neunten gehörte. Die junge Frau winkte ihr vom Absatz unter ihr zu und reckte den Daumen in die Luft, ehe sie lachend weiterlief, sich bei einer Freundin unterhängend. Josefins Mundwinkel zuckten kurz. Das hieß wohl, Gábor war nicht nur gesehen, sondern sein Hiersein auch gleich in den richtigen Zusammenhang gebracht worden.
Sie horchte in sich hinein, um herauszufinden, ob es ihr ähnliche Verlegenheit bescherte wie letzten Dienstag, doch es schien alles gut zu sein. Es machte ihr nichts aus, dass ihre Schülerin von seinem Besuch wusste.
Da sie bereits alle Unterlagen, die sie für die Unterrichtsvorbereitung für den nächsten Tag zuhause benötigte in der letzten Pause aus dem Lehrerzimmer mitgenommen hatte, musste sie nun nicht mehr dort vorbeischauen, sondern konnte direkte die Schule verlassen. Die Sonne schien und Josefin kramte im Außenfach ihrer Umhängetasche nach ihrer Sonnenbrille. Sie hatte empfindliche Augen und kniff sie nicht gerne zusammen, um besser sehen zu können.
     „Josefin!“
Die Gerufene blieb stehen und drehte sich um, da sie die Stimme aufs erste Hören nicht einordnen konnte. Birte winkte ihr zu und kam in ihrem üblichen raschen Schritt näher.
     „Gut, dass ich dich noch erwischt habe“, sagte sie, als sie bei Josefin angekommen war. „Wolltest du gehen?“
„Ähm. Nun. Ja. Ich habe Feierabend und muss noch einiges erledigen.“ Sie klimperte absichtlich mit dem Autoschlüssel. „Was gibt es denn dringendes?“
     „Das nicht bis morgen warten kann, meinst du?“, lachte Birte, die, was Josefin jetzt erst sah, ebenfalls ihre Tasche dabei hatte und offenbar auf dem Heimweg war. Ertappt räusperte sie sich, wurde jedoch gleich von der anderen erlöst. „Ich dachte nur, wir könnten noch einmal bei einem Kaffee oder einem Salat über die Leseliste sprechen, das hatten wir doch ohnehin vor. Dir hatte Alaska nicht so gut gefallen, nein?“
Josefin seufzte. Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. „Ich habe versprochen, dass ich Curd heute pünktlich abhole, da seine Tagesmutter einen Termin hat. Wenn du den Kaffee bei mir zuhause trinken möchtest und auch keine Angst davor hast, dass mein Hund dich liebt, dann fahr mir doch einfach hinterher.“
Birte gluckste. „Dein Hund kennt mich doch noch gar nicht“, warf sie ein. Sie gingen nebeneinander her zum Parkplatz.
Josefin sah sie über den Rand ihrer Sonnenbrille hinweg an. „Und weiter?“

     „Genau. So. Hatte ich mir das vorgestellt.“
Benny warf sich elegant wie eine Gazelle auf seine Strandliege, streckte sich und hielt das Gesicht in die inzwischen schon tiefstehende aber noch gut wärmende Sonne.
„Reden wir noch einmal darüber, wenn ich keinen Hunger mehr habe“, grunzte Rob, dessen Magen passgenau dazu knurrte. Er hatte seit einem Sandwich auf dem Münchener Flughafen am Mittag nichts mehr zwischen die Zähne bekommen und klagte bereits seit einiger Zeit darüber, dass er bald etwas zu essen brauchte.
     „Soll ich dir ein Eis kaufen?“, foppte Gábor den jüngeren.
„Nein. Eis macht nicht satt… Suchen wir uns heute Abend ein Restaurant oder essen wir im Hotel?“
     „Lässt du nicht locker, oder?“ Der Ungar wackelte mit den nackten Zehen.
„Der lässt erst locker, wenn er die Zähne in ein Gyros schlagen kann.“ Daniel Bierofka, der vierte im Bunde der Sonnenanbeter, saß auf seiner Liege und überblickte den Strand. „Mein Vorschlag wäre, heute noch im Hotel zu essen und danach in den Ort zu gehen, dass wir uns ein wenig orientieren können. Falls uns dabei ein Bier in die Hand fällt, sollten wir uns nicht dagegen wehren.“
Die drei anderen grunzten. Als ob.
     „So.“ Gábor erhob sich und schlüpfte aus dem T-Shirt. „Wenn es euch reicht, Meer anzukucken, mir reicht das nicht. Um Meer anzugucken hätte ich auch den Bildschirmschoner am Laptop wechseln können. Ich gehe schwimmen.“
„Wieso wechseln, was hast du denn jetzt für einen?“, wollte Daniel wissen. Gábor schnalzte mit der Zunge.
     „Szombathely natürlich.“ Er drehte sich um und lief in Richtung Wasser, in das er kurz darauf ohne sich lange abzukühlen mit einem Hechtsprung hineinwarf, dass es nur so spritzte und spauchte.
„Das kann man ihm jetzt glauben – oder es lassen.“ Daniel stand ebenfalls auf, liebäugelte jedoch nicht mit dem Meer sondern mit dem zuvor erwähnten Eis, das an einem Kioskstand ganz in der Nähe verkauft wurde.
     „Das kannst du ihm schon glauben“, meinte Benny, der sein Smartphone zur Hand genommen hatte, um zuhause Bescheid zu geben, dass sie gut angekommen waren und bereits den Strand gefunden hatten.
„Also, kann ich jemandem etwas mitbringen?“
     Gábor fühlte sich herrlich erfrischt, als er kurz darauf den Wellen wieder entstieg und tropfend nass über den heißen Sand zurück zu den anderen marschierte. Bis er seine Liege erreicht hatte, war die Haut auf seinem Oberkörper fast schon wieder getrocknet. Bäuchlings warf er sich auf die Auflage und stützte sich mit den Ellbogen ab. „Ist klasse“, verkündete er. „Kann sein, dass ich die halbe Zeit genau hier verbringe, zwischen Liege und Wasser.“ Er grinste. „Ihr könnt euch dann abwechseln mit verpflegen. Ihr wisst schon… kühles Bier, heißen Spieß, ab und zu ein Eis.“
Lauth sah ostentativ über seine Sonnenbrille. „Und wenn es geht, noch von der schönsten Tochter der Insel serviert, was?“
Gábor schnalzte mit der Zunge. „Nein, muss nicht sein. Hübscher als Josefin geht sowieso nicht. Braucht ihr also nicht lange suchen.“
„Richtig, da war ja etwas.“ Er zeigte auf den anderen. „Und du schuldest uns noch immer ein Bild von ihr!“
     „Wenn sich die Gelegenheit ergibt“, versprach der Ungar. Er sah Bierofka über den Strand kommen, mit Eis, Kaffee und diversen anderen Snacks beladen. „Hoffe, er hat an mich gedacht. Sonst muss ich selbst noch einmal los und ich liege gerade so gut.“
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