Mr. Harvey J. Specter

von Greeneyes
GeschichteAllgemein / P16 Slash
Donna Paulsen Harvey Specter Kyle Durant Louis Litt Michael "Mike" Ross Rachel Zane
16.11.2016
15.01.2020
11
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Hallo ihr Lieben,

ich weiß, es ist ewig her und das tut mir sehr leid! Ich habe diese Geschichte irgendwie aus den Augen verloren.
Umso mehr muss ich DnS2o1o danken, die mir vor ein paar Tagen ein Review hinterlassen hat und mich damit darauf aufmerksam gemacht hat, dass es diese Geschichte noch gibt und ich sie unbedingt fortsetzen muss.
Also gibt es hier ein neues Kapitel und ich hoffe, dass ich euch auch in der nächsten Zeit neue Kapitel präsentieren kann. Diese Geschichte verdient es, ganz übersetzt zu werden.
Jetzt wünsche ich den Lesern, die trotz all der Zeit noch lesen, viel Spaß bei diesem Kapitel .

Greeneyes




Kapitel 11: In your shoes

Am nächsten Morgen wachte Harvey auf und das erste, was er sah waren Mikes erstaunlich blaue Augen. Er hatte gelernt blaue Augen zu lieben lange bevor Mike in sein Leben gekommen war, aber Mikes Augen waren wirklich atemberaubend. Er blinzelte ein paar Mal, um sich an das Sonnenlicht zu gewöhnen und bemerkte, dass Mikes Gesicht näherkam.

‚Gott, was versucht er zu machen?‘ Harvey war sich sicher, dass er nicht träumte.

„Mike, hat dir noch niemand gesagt, dass es gruselig ist Leute beim Schlafen zu beobachten? Besonders wenn man dabei so nah ist.“ Harvey streckte sich und setzte sich auf, sobald Mike auf seinem eigenen Bett saß.

„Du hast im Schlaf geredet. Ich habe nur versucht zu überprüfen, ob du in Ordnung bist.“

Harveys Magen verknotete sich. „Was habe ich gesagt?“

„Du hast Passagen aus ‚Die Kunst des Krieges‘ zitiert.“

Jetzt da Harvey wach war und in Ordnung schien, konnte Mike endlich lachen. „Ich muss zugeben, dass ich beeindruckt bin, Harvey. Die meisten Leute reden nur Unsinn, wenn sie schlafen. Kein Wunder, dass du so ein genialer Anwalt bist! Du denkst sogar über Strategien in deinen Träumen nach!“

Harvey würde sich geschmeichelt fühlen, wenn er nicht so besorgt wäre. Er musste den Schaden abschätzen. „Habe ich noch etwas Anderes gesagt?“

„Ich weiß es nicht. Ich habe auf dem Flur mit Rachel telefoniert und als ich zurückkam hast du schon zitiert.“

Harvey stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Es wäre desaströs gewesen, wenn er seine Gefühle im Schlaf gestanden hätte. „Warum bist du schon wach? Hat deine Freundin dich geweckt?“

„Nein, ich bin so früh aufgewacht, weil ich Hunger hatte. Dann hat Rachel mir eine Nachricht geschickt, dass sie mir heute ein Geschenk kaufen wird, also habe ich sie angerufen und wir haben eine Weile geredet.“ Mike lächelte und fragte sich, was er wohl morgen bekommen würde. Er war erleichtert, dass Rachel ihm so einfach das Lügen über die Fahrradtour verziehen hatte.

„Sie kauft dir ein Geschenk? Hast du Geburtstag?“ Harvey bemerkte, dass er nicht wusste, wann sein Angestellter Geburtstag hatte.

„Nein, mein Geburtstag ist im Dezember. Sie hat mir gesagt, dass sie mir zeigen will, wie sehr sie mich liebt.“ Mikes Lächeln wurde breiter und Harvey wünschte sich, dass sie zu einem Ort gefahren wären, der keinen Handyempfang hatte.

„Hat sie dir erzählt, was für ein Geschenk du bekommst?“ Harvey mochte die Idee nicht, dass Mike etwas gehörte, das ein Anderer ihm geschenkt hatte. Er wusste, dass er sehr besitzergreifend war, aber das war nichts, was er ändern konnte.

„Nein, sie wollte es nicht sagen. Ich schätze, ich muss bis morgen warten, wenn ich es rausfinden will.“ Mike fuhr sich mit der Hand durch Haar und das war der Moment, als Harvey die alte, braune Uhr an dessen linken Handgelenk entdeckte.

„Hm, das erinnert mich daran, dass ich selbst auch noch ein Geschenk kaufen muss.“ Harvey improvisierte und nahm sich eine Wasserflasche vom Nachttisch.

„Oh? Hier? Für wen?“ Mike dachte an Donna. Harvey war wirklich ein netter, aufmerksamer Chef.

„Für diesen süßen Typen, mit dem ich letzte Nacht zusammen war.“

Mike rang nach Luft und sah Harvey mit großen Augen an. Er war kurz sprachlos und dann wurde sein ganzes Gesicht rot. „Letzte Nacht? Du bist mitten in der Nacht aus dem Zimmer geschlichen?!“

Er war sich bewusst, dass Harvey tun konnte, was er wollte, aber es bestürzte ihn, dass Harvey alleine irgendwohin ging, ohne es ihm zu sagen, während sie zusammen auf dieser Reise waren.

„Nein, Welpe. Ich war mit ihm zusammen auf dem Bankett.“ Harvey versuchte das Ganze nicht zu sehr zu genießen. Mike reagierte sehr viel interessanter, als er erwartet hatte.

‚Das Bankett?‘ Mikes Magen drehte sich um. Er hatte nur einmal Harveys Seite verlassen, als er sich die Geschichte der Frau über ihren schwulen Sohn angehört hatte. Das konnte nicht länger als zwanzig Minuten gedauert haben.

„Aber wie…?“ Mike wusste, dass das eine dumme Frage war; sein Boss konnten jemanden in weniger als zwei Minuten verführen. Er erinnerte sich an das erste Mal, dass er Harvey getroffen hatte. Natürlich hatten Harvey und er sich in dem Konferenzraum nicht verführt, aber der feste und warme Händedruck, die charmante und selbstbewusste Art, wie Harvey sich vorgestellt hatte und sein ruhiges Verhalten im Angesicht eines Koffers voller Gras waren genug gewesen, um mehr als sein Bestes zu geben, um die Chance zu bekommen für ihn zu arbeiten.

„Du hast ihn erst gestern getroffen und schon willst du ihm ein Geschenk kaufen? Oh, ist es eine Bestechung?“

Harvey lachte. „Nein, es ist keine Bestechung. Und ich habe ihn nicht gestern erst kennengelernt. Ich habe ihn nur gestern wiedergesehen.“

Mike Gehirn begann rasend schnell zu arbeiten und dabei wurde sein Gesichtsausdruck immer düsterer. ‚Es muss jemand sein, den er getroffen hat bevor er angefangen hat hier zu arbeiten. Ich brauche dafür Donnas Hilfe. Ist er eine alte Flamme oder so etwas? Ist er derjenige, der ihn verlassen hat? Oh Gott…‘

„Du siehst aufgebracht aus.“ Harvey nahm einen weiteren Schluck Wasser. Er wollte seinen Angestellten nicht verwirren, aber er wollte wissen, was Mike über ihn dachte. Wenn er bereits anfing im Schlaf zu reden, hieß das, er würde bald die Kontrolle verlieren und er wollte die Sache lieber selbst in die Hand nehmen bevor so ein ‚Unfall‘ passierte. Außerdem, zu seiner Verteidigung, war Mike derjenige, der ihm die ganze Geschenk-Idee gegeben hatte.

„Wer ist er? Wirst du ihn wiedersehen? Kommt er zum Brunch?“ Mike ignorierte Harveys offensichtlichen Kommentar und bemühte sich nicht seinen Unmut zu verbergen. Wer auch immer dieser Typ war, er hasste ihn schon jetzt.

„Du kennst ihn. Und ja, ich werde ihn beim Brunch wiedersehen“, antwortete Harvey beiläufig und stand vom Bett auf.

„Ich kenne ihn??“ Mike ging schnell alle Gesichter durch, die er gestern Abend gesehen hatte. Soweit er sich erinnerte, hatte er niemanden außer Harvey gekannt, aber er vielleicht hatte er jemanden übersehen. Vielleicht waren einige Gäste erst später angekommen oder sind die ganze Zeit auf der anderen Seite des Raumes geblieben.

„Kannst du mit den Geheimnissen aufhören und mir einfach sagen, wer er ist?“ Mike sah Harvey an, der schnell wegsah, weil er wusste, dass der Welpenblick kommen würde.

„Wenn ich das tun würde, wäre es nicht mehr lustig“, antwortete Harvey lächelnd und zog sein Shirt aus.

„Für mich ist es ohnehin nicht lustig.“ Mike sah Harvey mit verschmälerten Augen dabei zu, wie er sein morgendliches Training mit Push-Ups startete. Er glaubte, dass sich sein Boss auch als Athlet gut gemacht hätte. Er hatte einen schönen Körper mit dem man arbeiten konnte, enorm viel mentale Stärke und den Verstand eines Siegers.

‚Er sieht aus wie ein Boxer, der sich auf einen großen Kampf vorbereitet; so wie er in seinen Boxershorts Push-Ups macht‘, überlegte Mike und entschied seine Taktik zu ändern. Wenn Harvey wirklich den Verstand eines Siegers hatte, dann würde er unter Druck nicht einbrechen. Er hätte versucht dieses Rätsel selber zu lösen, wenn er nur jemanden aus Harveys Vergangenheit kennen würde, aber die einzige Person, die er kannte war Cameron Dennis und der war es sicherlich nicht.

„Komm schon, Harvey. Hab Mitleid mit mir. Wir sind immer noch zusammen auf diesem Ausflug, das heißt, wir müssen uns Geheimnisse erzählen.“ Mike versuchte es mit Jammern.

„Ich dachte, das hätten wir schon gemacht, Mike.“ Harvey konzentrierte sich auf sein Training.

„Nein, ich habe das gemacht, aber du nicht. Du hast mir nur erzählt, dass Leonardo ein besserer Name für einen Welpen sein könnte!“

Harvey gluckste. „Warum bist du überhaupt so neugierig?“

„Hast du das jetzt wirklich gefragt? Wir sind Freunde, Harvey. Freunde sollten solche Dinge voneinander wissen. Oh mein Gott…“ Mike schüttelte seinen Kopf vor Unglauben.

„Hör auf so dramatisch zu sein und knie dich nieder. Wenn du mir mit den Sit-Ups hilfst, dann gebe ich dir vielleicht einen weiteren Hinweis.“ Harvey stand auf und trank Wasser.

„Aber ich will keinen weiteren Hinweis! Ich will einen Namen!“, protestierte Mike, aber kniete sich trotzdem zu Harvey auf den Boden.

„Für einen hungrigen Jungen hast du aber viel Energie.“ Harvey nahm die richtige Haltung ein und Mike fasste nach seinen Knöcheln.

„Nun, Menschen neigen dazu wütend zu werden, wenn sie Hunger haben. Also fang jetzt besser an zu reden. Wo hast du ihn das erste Mal getroffen?“ Mikes Blick war stechend als er Harveys traf.

„In einem Hotel.“ Harvey machte weiter seine Sit-Ups.

Die Antwort erinnerte Mike daran, wie Harvey und er sich das erste Mal begegnet waren. „Sag mir nicht, dass du ihm so begegnet bist, wie mir.“

Harvey lachte als er mit dem Oberkörper hochkam und sah Mike direkt in die Augen. „Du musst mich fester halten, Mike. Ich rutsche aus deinem Griff.“

Mike seufzte und beschloss sich stattdessen auf Harveys Füße zu setzen. Ihm war gerade nicht danach zu seinem Boss allzu freundlich zu sein.

‚Okay, vielleicht war das nicht die beste Idee.‘ Er bereute es sofort als er fühlte, dass es zu viel Hautkontakt gab, aber er wollte nicht Harveys Anweisungen befolgen, wenn er ihm nicht sagen würde, wer dieser dumme Typ war.

„Du weißt, dass es nicht fair ist. Du weißt, wer meine Freundin ist“, versuchte er es erneut. Normalerweise brachte Neugierde das Beste in ihm zum Vorschein und dieses Mal würde es auch keine Ausnahme sein.

Nun kam Harvey hoch und lehnte sich vor. Er sagte nichts, sondern studierte nur das hübsche Gesicht. Er wusste, dass Geduld eine Tugend war, aber es war schwierig sich zurück zu halten, vor allem, da er nur an das Gefühl von Mikes Hintern auf seinen Füßen denken konnte.

„Harvey…?“ Mike bemerkte, dass Harveys Pupillen erweitert und sein Gesicht errötet waren. „Uh, vielleicht ist das genug Training für heute. Du siehst nicht so gut aus.“

Harvey antwortete nicht, also machte Mike weiter. „Harvey, du bist gestern einige Stunden Rad gefahren. Ich bin mir sicher, dass das dein übliches Pensum Training am Wochenende übersteigt.“

Harvey schloss seine Augen und nickte. „Du hast recht. Ich denke, das ist genug für heute.“

Er wartete darauf, dass Mike aufstand, aber nichts passierte. Als er seine Augen öffnete, sah Mike ihn mit einem besorgten Gesichtsausdruck an. Dann landete eine warme Hand auf seiner Stirn.

„Hmm, du bist ein bisschen warm, weil du trainiert hast oder du hast ein bisschen Fieber.“ Mike konnte es nicht sagen.

„Mach dir keine Sorgen. Ich habe nichts, was eine kalte Dusche nicht beheben könnte. Krieg deinen Arsch hoch, so dass ich mich beeilen kann. Danach gehen wir frühstücken, okay?“ Harvey gestikulierte Mike, dass er aufstehen sollte und drückte den blassen Arm von ihm sanft.

„Okay…“ Mike hatte ein merkwürdiges Gefühl über das, war vor sich ging, aber er stand trotzdem auf und ging rüber zur Couch. Er schaltete den Fernseher ein, während Harvey ins Badezimmer ging und darüber nachdachte, was für eine Uhr am Handgelenk seines Welpen wohl am besten aussehen würde.




„Du hast mich gestern Nacht versprechen lassen, dass ich immer dein Welpe sein werde“, bezichtige Mike seinen Mentor als sie sich zu einem leichten Frühstück im Hotel Restaurant hinsetzten.

„Ja, das habe ich.“ Harvey trank seinen schwarzen Kaffee und genoss den Geschmack.

„Wie nennst du dann ihn? Häschen? Kätzchen?“, fragte Mike und hoffte, dass die Antwort ‚Schweinchen‘ und ‚Nilpferd‘ sein würde. Er konnte dieses Thema einfach nicht fallen lassen. Wenn Harvey ihm wie ein normaler Mensch von diesem Kerl erzählt hätte, hätte er wahrscheinlich nicht so negativ reagiert, aber natürlich musste Harvey geheimnistuerisch tun. Da es nicht so aussah, als würde er einen Namen bekommen, entschied er sich, sich auf die Beziehung zwischen dem Kerl und Harvey zu konzentrieren.

Zufrieden mit Mikes Reaktion, butterte er eine Scheibe Brot und reichte es seinem Welpen. „Hier, für dich.“

„Oh, du gibst mir Brot, so dass du nicht antworten musst?“ Mike sah ihn scharf an.

„Nun, du stellst sehr persönliche Fragen, Mike. Ich fände es gut, wenn einige Dinge nur zwischen mir und dem hübschen Kerl bleiben.“ Es kostete Harvey viel Kraft, das Grinsen aus seinem Gesicht zu halten.

„Persönlich? Ich frage einfach nur, wie du ihn nennst!“ Mike sah sich um und senkte seine Stimme. Er hatte wirklich einen schlechten Morgen.

„Du klingst eifersüchtig.“ Harvey schnitt seinen Lachs und konnte nicht anders, als Mike mit einem verschmitzten Grinsen anzusehen.

„Ich bin nicht eifersüchtig. Ich wollte dich mit einem der Pfleger verkuppeln, schon vergessen? Ich kann es einfach nicht fassen, dass du mir nie von ihm erzählt hast.“

Mike nahm seine Gabel und spießte sein Rührei auf. Er hatte Harvey auf dem Laufenden darüber gehalten, was sich zwischen ihm und Rachel entwickelte und jetzt fühlte er sich betrogen, dass Harvey nicht dasselbe mit ihm tat. Außerdem war er so sehr daran gewöhnt Harveys ganze Aufmerksamkeit zu bekommen, dass es wehtat diese mit jemand anderen zu teilen. Er wusste besser als jeder andere, dass er sich wie ein verwöhntes Kind benahm, aber er konnte es nicht ändern.

Harvey fand das Verhalten seines Mitarbeiters hinreißend. Das alles war nicht geplant gewesen, aber es war definitiv hilfreich. Jetzt war er zuversichtlich, dass er die ganze Sache beschleunigen konnte.

„Ich habe es dir nicht gesagt, weil ich nicht den richtigen Zeitpunkt gefunden habe, ihn in einer unserer Unterhaltungen zu erwähnen“, gestand Harvey.

„Oh, also hast du dich entschieden diese Bombe fallen zu lassen, indem du mir sagst, dass du ihm ein Geschenk kaufen willst?“ Mike schob sich das Ei in den Mund und kaute.

„Nun, du hast das Thema Geschenke aufgebracht…“ Harvey hörte auf zu reden. Mike starrte ihn an, als wollte er ihn töten.

„Es tut mir leid, Mike. Ich wollte dich nicht verärgern. Du bist ein toller Freund. Es tut mir wirklich leid.“ Harvey fügte ein entschuldigendes Lächeln hinzu.

Mikes Herz erweichte bei dieser aufrichtigen Entschuldigung. Aber das würde nicht bedeuten, dass er Harvey in Ruhe lassen würde. „Entschuldigung angenommen. Aber du sagtest, dass ich ihn kenne.“

„Das stimmt.“

„Aber ich kenne keine hübschen Kerle hier. Du musst dich irren.“

„Vertrau mir Mike, du kennst ihn.“ Harvey schenkte ihm ein einnehmendes Lächeln. Er hatte zuerst den Zimmerservice bestellen wollen, aber er traute sich nicht zu, einen gesunden Abstand zu Mike zu halten, besonders dann nicht, wenn der Junge so eifersüchtig auf sich selbst war.

„Nun, wenn ich ihn wirklich kenne, haben du und ich völlig unterschiedliche Auffassungen von dem Begriff ‚hübsch‘.“

Harvey lachte einfach nur und Mike wollte die Scheibe Brot auf ihn werfen. Aber er war hungrig und das gebutterte Brot roch so gut, also aß er es, wie ein großer Junge.

„Willst du immer noch in den Zoo?“ Harvey änderte das Thema, bevor er etwas Dummes tat, wie seinen Mitarbeiter in der Öffentlichkeit zu küssen.

„Ja, aber ich kann alleine gehen. Du kannst mit deinem Kerl spielen. Warte mal. Wie alt ist er? Oder ist das auch zu persönlich? Ich frage dich als dein Mitarbeiter, denn wenn du mit einem minderjährigen Jungen flirtest muss ich dich melden.“ Mikes Herz wurde wieder schwer.

„Keine Sorge, er ist volljährig.“ Harvey konnte sich nur schwer davon abhalten zu grinsen.

„Bist du sicher? Hast du seinen Führerschein oder etwas Ähnliches gesehen?“

„Ich bin mir sicher, Mike. Denkst du wirklich, dass da ein minderjähriger Junge auf dem Bankett gewesen wäre?“

„Guter Einwurf“, gab Mike schmollend zu und Harvey erkannte, dass er aufhören sollte herumzualbern und ihn stattdessen trösten sollte. Mike begann ihm leid zu tun und er wollte nicht an einem Meeting mit einem missmutigen Angestellten teilnehmen.

„Hey.“ Harvey griff nach Mikes Hand, die nicht seine Gabel hielt. Mike sah von seinem Bacon auf und Harvey wusste, dass er sich schon besser fühlte. Menschlicher Kontakt hatte einen großen Einfluss auf Mike.

„Hör mir zu, was auch immer zwischen mir und dem Kerl passiert, ändert das nichts zwischen uns.“

„Das weißt du nicht.“ Mike klang ein bisschen traurig.

„Zählen erste Male denn überhaupt nichts? Du bist mein erster Mitarbeiter und ich bin dein erster Mentor. Das wird sich niemals ändern. Wir beide werden immer einen Teil des Anderen besitzen. So entstehen Erinnerungen, nicht wahr?“ Harvey wollte seinen Jungen so sehr umarmen.

„Richtig.“ Mike fragte sich, ob Harvey sich auch so gefühlt hatte, als er ihm gesagt hatte, dass er mit Rachel ausging. Anscheinend war der Bund zwischen Mentor und Angestellten sehr viel stärker, als er angenommen hatte. Er dachte an alle Filme, die von einem Lehrmeister und seinem Schüler handelten. Sich wertvolle Informationen und Tipps zuzuspielen waren offensichtlich etwas, das zwei Menschen nah zusammenbrachte.

„Weißt du Harvey, Grammy hat mir immer erzählt, dass es Millionen verschiedene Arten von Beziehungen gibt.“

„Hat sie das?“ Harvey ließ Mikes Hand los.

„Ja.“ Mike rieb sich unwillkürlich seine wärmere Hand mit der anderen. „Ich denke unsere Beziehung fällt irgendwo zwischen besten Freunden und… Liebe.“

„Was? Du liebst mich nicht?“ Harvey gluckste. Er würde sich nicht entmutigen lassen.

„Natürlich liebe ich dich. Aber du weißt, was ich meine.“ Mike lächelte. Er fühlte sich jetzt viel besser.

„Nun, ich warne dich. Liebe wird schneller kommen als du denkst. Sie ergreift dich üblicherweise, wenn du am wenigsten damit rechnest.“ Harvey trank seinen Kaffee aus.

„Oh, du denkst, ich werde mich in dich verlieben?“ Mike grinste während er seine Milch trank.

„Oh, ich denke, du wirst dich heftig in mich verlieben.“

„Ah, normalerweise würde ich mit etwas kommen, was dein Ego völlig zerstören würde, aber das will ich dir nicht vor dem Meeting antun.“

„Wie großzügig von dir.“ Harvey schmunzelte und wartete darauf, dass Mike sein Frühstück beendete. Er fühlte mit dem Jungen, der keine Ahnung hatte, dass Liebe gleich hinter der nächsten Ecke auf ihn wartete.



Mikes Stimmung wurde nach dem Brunch Meeting und dem Zoobesuch noch besser. Er hatte alle Menschen bei dem Meeting wie ein Adler beobachtet, aber hatte nicht herausfinden können, wer Harveys Kerl war. Soweit er es sagen konnte, kannte er niemanden dort und Harvey hatte niemanden zugezwinkert oder jemanden auffällig angelächelt. Also war er zu dem angenehmen und sehr logischen Schluss gekommen, dass der Kerl nicht aufgetaucht war.

‚Wie unprofessionell‘, dachte Mike heiter während er Harvey in den Laden folgte. Harvey wollte dem unprofessionellen Bastard eine Armbanduhr kaufen.

‚Was ein nützliches Geschenk für ihn! Harvey ist so clever.‘ Mike stand neben Harvey und sah sich die Auslage an. Anscheinend würde der Bastard eine wirklich schöne Uhr bekommen.

„Hilf mir mal, Welpe. Du bist in seinem Alter. Wenn du er wärst, welche würde dir gefallen?“

Der Verkäufer kam näher, bereit dem reichen Kunden zu helfen, aber Harvey hob eine Hand und stoppte ihn. Er wollte mit seinem Mitarbeiter in Ruhe gelassen werden.

„Oh, du willst meine Hilfe?“ Mike schaffte es ein böses Grinsen zu verstecken und gab vor diese Aufgabe ernst zu nehmen.

„Wie ist es mit der? Ich denke, die wird ihm gefallen.“ Er zeigte auf eine Damenuhr, die mehr wie ein Armband aussah.

„Denkst du nicht, die ist zu mädchenhaft?“ Harvey neigte seinen Kopf.

„Versuchst du mir zu erzählen, der er nicht mädchenhaft ist?“ Mike atmete übertrieben laut ein.

„Sehr witzig“, sagte Harvey sarkastisch und suchte nach einer geeigneten Sommeruhr.

„Was ist mit der? Dieses Mal meine ich es ernst“, log Mike und deutete auf eine Uhr, auf deren Armband SpongeBob abgebildet war.

„Er ist Anwalt, Mike.“

„Anwalt? Natürlich suchst du dir einen Anwalt aus. Aber auch ein Anwalt hat mal Spaß, oder? Diese Uhr hat Persönlichkeit, Harvey. Vertrau mir, er wird sie lieben.“ Mike setzte seinen ernsthaftesten Gesichtsausdruck auf. Wenn er wüsste, wie man log, wäre das ein guter Zeitpunkt es zu zeigen.

Harvey betrachtete seinen Angestellten und entschied, dass er log. Also zeigte er auf eine silberne Uhr mit einem dünnen Armband, die leicht und klassisch aussah. „Was denkst du über diese?“

Mike warf einen Blick auf diese Uhr und es wurde schwer zu bestreiten, wie eifersüchtig er auf diesen Kerl war. Harvey hatte ihm Hanteln geschenkt und er liebte diese, aber eine Armbanduhr war ein sehr viel persönlicheres Geschenk. Er wurde sich schmerzhaft bewusst, dass er nur ein Freund und Mitarbeiter für Harvey war, während dieser Kerl ein bisschen mehr als das war. ‚Nun natürlich ist er das. Was habe ich erwartet?‘

„Mike? Magst du sie nicht?“

„Ich? Oh, wäre sie für mich, würde ich sie lieben. Aber ich weiß nicht, was dein Kerl mag“, antwortete Mike ehrlich. Er wusste, dass er sich für Harvey freuen sollte, dass er jemanden gefunden hatte. Das hatte er immerhin für ihn gewollt.

„Gibt es eine Sommeruhr, die besser als diese aussieht?“, fragte Harvey, um ganz sicher zu sein.

Mike sah sich dieses Mal aufmerksamer um, aber es wirkte so als hätte Harvey die Beste ausgesucht. „Nein, die sieht am Besten aus.“ Er versuchte nicht auf seine eigene Uhr zu sehen.

„Gut, jetzt können wir eine für dich suchen. Such dir eine aus, die du bei kaltem Wetter tragen kannst. Der Sommer wird schnell vorbei sein.“ Harvey ging zu einem anderen Schaukasten, in dem Uhren mit breiteren Armbändern waren.

„Huh?“, fragte Mike und folgte Harvey.

„Du warst gut an diesem Wochenende. Ich denke, du verdienst eine Belohnung.“

„Also kaufst du mir eine Uhr?“ Mike lächelte schon, bevor er bemerkte, dass er das wohl nicht sollte. „Uh… Danke, aber nein danke. Du hast mir schon die Hanteln geschenkt. Außerdem hast du gesagt, dass du mich zum Essen einladen würdest, wenn ich mich benehme. Eine Essenseinladung ist mehr als genug für mich.“

„Süße Antwort, aber du bekommst trotzdem eine Uhr.“ Harvey klopfte seinem kompetenten Mitarbeiter auf die Schulter.

„Was? Was für eine Logik ist das denn?“ Mike zog eine Augenbraue hoch, was ihn fast wie seinen Mentor aussehen ließ.

„Schau, wenn es dich irgendwie besser fühlen lässt, betrachte es als Investition in deine Zukunft.“

„Ah, ein anständiger Anwalt muss eine anständige Uhr als Symbol für Pünktlichkeit tragen.“

„Genau.“

„Du bist dir ganz sicher?“, fragte Mike, obwohl er seine Aufregung kaum verstecken konnte.

„Absolut.“ Harvey bedeutete dem Verkäufer seinem Angestellten zu helfen.

Der Verkäufer strahlte vor Freude, als er endlich seine Fähigkeiten zeigen konnte. Harvey beobachtete ihn dabei, wie er verschiedene Uhren empfahl; er nahm schnell war, was sein Kunde vielleicht mochte und zeigte ihm Uhren, die am passendsten waren. Mike sah sich all die vorgeschlagenen Uhren an, stellte ein paar Fragen und sagte dem Verkäufer dann, dass er alleine darüber nachdenken wollte, welche ihm am besten gefiel.

Harvey hielt sich heraus, aber er musste klarstellen: „Guck nicht auf den Preis, Mike.“

„Tut mir leid Harvey, aber das muss ich.“

„Das war ein Befehl, Mike.“

Mike schüttelte seinen Kopf als er zu Harvey sah. „Du kannst mir keinen Befehl geben, wenn du mir ein Geschenk kaufst!“

„Warum nicht? Ich dachte, dass ich dir einen Befehl geben könnte, eben weil ich dir ein Geschenk kaufe. Ich bin derjenige, der bezahlt.“

„Aber ein Geschenk sollte…“, begann Mike zu protestieren, aber Harvey machte eine Geste mit der Hand, die Mike als ‘Halt den Mund’ interpretierte, also hielt er den Mund.

„Guter Junge. Jetzt nimmst du dir Zeit und suchst dir eine aus, während ich die Andere einpacken lasse.” Harvey ging auf die andere Seite des Ladens, um das Geschenkpapier auszusuchen, während MIke die Versuchung überkam, die teuerste Uhr auszusuchen.

‚Aber ich bin ein guter Junge’, verfluchte Mike seine gute Eigenschaft und konzentrierte sich darauf die perfekte Uhr für sich zu finden. Wenn er schon Harveys Geld ausgab, dann würde er es wenigstens weise ausgeben.


Auf der Zugfahrt zurück nach Hause konnte Harvey nicht verhindern, dass ein Lächeln auf seinem Gesicht tanzte. Der Ausflug war auf so vielen verschiedenen Ebenen erfolgreich gewesen, so dass er sich fragte, ob das Schicksal seine Hand im Spiel hatte. Er hatte es sehr genossen zwei ganze Tage mit Mike zu verbringen und auch das Geschäft war so erfolgreich wie möglich gewesen. Jessica hatte ihn angerufen, als er am Bahnhof war, um ihm zu gratulieren und auch die Glückwünsche und Komplimente an Mike weiterzugeben. Mike war von der Anerkennung der Seniorpartnerin begeistert gewesen und war glücklich eingeschlafen, kurz nachdem der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte.

Harvey drehte seinen Kopf nach links und sah seinen Jungen an. Es sah so aus, dass Mike fest am Schlafen war. ‚Nun, er ist heute Morgen auch früh aufgestanden.‘

Harvey streichelte Mikes Wange mit der Rückseite seiner Hand und hoffte, dass er ihn nicht aufwecken würde. Für jemanden, der nie genug Schlaf bekam, hatte Mike recht weiche Haut. Jetzt, da er wusste, wie sich Mikes Gesicht anfühlte, konnte er nicht aufhören darüber nachzudenken, wie sich wohl seine Lippen anfühlen würden.

‚Sehr verführerisch‘, sinnierte Harvey, als er die leicht geöffneten Lippen ansah. Dann musste er leise lachen, als er sich daran erinnerte, dass er Mike gesagt hatte, wie gruselig es war, wenn man jemanden beim Schlafen beobachtete, besonders wenn man diesem so nah war.

‚Ich gehe nicht wirklich mit gutem Beispiel voran.‘ Harvey lächelte seinen Jungen, der gegen das Fenster gelehnt schlief, liebevoll an. Mike sah nicht so aus, als hätte er eine ungemütliche Position, aber Harvey hatte eine Idee, wie er es Mike angenehmer machen konnte. Er stellte mit einem kurzen Blick sicher, dass der Junge noch am Schlafen war, dann bewegte er Mikes Kopf, so dass dieser auf seiner Schulter lag. Mike rührte sich und wandte sich Harvey noch weiter zu, aber öffnete nicht seine Augen. Harvey dachte darüber nach, seinen Arm um Mike zu legen, aber er wollte sein Glück nicht überstrapazieren. Er glaubte, dass er genug Risiken für einen Tag eingegangen war.

‚Süße Träume, Welpe.‘ Harvey gab Mike einen Kuss aufs Haar und genau in diesem Moment landete Mikes linke Hand auf Harveys linkem Arm. Die Uhr, die Harvey ihm gekauft hatte, lag sicher um Mikes Handgelenk. Er hatte Mike gesagt, dass er bis zum Herbst warten sollte, aber Mike hatte darauf bestanden, dass er sie tragen konnte, wann immer er wollte, da es seine war.

‚Ich sollte froh sein, dass er einen besseren Geschmack in Uhren hat.‘ Harvey schauderte es beim Gedanken an Mikes Anzüge. Mike hatte weise eine schwarze Uhr ausgesucht, die gut zu Anzügen, als auch zu legerer Kleidung passen würde.

„Mmmhh…“, machte Mike ein Geräusch und runzelte die Stirn.

Harvey beeilte sich ihm den Kopf zu tätscheln, in der Hoffnung, dass eine beruhigende Berührung das vertreiben würde, was auch immer ihn plagte. Glücklicherweise dauerte es nur ein paar Sekunden, bevor Mike ruhig weiterschlief, so dass Harvey entschloss, auch seine Augen für eine Weile zu schließen. Er war zwar nicht sehr müde, aber er schloss trotzdem seine Augen. Er genoss lieber Mikes Kopf auf seiner Schulter zu spüren, als sich die Landschaft draußen anzusehen.


Am Montag Morgen erwischte Mike sich dabei, auf seinem Weg zur Arbeit zu summen. Das Leben war gut; sein Ausflug nach Washington D.C. ist fantastisch gewesen und seine wunderschöne Freundin wartete mit einem Geschenk im Büro auf ihn. Mike sah hinab auf sein anderes Geschenk, als er sein Fahrrad abschloss. Er liebte seine neue Uhr so sehr, dass er sogar letzte Nacht mit ihr am Arm geschlafen hatte.

‚Hm, ich denke, ich werde ihr einen Namen geben‘, entschied Mike und betrat das Gebäude von Pearson-Hardman. Dann ging er zu dem Sicherheitsmann und lächelte.

„Guten Morgen, John. Möchtest du ganz genau wissen, wie spät es ist?“ Er hob seinen linken Arm und sah auf seine Uhr.

„Hi Mike. Hast du eine neue Uhr?“

„Ganz genau! Kann man das sehen?“

„Ja. Sie sieht gut an dir aus, Mann.“

„Danke! Das finde ich auch!“ Mike tauschte noch ein paar weitere Worte mit dem Sicherheitsmann aus, bevor er in den Fahrstuhl stieg.

Sein nächster Halt war Rachels Büro. „Rach, ich bin zurück!“

„Mike!“

Mike hob wieder seinen linken Arm, aber bevor er seine neue Uhr vorzeigen konnte, warf sich Rachel in seine Arme.

„Du liebst mich also immer noch?“, fragte Rachel sofort, als sie sich losmachte, um ihn anzusehen.

„Natürlich liebe ich dich noch immer. Ich habe die Frauen in D.C. gesehen und glaube mir, keine davon reichte auch nur annähernd an deine Schönheit heran.“

„Ohh, wie schmeichelhaft. Du bist ein guter Lügner geworden, Mikey. Glückwunsch“, grinste Rachel.

„Haha, danke. Aber ich habe nicht gelogen.“

„Oh, komm her, so dass ich dir einen ‚Willkommen-zurück-Kuss‘ geben kann.“ Rachel legte seine Arme um Mikes Nacken.

„Wow, ich bekomme ein Geschenk und einen Kuss?“ Mike hatte die große Box auf Rachels Tisch schon ausgemacht, sobald er das Büro betreten hatte.

„Ja, es muss wohl dein Glückstag sein.“

Mike schloss bereitwillig seine Arme um die Taille seiner Freundin und gab Rachel einen leidenschaftlichen Kuss. Es gab keine Worte, die ausdrücken konnten, wie erleichtert sie war, ihren Freund ‚unberührt‘ zurück zu bekommen.

Mike schloss seine Augen und zog sie näher. Das war wirklich ein wundervoller Weg, um den Tag zu starten. ‚Aber warte…‘

Er versuchte sich daran zu erinnern, ob Rachel heute einen anderen Lippenstift trug. Irgendwas fühlte sich heute anders an. Der Kuss war gut, aber nicht perfekt, so wie sonst.

„Was ist los?“ Rachel zog sich zurück und sah Mike in die Augen.

„Nichts, ich glaube, ich bin einfach noch müde von dem Ausflug. Vielleicht hätte ich nicht mit dem Rad herkommen sollen.“ Mike kratze sich am Hinterkopf und sah Rachel entschuldigend an.

„Oh, keine Sorge. Du wirst dich besser fühlen, sobald du dein Geschenk öffnest.“ Rachel machte einige Schritte rückwärts zu ihrem Tisch und übergab ihrem Freund die große Box.

„Kann ich es hier öffnen?“ Mike bemerkte, dass es kein leichter Gegenstand war.

„Natürlich!“ Rachel wartete geduldig, bis Mike das Geschenk geöffnet hatte und in die Box sah.

„Es ist eine Aktentasche!“

„Ja! Du kannst sie im Büro lassen und mitnehmen, wenn du ein Meeting mit einem Klienten hast oder wenn du einen Gerichtstermin hast.“

„Oh mein Gott, ich habe die beste Freundin aller Zeiten. Vielen Dank. Ich brauchte wirklich eine Aktentasche. Ich habe schon darüber nachgedacht eine zu kaufen. Danke.“ Mike übersäte Rachels Gesicht mir Küssen, aber wieder einmal fühlte es sich anders an.

„Das reicht, ihr Turteltauben.“ Louis‘ Stimme erschrak das Paar, das sofort Distanz zwischen sich schaffte.

„Andere Leute in dieser Firma arbeiten tatsächlich, also schlage ich vor, dasselbe zu tun.“ Der Juniorpartner kam mit einem Stapel Akten ins Büro und legte diese auf Rachels Tisch ab.

Mike murmelte ein paar Worte zu beiden von ihnen und floh dann. Das letzte, was er wollte, war, dass Louis ihm den Morgen ruinierte.

Als er seinen Arbeitsplatz erreichte, sah er, dass eine kleine Box auf seinem Tisch lag. Er hätte vielleicht gedacht, dass es sich um einen bösen Scherz handelte, wenn die Box nicht in elegantes Geschenkpapier gehüllt wäre. ‚Aber Rachel hat mir schon ihr Geschenk gegeben. Und Harvey hat mir auch schon eins gegeben. Von wem ist also dieses?‘

Mikes Herz schlug eindeutig zu schnell, als er die Karte unter dem Geschenk hervorzog. Er hatte eine Vermutung, aber das konnte nicht wirklich stimmen. Er öffnete mit zitternden Fingern die Karte und las:

Du kannst nicht die gleiche Uhr das ganze Jahr über tragen.

„Oh mein Gott…“ Mikes Beine gaben nach und er fiel in seinen Schreibtischstuhl. Er konnte kaum noch atmen. Seine Welt drehte sich und stand plötzlich Kopf.
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