Mr. Harvey J. Specter

von Greeneyes
GeschichteAllgemein / P16 Slash
Donna Paulsen Harvey Specter Kyle Durant Louis Litt Michael "Mike" Ross Rachel Zane
16.11.2016
15.01.2020
11
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Hallo ihr Lieben,

diese Fanfiktion ist eine autorisierte Übersetzung von der lieben flamyshine. Ich habe diese Geschichte gelesen und mich sofort verliebt. Da dachte ich mir, dass sie auch anderen deutschen Lesern zur Verfügen stehen sollte. Also habe ich mich das erste Mal an einer Übersetzung versucht. Ich hoffe wirklich, dass sie mir gelungen ist.
Ich finde es wirklich schade, dass es im Deutschen so wenige Geschichten mit dem Pairing Harvey und Mike gibt. Das war der zweite Grund, aus dem ich die Übersetzung begonnen habe.

Ich werde versuchen ein Mal in der Woche ein neues Kapitel hochzuladen. Im Original ist die Geschichte schon abgeschlossen.

Link zum Original: Mr. Harvey J. Specter


Anmerkung der Autorin:
Wenn ihr nach einem engelsgleichen Harvey sucht, dann seid ihr hier falsch. Ich versuche seinen Charakter möglichst realistisch und menschlich zu gestalten und auch wenn die Geschichte mit Harvey/Mike enden wird,  sollte ich euch doch wissen lassen, dass es ein langer und steiniger Weg werden wird.


So, jetzt geht es aber wirklich mit dem ersten Kapitel los.



Kapitel 1: Murphey’s Law


Klopf-Klopf

Mike streckte seinen Kopf in das Büro. „Harvey, soll ich noch irgendwas machen, bevor ich gehe? Oder soll ich irgendwas über das Wochenende mit nach Hause nehmen?“

„Nein, Mike. Du hast diese Woche genug getan. Versuch‘ dich auszuruhen. Nächste Woche wird es wahrscheinlich ziemlich stressig.“

„Okay. Schönes Wochenende, Harvey.“

„Dir auch.“

Harvey sah wie sein Mitarbeiter ein bisschen strahlender als normal lächelte und dann das Büro verließ. Sein Kopf sagte ihm, dass der Kleine lediglich aufgeregt war, weil er das Büro schon um sieben Uhr verlassen konnte, aber sein Bauch sagte ihm, dass er aus einem anderen Grund so lächelte. Er ließ seinen Blick nach rechts schweifen und sah, dass Donna ihre Sachen zusammensuchte, um nach Hause zu gehen.

„Donna, warum rennt der Welpe praktisch auf dem Büro?“, fragte er durch die Gegensprechanlage.

„Er hat ein Date“, lächelte Donna. Sie hoffte, dass es für Mike gut laufen würde.

Harvey wollte fragen, ob Donna wusste, mit wem sein Mitarbeiter ausging, aber er glaubte nicht, dass es sein Recht war sich danach zu erkundigen.

„Rachel Zane“. Donna konnte wirklich seine Gedanken lesen.

„Die hübsche Rechtsanwaltsgehilfin?“ Harvey war überrascht. Er dachte, dass die beiden nur Freunde waren.

„Ja, brauchst du sonst noch was?“ Donna stand auf und hatte schon ihre Tasche in der Hand.

„Nein danke, Donna. Schönes Wochenende.“

„Dir auch, Harvey.“

Als er die Lampen in seinem Büro ausschaltete überlegte Harvey ob Mikes Privatleben die Arbeit beeinträchtigen würde. Vielleicht war Mike zu jung und unerfahren, um diese beiden Dinge zu trennen.

‚Nun, ich bin sein Mentor. Wenn er Hilfe braucht, muss er nur fragen.‘

Harvey beschloss, dass er sich erst um dieses Problem kümmern sollte, wenn es überhaupt auftauchte. Jetzt war alles, was er zu tun hatte, nach Hause zu fahren und ein entspanntes Wochenende zu verbringen.



Am Montagmorgen marschierte Mike sofort in Harveys Büro nachdem er seine Tasche in seine Arbeitsnische geworfen hatte.

„Guten Morgen, Harvey! Ist heute nicht ein wundervoller Tag?!“

Harvey lachte leise über diesen Ausbruch von Überschwänglichkeit. „Guten Morgen, Mike. Ich nehme an, du hattest ein tolles Wochenende.“

„Das kannst du laut sagen.“

Mike nahm sich einen Stuhl und alle möglichen Details über sein Date sprudelten augenblicklich aus seinem Mund heraus. Ihm war egal, ob es Harvey interessierte oder nicht; Rachel wollte, dass er Harvey über sie beide informierte und außerdem musste er irgendwem von seinem super romantischen Date erzählen.

Harvey hörte dem Geplapper seines Angestellten nur mit einem Ohr zu und entspannte sich in seinem Stuhl. Der Kleine schien nicht einmal zwischen den Sätzen Luft zu holen. Harvey schnappte die Worte ‚bestes Essen aller Zeiten‘, ‚bester Film aller Zeiten‘ und ‚das beste Date aller Zeiten‘ auf, welche ihm die Botschaft verdeutlichte, die Mike wohl überbringen wollte.

„Und wie war dein Wochenende?“, fragte Mike.

Harvey erwischte sich dabei einen kleinen Seufzer der Erleichterung auszustoßen. Der Welpe hatte das Geplapper beendet. „Es gab nichts Besonderes, aber es war gut.“

„Gut? Das ist alles? Ich will alle Details! Warst du mit Freunden weg? Hast du einen hübschen Kerl mit nach Hause genommen?“ Mike wollte mehr über seinen Boss erfahren, denn es fühlte sich danach an, dass sie dabei waren wirklich gute Freunde zu werden.

Harvey lachte. „Glaubst du nicht, dass das Wochenende etwas besonders gewesen wäre, hätte ich einen hübschen Kerl mit nach Hause genommen?“

„Nun, sie dich um. Dir sitzt schon ein hübscher Kerl gegenüber und du verhältst dich so, als wäre es nichts Besonderes“, grinste Mike.

„Raus hier“, sagte Harvey lächelnd als er Mike einige Akten reichte. Aber dann fügte er noch hinzu: „Und versuch nicht zu sehr von der Anwaltsgehilfin zu träumen, okay? Ansonsten wirst du in dieser Woche keine Zeit mehr für Dates haben.“

„Keine Sorge, Harvey. Wir werden heute Abend wieder ausgehen, so dass ich jetzt super effizient arbeiten werde.“ Mike grinste einmal mehr, bevor er Harvey wieder allein ließ.


Als Mike das Großraumbüro betrat, wo er und die anderen jungen Anwälte arbeiteten, sah er, dass Rachel mit Harold vor seiner Arbeitsnische redete.

„Hey, Rach. Brauchst du irgendwas?“, fragte Mike nachdem Harold in Richtung Kopierraum verschwunden war.

„Nein, ich wollte nur wissen, ob du Harvey von uns erzählt hast. Ich weiß, es geht ihn eigentlich nichts an, aber ich arbeite auch hier und er ist dein direkter Vorgesetzter. Ich denke also wirklich, dass er es besser von dir erfahren sollte.“

„Mach dir keine Sorgen, ich habe es ihm gesagt. Er hat nichts darauf erwidert, also schätze ich, dass er cool damit ist.“

„Oh, super!“, lächelte Rachel. „Macht es dir etwas aus, wenn ich es Donna sage? Wir essen heute zusammen zu Mittag und normalerweise schätze ich ihre Ratschläge zu meinem Privatleben.“

„Du kannst es jedem erzählen, dem du willst, Rach. Ich habe nichts zu verlieren. Jeder hier hasst mich bereits. Du bist diejenige, die weniger beliebt sein wird, wenn rauskommt, dass du mit mir ausgehst.“

„Nun, wenn irgendjemand deswegen weniger von mir hält, dann sind sie Idioten.“

Mike lächelte warm. Er wollte sie küssen, aber sie standen mitten im Großraumbüro. Er musste also warten, bis sie aus dem Büro rauskamen.

„Lass uns jetzt arbeiten, damit wir nicht unser Date absagen müssen.“ Rachel lächelte nochmal und dann ging sie zurück in ihr Büro.

Mike sah seiner neuen Freundin hinterher und dankte Gott, dass sie endlich zugestimmt hatte, mit ihm auszugehen. Er wollte sie schon seit Monaten, aber egal was er auch für sie getan hatte, trotzdem hatte sie ihn nicht gewollt. Nachdem Jenny jedoch mit ihm Schluss gemacht hatte, weil sie ihm nicht mehr vertrauen konnte, hatte Rachel ihn erneut geküsst (dieses Mal im Archiv) und Mike hatte sie überredet, endlich mit ihm auszugehen.

‚Beste Entscheidung meines Lebens! Nun, abgesehen davon natürlich, in dieses Zimmer zu rennen, in dem Harvey die Vorstellungsgespräche abhielt, mit einem Koffer voller Gras.‘

Mike kicherte leise über die wundervolle Richtung, die sein Leben genommen hatte. Er hatte gedacht, dass sein Leben den Bach runtergehen würde, als er die Treppen in diesem Hotel runtergerannt war. Aber jetzt hatte er einen Job, von dem er immer geträumt hatte, hatte einen Boss und Freund, dem es nichts ausmachte sein Mentor zu sein, damit er der beste Anwalt werden konnte und er hatte eine wunderschöne und intelligente Freundin.

‚Ich wünschte, Harvey hätte auch jemanden. Nach all den Dingen, die er für mich getan hat, verdient er es glücklich zu sein.‘

Er wusste, dass Harvey nur deswegen keine Beziehung hatte, weil er keine wollte. Sein Boss konnte wahrscheinlich jeden auf der Welt haben, den er wollte. Er blickte in die Richtung von Harveys Büro und beschloss, dass er ihn glücklich machen konnte, indem er seinen Job gut machte.

‚Also an die Arbeit.‘

Mike rollte sich die Hemdärmel hoch und nahm die Kappe von seinem Lieblingstextmarker.


*******

Ungefähr zwei Wochen waren vergangen und Harvey war sowohl amüsiert als auch beeindruckt, dass sein Angestellter jeden Tag um Punkt sieben Uhr mit der Arbeit fertig war, sodass er seine Freundin ausführen konnte. Mike hatte in neun Arbeitstagen nur ein Date verpasst, weil er mit Harvey und einem Klienten essen war. Heute war Freitag und Harvey überlegte, ob Mike wohl seinen eindrucksvollen Rekord ausbauen konnte. Er sah auf die Uhr.

‚In drei, zwei, eins…‘

„Harvey, ich werde jetzt gehen, wenn es nichts mehr gibt, was bis Montag warten kann.“ Mike war auf die Sekunde pünktlich.

„Sicher, viel Spaß, Kleiner.“

Mike strahlte und senkte seine Stimme als er sprach: „Oh, ich denke, dass ich endlich ein bisschen Spaß bekommen werde. Nicht, dass ich nicht schon die ganze Zeit Spaß hatte, aber du weißt sicher, was ich meine.“

Harvey wusste ganz genau über welche Art Spaß er redete. „Ich muss wirklich nicht alle Details deines Liebeslebens wissen, Mike.“

„Es sieht so aus, als hättest du momentan kein Liebesleben, also dachte ich, dass ich meins mit dir teile“, witzelte Mike.

„Und wie hast du das rausgefunden?“ Harvey zog eine Augenbraue hoch.

„Du hast die ganze Woche nicht einmal dein selbstzufriedenes Grinsen morgens gezeigt. Glaub‘ nicht, dass Donna die Einzige ist, die erkennen kann, ob du flachgelegt wurdest oder nicht.“

Harvey wollte dem Kleinen den selbstgefälligen Gesichtsausdruck wegschlagen. ‚Wann hat er gelernt so zu grinsen? Was glaubt er, wer er ist? Ich?‘

Mike sah auf seine Uhr und sagte: „Harvey, ich würde dieses Geplänkel mit dir ja gerne noch weiterführen, aber ich habe eine Reservierung in diesem romantischen Restaurant und ich muss wirklich die beste Version meiner Selbst sein, wenn ich will, dass endlich romantische Dinge passieren.“

Harvey gestikulierte in Richtung Tür. „Verschwinde schon. Ich kann am Montag wirklich keinen traurigen Welpen gebrauchen.“

„Drück mir die Daumen, Harvey! Schönes Wochenende!“

Harvey beobachtete, wie sein Junge regelrecht hinausrannte, während ihm die Vorfreude ins Gesicht geschrieben war. Harvey gluckste und hoffte, dass er die gleiche Freude den Klienten zu Liebe auch am Montagmorgen sehen würde.


Montagmorgen kam, aber ganz zu Harvey Überraschung war da keine Freude in Mikes Gesicht geschrieben.

„Was ist passiert?“, musste er einfach fragen.

„Nichts Romantisches ist passiert.“ Mike ließ sich auf die Couch fallen.

„Das habe ich mir schon gedacht. Aber warum?“

„Ganz und gar unromantische Dinge sind dazwischengekommen. Ihr Großvater hatte einen Herzinfarkt, während wir gegessen haben. Sie ist dann sofort ins Krankenhaus gefahren.“

„Und ihr beiden habt euch am Wochenende nicht noch mal getroffen?“

„Nein, ihre Laune war im Keller. Am Samstag hat sie sich zu große Sorgen um ihren Großvater gemacht. Er erholt sich zum Glück ziemlich gut. Und am Sonntag ist ihr Auto liegen geblieben. Sie liebt ihr Auto, also war sie nicht in Stimmung, weil es in der Werkstatt war.“

„Murpheys Gesetz.“

„Das kannst du laut sagen. Aber es ist in Ordnung. Ich hätte ohnehin niemals gedacht, dass sie jemals mit mir ausgeht. Da kann ich auch noch etwas länger warten. Das macht mir nichts aus.“

Harvey nickte. Mike war ein anständiger Junge.

„Außerdem werde ich sie heute Abend sehen. Ich muss also nur noch bis sieben Uhr warten. Ich denke, das werde ich schon schaffen“, lächelte Mike.

„Richtig.“ Harvey war etwas enttäuscht, auch wenn er wusste, dass sein Mitarbeiter ein bisschen Action verdiente, auch wenn er in der letzten Zeit keine hatte.

„Wir probieren heute das neue, mexikanische Restaurant aus. Du weißt doch, sie ist ein Foodie. Ich wette, sie wird uns die verrücktesten Gerichte auf der Speisekarte bestellen. Ich hoffe nur, dass mein Magen das verträgt, denn Bauchschmerzen würde ganz bestimmt die Stimmung zerstören“, äußerte Mike seine Sorgen.

„Du bist in den Zwanzigern, Mike. Du solltest in der Lage sein Stahl zu verdauen. Dir wird es schon gut gehen“, versicherte Harvey ihm.

Mike lächelte. „Danke, Harvey. Es ist wirklich toll, dass ich mit dir darüber reden kann. Ich fühle mich jetzt echt besser.“

„Gern geschehen.“

„Ich werde jetzt arbeiten gehen und dir das Leben ein bisschen leichter machen.“ Mike grinste und verließ das Büro, während er Harvey zurückließ, der sich leicht unbehaglich fühlte.



Mike erzählte eine witzige Geschichte aus seiner Kindheit und genoss das Tiramisu, als sein Handy klingelte.

„Oh verdammt, das tut mir leid. Ich hätte es abschalten sollen“, entschuldigte er sich und zog sein Handy aus der Jackentasche.

„Ist schon okay. Du bist Anwalt in deinem ersten Jahr. Von dir wird erwartet, dass dein Handy immer an ist. In deinem Fall ist es sogar noch wichtiger. Also sprich mit Harvey“, lächelte Rachel.

„Du hast Recht. Es ist Harvey.“ Mike lächelte entschuldigend und ging dann ans Handy. „Hallo? Harvey?“

„Ja, tut mir leid, dass ich dein romantisches Date störe, aber ich brauche dich hier.“

„Du bist immer noch im Büro?“ Mike war überrascht.

„Ja, es geht um den Anderson Fall. Er hat seine Meinung geändert und möchte, dass wir ihm eine völlig neue Strategie präsentieren.“

„Oh, kann das nicht bis morgen warten?“

„Wenn nach mir ginge, könntest du deine große Nacht genießen, aber der Typ hat keine Geduld. Tut mir leid, Mike.“

Mike nickte. Er konnte verstehen, wie irrational und nervig Klienten manchmal sein konnten. „Ist schon in Ordnung. Ich komme sofort. Oh, willst du, dass ich dir irgendwas mitbringe? Wie wäre es mit Burritos?“

Mike konnte regelrecht hören, wie Harvey bei der Idee das Wasser im Mund zusammenlief. „Du musst mir keine Antwort geben, ich weiß schon. Wir sehen uns in einer halben Stunde.“

Mike steckte sein Handy zurück in seine Jackentasche und griff nach der Rechnung. „Es tut mir leid, Rach.“

„Ist schon in Ordnung. Ich arbeite auch für diese Firma, erinnerst du dich? Ich weiß, wie die Dinge dort laufen. Außerdem gibt mir das ein bisschen Zeit, um neue Dessous zu kaufen.“

„Was…?“ Mike musste hart schlucken.

„Ich habe meine beste Unterwäsche für heute Nacht angezogen, aber ich kann bestimmt noch heißere finden.“ Rachel lächelte und rief nach dem Kellner. Sie würde wohl die Burritos für ihren Freund bestellen müssen. Mike saß nämlich mit offenen Mund starrend dar.


Währenddessen sah Harvey auf sein Handy und fragte sich, warum er gelogen hatte. Mr. Anderson wollte wirklich eine andere Strategie für seinen Deal, aber er hatte gesagt: „Kümmern Sie sich morgen Früh als erstes darum.“ Warum also hatte er das drängende Gefühl gehabt, sofort an diesem Deal zu arbeiten?

‚Ich möchte einfach frühzeitig damit anfangen. Man weiß nie, ob etwas dazwischen kommt oder kompliziert wird. Und wenn alles glatt läuft, werden wir einen glücklichen Klienten haben. Außerdem hat der Kleine gesagt, dass er warten kann. Ich bin sicher, dann wird er auch noch bis morgen Nacht warten können.  Keine große Sache, also.‘

Harvey schob den kleinen Berg voller Schuldgefühle in seinem Kopf bei Seite. Er wird sich bestimmt am Mittwochmorgen besser fühlen, wenn Mike mit einem breiten Lächeln auf seinem Gesicht ins Büro marschiert käme.
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