Eine Geschichte, dessen Namen noch nicht gefunden wurde. Und auch vielleicht nie gefunden wird...

von Loones98
GeschichteFantasy / P12
15.11.2016
14.01.2020
9
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"Was ist denn mit dir passiert?" Ich sah mir den total zerpflückten Jerry an, der mich mit der Hand auf den Bauch gelegt ansah. "Nichts..." Er schüttelte den Kopf und startete einen Gegenangriff:" was ist denn mit DIR passiert?" lallte er kraftlos und
deutete auf meine Augen. "Ähh...keine Ahnung." Er musterte mich misstrauisch. Zurecht. Ich wusste ganz genau was das war. Der Feueralarm rettete mich aus der Erklärungsnot. Ich ging zum Fenster und sah, dass das Sekretariat im Mittelstufengebäude in Flammen stand. Ich stöhnte und sagte kopfschüttelnd: "Da lässt man dich einmal allein."

Am nächsten Morgen mussten wir aufgrund der Räumungsarbeiten nicht in die Schule und da Jerry schon den ganzen Tag schlief, hatte ich genug Zeit um mir Kontaktlinsen zu besorgen. Ich hoffte einfach, dass Jerry es einfach vergessen hatte, so kaputt wie er an dem Abend war. Nachdem ich alles hatte, beschloss ich, noch für ein paar Stunden ins Tauchbad zu gehen. Ich packte meine Sachen zusammen, die aus einem Handtuch, einem Neoprenanzug, einer Tauchmaske und einer Monoflosse bestand. Kurz nachdem ich aus der Tür ging musste ich aber nochmal zurück, da ich die Hälfte meiner Sachen vergessen hatte. Ich ging zum Bahnhof, der gleich um die Ecke war, und stieg in den Zug. Das Tauchbecken war echt toll. Es war an der tiefsten Stelle etwa 25 Meter und tief und beherbergte Ruinen und Tunnel, durch die man hindurchtauchen konnte. Ich konnte etwas mehr als 3 Minuten unter Wasser verbringen. Aber das war auch meine Bestzeit bisher. Das klingt vielleicht nicht viel, aber für mich war es ein echter Erfolg. Es waren an diesem Tag noch ein paar andere Taucher im Wasser, aber es waren nicht viele. Die meisten saßen um den Runden Pool herum und übten Atemtechniken. Es waren auch einig Kurse für Sporttaucher dabei, aber die trauten sich immer erst nach der dritten Stunde ins Wasser. Der Trainer gestikulierte wild mit den Händen als er mit einem kleinen Jungen und seiner Mutter diskutierte, weil der Junge schon in das Becken springen wollte. Es war einer dieser Teufelsbraten, die nie das taten, was man ihnen sagte. Der Tauchlehrer sah mich und winkte mir. Es war Francis. Er machte hier schon Kurse seit ich hier tauchen ging. Er musste um die 30 sein und war ein fantastischer Freitaucher. Aber ich schweife ab. Ich lächelte ihn an und setzte mich an den Beckenrand. Ich zog meine Monoflosse an und senkte mit einigen Atemzügen meinen Puls. Ich roch das Chlor in der Luft, ließ dies aber hinter mir als ich die Taucherbrille anzog und in das tiefe Blau tauchte.

Aufgrund der wenigen Taucher, die sich im Wasser befanden, war das Wasser schön ruhig. Ich startete meine Stoppuhr. Sie würde mir ein Signal geben, wenn sie die 4 Minuten überschritt. Außerdem gab diese Uhr bei einem Herzstillstand sofort ein Signal an den Bademeister. Also eine reine Sicherheitsmaßnahme. Man bekam diese am Schalter, weil wieder irgendein neues Gesetz verabschiedet wurde. Aber nach einigen Jahren Mitgliedschaft dort, habe ich mir dort eine eigene gekauft. Ich tauchte zu den Ruinen hinunter und in eine Art Flur. Während ich durch den Gang tauchte begann das Bild vor meinen Augen zu Flackern. Erst waren es nur ganz vereinzelt Bilder in längeren Abstanden. Bis es immer schneller wurde. Ich konnte immer mehr erkennen. Vor meinen Augen formte sich ein Raum. Aber es war nicht deutlich. Eher wir ein alter Film, der aus vielen einzelnen Bildern bestand. Langsam wich das Rauschen des Wassers Stimmen, die erst sehr undeutlich waren, dann aber immer deutlicher wurden. Ich hatte auch nicht mehr das Gefühl als würde ich schwimmen. Ich stand aufrecht und atmete. "Du warst auf voller Linie ein Fehlschlag. Gott sei Dank hatten wir noch Cassandra, die wenigstens den Chip ordentlich eingesetzt hat. Sonst wäre sie jetzt komplett unkontrollierbar." Der Mann, der gesprochen hatte, war derselbe Mann, der mir damals an der Klippe ein normales Leben versprochen hatte. Und er sprach mich an. Aber nicht ich antwortete. "was soll ich jetzt tun?" Der Blick wanderte auf den Boden.
"Beobachte sie weiter. Aber verhalte die defensiv. Melde dich, falls etwas passiert."
"versuche, sie für den Transport bereit zu machen." Eine Frauenstimme sprach und das Blickfeld wanderte nach rechts. Ich kannte die Stimme und sah von wem sie kam. Doch sie war kaum so liebevoll, wie ich sie in Erinnerung hatte. Sie kam von der Frau, die mich aus dem Fluss gerettet und gepflegt hatte. "Geh jetzt!" Die Frau fasste sich mit der Hand an die Stirn. Das Bild flackerte erneut, wurde immer schwärzer bis es schließlich komplett schwarz wurde. Ich hörte nur noch das Signal meiner Uhr, dass die vier Minuten abgelaufen waren.
"Todeszeitpunkt 18:37 Uhr"
"Sie war noch so jung"
"Da muss ich gleich an meine eigene Tochter denken"
18:37? Schon so spät? Ich müsste längst im Internat sein.
"Sind die Eltern verständigt?"
"Ja, die Mutter. Sie ist auf dem Weg.
Das schwarze Bild vor meinen Augen wurde immer mal wieder heller und wieder dunkler, wie wenn man im Sommer....warte mal? Todeszeitpunkt? Meiner??? Aber darüber konnte ich nicht lange nachdenken, weil ein Kribbeln in meinem Unterarm sich bis zum meinem Herzen schlängelte. Es war kein Angenehmes Kribbeln. Eher so ein brummen, wie wenn ein eingeschlafener Fuß wieder aufwacht. Als es mein Herz erreicht hatte spürte ich ein Schlag in meiner Brust. Ich atmete tief ein und saß aufrecht auf einem Krankenbett.

Nein, es war nicht einer dieser epischen Filmszenen in den ein Toter wieder zum Leben erwacht und dabei auch noch toll aussah. Denn ich verschluckte mich sofort an dem Wasser in meinen Lungen, das ich kurz darauf aus meinen Lungen auf den Boden entfernte. Ich sah in verschreckte Gesichter. Meine Fingerspitzen kribbelten, als hätte ich an einen Weidezaun gefasst. Ein Arzt sah verwirrt auf das EKG Gerät. Niemand sprach. Ich musste einige Untersuchungen über mich ergehen lassen, bevor ich gehen durfte. Aber auch nur mit einem Langzeit-EKG. Ich versicherte meiner Mutter eingänglich, dass es mir gut ging. Was zum Teil eine Lüge war. Vielleicht ging es mir physisch gut. Psychisch war ich dagegen an einem Nullpunkt angelengt. Und dieser Graph würde so schnell auch nicht wieder steigen. Eine alte Frau hatte mich betrogen und mein böser Zwilling wollte mich loswerden. Wie konnte ich nur so blöd sein, und dieser Frau Vertrauen? Und was war das für ein krankes Spiel was diese Leute mit mir trieben?

"Hey, geht’s dir gut? Ich habe gehört was passiert ist, aber deine Mum hat mich am Telefon abgewimmelt." fragte Jerry als ich einige Tage später wieder ins Internat durfte. "Du glaubst nicht was mir passiert ist..." Ich warf meine Tasche in die Ecke und ließ mich aufs Bett fallen. Ich erzählte Jerry was passiert war und er sah mich zweifelnd an. Hatte mich jedoch keine Minute unterbrochen. "Und du bist dir sicher, dass das keine Halluzination war?"
"Natürlich war das eine Halluzination. Aber das wichtige ist doch, was ich erfahren habe...Die Frage ist nur...wieso?"
"Was ist, wenn du durch die Augen deines Zwillings gesehen hast..." meinte Alex, der sich zu uns gesetzt hatte. "Du bist irgendwie mit ihr verbunden. Du hast gesagt, dass sie dir im diesem Bunker Blut abgenommen haben. Was ist, wenn sie irgendwie einen Klon von dir produziert haben?" "Du meinst sie gehört zu dieser Organisation?" fragte Jerry. "Was haben die denn sonst noch gesagt?"
"Sie haben von einem Chip geredet, aber ich habe nicht alles verstanden. Ich war viel zu beschäftigt damit zu ertrinken" meinte ich zynisch.
"Und was jetzt?" fragte Alex
"Wir sollten uns unauffällig verhalten. Dennoch müssen wir herausfinden, wer Cassandra und ihre Leute sind. Und wieso sie uns überwachen lassen..."
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