Alternative / Religious

GeschichteRomanze / P16
Asahina Iori Asahina Kaname
15.11.2016
12.07.2017
8
13.199
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Alternative / Religious


Prologue

Rintarou-san sagte, seine Tochter sei etwas eigen.
Ihr Blick begann bei den bloßen Füßen in den hellgelben Hausschuhen, hoch zu den blassen Knöcheln, dessen rechter mit einem bunten Fußkettchen geziert war. Man konnte das nur sehen, da die tiefschwarze Hose zweimal leicht umgekrempelt war. Diese legte sich über die schlanken, langen Beine wie eine zweite Haut und wurde bereits bei der Hälfte der Oberschenkel von einem schwarzen, dünnen Kapuzenpullover abgelöst. Die Hände verschwanden in der Bauchtasche des Pullis, ebenso ein Kabel, das bis zum Hals führte und dort zu einem Paar schwarzer Kopfhörer gehörte. Sie wurden fast verdeckt von verwaschenen blaufliederfarbenden Haaren, die leicht gewellt waren und bis zur Brust reichten. Die Stirn verdeckten diese in Form eines geraden, fast zu langen Ponys. Darunter befanden sich die blaubraunen Augen, die von dichten Wimpern umrahmt waren. Die Nase war klein, fast eine Stupsnase und passten perfekt zu dem kleinen Mund mit der leicht volleren Unterlippe.
Beinahe gelangweilt hob sie ihre Hand zum Gruß. »Mariah«, ertönte die Stimme, die für ein Mädchen ungewöhnlich tief war. »Auf ein gutes Miteinander«, fügte sie eine Spur interessierter hinzu.
Die anwesenden Brüder der Asahina-Familie hatten sich im Wohnraum auf der fünften Etage in der Sunrise Residence versammelt, um ihre Stiefschwester in spe kennen zu lernen. Jetzt jedoch starrten vier der fünf Brüder sie nur an, ohne auch nur ein Wort heraus zu bringen, während Masaomi ihr schon am Eingang begegnet und somit nicht mehr von ihrem Auftreten überrumpelt war. Nach und nach kam aber wieder Leben in sie zurück und der erste reagierte, in dem er sich erhob und seine Arme um sie schlang.
»Das ist eine Willkommen-Umarmung«, sagte er gerade noch, bevor er im nächsten Moment schon auf dem Boden lag und beleidigt zu seinem Bruder aufsah. »Das tut weh, Azusa.«
Angesprochener lächelte jedoch nur. »Entschuldige Tsubakis Verhalten. Ich bin Azusa, es freut mich, dich kennen zu lernen, Mariah-san.«
Tsubaki stand blitzartig wieder auf und legte seinen Arm um Azusa. »Hey, hast du es schon bemerkt? Wir sind Zwillinge.«
Die Lippen des Mädchens verzogen sich zu einem schmalen Lächeln und sie verschränkte ihre Arme unter der Brust. Die Fingernägel waren kurz und schwarz lackiert. »Ich bin ja nicht blind«, entgegnete sie. Trotz ihrer Wortwahl klang es recht freundlich.
Im nächsten Moment wurde ihre Hand ergriffen und kurz wurde der weiche Handrücken von einem Lippenpaar berührt. »Wann immer du Lust nach einem Gebet verspürst, kannst du gerne zu mir kommen, Imouto-chan.« In seine Mönchtracht gekleidet lächelte Kaname sie von unten herab an. Er wertete es als gutes Zeichen, dass sie ihm ihre Hand nicht entzog.
»Verzichte, ich bin nicht religiös«, zerschmetterte sie sein Angebot sofort wieder, doch ihre Gesichtszüge wurden dennoch weicher. »Trotzdem danke für das Angebot.«
Eine Hand an Kanames Schulter zog ihn zurück. »Kaname-niisan, belästige sie nicht«, sagte eine ruhige Stimme, die zu einem Jungen in Mariahs Alter gehörte. An der Uniform der Bright Centrair Privatschule erkannte man, dass er damit nicht den religiösen Aspekt meinte. »Ich bin Iori. Es freut mich, Mariah-san.«
Tsubaki nutzte erneut die Chance, seine neu gewonnene kleine Schwester zu umarmen, als sich der nächste Bruder über das Geländer der Empore beugte. »Tsuba-nii! Bring nicht einfach ein Mädchen mit nach Hause!«, beschwerte sich Yuusuke und rannte die Treppe hinunter.
»Aber Yuusuke, das ist unsere neue Schwester«, berichtigte Tsubaki ihn und ließ das Mädchen wieder los.
Yuusukes Augen wurden groß, als er sie betrachtete. »Was?«, fragte er etwas dümmlich.
Masaomi kam zu ihm. »Yuusuke, das ist Mariah. Sie wird ab nächster Woche mit dir zur Schule gehen.«
»In die gleiche Klasse?«
»Nein, in die Parallelklasse«, informierte sie ihn. »Blöd, dass ich jetzt noch wechseln muss, aber meine alte Schule war eh nicht das Wahre.«
Kaum hatte sie dies ausgesprochen, kam der nächste Bruder mit einem Teewagen in den Wohnraum. »Es ist ja nicht von langer Dauer. Ich bin Ukyo, der zweite Sohn und Rechtsanwalt. Es freut mich, dich kennen zu lernen.«
»Mariah, ebenfalls. Ein ziemlich trockenes Studium, nicht wahr?« Sie neigte ihren Kopf etwas. Rechtswissenschaften könnte sie nie studieren, obwohl es ein wichtiges Thema war, doch es gab anderes, was ihr Interesse weckte.
»Das Recht der Menschen liegt mir am Herzen. Hier, möchtest du einen Tee? Ich habe gehört, du hast zeitweise in Europa gelebt, deshalb habe ich einen Schwarztee mit Milch und Zucker zubereitet.« Lächelnd bot er ihr eine Tasse an.
»Sowas trinkt man dort?« Misstrauisch schnupperte Yuusuke an dem Getränk und verzog das Gesicht.
Mariah jedoch winkte ab, obwohl sie das Getränk in dieser Zusammensetzung kannte. »Ich trinke keine Milch. Kann ich vielleicht eine Tasse ohne bekommen?«
Fragend wurde sie angesehen. »Bist du etwa Laktoseintolerant? Das müsste ich wissen, weil ich mich um das Essen kümmere.«
Mariah schüttelte den Kopf. »Nein, bin ich nicht, aber ich nehme keine herkömmliche Milch zu mir, keine Eier oder Fleisch und alles, was irgendetwas davon beinhaltet«, zählte sie auf und nahm sich innerlich vor, sich demnächst beim Kochen einzubringen, damit sie nicht verhungerte. Wieder wurde sie fassungslos angestarrt. Dieses Mal von allen sieben anwesenden Brüdern.
»Und was isst du dann?«, wurde sie gefragt.
»Da gibt es eine Menge. Glaubt mir«, lächelte sie. »Um zum religiösen Aspekt zurück zu kehren: Das fünfte Gebot sagt, du sollst nicht töten. Deshalb esse ich schon einmal nichts, wofür Tiere sterben mussten, aber dass sie auf irgendeine andere Weise leiden müssen, lasse ich auch nicht zu. Eine Kuh leidet, wenn sie Dauerschwanger ist und die Kälber bekommen nicht ihre Muttermilch, sondern werden entweder sofort geschlachtet oder selber zur Milchkuh herangezogen. Nein, das will ich nicht und ich möchte auch kein Tier auf meiner Haut spüren. Ich habe mein Leben dem Leben der Tiere und der Umwelt gewidmet. Alleine kann ich nichts ausrichten, aber wenn mehr Leute so wie ich denken, dann kann man etwas schaffen. Die Masse macht’s.« Daraus, dass sie bisher nicht einmal im Entferntesten so viel gesprochen hatte, merkte jeder einzelne von ihnen, dass das die Leidenschaft des Mädchens war.
Jetzt wussten sie, was Rintarou-san damit meinte, als er sagte, sie sei etwas eigen. Das könnte noch lustig werden.
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Hallu :3

Und hier bin ich mit einer neuen Story. ^^ Wer mich und meine Geschichten kennt, weiß, dass ich vor Kurzem (gestern *hust*) "Living in a complicated world" beendet habe und "Youth" an sich auch so weit fertig ist (das letzte Kapitel ist fertig, aber ich warte noch ein bisschen). Also läuft nebenher nur noch "Other Conflicts", was ich endlich überarbeitet habe, so kann eine zweite Story nicht schaden. Sie ist nämlich ganz anders - denke ich. °-°
Somit also zum eigentlichen Geschehen: Der Prologue ist für meine Verhältnisse recht kurz (1000 Worte), die Kapitel werden wie immer länger (mindestens 1500 Worte), aber ich wollte mal sehen, ob die Story schon einmal irgendwie ankommt. Außerdem werden die folgenden Kapitel aus Mariahs Perspektive sein, nur für den Prologue wollte ich den Er-/Sie-Erzähler. ^-^
Bitte lasst euch bloß nicht von Mariah abschrecken. Sie ist zwar eigen, aber eigentlich ziemlich lieb - ich werde euch das noch zeigen. (: Mit dieser Geschichte traue ich mich auch mal wieder in neue Gefilde. Einerseits der Veganismus, den Mariah auslebt (ich habe ihn nicht direkt benannt, weil man das Japan eh nicht in dem Ausmaß kennt und teilweise schon Vegetarimus ein Fremdwort dort ist), andererseits das Pairing. Natürlich verrate ich nichts, aber wer mich kennt, weiß, dass ich vorzugsweise Tsubaki oder Fuuto nehme, also sind die beiden (leider) schon mal raus. Schade eigentlich. ^~^
Bitte seid gespannt darauf, was ich hier mal wieder fabriziere. :D

Bis dahin,
Resa~ :3
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