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Die Baumläufer

von Timelord
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Jeremias Haselnuss Marquis de Hoto OC (Own Character) Zaroff Zauberer von Mauswald
14.11.2016
15.08.2020
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37.916
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01.08.2018 430
 
Es war der Wind, der dem Waldschrat flüsterte, dass etwas geschehen würde. Langsam hob das Wesen seinen hölzernen Kopf und lauschte regungslos in die Stille zwischen den Welten.
Es knackte und klickte, als der Waldschrat seinen Kopf von einer Seite auf die andere rollen liess.
„Hmmmm“, machte er und rollte den Kopf wieder zurück in seine Ausgangposition und tippte mit seinem Stab an seine Maske.
Ein Krähen durchbrach die Stille und der Waldschrat blickte auf. Ein Rabe sass auf einem der Äste und sah ihn mit intelligenten Augen an.
„Guten Tag“, sagte der Walschrat freundlich und der Rabe nickte zur Begrüssung.
Er legte den Kopf schief und schien darauf zu warten, dass der Waldschrat zu sprechen begann.
„Das Kaninchen“, begann dieser daraufhin mit schleppender Stimme, „erinnerst du dich an ihn?“
„Natürlich“, krähte der Rabe empört.
Der Waldschrat schien sich zu amüsieren, die Hölzer an seinem Kopf erschauerten und stiessen aneinander, so als würde er lachen.
„Natürlich“, wiederholte er sanft. „Und der Junge? Sein Schüler?“, hakte er nach. Diesmal verzichtete der Rabe auf eine Antwort und hob den Kopf bloss ein wenig empor.
„Was ist mit ihm?“, fragte er, seine Stimme plötzlich seltsam besorgt.
Der Waldschrat wandte die Maske, die ihm ein Gesicht ersetzte, ab und starrte in die Nebel, die ausserhalb ihrer winzigen Lichtung die Welt erfüllten. Undeutlich zeichneten sich Schemen zwischen den verschiedenen Ästen der Bäume ab, Mementos anderer Orte, Zeiten und Möglichkeiten. Ruhig blickte der Waldschrat von den einen schemenhaftigen Erscheinung zu der nächsten.
„Ich weiss es nicht“, antwortete er nach einer Weile. Empört plusterte der Rabe seine Federn auf.
„Du weisst es nicht?“, wiederholte er, seine Stimme leise.
Der Waldschrat nickte. „Ja. Die Winde haben mir seinen Namen geflüstert. Seinen, und noch den des anderen.“
Er wandte sich wieder dem Raben zu und stützte sich dabei ein wenig auf seinen Stab, der leise knackste.
„Ihre Namen sind verbunden, ihr Schicksal verwoben. Der Marquis hat zwei Schüler ausgebildet. Ich kenne ihre Geschichten und ich kenne ihre Anfänge. Und dennoch…“, wieder wandte er die Maske ab, so als ob er in tiefen Gedanken versunken war.
„Sie sind schon einmal aufeinandergetroffen. Sie sollten nur einmal aufeinandertreffen. Aber wenn ein Zahnrad sich zu drehen beginnt, fangen viele andere an, sich mitzudrehen. Verstehst du, was ich meine?“
„Nein“, antwortete der Rabe hohl.
Der Waldschrat liess den Kopf gutmütig hin und her schwanken, bevor er leise seufzte.
„Ich glaube, ich tue es auch nicht. Aber vielleicht hat es keine Bedeutung. Vielleicht bedeutet es alles. Ich bin kein Windleser, kein Hellseher. Ich sammle bloss Geschichten. Und ich glaube, mit fällt gerade etwas ein…“
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