Genius

GeschichteRomanze, Familie / P16
Echizen Ryoma Fuji Syusuke Kikumaru Eiji OC (Own Character) Oishi Syuichirou Tezuka Kunimitsu
12.11.2016
11.03.2019
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Thalia sah sich aus dem Fenster des Taxis. Zum Glück hatte sie noch keiner erkannt. Hoffentlich würde das auch so bleiben. Sie hatte es satt, dass sie ständig von irgendwelchen Leuten angesprochen wurde. Auf Autogramme, Selfies oder Ähnliches.
Aus diesem Grund war sie sehr froh, dass sie nun eine Weile bei ihrer japanischen Familienhälfte wohnen konnte und der ganze Stress von ihr abfiel. Sowie sie das Haus betreten würde, würde sie endlich ausspannen können. Die Intriegen und Eifersucht der Kollegen einfach vergessen und nach vorne sehen. Wie früher.
Wenn sie mit ihrem Cousin Ryo gespielt hatte, waren alle Sorgen und Ängste wie weggeblasen. Dann gab es nur sie beide. Keine nervigen Neider, keine Hausaufgaben, kein Training und vor allem keine erfolgsfokussierte Familie, die mehr von ihr verlangte, als sie geben konnte. Das taen sie leider noch immer viel zu häufig.
Die Fahrt führte durch die gesamte Innenstadt, doch das war Thalia egal. So konnte sie noch ein wenig von der Stadt sehen, bevor sie keine Zeit mehr dazu haben würde. Konnte sich fühlen, wie ein ganz normales Kind. Eine ganz normale Schülerin im dritten Jahr der High School. Denn das war sie eigentlich nicht.
Thalia Addwood, der aufsteigende Tanzstar auf jeglichen Bühnen, in Musikvieos und in allen Aufführungen, die ihre Eltern für sie ran schafften. Bis sie... Mühsam riss sie sich von der schrecklichen Erinerung los und sah weiter aus dem Fenster.
Nach fast einer Stunde Fahrt kamen sie an dem kleinen Haus mit fast schon großem Garten an. Thalia stieg aus und begann zu Lächeln. Ja, hier würde sie sich auf jeden Fall wohl fühlen.
Der Taxifahrer hatte inzwischen ihre zwei Koffer ausgeladen und sie zahlte ihn. Dass er weg fuhr, bekam sie nur am Rande mit, da sie schon auf den Eingang zustrebte. Zu ihrer Freude stand ihre Tante schon in der Tür und kam freudestrahlend auf sie zu.
"Hallo, Rinko", begrüßte Thalia sie und wurde in der herzlichen Umarmung fast erdrückt.
"Oh Gott, Thalia-chan. Du hast ja fast gar nichts mehr auf den Rippen! Wenn ich da an meine Männer denke, bist du fast mager", äußerte sie sich fast schon ängstlich.
Thalia lächelte schief. "Keine Sorge, Tantchen. Ich werde schon wieder. Bin ja ab jetzt bei euch."
"Fein. Komm rein, mein Sohn müsste im Wohnzimmer..."
Ohne das Ende des Satzes zu beenden, rannte Thalia los und stürmte ins Wohnzimmer. "Hey, Ryo!", rief sie, als sie die Tür geöffnet hatte. Erst, als sie ihren verblüfften Cousin, der an der Wand neben ihr stand, umarmte, bemerkte sie die restlichen Leute im Raum. Die ihr völlig unbekannt waren. "Upps!"
Echizen Ryoma seufzte genervt und tätschelte seiner Cousine die Hand. "Weil du auch nie klopfen kannst. Thalia, das ist mein Team. Leute, das ist meine Cousine..."
"THALIA ADDWOOD!", riefen Kikumaru und Momoshiro unisono.
Diese verzog leicht das Gesicht. "Hat ja nicht lange gedauert", murmelte sie, ehe sie sich ein Lächeln abrang und laut sagte: "Hi. Ja, die bin ich. Und momentan auf Urlaub."
Tezuka musterte sie eingehend. Er hatte schon von ihr gehört. Die Tänzerin mit mehr Energie und Aufmerksamkeit, als gesund war. Ihm schien sie ziemlich angeschlagen. Er wandte sich an Fuji. "Sag mir, wie sie auf dich wirkt", bat er leise, während Kikumaru und Momoshiro Thalia bedrängten.
"Hmmm, sie sieht ziemlich fertig aus, auch, wenn sie es niemals zugeben würde. Und dass sie gesagt hat, sie habe Urlaub, macht es deutlich", verkündete das Ass leise sein Urteil.
"Du kannst Tennis?", fragte Kawamura überrascht, was nun auch das Interresse des restlichen Teams weckte.
"Nein, also, nicht wirklich. Gegen euch werde ich wie eine blutige Anfängerin da stehen. Außerdem habe ich das letzte Mal gespielt, als ich ein Kind war. Zusammen mit Ryo. Deshalb... Können ist das falsche Wort", stritt sie ab und sah hilfesuchend ihren jüngeren Cousin an.
Dieser seufzte. "Senpai, ihr seid peinlich. Lasst meine Cousine doch erstmal richtig ankommen. Und nein, es wird keine Autogramme geben. Keine Diskussion. Montag wird schlimm genug werden, auch ohne, dass ihr sie bedrängt."
Tezuka sah, wie Thalia ganz leicht schauderte. Scheinbar mochte sie keine Schulen. Für ihn war sie ein verwöhntes Prinzesschen, dass sich wieder aufladen sollte. Also für ihn völlig uninteressant.
"Am besten, wir beenden unser Meeting hier und reden morgen weiter", beschloss Ryoma genervt von seinen Senpai, die noch immer an seiner Cousine hingen. Doch diese winkte sofort ab.
"Nein, nein, lasst euch von mir nicht stöhren. Ich setze mich zu Rinko in die Küche und rede mit ihr. Wird schön sein, mal wieder mit jemandem normalen zu reden. Meine Familie ist da leider völlig nutzlos." Sie gab Ryoma einen Kuss auf die Wange, ehe sie den Raum verließ und die Tür schloss.
Draußen atmete Thalia einmal tief durch. Sie musste sich besser im Griff haben. Sonst würde sie wieder... Entschieden schüttelte sie den Kopf. Nein, sie würde das schaffen. Immerhin war sie eine Addwood!
Hocherhobenen Hauptes und mit einem fröhlichen Lächeln betrat sie die Küche. Dabei entdeckte sie ihre Cousine Nanako. "Hey!" Die Mädchen fielen sich in die Arme.
"Ist das schön, dich zu sehen", sagte die Schwarzhaarige.
Thalia strich sich eine kupferrote Locke zurück. "Ebenso! Was ich mich schon eine ganze Weile frage: Wo ist Karupin?"
"Bestimmt draußen. Komm, wir suchen ihn!", schlug Nanako vor und zog sie mit sich.
Draußen zog Thalia ihre Ballerinas aus und lief mit ihrer Cousine, die ebenfalls barfuß war, über die Wiese.
"Gott, das hab ich ewig nicht mehr gemacht. Einfach ohne Schuhe über eine Wiese laufen." Lachend drehte sie sich schnell im Kreis, ehe sie einige Tanzelemente einfließen ließ.
Nanako biss sich auf ihre Unterlippe. Eigentlich hieß es, dass sich Thalia ausruhen sollte. Aber im Moment sah sie so glücklich aus, beim Tanzen. Das wollte sie ihrer Cousine nicht verderben.
Als Thalia stehen blieb, hatte sie wieder den selben Gesichtsausdruck, wie zu ihrer Kindheit. Glücklich, übermütig, völlig frei. Doch schnell wurde sie wieder ernster. "Tschuldigung. Ich bin ein bisschen... überdreht", gestand die Rothaarige verlegen.
Nanako lachte leise. "Hey, wollen wir tanzen? Wie früher? Ich hab wirklich gute Musik von einem Freund auf dem Handy. Er ist weder berühmt, noch hat er das Niveau eines Stars, aber er ist echt gut", schlug sie übermütig vor.
Thalia nickte schüchtern lächelnd. "Wenn es ok ist, gerne. Aber vorher muss ich mich umziehen und aufwärmen."
Einige Minuten später war Thalia warm, ebenso ihre Cousine. Und Nanako hatte Recht. Die Musik war gut. Rockig, aber nicht zu hart, perfekt fürs Tanzen.
Thalia schloss die Augen, fühlte sich in die Musik hinein, ehe sie umherwirbelte, sich drehte, sprang, Figuren aus allen Tanzarten kombinierte und den Jungs im Wohnzimmer einiges zu sehen gab. Doch das war ihr herzlich egal. Normalerweise sahen ihr viel mehr Leute zu. Das hier, war nur für sie. Es ging nicht darum, die Beste zu sein oder unter den Anderen heraus zu stechen. Hier ging es nur um den Spaß.
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