Extramorphs - The Conversion

von Ravaari
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16
OC (Own Character)
11.11.2016
17.10.2019
23
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Der Junge hatte braune Haare und braune Augen.
Dieselben Augen wie in meiner Vision.
Während unserer Reise"...
Auch die anderen sahen aus, wie ich sie in Erinnerung hatte und dank Fenlin kannte ich sogar ihre Namen: Jake, Rachel, Marco, Tobias, Cassie.
Ein Andalit mit einem viel zu langen Namen, den ich mir nicht merken konnte.

Bis auf ihn waren sie alle Menschen und grade mal zwischen vierzehn und fünfzehn Jahre alt.
Mindestens drei Jahre jünger als ich.
Kinder, aber trotzdem die wichtigste Chance des Planeten Erde und der Menschheit.
Die einzige Chance im Kampf gegen die Yirks.

Nur deshalb war ich heute hier an diesem Ort irgendwo im Nirgendwo gekommen.
Nur deswegen hatte ich mich die letzten Wochen auf nichts anderes vorbereitet.
Hatte mir alles über sie angehört, was die Bewegung wusste. Hatte mir überlegt, wie sie reagieren würden, wenn ich sie endlich treffen würde.
Ob sie mich überhaupt treffen wollen würden, wenn Lizzie zu ihnen kam, oder besser gesagt uns...

Nach wie vor fiel es mir schwer "uns" zu sagen oder auch nur zu denken, trotz allem, was wir erlebt hatten.
Wegen allem denn nur, weil ich zugestimmt hatte, hatte ich ihr noch nicht vergeben.
Nur weil ich inzwischen wusste, wie es sich anfühlte auf der anderen Seite zu stehen, hieß das nicht, dass ich es verstand.
Nur weil sie sich wieder in meinem Kopf befand und ich zumindest beim "Sharing" als
freiwilliger Wirt für Ravan Acht-Acht-Eis registriert war, waren wir noch lange keine Freunde.
Ich hatte es getan, weil ich es musste, um am Leben zu bleiben.
Weil es keine Alternative gab, wenn ich anderen Leuten helfen und verhindern wollte, dass sie das Gleiche durchmachen mussten wie ich.
Schon wieder...

Angst kam in mir hoch.
Ein Schaudern kroch mir über den Rücken, als ich den Ausdruck in ihren Gesichtern sah. Den Hass.
<Yirk!>
Die Stimme war plötzlich in meinem Kopf und sie bebte vor Zorn und Abscheu.
Die tödliche Schwanzklinge lag an meinem Hals, noch bevor ich nur einmal Piep sagen konnte.
Wäre ich in Kontrolle gewesen, hätte ich sicher versucht, davonzulaufen, oder ich wäre zusammengezuckt, denn ich bin nicht besonders mutig und der Andalit hätte nur darauf gewartet. Er hätte mir mit einem einzigen Schlag den Hals durchtrennt und mein Kopf hätte dann vom Boden aus zu meinem fallenden Körper hoch geglotzt.

Andaliten tun sowas mit Controllern ohne den geringsten Anflug von Reue.
Sie sehen es sogar als ihre Pflicht. Issrin hatte mir das gesagt, doch in diesem Moment war ich nicht in Kontrolle, sondern sie.
Yirks tun sowas mit ihren Wirten.
Zu meinem Glück in diesem Fall, ich war ihr dankbar dafür, auch wenn ich vor wenigen Wochen noch niemals geglaubt hätte, dass ich das irgendwann einmal denken würde.

"Schluss!"
Endlich sagte der Junge etwas, der uns bis jetzt nur mit zusammengekniffenen Augen schweigend angestarrt hatte. Nervös kaute er auf seiner Unterlippe und ging hin und her wie ein Tiger im Käfig.
Ich hätte es niemals geschafft ihn anzusehen. Hätte irgendwo hingesehen.
Vielleicht auf das durchlöcherte Dach der modrigen Holzhütte in der wir uns befanden.
Vielleicht auf die verschimmelten, knarzenden Dielen. Wahrscheinlich aber eher auf den umgekippten Stuhl hinter Jake.
Auf das Seil am Boden, das von allem, was hier herumlag, hier noch den frischesten Eindruck machte.
Aber Issrin tat nichts davon.
Sicher hatte sie auch Angst. Sie war auch unsicher, aber sie sah nicht weg. Wegzusehen hätte für sie nämlich bedeutet, schwach zu sein und alles aufzugeben.
Alles an das sie einmal geglaubt hatte, verraten zu haben für Nichts.
Einfach aufzugeben, solange es eine Alternative gab, lag nicht in ihrer Natur und sie war nicht gerne schwach.

"Wer bist du? Wie..wie hast du die Kräfte bekommen, das Morphen? Wie-wieso… Gott Ax, bitte!...-"
Die Stimme des Jungen brach.
Ruckartig blieb er stehen. Ich sah wie er die in ihm hochkommenden Tränen runterschluckte und die Panik verdrängte. Irgendetwas machte ihm Angst und das waren nicht nur wir.
Nicht nur der Yirk in meinem Kopf, sondern viel mehr etwas in seinem.
<Ja Prinz Jake.>Schlagartig zog der Andalit seine Schwanzklinge von meinem Hals weg und gleichzeitig fühlte ich wie die Welt mir wieder näherkam.
Ich roch die modrige abgestandene Luft und fühlte die winzige Wunde an meinem Hals direkt über meiner Halsschlagader.
Mein Herz wummerte in mener Brust wie ein Presslufthammer, als ich ihre Blicke jetzt so real auf mir spürte.
Ohne Jemanden, hinter dem ich mich verstecken konnte...

<Du hast es nicht nötig dich zu verstecken. Dafür hättest du nicht herkommen müssen.>
<Ja ich weiß! Ich weiß, warum wir hier sind, aber...->
"Hey, Erde an Yirk, wir reden gerade mit dir und wenn du nicht bald den Mund aufmachst, werde ich sauer. Du wirst zu Burgern verarbeitet, wenn ich sauer werde. Das wollen wir doch nicht, oder?"
"Rachel!"
"Was, Cassie?"
<Rede Yirk!>
<Ja, ich glaub es wäre echt gut mal etwas zu deiner Verteidigung zu sagen. Wir sind hier nämlich in der Überzahl>
"I...ich bin kein Yirk."
Meine Stimme klang schrecklich und ich zitterte.
Aber gleichzeitig wunderte es mich überhaupt, dass ich es schaffte zu sprechen
"Falsch Schnecken-Tante.Du bist ein Controller und das bedeutet Yirk.Yirk, Controller, Controller,Yirk."
"N-nein."

Um Fassung bemüht atmete ich tief durch, kratzte das letzte bisschen Mut zusammen, dass ich noch hatte.
"Ich meine ja. Ja, ich bin ein Controller aber… Aber Issrin... der Yirk kontrolliert mich nicht. Ich bin es die gerade spricht."
"Aha, so ist das, der böse kleine Alien in deinem Gehirn kontrolliert dich nicht, oookay, alles klar."
 Der kleine Junge mit den halblangen schwarzbraunen Haaren verschränkte die Arme und warf einen genervten Blick in die Runde.
"Wisst ihr was Leute, das Beste wäre einfach wir lassen Ax und Rachel einfach den Spaß und gehen nachhause. Jake, bitte sag uns, wir sollen nachhause gehen. MacGyver fängt bald an und ich schaue tausendmal lieber zu, wie der gute alte Richard Dean Anderson aus einem Stück Silberpapier, ´nem Kaugummi undeinem Hundepups eine Bombe baut, als dieser Schnecken-Tussi auch nur eine einzige Sekunde länger bei ihrem sinnlosen Gelaber zuzuhören und...-!"
"Ruhe!"

Plötzlich von jetzt auf gleich fasste Jake sich wieder und funkelte alle der Reihe nach wütend an. Schließlich streifte sein Blick wieder mich. Er blieb an mir hängen und die Wut wurde zu Hass.
"Ganz egal wer oder was du bist, rede einfach, weil du hast nur diese eine Chance. Deine Einzige. Wer seid ihr? Wie habt ihr die Morphingtechnologie bekommen? Wo, von wem und wann? Das hier ist kein Spaß mehr. Ich werde keinen Yirk der morphen kann und unsere Gesichter kennt einfach so rumlaufen lassen. Nicht freiwillig."
"I...ich bin nicht dein Feind und Issrin auch nicht. Die Bewegung wir...-"
"Ich weiß von der Bewegung! Ich war im Pedro´saber die haben uns nur halbe Geschichten erzählt und das ist nicht genug um dir zu vertrauen. Vielleicht bist du eine Falle, vielleicht sogar diese ganze Bewegung und die anderen beiden Yirks draußen vor der Tür ."
"Es ist keine Falle. Wäre es eine wäre der Visser längst da und... Und alles seine Leute. Ich meine...-"
<Rede Lou. D u bist es den er hören will.>
Nicht nur Jake war ungeduldig mit mir.

"...Okay, ich meine, wenn ich... Wenn wir nicht ehrlich wären oder Ilim oder Fenya dann... Dann wärt ihr gar nicht mehr am Leben  und die Geschichte ist lang... Das heißt, es würde lang dauern sie zu erzählen und...-"
"Das ist mir egal, ich meine verstehst du nicht, was ich gerade gesagt habe? Gut, dann sage ich es noch einmal, sodass du es begreifst: Wir haben schon einmal einen Yirk ausgehungert, hier drin und wir werden mit dir genau das gleche nochmal machen, wenn du nicht redest. Wir...wir werden nicht zulassen, dass ihr aus dieser Hütte hier rausspaziert. Wenn nötig überlebt heute keiner von euch und deswegen, damit ich das nicht tun muss, will ich alles wissen, von Anfang an und jedes einzelne verdammte Detail! "

Ausgehungert...
Issrins Panik, die plötzlich in mir aufflammte, schnürte mir die Kehle zu.
Wieder einmal spürte ich ihren weichen Kern unter diesem ganzen harten Deckmantel. Wie jung sie tatsächlich war.
"Also gut."
Ich holte noch einmal tief Luft und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, das Grauen zu verdrängen und nicht nochmal zu diesem Stuhl und dem Seil hinüberzusehen, von denen ich jetzt ganz genau wusste, warum sie dort lagen, bevor ich endlich begann zu erzählen:
"Unser Name ist Louisa Newman. Na ja, nicht wirklich Newman. Louisa stimmt zwar  schon irgendwie, aber wenn ich ganz ehrlich zu euch sein soll, muss ich zugeben, dass der Name ein Scherz ist. Die Anderen... na ja, Nalek und seine Leute haben sich das ausgedacht und das Ganze, also das mit Issrin und mir hat eigentlich schon kurz vor meinem achtzehnten Geburtstag angefangen... Na ja, ich war ein ziemliches Durchschnittsmädchen glaub ich. Also sowas wie unauffällig mit Allerweltsgesicht und langweilig. Jemand mit wenig sozialen Kontakten der irgendwo in der Mittelschicht rum dümpelt. Ein perfektes Wirtsobjekt für die Yirks weil neben all dem ganzen anderen war ich auch ein Controller und Issrin war mein erster und einziger Yirk."
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