Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Be brave and trust me

von Charlie79
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
OC (Own Character) Raul Ruutu Riku Rajamaa Sami Osala Samu Haber
11.11.2016
24.02.2019
149
359.815
76
Alle Kapitel
784 Reviews
Dieses Kapitel
15 Reviews
 
 
11.11.2016 2.265
 
Hallo Ihr Lieben,
ich bin total aufgeregt, denn heute geht die Fortsetzung von ‘Please bring me another Tequila’ an den Start. Das Datum ist für mich total bedeutend, denn genau vor einem Jahr habe ich das erste Kapitel eben jener Geschichte hochgeladen. Wie immer freue ich mich, wenn es Euch gefällt und über Eure Kommentare.
Ich bin noch nicht ganz sicher, wie ich das mit zwei Geschichten parallel hinbekomme, aber das wird sich zeigen...habt Vertrauen ;-)
Leider hat auch meine Woche nur sieben Tage und auch die Tage sind bei mir auf 24 Stunden begrenzt, aus diesem Grund weiß ich noch nicht genau, in welchem Rhythmus ich meine neue Geschichte hochladen werde. Bei Siiri bleibt alles beim alten und ich habe die Hoffnung, dass ich diese Geschichte zweimal die Woche schaffe.
Welche Tage das sein werden...ehrlich, ich weiß es noch nicht genau, geplant habe ich Samstag (nur nicht Morgen) und Dienstag. So, nun genug Geschwafel...auf gehts

Chris

Was für ein Tag. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Nach 2011, dem wohl aufregendsten Jahr meines Lebens, konnte ich die letzten zwei Jahre beruflich endlich zur Ruhe kommen. Aus meinem kleinen Projekt von damals ist eine kleine aber feine Abteilung geworden und es fühlt sich für mich an, als sei ich angekommen.
Heute standen dann Michael und Stephan unangekündigt in meinem Büro. Warum müssen mich die beiden immer so überfallen? Erst habe ich geglaubt, es wäre ein reiner Höflichkeitsbesuch, bis mich Michael nach ein paar Minuten Smalltalk ernst ansieht und fragt, ob ich mir vorstellen könnte, für eine gewisse Zeit nicht in Helsinki zu leben, und dann höre ich die ganze Geschichte.
Nach dem Erfolg des Projekts in Finnland hat der Vorstand beschlossen, dieses auch in Schweden an den Start zu bringen. Die Vorverhandlungen sind schon gelaufen, waren wohl sehr vielversprechend, und nun würden wir an dem selben Punkt stehen, wie damals als ich nach Finnland gekommen bin.

“Wir wissen, dass Du Dir hier ein Leben aufgebaut hast. Du müsstest auch nicht so lange bleiben, wie wir es damals für Finnland verabredet hatten, aber wir wüssten niemanden, dem wir so vertrauen wie Dir.”

Das ist ja alles sehr schmeichelhaft, aber...zu Hause ist es zur Zeit eh schon nicht so einfach. Samu ist jetzt seit eineinhalb Wochen von der Tour zurück und irgendwie ist es anders als sonst. Anstatt sich etwas Ruhe zu gönnen, ist Samu wie einer von diesen Duracell-Hasen. Nach der Anfrage, ob er auch bei der nächsten Staffel von The Voice mitmachen will, ist es noch schlimmer geworden. Seine Entscheidung hat er innerlich schon längst getroffen, da bin ich mir sicher, aber er redet nicht mit mir. Ich freue mich so sehr für ihn und Sunrise, seit dem letzten Jahr sind die Jungs derartig erfolgreich, das ist unglaublich. Samu steht eigentlich ständig unter Strom. Er, ist glücklich, ab und zu sogar richtig euphorisch, aber er gönnt sich zwischendrin keine Ruhe. Er arbeitet wie ein Verrückter und wenn ich ihm dann sage, er müsse auch mal daran denken, dass er keine zwanzig mehr ist, nimmt er mich nicht ernst. Bei unserer letzten Unterhaltung über dieses Thema hat er mir sogar unterstellt, dass ich nur nicht damit klar komme, dass er so viel unterwegs ist und das ist nun wirklich Blödsinn. Wir haben das in den letzten Jahren so gut hinbekommen, natürlich vermisse ich ihn, aber ich komme klar...

“Ich bin etwas überrascht...damit habe ich nicht gerechnet. Habe ich ein paar Tage Zeit, um darüber nachzudenken?”
“Aber sicher. Was meinst Du, könntest Du uns bis Freitag Bescheid geben?” - Das sind drei Tage, aber Samu ist zur Zeit wieder mal in Berlin und hat irre viel zu tun. Er konnte nicht sagen, ob er morgen wieder in Helsinki sein würde. Ach was solls, wenn es danach geht, müssten die Münchner ewig auf eine Entscheidung warten. - “Ja bis Freitag habe ich mich entschieden. Wann soll es denn losgehen?”
“Am 1. Mai würdest Du Deinen ersten Arbeitstag in Stockholm haben. Bis dahin bist Du zwar noch hier, aber schon in das neue Projekt eingebunden. Du müsstest immer mal wieder für ein paar Tage in Stockholm sein, aber wem erzähle ich das, Du kennst das ja alles schon. Mal abgesehen von den ersten Monaten hier, würde es sehr ähnlich laufen. Du bist der Projektleite und hast dort einen schwedischen Assistenten.”
“Ihr habt gesagt, dass eine kürzere Zeit vorgesehen ist, könnt ihr das schon näher beziffern?”
“Wir hatten an ein halbes Jahr gedacht, und in der Zeit danach würdest Du dann auch wieder hin- und herfliegen, je nach Bedarf.”
“Das klingt vernünftig. Hier ist es auch nach dem ersten halben Jahr langsam ruhiger geworden, und das trotz der ganzen Aufregung um Turunen.”
“Gut, dann...hier ist unser Angebot. Natürlich sind die einzelnen Punkte noch verhandelbar. Wir und der gesamte Vorstand möchten unbedingt, dass Du dieses Projekt leitest”

Ich sitze im Auto und lasse mir das Gespräch und auch das Angebot, welches ich hinterher gelesen habe, durch den Kopf gehen. Eigentlich kann ich es gar nicht ausschlagen, so gut ist es. Und die Punkte, die mir nicht so gefallen, können bestimmt geändert werden. Ich muss dringend mit Samu sprechen. Bei diesem Gedanken fahre ich die Einfahrt hoch und stelle meinen - ich kann es immer noch nicht glauben - BMW in die Garage.
Vor etwa einem Jahr hatte mein schöner Mazda einen Motorschaden. Eine Reparatur hätte sich einfach nicht mehr gelohnt, und dann habe ich mich doch tatsächlich von Samu überreden lassen zu einem...nein zu seinem BMW-Händler zu gehen. Schon als ich dem zugestimmt habe, hätte mir klar sein müssen, dass ich keine Chance mehr hatte. Als die beiden mich erstmal am Wickel hatten, hätte ich nichts mehr tun oder sagen können, um den Kauf noch zu verhindern. Egal was ich gesagt habe...zu teuer...zu schnell...unvernünftig, es war vollkommen egal. Einer der beiden hatte immer ein Argument. Es war, als wenn die beiden das vorher geübt hätten, und irgendwann wollte ich mich auch nicht mehr wehren. Es ist wirklich ein tolles Auto. Noch immer kann ich Samus glückliches Gesicht vor mir sehen. Als wenn er sich einen neuen Wagen gekauft hätte. So habe ich ihn schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen...nein falsch, so hat er mich schon eine ganze Weile nicht mehr angesehen.
Das ist unfair...das weiß ich. Samu liebt mich, und die letzten Jahre waren wir beide eigentlich fast immer sehr glücklich. Er war viel unterwegs und ich kam damit gut klar. Wir haben uns zwischendurch immer mal ein oder zwei Wochen, ein paar Tage oder manchmal auch nur Stunden freigeschaufelt. Diese Zeit hatten wir dann einfach nur für uns,  und es war dann so schön, dass wir die Trennungen immer gut überstanden haben. Aber das letzte halbe Jahr war echt heftig.

Wie so oft gehe ich in das leere Haus. Es ist niemand da. Kein Samu, der mich küsst, mich in den Arm nimmt oder in der Küche etwas Leckeres für uns kocht. Manchmal vermisse ich ihn so sehr, dass es fast körperlich weh tut. Vielleicht hat er doch recht, vielleicht komme ich nicht mehr so gut damit klar, dass er so viel unterwegs ist. Und wer weiß, vielleicht ist es ganz gut, wenn auch ich wieder eine neue aufregende Aufgabe habe. Ich gehe nach oben und ziehe mir meine Laufsachen an, das ist immer ein gute Idee, um den Kopf frei zu bekommen.
Eigentlich würde ich ganz gern mal gar nichts denken, aber das scheint heute keine Alternative zu sein. Auch beim Laufen wandern meine Gedanken zu dem Angebot. Das wäre schon eine Herausforderung und eine ziemlich spannende Aufgabe. Wenn sich Samu, wovon ich ausgehe, für eine weitere Staffel von The Voice entscheidet, wäre er eh so gut wie nie zu Hause, warum sollte ich also meine Möglichkeiten nicht nutzen?

Nach dem Laufen, einer Dusche und dem Rest der Pizza von gestern, habe ich immer noch keine Nachricht von Samu. Erst kurz vor dem Schlafengehen kündigt mein Handy eine WhatsApp an.

hey süßer, sorry der tag heute war sehr hektisch. komme morgen abend nach hause.

Den Süßen konnte ich ihm auch in den letzten Jahren nicht abgewöhnen. Dass seine Tage hektisch sind, ist nichts Neues, aber statt einer WhatsApp hätte er doch auch einfach anrufen können… Kurz überlege ich, ob ich ihn anrufen soll, aber dann tippe ich einfach eine Nachricht…

wann sind deine tage mal nicht hektisch. ich freue mich auf dich, habe viel zu erzählen. du fehlst mir

...und gehe ins Bett. Den letzten Satz habe ich mindestens dreimal geschrieben und wieder gelöscht, um ihn dann aber doch wieder zu schreiben. Ich will ihm kein schlechtes Gefühl vermitteln… noch so eine Sache, die sich geändert hat. Früher haben wir uns ständig gesagt, wie sehr wir uns vermissen und es hat sich nie schlecht angefühlt, aber seit ein paar Monaten habe ich das Gefühl, ihn mit solchen Äußerungen unter Druck zu setzen. Nein… er gibt mir das Gefühl. Er geht immer gleich in die Verteidigungsstellung und rechtfertigt sich. Dabei will ich ihm doch gar kein schlechtes Gewissen machen, ich will ihm nur sagen, wie sehr ich ihn vermisse. Irgendwie ist uns in den letzten Monaten die Leichtigkeit abhanden gekommen.

Samu

Ich lese die Nachricht von Chris und sofort bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Ich weiß, dass ich in den letzten Monaten viel unterwegs war und wir wirklich wenig Zeit füreinander hatten. Ich wünschte, ich hätte ihn angerufen, anstatt zu schreiben. Aber ich war mir nicht sicher, ob er noch wach ist, und Chris hätte doch auch anrufen können. Mensch was ist denn in letzter Zeit mit uns los.

Beruflich könnte es bei mir gar nicht besser laufen, wir sind erfolgreich wie nie. Sämtliche Konzerte der letzten Tour waren ausverkauft. Es ist unfassbar wie sehr The Voice unsere Popularität gesteigert hat. Eigentlich schwebe ich ständig vor Glückseligkeit und die ganze Arbeit macht mir überhaupt nichts aus, auch wenn Chris das anders sieht.
Es ist ja sehr lieb von ihm, dass er sich Sorgen um mich macht, aber es ist vollkommen überflüssig. Einzig die Tatsache, dass wir so wenig Zweisamkeit haben, stört mich. Es ist als wenn wir uns...ich weiß nicht, voneinander entfernt haben. Wir können nicht mehr so locker reden. Wir sind nicht mehr so unbeschwert. Noch vor wenigen Monaten war alles ganz normal. Ich war immer viel unterwegs, aber wenn wir uns gesehen haben, konnte ich auftanken. Er war meine Energiequelle, mein Zuhause. Egal wo wir uns gesehen haben, wenn Chris bei mir war, konnte ich zur Ruhe kommen.

Ich sitze auf dem Balkon meines Berliner Hotelzimmers und frage mich, wann sich das geändert hat. Wann habe ich angefangen ein schlechtes Gewissen zu bekommen, wann hat Chris mir das Gefühl gegeben, dass ich zu wenig Zeit für ihn, oder uns habe?
Ich weiß noch, wie er mit mir Deutsch gelernt und sich über meine Aussprache lustig gemacht hat, wie sehr er bei den ersten Aufzeichnungen mit mir gelitten hat und wie sehr er sich für mich gefreut hat, als ich die überstanden hatte. Er hat mich oft in Berlin besucht und wir hatten eine so schöne Zeit. Wann ist es anders geworden?
Vielleicht war es bei den Liveshows. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich in der Zeit immer mal wieder ein paar Tage in Helsinki sein würde. Aber dann kamen so tolle Anfragen, die konnte ich einfach nicht ablehnen, und wenn Chris mich dann an den Wochenenden besucht hat, hatte ich kaum Zeit. Und die Zeit, die wir hatten, waren wir nur sehr selten allein.
Als dann die Zeit von The Voice vorbei war, hatte ich so viel mit der bevorstehenden Tour zu tun. Ich war zwar meistens in Helsinki, aber in der Zeit wurde es wieder sehr deutlich, dass unser tägliches Leben nicht wirklich zusammen passt. Während mein Tag meistens erst mittags richtig los ging und häufig bis spät in die Nacht dauerte, ist Chris irre früh ins Büro gefahren. Wir hatten einfach zu wenig Zeit füreinander. Wir haben zu wenig geredet, hatten zu wenig gemütliche Sofaabende und wenn wir dann Zeit füreinander hatten, waren wir nicht so entspannt, weil wir alles nachholen wollten.
Weihnachten, Silvester..alles artete in Stress aus. Wir haben uns wegen irgendwelcher Kleinigkeiten in die Haare gekriegt und auch im neuen Jahr wurde es nicht besser.
Als Chris mich oder uns auf der Tour ein paar Tage begleitet hat, hatte ich am Anfang endlich mal wieder das Gefühl, dass es wieder besser wurde. Ich habe mich so gefreut, als er in Hamburg plötzlich aufgetaucht ist und sagte, dass er, wenn ich das möchte, bis Leipzig dabei bleiben könnte. Endlich war es wieder wie früher, wir haben so viel Spaß gehabt, aber nach der wunderschönen Nacht in Hamburg und endlich mal wieder einem entspannten Aufwachen, hatte ich an den restlichen Tagen wieder so viel Termine, dass Chris seine Zeit bei uns hauptsächlich mit Sami verbracht hat. Und nach dem Ende der Tour ist es auch nicht wirklich viel besser geworden.

Ich will auch bei der nächsten Staffel von The Voice dabei sein und ich bin mir ziemlich sicher, dass Chris das weiß, auch wenn ich noch nicht mit ihm geredet habe. Es gab einfach noch nicht den richtigen Zeitpunkt das Thema zur Sprache zu bringen.
Mist…wir reden zu wenig, Ich will, dass es sich wieder wie früher anfühlt. Ohne weiter nachzudenken wähle ich Chris’ Nummer…

“Mmh Samu?” - Ich liebe seine völlig verschlafene Stimme, ich sehe ihn fast vor mir.
“Ja..hab ich Dich geweckt?” - Eine überflüssige Frage, aber sie gibt ihm Zeit etwas wacher zu werden.
**************************************************************************************    so das war der erste Streich. Ich hoffe es hat Euch gefallen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast