Moments

OneshotAllgemein / P12
10.11.2016
09.12.2017
4
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10.11.2016 767
 
So, in der Hoffnung, dass das Fandom doch noch nicht ganz ausgestorben ist oder sich bereits völlig im Winterschlaf befindet, muss ich dann doch mal wieder was hochladen^^
Wie bereits in der Kurzbeschreibung angekündigt, wird das hier eine Oneshot-Sammlung. Die verschiedenen Geschichten stehen alle für sich, sollte sich dann doch mal ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Oneshots oder einer meiner anderen Geschichten ergeben, werde ich das selbstverständlich vorher mitteilen.

Jetzt aber genug geredet, viel Spaß beim Lesen!




But it's so cold without you here
My love sincere

(Reamonn – Free like a bird)


Eine schmale Mondsichel stand am wolkenlosen Himmel und sandte ihr schwaches silbriges Licht in die Nacht hinaus. Der Schein erreichte auch das Schloss von Kells, reichte aber bei weitem nicht aus, um den weitläufigen Gebäudekomplex zu erhellen. In ihren Gemächern wälzte sich die Prinzessin unruhig auf ihrem Lager hin und her. Allein kam ihr das große Bett ungeheuer leer und kalt vor.
So war es immer wenn er nicht bei ihr war. Wäre er jetzt hier und würde sie in seinen starken Armen halten, würde sie längst tief und friedlich schlafen. Jede Faser ihres Körpers sehnte sich nach ihrem Mann, doch der war leider in diplomatischer Mission für ihren Vater unterwegs. Für gewöhnlich begleitete sie ihn auf solchen Reisen, sie beide waren ein eingespieltes Team und ergänzten sich perfekt. Außerdem waren sie nur ungern längere Zeit voneinander getrennt. Doch ihr derzeitiger Zustand erlaubte ihr keine anstrengenden Tätigkeiten, von langen Ritten und stürmischen Überfahrten per Schiff ganz zu schweigen. Das wusste sie selbst nur zu gut, Unbesonnenheit konnte ihr nun wirklich niemand vorwerfen. Genau deshalb frustrierte es sie über alle Maßen, dass sie inzwischen von fast jedem behandelt wurde wie ein rohes Ei – ein ausgesprochen dummes rohes Ei. Seufzend strich sie über ihren gewölbten Bauch und ein Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie das neue Leben spürte, das dort in ihr heranwuchs. Dieses Geschenk war jede Unannehmlichkeit wert, die sie jetzt erdulden musste.

Fröstelnd zog Deirdre ihre Decken enger um sich. Auch das war während seiner Abwesenheit leider beinahe schon ein Normalzustand. Sie hatte schon vor einer Weile bemerkt, dass dies nicht auf tatsächliche Kälte zurückzuführen war, sondern auf einen Mangel an Wärme – seiner Wärme um genau zu sein. Diese schien ihn zu jeder Zeit zu umgeben, er konnte sogar aus einem Schneesturm kommen und trotzdem fühlte er sich unter ihrer Berührung immer noch angenehm warm an.
Das Feuer war wirklich das passende Element für ihren Liebsten. Manchmal glaubte sie sogar, dass sie es in den Tiefen seiner blauen Augen lodern sah. Waren dieses Feuer und seine Wärme schon immer da gewesen oder hatte ihn seine Zeit als Mystischer Ritter seinem Element nur näher gebracht? Aber wenn das tatsächlich der Fall war, wie hatten sie und die drei anderen sich dann verändert? Vielleicht war es aber auch alles nur Einbildung, ein Produkt ihrer Fantasie. Bisher hatte sie noch mit niemandem über ihre Vermutungen gesprochen. Zum Einen war es ihr peinlich, zum Anderen aber gefiel ihr der Gedanke, dass diese Wärme nur für sie war. Sie wollte gar nicht, dass noch jemand anders in diesen Genuss kam - schon gar keine andere Frau!
Angus würde sicherlich wissen, ob es sich nur um eine Illusion handelte, niemand kannte Rohan besser und länger als der ehemalige Dieb. Doch obwohl sie ebenfalls Freunde und Kampfgefährten waren, gab es doch einige Dinge, die Deirdre niemals mit dem besten Freund ihres Mannes besprechen würde. Ihre momentanen Überlegungen gehörten definitiv dazu.

Frustriert drehte sich die Prinzessin auf die andere Seite, weg von dem Fenster, aus dem sie immer wieder gestarrt hatte. Diese Gedanken brachten sie dem ersehnten Schlaf keinen Schritt näher. Ihre Rastlosigkeit schien sich auch auf ihr Kind zu übertragen und es begann zu treten. Deirdre zwang sich selbst zur Ruhe und legte eine Hand sanft auf ihren Bauch.
"Bald", versprach sie leise, sowohl sich selbst als auch ihrem ungeborenen Kind. Bald wäre er wieder hier und ihr Herz wieder leichter. Mit ein wenig Glück waren es vielleicht nur noch wenige Tage, mit sehr viel möglicherweise sogar schon morgen.
Mit diesem tröstlichen Gedanken schloss sie die Augen und glitt in einen leichten Schlaf.

Sie spürte seine Wärme noch vor seiner eigentlichen Berührung und rückte instinktiv näher an ihn heran.
"Willkommen zu Hause, Liebster", brachte sie im Halbschlaf hervor, während sich seine Arme sanft um sie schlangen und ihr ein zufriedenes Seufzen entlockten. Sein leises Lachen war das Letzte was sie hörte, bevor sie wieder einschlummerte. Diesmal war ihr Schlaf ruhig und friedlich, denn endlich spürte sie wieder die ihr so vertraute Wärme an ihrer Seite.
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