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Youth

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16
Asahina Tsubaki
06.11.2016
24.11.2016
3
5.054
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My sisters and me

»Ein Treffen? Okay, Papa. Ich bring die Mädchen zur Schule und komme dann.« Woher wusste er eigentlich, dass ich ausgerechnet heute schulfrei hatte? Ich schnappte meine Autoschlüssel, verlud alle ins Auto und setzte die ersten bei der Grundschule, die anderen beiden bei der Mittelschule ab. Gut, dass die Schulen in der gleichen Richtung lagen. Nachdem das erledigt war, fuhr ich weiter zum Café, in das mein Vater mich eingeladen hatte. Was er wohl von mir wollte.
Beim Eintreten wurde ich freundlich begrüßt und ich erblickte auch sogleich meinen Vater. Aber er war nicht alleine. Vorsichtig schritt ich auf sie zu und Papa spürte sofort meine Anwesenheit. Eilig stand er auf und umarmte mich herzlich. Wann hatte ich ihn das letzte Mal gesehen? War schon etwas länger her. »Sakura, setz dich. Ich möchte dir jemanden vorstellen.« Wie geheißen setzte ich mich auf den letzten freien Platz und blickte die Frau freundlich, aber auch verwirrt an. Ich ahnte es schon. »Sakura, das ist Asahina Miwa. Miwa, das ist meine älteste Tochter Sakura.«
Ich nickte ihr freundlich zu. »Freut mich, Miwa-san.«
»Ebenfalls, Sakura-san«, entgegnete sie lächelnd. Mein Vater griff beruhigt nach ihrer Hand.
»Sakura, es kommt vielleicht etwas plötzlich, aber Miwa und ich werden heiraten«, eröffnete er mir ohne Umschweife. Ich war so überfahren von der Nachricht, dass ich nichts erwidern konnte. »Miwa bietet dir übrigens an, bei ihren Söhnen einzuziehen. Ich weiß ja, dass du viel um die Ohren hast mit deinen Schwestern. Die Asahina-Brüder können dir sicherlich etwas Arbeit abnehmen.« Ich konnte nur noch nicken.


»Sayoko, Maiko, aufstehen. Es gibt Frühstück.« Lächelnd riss ich die Vorhänge auf. Licht durchflutete das Zimmer.
Beide grummelten leicht, setzten sich aber auf. Sayoko streckte sich ausgiebig und Maiko rieb sich die Augen.
»Morgen, Onee-chan«, murmelten sie völlig verschlafen unisono und krabbelten langsam aus ihren Decken.
»Guten Morgen«, lächelte ich und ging in das Nebenzimmer, um Risako und Ritsuko ebenfalls zu wecken.
Nachdem sie auch wach waren, goss ich in der Küche Tee in die Tassen, die auf dem bereits gedeckten Tisch standen. Nach und nach betraten meine Schwestern die Küche, nahmen alle Platz. Nun setzte ich mich auch hin und wir begannen zu frühstücken. Angeregt unterhielten sich die vier über dasselbe Thema wie auch die Tage zuvor: unser Umzug zu unseren neuen Stiefbrüdern.
Papa hatte vor Kurzem seine Freundin geheiratet und diese hatte uns angeboten, dass wir zu ihren Söhnen zogen. Papa hatte mir das wirklich ans Herz gelegt, meinte, das würde mich entlasten. Ich kümmerte mich alleine um meine vier kleinen Schwestern, da Papa Abenteurer war. Er hatte damals gewartet, bis ich genug Verantwortung übernehmen konnte, dann reiste er weiter um die Welt. Seitdem kümmerte ich mich alleine um sie und hatte demnach immer viel um die Ohren. Zeit für mich blieb da nicht übrig.
Die meisten unserer Möbel befanden sich schon in einem Umzugswagen, den ich gemietet hatte und nachher von einem Umzugsunternehmen zum Haus unserer Stiefbrüder gefahren wurde. Unsere restlichen Sachen wurden nach dem Frühstück noch einpackt und in einen anderen Wagen verfrachtet – ebenfalls gemietet und für fünf Leute geeignet. Gut, dass ich schon einen Führerschein besaß, sonst hätte ich nicht gewusst, wie ich meine Schwestern zur ›Sunrise Residence‹ bringen sollte. Ich konnte sie schlecht hier alleine lassen. Wie ich dann nachher mein eigenes Auto zur Sunrise Residence bekam, stand noch in den Sternen.

»Onee-chan? Sind wir bald da?«, fragten Sayoko und Maiko gleichzeitig – zum fünften oder sechsten Mal schon. Ich war das gewohnt. Die beiden waren erst in der ersten Klasse und stellten nachdem alles in Frage und wollten alles wissen. Wie Kinder eben so waren.
»Warum darf Risako vorne sitzen und nicht ich?«, meckerte Ritsuko hinter mir und starrte mich im Rückspiegel an.
Ich hielt an einer Ampel und lächelte in den Rückspiegel. »Bald, ihr beiden. Das nächste Mal darfst du vorne sitzen, Ritsuko. Einverstanden?«
»Ganz großes Ehrenwort?«
»Ganz großes Ehrenwort.« Damit gab sich Ritsuko zufrieden und lehnte sich wieder zurück. Ich musste den Wagen nur noch durch ein paar Straßen lenken und schon würden wir da sein. Aus dem Umzugswagen wurden schon die letzten Möbel ausgeräumt, als wir ankamen. Ich nickte den Umzugshelfern zu, sobald sie fertig waren und konnte direkt vor das große Haus fahren. Wie viele Söhne hatte Miwa-san nochmal?
»Wir sind da!« Sayoko und Maiko schrien so laut, dass mir beinahe das Trommelfell platzte. Gut, dass ich schon angehalten und den Wagen ausgeschaltet hatte. Ehe ich es verhindern konnte, schnallten sie sich ab, öffneten die Wagentür und sprangen hinaus ins Freie. Vor dem Eingang standen offensichtlich zwei von den Brüdern. Einer der definitiv jüngeren und einer der älteren, der wohl den Umzugshelfern die Zimmer gezeigt hatte.
Ich zog den Schlüssel aus dem Schloss und stieg ebenfalls aus, um mich für das Verhalten meiner Schwestern zu entschuldigen. »Entschuldigt, die beiden sind ziemlich aufgeregt. Ich bin Hinata Sakura und das sind Sayoko und Maiko. Aus dem Auto steigen gerade Risako und Ritsuko. Ich hoffe, wir bereiten euch keine Umstände.« Ich verbeugte mich vor ihnen und lächelte sie freundlich an.
»Du musst dich nicht entschuldigen, Sakura-san. Ich bin Asahina Masaomi, der älteste Bruder, und das ist Wataru, der jüngste«, stellte Masaomi-san sich und seinen Bruder vor, der mich sofort anstrahlte.
»Onee-san, guten Tag!«, nahm er mich sofort in die Familie auf, ehe er sich zu meinen Schwestern gesellte und sie genauso aufgeregt begrüßte. Wenigstens war nicht nur meine Familie so aufgeregt.
»Wir haben eure Sachen je nach Beschriftung in die Zimmer bringen lassen. Ich hoffe, es nicht schlimm, dass ihr keine Zimmer nebeneinander habt. Um ehrlich zu sein, ist dein Zimmer auch eine Etage höher«, gestand er mir sofort.
»Oh, ähm. Wird wohl nicht so schlimm sein. In unserer alten Wohnung war das Bad auch dazwischen gewesen.« In Anbetracht des Ausmaßes dieses Hauses war das zwar kein Vergleich, aber immerhin etwas.
Er kratzte sich verlegen am Kopf. »Wir wollten euch ungern so fernab von uns Zimmer geben, so hast du das freie Zimmer bei und älteren Brüdern in der Etage bekommen, deine Schwestern haben zwei Zimmer bei den jüngeren Brüdern.«
»Ah, habt ihr die Zwillinge zusammen gelassen?«
»Ja, sie sind ja noch recht jung, da wird das bestimmt kein Problem sein.«
Ich schüttelte den Kopf. »Die kann man eh nicht trennen. Von daher ist das in Ordnung.«
»So, wo das geklärt ist, könnt ihr ja unsere restlichen Brüder kennen lernen. Zumindest die, die gerade zu Hause sind. Zwei haben ihre eigenen Wohnungen, wann ihr diese beiden also kennen lernt, weiß ich leider nicht.«
Er führte uns in das unglaublich geräumige Haus, zeigte uns auf dem Weg die beiden Etagen, wo unsere Zimmer waren, ehe wir mit dem Fahrstuhl bis ganz nach oben fuhren, wo wir über eine Empore wieder eine Treppe hinunter mussten. Sayoko und Maiko hüpften aufgeregt hinter mir her, während Risako und Ritsuko es etwas gelassener nahmen. Mir fiel sofort das riesige rote Sofa auf, auf dem locker zwanzig Personen sitzen konnten. Wie viele Brüder waren es nochmal? Allerdings war keiner zu sehen.
Zu sehen nicht, nein, aber zu fühlen, als sich zwei Arme von hinten um mich schlangen. »Das ist eine Herzlich-Willkommen-Umarmung«, sagte jemand und schon waren diese Arme wieder weg und der Besitzer dieser Arme lag auf dem Boden. »Azusa, ich hab sie doch nur begrüßt«, beschwerte sich der am Boden liegende und rieb sich den Kopf. Die beiden recht jungen Männer sahen sich abgesehen von der Haarfarbe recht ähnlich. Zwillinge ohne Ende.
»Zwillinge!«, riefen mal wieder Sayoko und Maiko aus, die sich ohne Umschweife an den beiden fest klammerten.
»Sayoko, Maiko, benehmt euch«, schalt ich die beiden Kopf schüttelnd. »Es freut mich, euch kennen zu lernen. Ich bin Hinata Sakura.«
»Sayoko!«
»Maiko!«
»Ritsuko«, gab Risako ruhig von sich und deutete auf ihre Zwillingsschwester. Meine Schwestern waren um einiges schwieriger zu unterscheiden als die beiden Brüder. Es würde bestimmt noch einige Zeit dauern, bis sie sie auseinander halten konnten.
»Risako.« Wenigstens hatten die beiden genug Anstand, nicht sofort ihren Namen durchs ganze Haus zu posaunen, und verbeugten sich höflich.
Nach und nach lernten wir die meisten kennen. Masaomi-san, Kinderarzt. Ukyo-san, Rechtsanwalt. Kaname-san, Mönch. Tsubaki-san und Azusa-san – die Zwillinge –, Synchronsprecher. Louis-san, Frisör. Subaru-san, Student und Basketballspieler. Iori-san, Schüler im dritten Jahr der Oberschule – also wie ich. Yuusuke-san, Schüler im zweiten Jahr der Oberschule. Und Wataru, Grundschüler – wie meine Schwestern. Das waren jetzt ... zehn Brüder und es fehlten anscheinend noch welche. Ich konnte verstehen, warum Papa und Miwa-san meinten, mir könnte Arbeit abgenommen werden. Bei so vielen Brüdern.
Zusammen mit Ukyo-san, der auch der Koch des Hauses war, bereitete ich das Abendessen vor, denn ich kannte es ja nicht anders. Außerdem musste er ja wissen, Ritsuko und Risako Laktoseintolerant waren, während Sayoko und Maiko keine Nüsse vertrugen. Anfangs hatte ich dann immer Mandeldrink benutzt, aber mittlerweile war ich auf Sojadrink umgestiegen. Ich hatte mitgedacht und ein paar Pakete mitgebracht. Hoffentlich bereitete das niemanden Umstände.
Beim Kochen fiel mir ein, dass ich noch den Mietwagen zurückbringen musste und mein eigener noch bei unserer alten Wohnung stand, aber nun war es zu spät dafür. Ich bat morgen einfach einen der Brüder, ob er wohl so freundlich wäre, mich bei der alten Wohnung abzusetzen. Er könnte dann den Mietwagen wegbringen und ich fuhr mit meinem eigenen hinterher, sodass ich ihn dann wieder mitnehmen konnte. Irgendjemand war bestimmt so freundlich, hatte Zeit und konnte auch Auto fahren.

~~~~~~~~


Hallu :3
Jo, da bin ich mal wieder. Und zwar mit einer neuen Story. Naja, Kurzstory. Es sind nur drei Kapitel und ich habe sie sogar schon fertig geschrieben. Yay! Freut sich jemand? °-° Bitte?
Aber - ja, aber - ich habe mir noch Gedanken über einen Nachfolger hier gemacht. Fragt nicht, das kam mir plötzlich in den Sinn, weil ich meine Unterlagen für diese Geschichte verloren habe - ja, das ist mein voller Ernst - und neu überlegen musste, wie alt die Schwestern noch einmal waren. (*hust* hat sogar den Namen der Protagonistin vergessen und hat ihr einfach einen neuen verpasst *hust*) Da hab ich einfach das Alter etwas verändert, sodass die Nachfolgerstory nicht zu arg den Altersrahmen sprengt. :D

Bis dahin,
Resa~ :3
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