Ein Freundschaftsband, das auch der Tot nicht zerreißen kann!

OneshotFantasy, Freundschaft / P12
06.11.2016
06.11.2016
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Ein Freundschaftsband, das auch der Tot nicht zerreißen kann!


Wichtelgeschenk für Lady of Fantasy

Protagonist: Xalanth | Drache
Genre: Fantasy, Freundschaft
Ersatzgenre: Romanze, Schmerz/Trost
Setting: ein Fantasykontinent, wie es ihn eigentlich in jedem Fantasybuch gibt das nicht in unserer Welt spielt
Prompt: Unheilig – Geboren um zu leben; https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/564x/ba/b4/be/bab4be0462bd1cc88d9fa83355c670b2.jpg
Die Erinnerung: nichts wirklich konkretes, er sieht sie an mehreren Punkten ihrer gemeinsamen Geschichte (ihr Tod sollte enthalten sein)


Über den tiefen, dichten Elfenwald erhob sich ein mächtiger, majestätischer Drache. Seine braunen, leicht grünlichen Schuppen glänzten leicht im Mondlicht als er über den Wald und dann den See flog. Er flog zu dem Ort, an dem er sie begraben hatte. Damals hatte er, um das zu tun einen Körper eines jungen, kräftigen Mannes übernommen, um ihr ein würdiges Grab zu schaffen. Chaia war eine wunderbare, junge Frau gewesen und der beste Freund, den man haben konnte. Er erinnerte sich gerne an sie. Ihre erste Begegnung war an diesem Ort gewesen. Ihr Lieblingsplatz und deshalb hatte er ihn gewählt. Heute war ihr zehnter Todestag. Jedes Jahr besuchte er ihr Grab. Besuchte er sie. Am Anfang war es schwer gewesen zu wissen, dass sie tot war, war sie doch so eine lieber Mensch gewesen. Der Drache landete im Wald vor eine Weide und blieb vor ihrem Grab stehen. Er erinnerte sich an ihre erste Begegnung. Damals waren beide noch Kinder gewesen.

Ein junger Drache flog über die Wiesen und Felder seiner Heimat, auf der Suche nach seiner Familie. Er hatte sie verloren. Er hatte nicht auf seine Mutter gehört und war voraus geflogen. Ein Pfeil traf ihn im rechten Flügel und er fiel der Erde entgegen. Der junge Drache versuchte noch irgendwie an Höhe zu gewinnen, doch leider klappte es nicht nur mit einem Flügel und er landete ziemlich schmerzvoll auf seinem Hinterteil. Es raschelte im Gebüsch und vor Angst spuckte er Feuer in diese Richtung. Es prallte an einem unsichtbarem Schutzschild ab und kurz darauf erschien ein junges Mädchen. Ihre braunen Haare hingen ihr strähnig in das Gesicht, aber verdeckten nicht ihre meerblauen Augen, die ihn interessiert ansahen. Bis sie den Pfeil in seinem Flügel sahen.
„Du bist ja verletzt!“, sagte sie mit ihrer glockenhellen Kinderstimme.
Er knurrte als sie auf ihn zukam, doch das ließ sie nur kurz stehen bleiben und ihn sanft anlächeln.
„Hab keine Angst. Mama kann dir helfen. Sie ist Heilerin.“, sagte sie. „Wie heißt du?“
„Wieso fragt sie mich nach meinen Namen? Sie versteht mich doch gar nicht.“ Der junge Drache war verwirrt.
„Ich bin eine Zauberin.“, sagte sie und kam weiter auf ihn zu. Ihr weißes Kleid war voller Dreck, Blätter teils zerrissen, aber das schien sie nicht zu kümmern. Sie wollte ihm helfen. „Ich kann dich verstehen. Meine Name ist Chaia Allikante und ich werde dir nichts tun. Mom hat sogar selber einen Drachen als Gefährten.“
Irritiert sah der junge Drache sie an. Warum war ein Mensch nett zu ihm und warum hatte sie keine Angst vor ihm? Sonst rannten doch immer alle vor ihm weg, oder beschossen ihn mit Pfeilen. Warum tat sie das? Wollte sie ihm wirklich helfen? Und was hatte sie gesagt, ihre Mom hatte einen Drachengefährten? Das klang wirklich gut. Dann konnten sie ihm helfen.
„Ich heiße Xalanth.“, antwortete er, denn irgendwie hatte er das Gefühl ihr zu glauben.
Ein weiteres Rascheln im Gebüsch machte ihn auf einen Neuankömmling aufmerksam.

Wenn Drachen lächeln könnten, dann tat Xalanth es gerade. Chaia war ein sehr offener Mensch gewesen. In jeglicher Hinsicht. Einen fremden, verletzten Jungen hatte sie aufgenommen, obwohl sie wusste, dass er vom Feindesland kam.

„Verdammt, Chaia! Er ist unser Feind!“, sagte Salia, ihre beste Freundin.
„Ist mir egal. Er ist verletzt und stirbt, wenn wir ihm nicht helfen.“, sagte sie wütend. Die Magie knisterte schon unheilvoll um sie herum und in ihren Haaren. Ihre braunen Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt und ihre Lippen waren geschürzt, während sie sich um den Verletzten kümmerte. „Wenn ihr mir nicht helfen wollt kümmer ich mich allein um ihn.“

Und verdammt stur war sie gewesen, bis zu ihrem Tot.

„Niemand wird meinem Gefährten etwas tun.“
„Er ist ein Drache! Er tut nur böses! Lass uns durch Mädchen!“, sagte einer der Ritter mit gezücktem Schwert.
„Er ist mein Freund! Er hat niemanden was getan!“ Ihre ganze Gestalt knisterte in weißer Magie und die Ritter wichen vor ihr zurück. „Lasst Xalanth in Ruhe!“, fauchte sie. So wütend hatte er seine Freundin noch nie erlebt. Ihre Magie brach über die Ritter herein und sie fielen alle um, doch leider begrub ein dicker Fels sie unter sich. Niemand konnte mehr was für sie tun. Chaia war tot. Der Drache heulte auf vor innerlichem Schmerz und setzte die Höhle in Brand.

„Ich hoffe, wir werden uns irgendwann wieder sehen.“
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