Destiny on ice

GeschichteDrama, Romanze / P12
Grizzlies Adams Wolfsburg OC (Own Character)
06.11.2016
02.01.2018
7
32546
4
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo an alle Eishockeyliebhaber!

Wir wollen nun auch mal eine Fanfiktion zum Thema Eishockey schreiben, natürlich über unsere Lieblingsmannschaft, die Grizzlys Wolfsburg.
Leider gehören die ganzen Spieler nicht uns und die Ereignisse sind leider auch nur Fiktion... Wir versuchen, die Spieler und andere Personen aus deren Umfeld möglichst real darzustellen und hoffen, dass das in etwa ihren wirklichen Reaktionen und Aktionen entspricht.


Doch wer sind 'wir' überhaupt?
Wir sind LeoSamra und JustFantasyStories, unseres Zeichens Eishockeyfans und Autorinnen von Herr-der-Ringe- und Gregor-Fanfiktions (auch in der jeweiligen Reihenfolge). Wir haben einen gemeinsamen Instagramaccount namens 'samrafantasy' (wer hätte es gedacht?), auf dem wir regelmäßig Bilder zu unseren kleinen Storys veröffentlichen (Link: https://www.instagram.com/samrafantasy/).
Ansonsten dürft ihr gerne mal bei unseren anderen Fanfktions vorbeischnuppern:
- LeoSamra: Athaldis, die Fremde in Mittelerde (http://www.fanfiktion.de/s/56706c0000056ae239f4921e/1/Athaldis-die-Fremde-in-Mittelerde)
- JustFantasyStories: Another halflander (http://www.fanfiktion.de/s/55c7acf4000511e414724dd7/1/Another-halflander)

Wir haben Resi und Eske frei erfunden, hier sind Zeichnungen von den beiden:
Resi: https://www.instagram.com/p/BMcjginDvaD/?taken-by=samrafantasy
Eske: https://www.instagram.com/p/BM6QpDCDvdk/?taken-by=samrafantasy

Resi ist LeoSamras Chara und Eske der von JustFantasyStories. Wir schreiben unsere Kapitel dann aus beiden Sichten, sodass wir beide zu Wort kommen^^

Aber nun genug der Vorrede, hier ist unser erstes Kapitel...

~ LeoSamra und JustFantasyStories



Kapitel 1 – Chaos, Stau und Überraschung




Eskes POV


Entgeistert starrte Resi mich an.
„Was. Hast. Du. Gemacht?“, sagte sie langsam und betonte jedes Wort.
„Ähm, hallo? Ich war nur beim Frisör. Du hast dich doch auch verändert“, entgegnete ich ihr.
„Jaaaa“, sagte sie langgezogen, „aber ich lag nur in der Sonne und hab mir nicht einen Meter Haare abgeschnitten. Und sie auch noch gefärbt.“
„Ich wollte halt mal was anderes“, sagte ich einfach und strich mir durch meine handlangen, weißblonden Haare, „und nein, ich bin nicht suizidgefährdet, auch wenn es oft heißt, eine radikale Veränderung des Äußeren deutet sowas an.“ Ich lachte.
Sie lachte auch einmal kurz auf, aber dann schüttelte sie bloß den Kopf: „Spätestens, wenn du mit Grippe im Bett liegst, weil du durch die fehlenden Haare nicht mehr gewärmt wurdest, weißt du, dass es die falsche Entscheidung war.“ Dann schloss sie die Haustür ab und kam die Treppe zu mir runter gelaufen. Dann umarmten wir uns erst einmal.
„Du hast mir gefehlt“, sagte ich und drückte sie an mich. Meine beste Freundin nickte nur. Als wir unseren Moment der Gefühlsduselei hinter uns gelassen hatten, stiegen wir endlich ins Auto ein. Vor dem Losfahren checkte ich noch einmal kurz mein Handy.
„Das darf ja wohl nicht wahr sein!“, rief ich aus und hielt Resi mein Handy unter die Nase.
„Ich kann nichts lesen, wenn du mir das so hinhältst! Was’n los?“
„Melissa und Laura haben nochmal in die Gruppe geschrieben. Die beiden wollen jetzt doch nicht mit, DAS IST LOS!” Die letzten Worte waren nur noch ein schrilles Geschrei meinerseits.
„Mmh“, machte Resi.
„‘Mmh‘?“, machte ich sie nach und starrte sie ungläubig an. Dann seufzte ich. „Egal, wir fahren trotzdem oder?“
„Klar“, sagte sie nur und schnallte sich an. Ich startete den Wagen und wir fuhren los. Während wir so dahin fuhren, regte ich mich weiter auf.

„Ich meine, ist ja schön und gut, wenn die beiden beschließen, auf einmal doch nicht mitkommen zu wollen, ist deren Sache. Aber die können doch nicht einfach so absagen, genau dann, wenn wir losfahren wollen! Es war alles geplant, zuerst hole ich dich ab und Melissa wollte schon zu Laura, wo wir dann die beiden noch einsammeln. Aber nein! Die beiden Damen sind sich zu fein für Achterbahnen! Sollen die doch bleiben, wo der Pfeffer wächst, von mir aus auch auf dem Mond! Wir hatten das ja auch nur seit zwei Monaten geplant, dass wir dieses Wochenende nach Soltau fahren, ich hab auch extra das Auto organisiert! Pass doch auf, du Arsch! Hier ist rechts vor links! Wann hast du denn den Führerschein gemacht? Also echt, manche Autofahrer könnte ich am liebsten auf den Mond schießen!“
Resi kicherte.
„Ja, genau, so wie alle anderen Sachen, die dir nicht passen.“
„Soll ich dir mal sagen, was mir auch nicht passt? Feierabendverkehr. Man, ey! Und du kannst auch blinken, wenn du abbiegen willst, du Nase!“, holte ich wieder aus. Bescheuerte Autofahrer und Feierabendverkehr, konnte es noch schlimmer kommen?

Konnte es. Denn nachdem wir endlich mal aus raus waren und eigentlich so gemütlich die A7 langrasten, bildete sich ein schöner Stau vor uns, der sogar im Radio durchgesagt wurde.
„Achtung, Verkehrsservice. Auf der A7 Hannover Richtung Hamburg Höhe Schwarmstedt, hier ist die Fahrbahn in beide Richtungen nur noch einspurig wegen einer Baustelle befahrbar, weswegen dort 15 Kilometer sind. Achtung, Achtung auch auf der A9…“, sagte eine Frauenstimme. Entnervt starrte ich das Radio an.
„Nicht ernsthaft oder? Das kann doch nicht angehen. Wir haben ja nur schon ‘ne Stunde verloren, aber who cares?“
Meine Freundin neben mir auf dem Beifahrersitz unternahm verzweifelt Versuche, mich wieder aufzuheitern.
„Hast du eigentlich schon gehört, dass Sarah und Pietro auseinander sind? Da ist ja momentan wieder richtig Stress. Aber ohne Witz, solche gehypten Pairs halten doch eh nie lange. Und ab dem 11. spielen unsere Grizzlys auch wieder! Ich hab uns übrigens auch schon für die Weihnachtsfeier angemeldet, nicht, dass da alle Plätze weg sind. Dieses Jahr sollen ja die Spieler sogar mit dabei sein. Ich kann es gar nicht abwarten, wieder in der Kurve zu stehen“, brabbelte sie. So langsam musste ich grinsen. Auch wenn wir uns gerade mit Schneckentempo vorwärts bewegten. Naja, vorwärts war etwas zu übertrieben. Wir standen immerhin nicht.
„Maaaaacht sie alle…“, stimmte Resi an und ich fiel in den Gesang mit ein.
„Maaaaacht sie alle! Maaaaacht sie alle! Und schießt sie aus der Halle! Maaaaacht sie alle! ...“, sangen wir und ich trommelte dazu auf dem Lenkrad.
Doch eine halbe Stunde später war unserer Laune wieder auf dem Nullpunkt, selbst Resis.
„Ich haaaaaaaaaasse Stau. Und Schleichkekse. Und sowieso alle anderen Autofahrer!“, maulte ich und starrte resigniert auf die einspurige Autobahn. Selbst Resi beschwerte sich.
„Da will man einmal in Ruhe in’n Park fahren und dann sowas! War ja klar, dass uns das mal wieder passieren muss!“
In einem Zuckeltempo, dem selbst eine Schnecke Konkurrenz machen könnte, bewegten wir uns weiter in Richtung Soltau.




Resis POV


Und dann kam endlich der Moment, in dem wir den Heide Park erreichten. Naja fast. Vor uns befand sich noch eine lange Schlange Autos, die alle darauf warteten, dass ihnen ein Parkplatz zugewiesen wird.
„Nicht im Ernst!“, stöhnte ich und schlug mir eine Hand vors Gesicht, das konnte doch nicht wahr sein. Eske schien auch alles andere als begeistert zu sein, denn von ihr bekam ich ein Grummeln zu hören und sie starrte auf das Auto vor uns, als könnte es durch bloße Willenskraft verschwinden. Vielleicht sollte ich das auch mal probieren, zwei sind ja stärker als eine. Aber irgendwie blieb dieser rote Polo an Ort und Stelle.
Nach weiteren zehn Minuten hatten wir wenigstens etwas Glück und durften uns für die erste Einfahrt zu den Parkplätzen einordnen und nochmal fünf Minuten später steuerte Eske den kleinen Wagen an unzähligen parkenden Autos vorbei, wobei es nur in eine Richtung ging: Immer weiter weg von den Kassen. Um einen besseren Überblick zu bekommen und eventuell die seltene Spezies Parklücke in Parknähe zu finden, habe ich mich schon abgeschnallt und hing praktisch an der Frontscheibe. Wenn das mal nicht voller Einsatz war.

„Wieso müssen die denn alle immer so nah wie möglich am Eingang stehen wollen“, schimpfte ich, nachdem wir schon über einen Kilometer rumgurkten und von den geteerten Parkplätzen zu den Kies- und Wiesenplätzen kamen.
„Tja, weil sie alle egoistische Monster sind“, antwortete Eske und verdrehte die Augen. Solche Menschen waren wir ja natürlich nicht, nur an Tagen die mit G enden… und mittwochs.
„Da!“, rief ich dann und entdeckte endlich eine Lücke zwischen zwei Bäumen. Eske und ich fingen an zu jubeln, als hätten wir einen Sechser im Lotto. Die Blicke der Leute, die grade vorbeigingen, ignorierten wir gekonnt. Mit einem Schwung parkte Eske dann endlich und wir sprangen aus dem mittlerweile stickigen Auto. Ich bereute es zutiefst, mein Zopfgummi vergessen zu haben, da meine Haare ja schon wieder so gewachsen sind, dass sie in etwa bis zu meinen Schulterblättern gingen. Jetzt hätte ich gerne Eskes Haare. Das muss so viel praktischer sein.
„Du hast so ein Glück“, meinte ich deshalb lachend und deutete auf unsere Haare.
„Tja, das nenne ich Schicksal“, scherzte sie.
„Haha und was ist mein Schicksal? Erhöhter Wasserverlust?“
„Wer weiß?“, grinste sie und ich boxte sie dafür. Die Stimmung schien sich zu heben, was konnten wir auch anderes machen, jetzt haben wir es ja doch noch geschafft anzukommen. So scherzend und lachend wollten wir uns grade auf den Weg zum Eingang machen, als wir plötzlich einen Knall hinter uns hörten.

Ich fuhr herum und meine Augen wurden wahrscheinlich groß wie Autoreifen. Neben mir stieß meine Freundin einen Schrei aus.
„Scheiße!“, entfuhr es auch mir, als ich die große Delle in unserem Auto sah, die der VW-Bus hinterlassen hat, der verhältnismäßig gut davongekommen ist. Anscheinend konnte da jemand überhaupt nicht einparken und ist wohl auf die Idee gekommen, uns wegschieben zu können.
Schon sprangen vier Typen aus dem Wagen, die sofort von zwei wütenden Mädels niedergemacht wurden.
„Könnt ihr nicht aufpassen?“, brüllte Eske außer sich. Ich wusste, dass sie mega Ärger bekommen wird, es ist das erste Mal, dass sie das neue Auto ihrer Eltern fahren durfte. Und so unterstützte ich meine Freundin tatkräftig, indem ich einen drohenden Schritt auf die vier zumachte.
„Warum zur Hölle!“, zischte ich. Schon komisch, diese Kerle, die einfach wirklich groß waren - zwei schätze ich locker auf 1.90 Meter - schienen sich unter meinem Blick zu ducken. Und das obwohl ich echt klein bin. Ich meine, knappe 1.60 Meter sind auch nicht die Welt. Neben Eske, die gut 1.82 Meter groß ist, wirkte ich ja schon klein, aber ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich mir die Szene jetzt aus der Sicht eines Passanten vorstellte. Ha, die Kleinsten werden die Größten sein!
Mein Grinsen schien sie wohl noch mehr zu verunsichern, denn der, meiner Meinung nach, Auffälligste von ihnen (mit dem leicht verstrubbelten fuchsroten Haar) hob entschuldigend die Hände.
„Das tut uns wirklich leid, geht es euch denn gut?“
„Wir standen zwei Meter entfernt“, meinte ich ironisch. Eske funkelte sie immer noch böse an und ich wettete, wenn sie einmal kurz knurren würde, dann würden die vier mindestens einen Meter zurückspringen. Ha, das war meine Freundin, man sollte sie nicht wütend machen. Schon gar nicht, wenn wir im Doppelpack unterwegs sind. Meine Solidarität ließ mein Grinsen wieder verschwinden, und auch meine Mimik wurde warnend. Ein Schweigen entstand, und Eske und ich warteten nur darauf, dass sie nochmal etwas sagen würden, aber sie schienen wohl nicht zu wissen, was. Also versuchte ich mal herauszufinden, bis zu welchem Grad ich tatsächlich mal gefährlich wirken kann, trotz meiner Größe und dem Klischee, ich sei das süße Mädchen. Also starrte ich Mister Rotschopf an und begann mein persönliches Blickduell. Wow, dachte ich, also eins musste ich ihm ja eingestehen, diese haselnussfarbenen Augen hatten schon etwas. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass Eske dasselbe bei einem ebenfalls gutaussehenden tat. Wetten, wir Mädels schafften das? Ich darf mich nur nicht von diesen Augen ablenken lassen oder diesem Grinsen, das sich auf das Gesicht meines Gegenübers schlich.

Grade als ich versuchte noch etwas grimmiger zu gucken, hörte ich ein Räuspern hinter uns. Überrascht drehten wir uns um und vor uns standen zwei Polizeibeamte, die erst einmal die Lage klärten, wobei die vier immer wieder beteuerten, wie leid ihnen das tue. Hm, irgendwie schien das glaubwürdig, dachte ich mir, als ich kurz zu ihnen blickte. Eske seufzte grade erleichtert auf, als sich herausstellte, dass sie oder deren Versicherung für den Schaden aufkommen müssten. Somit war der Weltuntergang doch noch verhindert. Aber als die Polizisten die Personaldaten aufnahmen, hatte ich das Gefühl, eine größere Überraschung könnte es nicht geben.
„Eske Trima, Theresa Winkens, Felix Brückmann, Philip Riefers, Alexander Karachun und Björn Krupp“, wiederholte der eine Polizist grade. Meine Kinnlade klappte runter.
Wie blind konnte ich denn bitteschön sein, dass ich nicht die Spieler meiner Lieblingseishockeymannschaft erkannte? Das waren Spieler der Grizzlys!
„Mund zu“, flüsterte Eske mir leise zu, aber sie war auch alles andere als entspannt. Diesmal waren ihre Augen die Autoreifen. Tja, da hatten der Schock und unsere schlechte Laune tatsächlich dafür gesorgt, dass wir unsere absoluten Idole nicht erkannten, obwohl sie direkt vor unserer Nase gelandet sind! An den grinsenden Gesichtern der Spieler konnte ich erkennen, dass unsere Reaktion sie anscheinend unglaublich amüsierte. Björn grinste mich am breitesten an und ich konnte nur noch denken: Oh Gott, wie peinlich!
Review schreiben