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Rosen Tanz

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
05.11.2016
18.09.2020
21
24.853
8
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.09.2017 1.124
 
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Es ist Dunkel. Kein Fenster, keine Lampe, nicht einmal eine Kerze. Nur eine Tür.
Der Raum ist quadratisch. Ich weis das, weil ich ihn mit schritten gemessen habe, als ich noch genug Kraft hatte.
Die Tür ist in der Mitte der Wand mir gegenüber. Zu beiden Seiten der Tür sind es jeweils nur vier Schritte, bis ich nicht mehr weiter gehen kann. Im Moment sitze ich gegenüber der Tür an der Wand. Mit einer dünnen zerfetzten Decke versuche ich mich warm zuhalten, da meine Sachen leicht zerrissen sind. Es ist so kalt!
Wird mich jemand versuchen zu retten? Oder hat mich schon jeder vergessen und aufgegeben, als ich verschwand?
Wahrscheinlich wir niemand mehr nach mir suchen, da bestimmt alle denken ich sei bereits tot oder ein Strigoi, was dem Tot gleichkommt. So genau weis ich nicht, wie lange ich schon hier bin, aber es müssen bereits einige Wochen sein.

Immer und immer wieder versuche ich zu fliehen. Zu beginn habe ich noch bemerkt, dass die Strigoi mich zu einer von ihnen machen wollten, doch sie waren nicht aufmerksam genug. So konnte ich bereits nach wenigen Tagen versuchen zu fliehen.
Leider war es gerade Nacht und so wurde ich bereits sehr schnell wieder eingefangen. Doch durch diesen Fluchtversuch habe ich zumindest ein paar Sachen gelernt:

1. Ich bin im Keller eingesperrt
2. Der einzige Weg aus meinem Gefängnis heraus führt durch die Tür, dann nach links, wo eine Treppe ist und dann nach oben.
3. Oben angekommen ist ein fensterloser Flur.
4. Am Ende des Flurs ist eine massive Eisentür.
5. Die Tür ist verschlossen.
6. Den Schlüssel trägt der Strigoi, welcher mich gefangen hält um den Hals.

Das alles habe ich bei meinem Fluchtversuch herausgefunden.
Nach dem 20. Fluchtversuch habe ich aufgegeben zu zählen und merke mir nur noch, was ich beim nächsten Mal beachten muss.
Warum sie mich noch nicht verwandelt haben, weis ich nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es sie amüsiert, wie ich immer wieder versuche, zu entkommen. Wenn das nicht schon genug wäre, trinken sie auch noch von mir, so dass ich manchmal zu geschwächt bin, um einen erneuten Versuch zu starten. Ich weis nicht, warum ich nicht schon vor langer Zeit aufgegeben habe zu kämpfen. Aber ich kann das nicht einfach tun.

Ich muss fliehen!
Ich muss überleben!
Ich muss zurück zu meiner besten Freundin um sie zu beschützen!
Vor allem muss ich zurück, um noch jemanden zu sagen, was ich schon lange fühle!

Mein Herz schreit!
Aber meine Lippen bleiben geschlossen.
Ich habe zu sehr Angst, dass sie herein kommen. Doch ich erlaube mir zu weinen. Ich trauere um das kurze Glück, welches ich erleben durfte, bevor alles so schrecklich wurde.
Plötzlich geht die Tür auf. Schwaches Licht fällt auf mich und ich muss ein paar Mal blinzeln, bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben. Vor mir steht der Strigoi mit dem Schlüssel um den Hals. Ich kann ihn nicht genau erkennen. Nur seine umrissen, da ihm von hinten das Licht anstrahlt. Er ist größer als ich. Langsam versuche ich mich aufzurichten, doch es klappt nicht. Ich habe zu wenig Kraft. Langsam kommt der Strigoi auf mich zu und beugt sich nach unten.
„Hallo kleiner schwacher Dhampir. Wie ich sehe, bist Du noch wohl auf. Ein wenig zu wohl, wenn Du mich fragst. Aber das wollen wir ja nicht. Nicht war? Du möchtest uns doch noch eine weile mit Deiner Anwesenheit beehren.“

Lachend kommt er langsam immer näher. Ich kann schon seinen nach Blut stinkenden Atem riechen und seine Spitzen Zähne sehen. Immer weiter versuche ich mich vergeblich an die Mauer in meinem Rücken zu drücken. Doch das Unvermeidliche kommt immer. Erst ein kurzer Schmerz an meinem Hals und dann diese wohltuende Besinnungslosigkeit.

_______________

Etwas schart auf dem Boden. Aber ich bin noch zu schwach um es richtig sehen zu können, da alles vor meinen Augen verschwimmt. Wieder kommt die Schwärze über mich.
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Meine Augen müssen sich erst wieder an die Dunkelheit um mich herum gewöhnen. Ich sehe die Tür vor mir. Natürlich geschlossen. Und etwas Dunkles in der Mitte des Raumes. Das war vorher noch nicht da gewesen. Vorsichtig richte ich mich aus meiner steifen Haltung auf und versuche etwas näher an das etwas heranzukriechen.
Kurz streife ich mit meinen Fingern darüber und bemerke, dass es etwas zu essen und zu trinken ist. Ohne zu zögern, trinke ich etwas von dem Wasser. Jetzt fällt mir wieder ein, dass bevor ich weggetreten bin, einer der Strigoi bei mir war und von mir getrunken hat. Irgendwann bin ich kurz aufgewacht und da hat jemand etwas auf dem Boden geschoben. Leider ist die Wasserflasche nur sehr klein, deswegen muss ich sie mir gut einteilen. Das halbe trockene Brot esse ich hingegen nur sehr langsam, da sich mein Magen erst wieder an feste Nahrung beziehungsweise überhaupt an Essen gewöhnen muss.
Ich greife an meinen Hals und bemerke dabei die Bisswunde. Sie ist bereits verheilt und bildet nur noch zwei Unebenheiten an meinem Hals. Ich muss hier weg!

Leise schritte höre ich im Gang vor meiner Tür. Ich Sammle alle meine Kraft. Das Tablett, auf welchem mein Essen stand habe ich fest in den Händen. Die Tür öffnet sich und mit all meiner Kraft stürze ich mich auf den Strigoi. Yes!! Es ist der mit dem Schlüssel. Ich schnappe ihn mir und reise ihn dem Strigoi vom Hals. Und los geht’s! Ich renne so schnell mich meine Beine tragen. Irgendwie schaffe ich es bis zu der verschlossenen Tür zu kommen. Hinter mir höre ich bereits den Strigoi mich verfolgen. Ich schließe die Tür auf und renne weiter. Ich weiß gar nicht so genau wo ich hin muss. Zunächst laufe ich gerade aus und biege dann nach rechts ab. Es scheint so als meinte das Schicksal es ausnahmsweise einmal gut mit mir, denn ich laufe direkt auf meine Freiheit zu. Draußen angekommen Scheint die Sonne strahlend hell. Jedoch halte ich mich nicht daran auf und renne einfach weiter. Leider ist rings um das Grundstück ein dichter Wald in den ich wohl oder übel rein muss. Nach einiger zeit ich weis nicht wie lange komme ich auf einen Weg, welcher hell erleuchtet von den Sonnenstrahlen ist. Erst jetzt werde ich langsamer und laufe nur noch den weg entlang. Ich bin sicherlich bereits einige Stunden unterwegs, da es allerdings noch immer hell ist muss ich wohl gerade bei Sonnenaufgang geflohen sein. Langsam bemerke ich auch, wie geschwächt ich bin. Alle meine Glieder werden schwer und das laufen wird immer anstrengender. Jetzt habe ich auch meine letzte Kraft verbraucht. Ich sinke in mir zusammen und bleibe mitten auf dem Weg liegen.
Mein letzter Gedanke in diesem Moment ist nur: Ich habe es geschaft zu entkommen. Hoffentlich war nicht alles um sonst…
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