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Die Fates-Chroniken: Der Tod eines Ninjas

von Die Hand
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Azura Jakob
05.11.2016
18.03.2019
4
2.780
 
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.11.2016 1.462
 
Hallo Leute!
Den Vorgänger dieser Geschichte findet ihr übrigens hier! Bitte schaut mal rein...
~

Jakob wurde von einem lauten Geräusch geweckt. Erschrocken sprang er vom Sofa und sah sich um. In dem Zimmer, in dem er sich gerade aufhielt, war auf jeden Fall nichts passiert, was dieses Geräusch ausgelöst hatte: Es war neben ihm weder eine andere Person im Raum noch war etwas umgefallen. Aber wenn er genau darüber nachdachte, war das Geräusch doch von oben gekommen...

Mit schnellen Schritten und einem gezogenen Messer ging er die Treppe rauf. Als er oben war, erwartete ihn schon seine Frau Azura, die erschrocken vor einem umgefallenen Bücherregal stand. "Azura, was ist los?", fragte er, worauf sie entgegnete: "I-ich war gerade hochgekommen, als plötzlich Saizo vor mir stand!" "Ja, und? Darf er uns denn nicht besuchen?" "Doch, aber... Er hat zu mir gesagt, dass Rinkah ihn geschickt hat. Offenbar ist ihr Sohn gestorben, als einige Soldaten aus Valla versucht hatten, ihn zu entführen!"

Jakob seufzte. "Schon wieder eine Enführung? Ich meine... Wie viele Leute wurden jetzt schon vor Kiragi erfolgreich von Soldaten aus Valla entführt? 2? So langsam sollte Corrin etwas dagegen machen- sie hatte ja genügend Zeit, zu reagieren!" "Ja... Aber das Schlimmste ist... Kiragi war wohl mit einigen anderen Leuten nach Valla unterwegs, um Corrin wegen diesen Entführungen zur Rede zu stellen! Offenbar hat Rinkah, nachdem sie von seinem Tod erfahren hat, wohl geglaubt, dass ich davon irgendwie Wind bekommen hätte und deshalb einige Soldaten zu Kiragi geschickt hätte, damit sie die Gruppe durch seinen Tod irgendwie zum Umkehren zwingen!"

Jakob seufzte wieder. "Ist ja alles schön und gut, aber... Wo ist Saizo jetzt und warum ist das Bücherregal umgefallen?" "Saizo ist irgendwo unter dem Bücherregal. Ich wollte ihn gerade ausfragen, wer mit Kiragi in dieser Gruppe war, aber anstatt es mir zu sagen, hat er mich angegriffen, mit der Begründung, dass eine Verräterin nicht zu viel wissen sollte und dass er schon zu lange damit gewartet hätte, mich umzubringen. Da ich unbewaffnet bin, blieb mir nichts anderes übrig, als das Regal umzuschmeißen, um ihn darunter zu zerquetschen! "WAS? ER IST DA DRUNTEN? WAS, WENN ER BLUTET UND DIE BÜCHER DADURCH VERSCHMUTZT? ODER SIE ANDERWEITIG BEIM FALL KAPUTT GEGANGEN SIND?" Azura wurde manchmal echt nicht schlau aus ihrem Mann. Anstatt daran zu denken, mit welchen Problemen die beiden konfrontiert werden könnten, wenn der Tod von Saizo an die Öffentlichkeit kommt, dachte er lieber an seine Bücher. Deshalb fragte Azura ihn: "Ähm... Schatz... Ist zwar schön, dass du an die Bücher denkst, aber... Schon mal drüber nachgedacht, was passiert, wenn die Sache mit Saizo rauskommt? Irgendwann werden die Leute aus Hoshido wissen wollen, warum Saizo nicht zurückkommt, und dann werden sie bestimmt nicht nur einen Ninja zu uns schicken!" "Hmm... Ja, stimmt. Aber ich frage mich, warum Saizo gerade zu uns geschickt wurde, um dich dafür zu verantworten.. Corrin ist doch die Königin von Valla!"

Azura lehnte sich nachdenklich an die Wand. "Gute Frage..." Sie dachte kurz nach, dann sagte sie: "Ich habe eine Idee! Rinkah mochte mich doch eh nicht besonders! ...Na gut. Sie hasst mich. Vielleicht hasst sie mich ja so sehr, dass sie nur auf so eine Chance gewartet hat, um Saizo auf mich zu hetzen!" Jakob nickte. Das wäre auch eine Möglichkeit!

Rinkah hasste Azura wirklich sehr. Seit ihrem ersten Treffen schien Rinkah irgendetwas an Azura so zu hassen, dass sie jede Möglichkeit nutzte, um ihre Rivalin irgendwie anzuzicken oder ähnliches zu tun. Rinkah war auch die erste, die die Sache mit Valla laut anzweifelte- auch wenn Jakob verstehen konnte, warum. Wegen diesem Fluch blieb ihnen halt nichts anderes übrig, als die Sache so unüberzeugend zu erklären... Außerdem hatte Rinkah Azura nach dem Tod von Scarlet sofort als Scarlets Mörderin bezeichnet, auch wenn es eigentlich keine Beweise dafür gab.

Azura redete weiter: "Was meinst du... Hat Rinkah sogar die Soldaten aus Valla gezwungen, Kiragis Gruppe anzugreifen beziehungsweise ihn zu töten?" "Warum sollte sie? Sie hasst dich zwar, aber ich bin mir sicher, dass sie nicht so weit gehen würde, das Leben ihres Sohnes so zu gefärden, damit sie am Ende einen Grund hat, dich zu töten. Außer..." Jakob machte eine kurze Pause, um kurz nachzudenken, dann sagte er: "Außer, Rinkah wusste nicht, dass ihr Sohn unter der Gruppe ist. Sonst hätte sie es vermutlich nicht getan! Oder... Sie wusste es und hat den Soldaten sogar gesagt, dass sie ihren Sohn nicht töten sollen, aber die Soldaten haben ihren Befehl aus irgendeinen Grund ignoriert."

Azura seufzte. "Ist mir eigentlich egal, warum es passierte, wir müssen jetzt dringend Saizo so weit von unserem Haus wegbekommen, dass wir nicht mit seinem Tod in Verbindung gebracht werden können!" Jakob nickte und meinte dann nach kurzem Überlegen: "Ja, sollten wir machen. Aber ich finde, wir sollten, nachdem wir die Leiche versteckten, an einen Ort ganz weit weg gehen, falls jemand versucht, Nachforschungen über Saizos Verschwinden zu machen. Dann kann man uns nämlich nicht verhören!" Seine Frau schüttelte den Kopf und antworte: "Aber... Jakob... Wenn irgendjemand Nachforschungen über Saizo anstellt und dann am Ende herausfindet, dass er zu uns geschickt wurde... Oder, dass er vielleicht das letzte Mal vor seinem Verschwinden in der Nähe von unserem Haus gesichtet wurde... Oder vielleicht irgendeine andere Spur findet, die irgendetwas mit uns zu tun hat... Meinst du nicht, dass es uns noch verdächtiger macht als ohnehin schon, wenn wir dann nicht hier sind?" "Ja, guuut... Aber lass uns darüber nachdenken, wenn wir Saizo aus dem Haus bekommen haben!"

Mit einiger Mühe hoben sie den Bücherschrank hoch und stellten ihn wieder auf. Dann nam jeder von ihnen einen Arm von Saizo, der unter einigen Büchern begraben war, und zogen ihn die Treppe hinunter. Als sie das untere Ende der Treppe erreicht hatten, machten sie kurz eine Pause. Auch wenn Saizo ziemlich leicht aussah- er war ziemlich schwer.

Plötzlich hörten die beiden jemanden an die Tür klopfen! Erschrocken sahen sie sich an, dann bedeutete Jakob Azura mit einigen Handzeichen, dass sie Saizo in das Zimmer direkt neben der Treppe ziehen sollte. Während sie das tat, ging Jakob zur Tür und öffnete sie.

Er hätte nie erwartet, dass sein Sohn Dwyer vor der Tür stand.

"Dwyer?", rief er. "Was machst du denn hier?" "Lange Geschichte, aber du und Mutter, ihr müsst aus Valla verschwinden!" "Wieso?", antwortete Jakob verwirrt, dann zog er seinen Sohn in das Haus und rief: "Azura! Dwyer ist hier! Komm schnell!" "Soll ich Saizo liegen lassen?", kam es aus dem Inneren des Hauses, woraufhin ihr Mann antwortete: "Lass ihn liegen!" "W-was ist denn mit Saizo?", fragte Dwyer. "Durch eine Reihe von unglücklichen Ereignissen ist er in unserem Haus gestorben. Er wäre noch am Leben, wenn Rinkah ihn nicht auf uns gehetzt hätte!"

Während Azura angerannt kam, murmelte Dwyer leise: "Ich hätte ja ahnen können, dass Rinkah so reagiert!" Als seine Mutter die beiden erreichte, fragte sie: "Was ist überhaupt passiert?"

Dwyer fing an zu erzählen: "Es war so... Ich war mit meinem Bruder, Kana, Siegbert und Kiragi vor einem Monat auf dem Weg nach Valla. Wir sollten im Auftrag von Xander dort Corrin auf die Sache mit den Entführungen ansprechen, aber Kiragi..." "...wurde von Soldaten umgebracht!", vervollständigte Azura den Satz. "Hat Saizo erwähnt!" Dwyer nickte. "Kiragi wollte eigentlich nur kurz für uns jagen gehen, doch dann kam er nicht wieder. Shigure machte sich nun auf dem Weg, ihn zu suchen, und fand ihn dann auch! Kiragi war zu diesem Zeitpunkt noch am Leben, und laut Shigure hat er noch gesagt, dass er von Soldaten aus Valla angegriffen worden war. Diese wollten ihn zwar entführen, verschwanden aber, als Shigure mit seinem Pegasus angeflogen kam. Eigentlich wollte ich ja, dass wir dann weiter nach Valla reisen, aber dann hat Siegbert uns schließlich gezwungen, dass wir zurück nach Hoshido gehen und Kiragis Tod melden... Dort bekamen wir wieder den Auftrag, nach Valla zu gehen, doch dieses Mal sollte Saizo mitkommen, der sich allerdings von uns trennte, kurz, nachdem wir mit Corrin redeten... Jetzt weiß ich auch, warum."

Dwyer sah sich verängstigt um, und sagte dann: "Ihr müsst wirklich aus Valla fliehen! Die Soldaten werden bestimmt gleich hier sein... Ich hätte nicht so lange reden sollen..." Er öffnete die Tür und rannte aus dem Haus, und seinen Eltern blieb nichts anderes übrig, als ihm hinterher zu rennen.

Sie hätten nie erwartet, was sie vor ihrem Haus sehen würden.
 
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