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I am not throwing away my (One)shot!

von Antinous
DrabbleDrama, Freundschaft / P16 / Gen
05.11.2016
13.11.2016
3
3.904
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
13.11.2016 1.557
 
Sooooooo, das zweite Chap! Erstmal habe ich natürlich versucht viele Lyrics aus dem Song in Dialogen zu verarbeiten, aber manche musste ich etwas umändern, um die Gespräche authentischer zu machen, sonst hätte es sich ziemlich blöd angehört XD
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Aaron Burr, Sir



1776 - New York City

Der Tag neigte sich dem Ende zu, doch da es Sommer war und die Abenddämmerung noch auf sich warten ließ, waren sie Straßen der Großstadt nicht weniger gefüllt mit Menschen aller Stände und Hintergründe. Man wusste nicht, ob neben der fein gekleideten Dame mit dem teuren Hut vielleicht ein gefahndeter Mörder lief.
Diese Anonymität der belebten Straßen und Plätze war etwas, woran Alexander nicht gewohnt war.
Da wo er herkam, kannte jeder jeden und man konnte innerhalb einer halben Stunde die gesamte Stadt durchqueren.
New York war anders.
Die Gegend um das Kings College war zwar auch nicht unbedingt die Ländlichste gewesen, trotzdem fühlte sich der junge Mann in der großen Stadt genau so verloren, wie er von ihr fasziniert war.
Hier, das spürte Alexander geradezu, pulsierte es - vor Leben, vor Veränderung, vor Möglichkeiten.
Die Atmosphäre war heiter, reich gekleidete Mädchen liefen lachend nebeneinander her, Geschäftsleute gingen nach Hause zu ihren Familien und junge Männer schwangen voller Enthusiasmus große Reden über die Zukunft.

Alexander kam in das Viertel, in dem er sich besser kannte, da er hier seit drei Wochen in einer kleinen Wohnung lebte.
Er musste sich noch an die Großstadt gewöhnen, und das konnte er nicht, wenn er nie aus dem Haus ging.
Er bog in eine ihm vage bekannte Straße ab und sah sich um, als könne er jedes Details einsaugen.
Ihm schien, hier könne es einem nie langweilig werden, egal wie lange man sich schon in der Gegend aufhielt. Ihm stach ein Laden ins Auge, eine Art Bar....

Er trat ein.
Es war ein Pub – kein kleiner, schmuddeliger, vielmehr ein kleines Restaurant, mit den Dorfkneipen, die Alexander kannte, gar nicht zu vergleichen.
Er sah sich neugierig um, an der Bartheke saßen einige ältere Herren, die mit dem Barkeeper redeten. An den meisten Tischen in den Ecken saßen auch Leute, einige diskutierten hitzig.
Alexander konnte die Worte “...brauchen Autonomität” und “Die Krone kann mich mal!” aufschnappen. Ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht.
Die revolutionäre Bewegung wuchs rapide, vor allem unter Studenten.
Auch auf dem Kings College war die Stimmung ausgeheizt gewesen, der Widerstand entflammte immer mehr junge Leute. Einer davon war Alex selbst.
In ihm schwoll der Wunsch nach Veränderung, das Streben nach Umwälzen von alten Werten und Freiheit an.
Es ist vielleicht nur jugendlicher Übermut, dachte Alex, aber verdammt noch mal, es ist Zeit für einen Umbruch!
Und diese Stimmung durchtränkte die Stadt gerade zu, man konnte es beinahe mit den Händen greifen. Alex verlor sich fast in Gedanken über eine neue, glorreiche Zunkunft, als eine Gestalt am Rande seines Blickfelds seine Aufmerksamkeit erregte.
Er wusste doch, wer dieser junge Mann war...
“Entschuldigung, sind sie Aaron Burr, Sir?”
Der Angesprochene drehte sich leicht verwundert um; er war in Alex´ Alter, neunzehn, vielleicht zwanzig, und kluge, dunkel glänzende Augen blitzen in seinem ebenholzfarbenen Gesicht auf.
“Das kommt darauf an, wer fragt denn?”
Alex wurde etwas nervös, er hatte schon viel von Aaron Burr gehört.  Er war ein intelligenter, begabter Stundent, ja, ein Wunderkind.  
Und Alex wusste nicht genau wieso, doch er erkannte sich in diesem fremden jungen Mann irgendwie wieder.
Er hatte sich vorgenommen, sich nach ihm umzusehen, jetzt, wo er in New York war.
“Ich bin Alexander Hamilton, zu ihren Diensten, Sir. Ich habe sie nach ihnen... gesucht.”
“Na, jetzt werde ich aber nervös.” Burr zog eine Augenbraue hoch.
“Sir, ich habe ihren Namen am Princeton gehört. Ich habe mich nach einem schnelleren Studiengang umgesehen, als ich eine kleine Auseinandersetzung mit einem ihrer Freunde hatte. Es... kann sein, dass ich ihn geschlagen habe. Er, ähm, verwaltet die Finanzen?”
“Du hast den Schatzmeister geschlagen, verstehe ich das richtig?”
Ein ungläubiges, kleines Grinsen breitete sich auf Burrs Gesicht aus.
Alex schien plötzlich schnell das Thema wechseln zu wollen; “Äh – ja! Ich wollte, wie sie, mein Studium in zwei Jahren beenden und mich dann der revolutionären Bewegung anschließen! Er hat mich allen ernstes angeschaut, als wäre ich bescheuert – ich bin nicht bescheuert!
Also, wie haben Sie´s gemacht? Wie haben Sie ihr Studium so schnell absolviert?”
Alex sah Burr erwartungsvoll an.
“Es war der letzte Wunsch meiner Eltern, bevor sie starben.”
“Sie sind ein Waise? Natürlich! Ich auch! Also, ich meine ich bin auch Waise. Mein Gott ich wünschte, es gäbe einen Krieg, was? Dann könnten wir endlich beweisen, dass wir weit mehr wert sind, als irgendjemand je gedacht hätte!”
Burr schien leicht amüsiert. “Darf ich dir einen Drink ausgeben?”
“Das wäre wirklich nett!”
Alex und Burr gingen zur Theke, wo Burr sich setzte und Alex immer noch amüsiert ansah.
“Während wir reden, lass mich dir ein paar kostenlose Ratschläge geben. Also – rede weniger.”
Alex sah verwirrt aus. “Was?”
“Lächle mehr. Lass die Leute ja nicht wissen, welche Position du vertrittst, für was du stehst.”
Burrs Gesprächspartner schien nun verständnisloser als zuvor.
“Das können sie doch nicht ernst meinen!”
“Willst du in deinem Leben denn was erreichen?”
“Ja!”
“Idioten, die nicht den Mund halten können, findet man schnell tot auf.”
Burr kam nicht weit; laute Stimmen drangen vom Nachbartisch zu den beiden.
Alex reckte den Hals, um zu sehen, wer sich da scheinbar hitzig über die kommende Revolution ausließ.
Es waren drei junge Männer, die offenbar in sehr ausgelassener Stimmung waren.
Aaron Burr seufzte, deutlich genervt. “Wie ich sagte...”
Doch Alex hatte seine Aufmerksamkeit jetzt auf die drei gerichtet, die  immer noch mitten im lautstarken Gespräch befanden.
„Tja, diese Rotröcke können mich mal, ganz ehrlich!“, meinte gerade ein großer, kräftig gebauter Mann mit einem Grinsen und klopfte zur Bestätigung noch mal auf den Tisch. „Ja! An mich trauen die sich nicht mal ran!“, scherzte ein anderer. Er schien die Kleinste seiner Freunde zu sein – was in Anbetracht deren Größe nicht unbedingt etwas heißen musste.
Alex konnte Sommersprossen um seine Nase ausmachen und sein Grinsen schien ansteckend zu sein. Er mochte ihn auf Anhieb, und verspürte plötzlich das seltsame Bedürfnis, ihn näher kennenlernen zu wollen.
Der Dritte im Bunde war noch ein Stück größer als sein kräftiger Freund und hatte so wie dieser einen dunklen Teint. Er sprach mit einem schweren französischen Akzent, als er sich vorlehnte und meinte: „Oui, meine Freunde! Aber nicht nur diese Witzfiguren von Soldaten sollten sich mal schnell aus dem Wind machen, unserem Möchtegernkönig dort drüben würde ich auch gerne mal eine Lektion erteilen!“
„Das klingt nach einem Plan! Was meinst du, John?“
John, der adrette junge Revolutionär mit den Sommersprossen, grinste. „Absoult! Wir werfen den König vom Dach seines dekadenten Palastes und dann befreien wir alle Sklaven – die ganzen bescheuerten konservativen Fundamentalisten in ihren bequemen kleinen Dörfen sollen sich da schön wundern!“
Alex war fasziniert von Johns Enthusiasmus und Tatendrang und wollte am Gespräch teilnehmen – er war so von der Tatsache begeistert, dass er Gleichgesinnte gefunden hatte.
„Hey, euer Plan hört sich echt gut an! Was dagegen, wenn ich mitmache? Die dummen Blicke dieser konservativen alte Farmer würde ich auch gern sehen.“
Die drei drehten sich zu ihm um.
Alex begegnete kurz Johns Blick, der Augenkontakt hielt nicht lange, doch Alex musste unwillkürlich grinsen.
Der Franzose sah ihn begeistert an und stieß seinen Kumpel mit dem Ellenbogen an. „Jeder, der unsere Revolution unterstützt, ist herzlich willkommen, was Hercules?“
Der Angesprochene nickte. Er streckte Alex die Hand entgegen. „Hercules Mulligan.“
„Ich bin Alexander Hamilton.“
„Freut mich, Hamilton“, meinte der Franzose. „Mein werter Name lautet Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Mortier, Marquis de Lafayette. Nenn mich einfach Lafayette, die ganze Palette ist dann doch etwas lang.“
Alex lächelte schief. Er sah zu John, der aufstand, um Alex´ Hand zu schütteln. „John Laurens, freut mich.“
„Mich auch.“ Das meinte Alex ehrlich.
Dann erblickte John Burr und stieß Lafayette leicht an.
„Na, wenn das mal nicht das Wunderkind vom Princeton College ist!“
„Aaron Burr, aber hallo,“ meinte Hercules grinsend.
„Los, zeig uns mal, wie schlau du bist“, forderte John auf.
Burr seufzte kaum merklich, immernoch genervt. „Viel Glück mit eurer Revolution, ich halte mich erstmal zurück, dann können wir ja mal schauen, wo wir landen.“
Hercules klopfte Lafayette aus die Schulter. „Ooooh!“
John schien von dem, was Burr gesagt hat, nicht sonderlich begeistert. Alex konnte ihn sehr gut verstehen – er verabscheute es gerade zu, wenn jemand keinerlei Werte zu haben schien, nie für das Richtige einstand und einfach so einen geradezu nonchalanten Opportunismus an den Tag legte.
Er verstand es einfach nicht, wie man im Angesicht der Ungerechtigkeit still bleiben konnte, wie man für seine Ideale nicht kämpfte, obwohl es doch so verdammt notwendig war.
Alex beobachtete, wie John in Burrs Richtung nickte und herausfordernd fragte:“Aber die Revolution steht doch schon vor der Tür, was zögerst du hier alles hinaus?“
Alex konnte nicht mehr an sich halten und ging dazwischen mit den Worten:“Wenn du für nichts stehst, Burr, für was wirst du fallen?“



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So, ist zwar etwas out of topic, aber schreibt mir doch mal eure Meinung zur Election. Nein nicht die von 1800 ;). Sondern die aktuelle.Was meint ihr, wird die Welt untergehen oder wird doch alles besser? Naja, we knew its loose-loose. (But if you had to choose, if you had to choose...)
Gut, ich hört ja schon auf XDD
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