∂ιє тяιвυтє αυѕ ∂єм ℓαвσя

von Rikkochi
GeschichteDrama, Mystery / P16
05.11.2016
17.02.2017
2
2942
 
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Heyho meine Lieben.
Erstmal: Ja das ist eine Wiederveröffentlichung meiner MMFF auf meinen alten Acc - auf den ich aber nicht mehr zugreifen kann.
Da ich aber letztens beim Aufräumen die Notizen zu dieser FF wieder entdeckt habe, kam die Motivation es nochmal anzufangen.
Diesmal jedoch nicht als MMFF :)

Ich hoffe ihr habt gefallen an dem, was ich Schreibe und wenn nicht, bzw ihr Anmerkungen usw. habt dann bitte schreibt doch ein Review. Denn für Kritik bin ich immer zu haben :)
Und jetzt, damit ich nicht mehr so viel rumschreibe, lasse ich euch einfach mal das erste Kapitel lesen, viel Spaß dabei x3

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Wie gerne ich mal die Außenwelt sehen würde. Aber das geht einfach nicht. Die Menschen haben Angst vor uns. Sie hassen uns.

Mal wieder wird Kuro aus dem Schlaf gerissen.
Sie setzt sich auf der, von ihr selbst aufgewärmten, Eisenliege auf. Ihre Füße sind festgemacht, wie immer, damit sie nicht weglaufen kann.  Aber selbst wenn sie es könnte ... Wo sollte ich hin ?
Der Mann der sie geweckt hat, es ist wieder derselbe. Sie  sieht ihn hinter der Glasscheibe, jeden Tag. Seine braunen Augen blicken auf sie, die Schwarzhaarige sieht diesmal aber  Wärme in diesem Blick, der sonst so kalt wirkt.
Zwei weitere Männer kommen rein, beide tragen wie immer diese komischen weißen Mäntel. Einer macht das Mädchen los, der Blonde von den beiden. Der Schwarzhaarige drückt ihren Oberkörper auf die Liege.
Es tut ihr weh.
Er ist zu stark, drückt zu fest.
Das Mädchen wird aus ihrem Zimmer gezerrt, in diesen Raum den sie so sehr hasst und verabscheut.  Während ihr kleiner Körper vor Angst zittert, stellen diese Männer sie vor die Wand ...
Es stinkt nach Blut und Reinigungsmitteln.
... Sie schnallen ihre Arme und Beine fest ...
Bitte nicht.
... und dann gehen sie, lassen sie allein.
Ihr Blick wandert zu  dem Abschussrohr, ungefähr 3 Meter vor ihr.
Warum macht ihr das?
"300 Joule", hört sie den Mann hinter der Scheibe streng  sagen.
Zitternd wehrt sie die erste Kugel ab. Das Mädchen zuckt zusammen, als sie nur knapp neben ihr auf den harten Boden  landet, Tränen laufen ihr heiß über die Wangen.
"500 Joule"
Das schaffe ich nicht !
Verzweifelt hört  die Schwarzhaarige, wie die Kugel nachgeladen wird. "Bitte nicht!", hört man ihre leise Stimme krächzen. Es tut ihr weh zu sprechen. Wie lange ist das letzte mal wohl her? Die Kugel wird abgeschossen, sie schafft es nicht sie abzuwehren, einen verzweifelten, schmerzerfüllten Schrei hört man aus ihrem Raum, als die Kugel ihren kleinen Körper direkt in den Bauch trifft.
Vor Schmerz zuckt sie zusammen, die Kugel fällt mit einem lauten Knall zu Boden.
Ich kann es nicht zurückhalten.
Kuros Mittagessen kommt ihr hoch und sie übergibt sich auf den Boden vor ihr, während weiterhin heiße Tränen über ihre Wangen laufen. Fast zeitgleich werden die Fesseln gelöst. Das kam zu plötzlich, die Schwarzhaarige  kann das Gleichgewicht nicht halten, ... Und fällt  in ihr eigenes Erbrochenes.
Sie wollen uns leiden sehen, doch was haben wir nur getan?

Wie gern ich die Außenwelt einmal sehen würde. Sie soll wirklich schön sein, Sonnenschein, Vogelgezwitscher, ...
Wie gerne ich frei wäre. Auch nur einen Tag lang.
Dann hätte ich auch nichts mehr dagegen zu sterben.


Nein, ich habe die Welt doch schon einmal gesehen.
Und dort war auch noch etwas anderes, jemand anderes …

Während Kuro langsam das Bewusstsein verliert, kämpft sich eine Erinnerung … oder eine Wahnvorstellung? in ihre Gedanken.

Ich bin in einem Haus, es ist groß und ich kann noch nicht einmal bis an das Ende des Flurs gucken. Langsam drehe ich mich im Kreis, versuche herauszufinden, wo ich bin, während ich Schritte von hinten höre. Ich bekomme Angst und drehe mich schnell um doch dort ... stehe nur ich?
Nein, nicht genau ich, dieses Ich sieht jünger aus, wesentlich jünger. Vielleicht 8 oder 9 Jahre alt ? Verwirrt mustere ich mein Jüngeres ich.
Lange, schwarze Haare, die ihr bis zu der Hüfte fallen, große, dunkelblaue und im dunkleren Licht fast schwarze Augen. Dazu lange Wimpern und die Wangen leicht rosé. Volle Lippen und ein zierlicher, kleiner Körper.
Das bin wirklich ich.
Sie ...  oder ich ? Nein, meine jüngere Version trägt ein hübsches, mit vielen Rüschen verziertes,  weißes Kleid.
Doch gerade als ich meine Hand nach meinem anderen Ich ausstrecke, sie berühren will, rennt sie los.
Sie lacht dabei und es ist so ein herzzerreißend schönes, fröhliches Lachen, wie konnte ich sowas nur jemals zustande bringen?
Ich drehe mich um und folge ihr, muss nur einige große Schritte machen während sie rennt.
Ich glaube, ich habe mich nicht sehr verändert. Ich bin gewachsen, natürlich ich bin ja auch jetzt 16, aber mein Körper ist trotzdem noch klein und zierlich. Außerdem wurden meine Haare abgeschnitten ... langsam wandert meine Hand zu meinen, mittlerweile wieder schulterlangen, Haaren.
Die Menschen im Labor waren sauer auf mich, ich weiß nicht mehr warum, aber irgendwas hatte ich falsch gemacht.
Dann hatten sie mich an den Haaren durchs Zimmer gezerrt und sie abgeschnitten, so dass sie nur noch wenige Zentimeter lang waren.
Aber warte, welche „Sie“? Welche Menschen aus dem Labor haben mich denn jemals so angefasst ohne Angst zu haben, dass ich sie töte?
Verwirrt bleibe ich stehen und kurz darauf läuft mir ein anderes Mädchen entgegen. Sie sieht aus wie mein jüngeres Ich nur ... naja, weiß.
Ihre Haare sind schneeweiß, ihre Augen haben ein klares eisblau, nur ihr Kleid ist schwarz. Sie ist das genaue Gegenteil von meiner jüngeren Version, doch wer ist dieses Mädchen ?
Interessiert gehe ich langsam auf sie zu , mustere sie und will gerade etwas sagen, doch …
„Nee-chan!“, Ich erkenne die Stimme wieder ... meine Stimme, kräftig und so, als wäre sie es noch gewöhnt zu sprechen.
„Da ist jemand an der Tür! Es hat geklingelt.“, redet sie dann weiter.
Die Weißhaarige seufzt leise und geht los, ich folge ihr.
Auf dem Weg sehe ich, dass die Tür zu einem anderen Raum geöffnet ist und gucke rein. Es war ein Fehler, direkt wird mir übel. Dort liegen zwei Leichen, ein Mann und eine Frau, in einer riesigen Blutlache. Ich will sie mir gar nicht genauer ansehen, aber bei ihrem Anblick kommen mir zwei Wörter in den Kopf:
Mama und Papa.
Schnell folge ich wieder der Weißhaarigen und stehe hinter ihr als die Tür geöffnet wird.
Dann geht alles ganz schnell, Männer in grünen Sachen gekleidet, mit Gewehren bewaffnet rennen hinein und werfen das weiße Mädchen um.
Gerade als das passiert fliegt einem der Männer plötzlich der Kopf ab und sein Blut bespritzt alle umherstehenden. Angewiedert mache ich einen Schritt rückwärts.
Das Mädchen wird mit einem Gewehr gegen den Kopf geschlagen und geht zu Boden, während 4 Männer sie festhalten.
Schon erbärmlich, dass die so viele für so ein kleines Kind brauchen, denke ich mir und erschrecke über einen,  oder eher
meinen verzweifelten Schrei.
Aber ich gebe keinen Laut von mir, es kommt von hinter mir und ich drehe mich langsam um.
Und dort sehe ich meine jüngere Version, sie schreit und weint und steht dort und bewegt sich nicht.
„Lauf!!“, schreie ich verzweifelt und fassungslos und mache einen Schritt auf sie zu, gerade als einige von den Männern hinter ihr aus einen Gang kommen und ihr eine Kugel durch die Schulter geschossen wird. Das Mädchen blickt auf die Verletzung und krümmt sich vor Schmerz, während die Männer nun auch sie gewaltsam auf den Boden pressen.
Langsam fasse auch ich an meine Schulter und mein Blick fällt auf die Narbe, die meine helle Haut ziert.
Daher kommt sie also…
Langsam verstehe ich es, weshalb ich mich an nichts erinnern kann was vor meiner Zeit aus dem Labor, was vor meinen 9ten Lebensjahr war.
Nicht etwa, weil ich im Labor aufgewachsen bin, sondern weil  ich früher frei war. Weil ich mal ein Leben und eine Schwester hatte. Und all diese Menschen haben es zerstört.
Werde ich meine Schwester jemals wieder sehen?
Oder die Außenwelt, jemals nochmal einen Sonnenstrahl auf meiner Haut spüren?
Würde ich …
Würde ich all diese Menschen töten können, nur um meinen Wunsch zu erfüllen?
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