Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wait for it

von Antinous
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Gen
04.11.2016
04.11.2016
1
511
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
04.11.2016 511
 
Wait for it

Mein Name ist Aaron Burr. Ich bin ein geduldiger Mensch.
Manche nennen mich einen gottverdammten Opportunist.
Manche sagen, ich hätte keine eigene Meinung.
Manche meinen permanent, man könne mir nicht trauen.
Weil man ja nie wissen könnte, auf welcher Seite ich gerade stehe.

Ich habe einen Freund namens Alexander Hamilton. Kann ich ihn wirklich als Freund bezeichnen?
Kommt darauf an, wie man Freundschaft definiert. Nach einigen Definitionen des Wortes habe ich gar keine Freunde. Was ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss.
Freunde sind in gewisser Weise eine Belastung. Je mehr Leute dir wirklich nahe stehen, umso mehr Verantwortung hast du. Du musst für deine Freunde einstehen, immer zu ihnen halten und ihnen treu bleiben. Selbst wenn sie idiotisch, ja infantile idealistische Standpunkte einnehmen. Das ist mein Problem mit Alexander.
Wenn ich ein gottverdammter Opportunist bin, ist er ein gottverammter Idealist.
Ein hitzköpfiger, unbeherrschter Eiferer. Ein richtiger Himmelsstürmer.
Und ich versuche ich und seine Kameraden zu verstehen. Ich kann es nicht.
Dieses unbedachte Drauflosstürmen. Alles oder nichts. Risiko.
Sehen diese Hitzköpfe nicht, wie unvorteilhaft, wie strategisch gesehen einfach nur dumm dieses Verhalten ist?
Was mich stutzig macht, ist, dass Alexander recht schlau ist. Hochintelligent, würde ich sogar sagen. Er ist ein exzellenter Debattierer und argumentiert jeden in den Boden.Und wenn er dieses Talent richtig anwenden würde, würden ihm alle Türen offen stehen.
Und hier komme ich zu einem Paradoxon. Es ist so antithetisch für mich. Es ist ungerecht und es macht mich verdammt wütend.
Denn ihm stehen scheinbar jetzt schon alle Türen offen.
Er besucht das King´s College und macht in kurzer Zeit einen sehr guten Abschluss. Dann geht er wie ich an die Front. Wir kämpfen gegen die Briten. Es stand schlecht. Der Feind hatte Brooklyn eingenommen. Ich hatte zu diesem Augenblick schon Militärerfahrung, denke ich jedes Mal verärgert. Im Norden, in Quebec. Dreizehn von unseren Kolonien, ein kanadisches Regiment. Ich stand direkt unter General Richard Montgomery. Ich war Captain.
Es stand schlecht und ich hatte einen Plan, eine gute Taktik mit einigen flexiblen Variablen.
Ich wollte Washington eben meinen gut kalkulierten, durchdachten Plan nahebringen.
Und dann kam Hamilton. Mit der Strategie: Ja, lass mal so und so machen, mit etwas Glück funktionert´s schon.
Und wer wird sofort zum Adjudanten des General gemacht?
Ich etwa? Nein. Hamilton.
Aber es geht noch weiter. Hamilton wird zu Washingtons Sekräter gemacht.
Der perfekte Posten. Der verdammt noch mal perfekte Posten. Jenseits des blutigen Schlachtgeschehens, planen und an der Seite des Generals sitzen. Ist das nicht perfekt?
Oh, für Hamilton nicht.
Der Junge will kämpfen.
Jedes Mal, wenn ich mir das vor Augen führe kocht Zorn in mir hoch. Er wird mir ohne ersichtlichen Grund bevorzugt und bekommt den Wunschposten eines jeden Soldaten praktisch vor die Füße geworfen – und will weiter ins Gemetzel.
Als wäre das nicht genug, heiratet er gestern einfach mal Elizabeth Schuyler. Ganz locker und nonchalant, als wäre es nicht der Rede wert.
Ich verstehe es einfach nicht.

---------------------------------------------------------------------------------------
Das war Teil eins XD  ich schreibe schnell weiter, ich meine how can i say no to this?
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast