Schmerzvolle Nachrichten mit einem funken guter ?

von SaraCheer
GeschichteDrama, Romanze / P16
Leo Roland OC (Own Character)
02.11.2016
30.05.2017
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Zu Beginn vorweg möchte ich klarstellen, dass ich keine Spezialistin bezüglich der hier beschriebenen Krankheiten bin und diese deshalb auch nicht alle wahrheitsgemäß sind. Außerdem werden sehr wahrscheinlich häufiger grammatikalische etc Fehler auftreten, da ich während ich diese Story schreibe nicht wirklich darauf achten werde. Es geht hier ja eher um den Spaß beim lesen :)


Es war eigentlich ein ganz normaler Tag in der Turnhalle. Wie jeden Tag ging ich nach der Schule direkt in meine Turnhalle, wo ich hart für meine Meisterschaften in Gymnastik trainiere.
Ich bin sehr zielstrebig und perfektionistisch, was mir aber in vielen Hinsichten of auch im Weg steht. Eigentlich dreht sich schon seit vielen Jahren mein Leben nur um mein Sport, wodurch ich auch nicht viel Zeit habe für andere Dinge wie Freunde oder Jungs.
Das verstehen viele nicht, da den meisten in meinem Alter nur feiern und Jungs im Kopf rum schwirrt, deswegen sind die wenigen engen Freunde die ich habe auch nicht aus meiner Stufe, sondern aus meinem Sport. Die verstehen mich auch und wir teilen die gleichen Interessen. Gymnastik.
Ich könnte mir niemals ausmalen ein Leben ohne mein Sport, mir fällt es sogar schwer das training einmal ausfallen zu lassen wenn ich krank bin oder eine sehr wichtige Klausur vor mir habe.
Doch genau dieses Problem musste ich mich nun stellen.
Vor genau einer Woche bin ich zum Arzt gegangen, wegen starken Schmerzen und einer Schwellung in meinem linken Bein. Noch zusätzlich hatte ich schon seit mehreren Wochen eine starke Migräne die einfach nicht verschwinden wollte. Es wurde so schlimm, dass ich teilweise nicht mehr stehen oder sitzen konnte, durch das Schwindelgefühl.
Mein Arzt schickte mich dann zum Röntgen weiter, wo er mir dann kurz darauf die Diagnose gab. Osteosarkom oberhalb meines linken Knies und einen Tumor im Gehirn.
Ich war schockiert, oder ängstlich ? Ich wusste nicht genau wie ich mich fühlte oder wie ich damit umgehen sollte. Hieß das, dass ich sterben werde ? Habe ich überhaupt eine wirkliche Chance die beiden zu bekämpfen ? Oder wäre es einfacher es sein zu lassen ?
Ich hatte so viele Fragen und doch kam keine aus meinem Munde, als der Arzt vor mir mich fragte, ob ich irgendwelche Fragen habe.
Ich war festgefroren. Konnte mich nicht bewegen und auch nicht sprechen, aber auch von innen fühlte ich diese Kälte. Wie sie sich immer mehr in meinem Körper ausbreitete und von ihm Besitz nahm.
Und so vergingen auch die restlichen paar Tage, die ich zuhause verbringen durfte, bevor ich in so ein spezielles Krankenhaus musste. Keine Ahnung mehr wie es hieß, bei den Besprechungen wie sie mich behandeln werden, stellten sich meine Ohren auf taub. Ich konnte einfach noch nicht damit umgehen, was das alles mit einbezog und für mich das aller schlimmste bedeutete, nicht mehr zu meinem Sport gehen zu können.
Ich lag in meinem Bett, unfähig zu schlafen und dachte daran wie das meine letzte Nacht in meinem Zimmer sein wird für eine längere Zeit. Oder gar für immer ?
Ich schob den Gedanken beiseite, weil ich wusste wenn ich das auch nur etwas zulassen würde, würde ich heute gar keinen Schlaf mehr bekommen und wer weiß, was mich morgen erwartet. Und so schwebte ich über in einen unruhigen Schlaf, der immerhin mir etwas Ruhe spendete.
Ich schaute aus dem Beifahrerfenster hinaus und beobachtete gedankenlos, wie wir den Weg von zuhause zum Krankenhaus hinter uns legten.
Um so näher wir ankamen, um so nervöser wurde ich plötzlich und jeder Atemzug den ich nahm fühlte sich schwerer auf meine Brust an. Ich war nervös und zimperlich, was eigentlich gar nicht nach mir aussah, aber so fühlte ich mich schon seid der Nachricht. Gar nicht mehr ich selbst. Meine Mum ließ mich vorm Krankenhaus raus, umarmte mich noch einmal fest und verabschiedete sich mit einem Kuss.
Ich nahm es ihr nicht übel das sie nicht mit rein kam, da sie ihre Geschäftsreise nach Bangkok nicht mehr absagen konnte und ich wusste das sie sich deswegen total schlecht fühlte, aber irgendwie war ich darüber auch etwas glücklich. Ich habe momentan einfach nicht die Kraft mich
mit jemanden auseinander zusetzen. Ich brauchte jetzt auch einfach Zeit für mich, um mich mit meiner eigenen Lage auseinander zusetzten, was mir die letzten Tagen einfach nicht gelungen ist. Da stand ich also, vor dem großen Eingang des Krankenhauses und festgefroren.
Ich konnte nicht rein. Noch nicht. Jetzt nicht.
Ich spürte wie meine Migräne begann stärker zu werden und auch meine Nervosität half mir nicht es unter Kontrolle zu bekommen, sondern eher im Gegenteil. Mir fiel es von Mal zu Mal immer schwerer zu atmen.
Ich versuchte trotzdem mich runter zu reden, so wie ich es bei all den vielen Meisterschaften von mir gewohnt war.
Viel brachte es mir nicht, also trat ich mir in den Hintern und ging rein.
Nachdem ich alles an der Rezeption geregelt hatte, obwohl ich fast nicht mehr dazu in der Lage war, ging ich Richtung den Aufzügen und blieb hinter einem Jungen im Rollstuhl mit Glatze stehen. Ich konnte nicht aufhören ihn anzugucken und gleichzeitig stellte ich mir selbst die Frage, werde ich auch so aussehen ? Mit Glatze ? Bin ich dafür bereit ? Um ehrlich zu sein, sowas von nicht. Ich hänge eigentlich regelrecht an meinen Haaren.
„Hi“ sagte der Junge im Rollstuhl vor mir, mit einem Lächeln, dass mir ein bisschen so rüber kommt als wenn er mit mir flirtet.
Aus meinen Gedanken rausgerissen bin ich nicht ganz in der Lage sofort ein Wort über meine Lippen zu bringen, was damit endet das ich etwas vor mich hin stottere.
„Ich weiß, bei so viel Schönheit auf einmal verschlägt es vielen die Sprache“ antwortete er kokett auf meine Reaktion.
Daraufhin lächelte ich nur, da es mir immer noch nicht besser ging und ich nicht zu viel Kraft in eine Konversation stecken möchte.
Während wir weiter auf den Aufzug warteten, wuchs meine Angst immer größer und größer.
Meine Atmung wurde immer abgehakter und schneller.
Die Aufzugtüren gingen auf und wir beide stiegen ein. Es war ein Schritt näher zur Ungewissheit, Qual und Schmerzen. Ich ertrug es einfach nicht mehr. Mir wurde schwindelig und ich merkte wie ich zu hyperventilierten begann. Ich hatte das Gefühlt ich würde keine Luft mehr bekommen und alles begann sich vor meinen Augen zu drehen. Ich stütze mich lautstark an der Seite des Aufzugs ab, doch das half nicht wirklich.
„Hey was ist los ? Alles in Ordnung?“ fragte er, doch ich konnte nicht antworten. Seine Stimme klang so weit entfernt und undeutlich, was kein Sinn ergab da wir gemeinsam in einem Aufzug hockten.
„ Ich.. ich kann nicht.. nicht atmen. Ich kriege keine Luf..“ war das einzige was ich zu Stande brachte.
„Du musst dich beruhigen, ok? Atme ganz langsam ein und aus, ganz langsam. Orientier dich an meine Stimme. Du musst ganz langsam ein und ausatmen.“ sagte er und rollte sich mit seinem Rollstuhl etwas näher zu mir. „Halte durch, nicht mehr lange und wir sind oben auf der Station und jemand kann dir helfen.“
Aber es ging nicht, ich konnte meine Atmung nicht in Griff bekommen und das Pochen an meiner Schläfe und hinter meinen Augen wurde immer stärker und stärker. Es war unerträglich.
Schwarze Kreise bewegten sich vor meinen Augen und mit dem Ping des Aufzugs ließ ich mich von der Dunkelheit ummanteln und brach zusammen.
Nur noch in weiter ferne konnte ich den Jungen rufen hören : „WIR BRAUCHEN HIER JEMANDEN! SCHNE..“
Dunkelheit.
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