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Always these patience games (Strange Magic)

von SugerCat
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
01.11.2016
24.02.2017
2
13.874
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24.02.2017 8.539
 
Am nächsten Morgen wachte die ältere Fee zuletzt auf. Verwundert blickte sie sich um, nur um ihre Schwester wieder vorm Kleiderschrank vorzufinden. Anscheinend suchte diese nun etwas bestimmtes.
„Dawn?“
„Guten Morgen, Marianne.“ Kam es freudig von der jüngeren Schwester.
„Morgen. Was wird das schon wieder? Damit eins klar ist, dass räume ich dieses Mal nicht mit auf.“ Erklärte die Königin während sie sich anzog und mit klaren Tauwasser ein wenig frisch machte. Doch die andere ließ sich nicht beirren, sondern kramte weiter in ihrem Schrank, bis sie schließlich das fand, wonach sie gesucht hatte.
„Das ist perfekt.“
„Dieses fliederfarbene Kleid habe ich schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen.“ Lag wahrscheinlich auch daran, dass ihr Vater es nicht gern an einer seiner Töchter sah. Es war schulter- sowie auch rückenfrei und angeblich zu tief ausgeschnitten. Zwei Bänder hielten den Stoff über dem Oberkörper fest, wenn man einen Knoten hinten am Hals machte.
„Wenn Sunny mich schon nicht fragen will, dann werde ich ihm halt diese Frage stellen.“ Erstaunt blickte die Ältere weg vom Spiegel, als sie sich gerade wunderte, ob ihre Hautfarbe heute ein bisschen besser aussah.
„Was?“
„Ist das nicht eine großartige Idee? Ich weiß, damit tanze ich ein wenig aus der Reihe. Aber solche Veränderungen können nur Gutes bewirken.“ Dawn flog begeistert um ihre Schwester herum, als sie das Kleid endlich anhatte.
„Aber..“ Da wurden schon die Hände der Herrscherin gepackt und ihr Satz somit unterbrochen.
„Oh, dass wird wunderbar werden. Wünsche mir Glück. Ich werde als erstes..“ Es half alles nichts, die blonde Fee verfiel der Selbstbegeisterung und beachtete nichts mehr um sich herum, als sie aus dem Fenster flog.
Wenn das Mal gut geht, dachte Marianne und machte sich auf, um nachzusehen ob sie mit ihrem Vater noch etwas essen könnte. Diesem zu erklären, wo sich seine jüngere Tochter gerade aufhält, wird auch nicht einfach werden.
Heute ging das mit dem Fliegen auch ein wenig besser. Es kam ihr immer noch rätselhaft vor, wie ein einziger Kratzer von einem Dornenbusch sie so schwächen konnte. Dabei wusste sie mit Sicherheit, dass die Pflanze nicht giftig war. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass sie sich nicht gleich um die Wunde gekümmert hatte. Bog wird sie wieder belehren wollen, wenn er davon erfährt. Natürlich mochte sie es, wenn er sich um sie sorgte, doch sie war nichts Zerbrechliches, was man Tag und Nacht behüten musste.
Natürlich war ihr klar, dass er dies nicht tat um sie zu ärgern. Er hatte einfach viel Leid und Elend in seiner Jugend mitbekommen und wollte sie wahrscheinlich davor beschützen. Auch wusste er, dass sie sich selbst wehren konnte. Dennoch griff er bis jetzt in jeden ernsten Kampf mit ein. Darüber haben sie sich auch schon gestritten, weil sie anfänglich dachte, er hält sie für zu schwach. Doch später in der Dunkelheit gab er zu, dass es ihm schwer fiel zuzusehen, wie sie von jemanden verletzt wurde. Das ließ sie die ganze Wut sofort vergessen, weil sie das erste Mal richtig realisierte, dass er sich sehr um sie sorgte.
Seitdem hielt sich Bog zwar auch ein wenig zurück, aber sollte er sich doch in einem Kampf wieder einmischen, dann belächelte sie das nur noch. Wenn der Gegner dann genug oder im schlimmsten Fall niedergestreckt wurde, dann forderte sie immer ihrer König zu einem Duell auf. Das hieß wenn sie selbst nicht zu müde oder verletzt dazu war.
Außerdem wurden ihre Kämpfe schon lange nicht mehr davon beherrscht, den anderen zu besiegen. Im Gegenteil, sie versuchten sich gegenseitig nur fit zu halten und die Technik zu verbessern. Nicht selten führte ihr Training auch zu anderen Dingen, bei denen man auch sehr schnell ins schwitzen kam.      
Schnell vertrieb sie solche Gedanken, denn es war nicht klug so was im Kopf zu haben, wenn man vorhatte mit seinem Vater zu speisen. Dieser schien seltsamerweise ziemlich ruhig zu sein, dafür das Dawn wieder nach ihrem Kopf handelte. Wahrscheinlich wird er auch langsam zu alt, um sich wegen einer erwachsenen Fee, die sich wie ein Kind aufführte Sorgen zu machen.
„Ich weiß sowieso, wie das ausgehen wird.“ Erklärte der ehemalige König Dagda seiner Tochter am Tisch entspannt.
„Vater du hast doch nicht..“ Doch die Braunhaarige wurde schnell unterbrochen.
„Nein. Wo denkst du hin? Der gute Sunny war vor einigen Tagen bei mir und hat mir alles gebeichtet.“ Die Jüngere dachte darüber nach, dass der Elf tatsächlich hier in das Schloss kam, um mit ihren Vater über ihre Schwester zu reden.
„Hat er..“ Dieses Mal stoppte sie selbst ihren Satz, denn ihr kam es in den Sinn, dass die Warterei endlich ein Ende hatte.
„Ob er um die Hand deiner Schwerster gebeten hat? Ja, dass hat er.“ Ihr Vater konnte einen wirklich auf die Folter spannen.
„Und hast du ihm zugestimmt?“ Sie hoffte es sehr, denn sie möchte keinen Streit in ihrer Familie. Nach dem Vorfall mit dem Liebestrank, hatte Dawn doch bewiesen, dass sie Sunny wirklich liebte. Schließlich hätte sie sich in all der Zeit mit anderen Feen treffen können. Chancen dafür gab es bei den ganzen königlichen Feierlichkeiten genug. Doch sie besaß immer nur Augen für ihren kleinen Elf und das überzeugte auch Marianne am Ende vollkommen.
Selbst Bog schien ein wenig an der Geschichte interessiert zu sein, aber ehrlich gesagt, war sie froh darüber. Wenn sie da an Roland und ihr früheres Ich dachte, dann gab es da immer nur sie beide. Beinahe wäre sie auch diesem Egoismus verfallen gewesen und hätte sich auch nur noch so verhalten. Bei Bog handelte sie ganz anders und dennoch wühlten sie diese Gefühle so auf. Sie fand es schön und an anderen Tagen wieder zu viel.
Die Zuckerfee hat wirklich Recht mit ihren Worten. Liebe wird ein ständiges auf und ab im Leben sein. Man selbst kann entscheiden, ob man das Spielchen mitspielt oder es sein lässt.
„Bist du noch anwesend, Marianne?“ Erst da bemerkte sie, dass sie erneut in ihren Gedanken versunken war.
„Was? Natürlich.“
„Dann sag mir endlich, wie du die Sache siehst. Ich finde deine Schwester ist noch zu jung..“
„Vater, ich kann deine Sorge verstehen. Aber ist es dir lieber, wenn sie sich vielleicht hinter deinem Rücken mit ihm verlobt und dann irgendwann heiratet?“ Erklärte die weibliche Fee ein wenig verstimmt, denn langsam musste ihr Vater die Sache doch wirklich akzeptiert haben.
„Wenn du mich einmal ausreden lassen würdest, dann wüsstest du, dass ich eine Hochzeit schon zugestimmt habe. Sunny kam nicht nur her, um zu Fragen ob er deine Schwester heiraten dürfte. Er erklärte mir außerdem seinen Plan schon vor einer ganzen Weile. Erst war ich ein wenig verwirrt und dachte auch, er wollte Dawn im Stich lassen. Weil es so schien, dass seine Gefühle sich doch geändert haben.“ Die Braunhaarige hatte ein wenig das Gefühl, dass ihr Vater sich auch für ihre Schwester freute.
„Hast du das Haus gesehen?“ Erkundigte sie sich, als ihr Gesprächspartner leicht lächelnd ein Schluck Nektar trank.
„Leider hatte ich noch keine Zeit, es selbst zu bestaunen. Aber Sunny zeigte mir die Baupläne, um mich zu überzeugen. Ich hoffe sehr, dass es Dawn gefallen wird. Schließlich hat er sich deswegen schon viel Mühe gegeben. Außerdem wollte ich die Überraschung nicht verderben, indem mir einer der Gobelins folgt.“
„Vater!“ Ermahnte sie die andere Fee, denn sie duldete es nicht, wenn irgendjemand in ihrer Gegenwart ohne Grund respektlos behandelt wurde.
„Nein, im Ernst. Griselda ist schon ein Plappermaul und kann nichts für sich behalten.“ Darauf musste sie leicht nickend zustimmen. Tratschen war mit eine der Lieblingsbeschäftigungen von Bog's Mutter.
„Also akzeptierst du endlich deinen Schwiegersohn?“
„Marianne, du bist schon eine Weile mit ihm verheiratet. Was bleibt mir also anderes übrig?“ Sie rollte drauf die Augen, denn ihr Vater wusste genau, dass witzig sein nicht so seine Stärken waren.
„Wenn deine Schwester ihn wirklich liebt und bei dem Antrag mit Ja antworten wird, dann kann ich das auch nicht ändern. Außerdem ist Sunny schon ein anständiger Kerl.“ Dennoch sah der ehemalige König ein wenig betrübt auf seinen Teller.
„Ach Vater, dass ist doch nicht das Ende der Welt. Sieh es als Vorteil. Du kannst dich nicht mehr beschweren, dass eine von uns zu laut ist.“ Das schien die andere Fee aber nicht wirklich aufzumuntern. Doch plötzlich zog diese ein anderes Gesicht.
„Jeder Vogel wird einmal erwachsen und das Nest verlassen. Das betrifft auch meine Töchter. Sieh dich an. Obwohl du erst meintest, du bräuchtest niemanden an deiner Seite, um das Land regieren zu können, so trägst du diese Bürde nun nicht allein. Mehr wünsche ich mir doch auch nicht für deine Schwester. Sie soll die richtigen Entscheidungen im Leben treffen und glücklich werden.“ Die Herrscherin freute sich darüber, dass ihr Vater dem Ganzen auf diese Art entgegentrat. Da gab es sicherlich später keinen Ärger, wenn ihre Schwester zurück kehrt.
So unterhielt sie sich noch eine Weile mit dem ehemaligen König, denn auch dieser gab gute Ratschläge. Und er hatte ja auch viel Erfahrung, durch seine jahrelange Regentschaft. Zumindest bis sie es für Zeit hielt, zurück zu ihrem eigenen Schloss an der Grenze zu fliegen.
Ihr Vater bot zwar an, als die Festung im dunklen Wald zerstört wurde, das Bog und seine Gefolgschaft bei ihnen im Schloss wohnen könnte, doch selbst Marianne fand die Idee nicht die Beste. Gerade weil Gobelins und Feen sich nicht immer so gut vertragen. So schlug sie vor, wieder ein Schloss im dunklen Wald errichten zu lassen, dass dann etwas größer und stabiler an der Grenze zu ihrem Reich gebaut wurde.
Warum es gerade dieser Platz sein musste, wusste sie nicht. Erst dachte sie, es wäre die Idee ihrer Schwiegermutter gewesen. Doch die bekannte sich nur schuldig daran, dass sie heute so einen großen Schlafraum besaßen. Dabei stand bei der Erbauung noch gar nicht fest, ob sie Bog heiratet oder dort mit einzog.
Griselda konnte manchmal recht aufdringlich sein, dass wurde ihr schnell klar. Aber wenn sie nicht da wäre, dann hätte ein gewisser Gobelin sie immer noch nicht gefragt, ob sie seine Frau werden wollte. Er erklärte diese Sache später mit den Worten, dass es vielleicht zu überstürzt war.
Wenn sie daran dachte, dass sie aus einem Volk kam, indem auch die Eltern manchmal entschieden, wen die Kinder heiraten, dann dauerte die Zeit in der Bog ihr den Hof machte sehr lange an. Sie fand es auch irgendwie süß, dass er sie in nichts hineindrängen wollte. Doch kurz bevor der sehr überraschende Antrag kam, dachte sie schon es würde nie passieren. Marianne konnte damals nicht glauben, das König Bog der sonst so stolz wirkte, tatsächlich vor ihr auf die Knie fiel. Das verschlug ihr so die Sprache, dass sie ihn eine Weile nur stumm anstarrte und dann nervös lachte. Als er sie dann vorsichtig an der Schulter berührte, erwachte sie erst aus ihrer eigenartigen Trance.
„Es ist in Ordnung, wenn du noch nicht bereit dafür..“ Aber sie sorgte dafür, dass er nicht weiter sprechen konnte. Mit vollen Schwung flog sie hoch, um ihn zu küssen und um gleichzeitig so ihre Antwort klar zu machen. Es war sehr gut von Bog überlegt gewesen, ihr den Antrag unter vier Augen zu erklären. Denn ihr anfänglicher Kuss aus Dankbarkeit, führte schnell zu mehr. Zwar schliefen sie in dieser Vollmondnacht nicht miteinander, aber dennoch kamen sie beide ins schwitzen und erkundeten ihre erregten Körper. Sie wusste nicht, ob sie hätte aufhören können, wenn jemand vorbei gekommen wäre. Auch war es ihr Verlobter gewesen, der es nicht wollte, dass sie beide den richtigen 'Liebesakt' vollzogen. Für jemanden, in dessen Reich es normal schien das ein Mann mehrere Geliebte besaß, verhielt sich Bog eher schüchtern. Bloß gut, dass ihr Gobelin früh genug erklärte, dass ihm eine Frau genügte. Denn sie wüsste nicht was sie getan hätte, oder tun würde, wenn ihr König sich mit anderen Damen vergnügte.
Das musste sie aber niemals herausfinden, denn ihr Gatte hatte nichts, aber wirklich gar nichts mit so einem Idioten wie Roland gemeinsam. Na gut, sie teilten sich doch eine Sache. Denn beide gehörten zu der männlichen Gattung ihrer Rasse. Aber wenn Marianne genau darüber nachdachte, dann war ihr Bog mehr Mann als diese blonde Fee.    
Und schon wieder hing ihr Kopf bei einem Thema, dass sie nun nicht gebrauchen konnte. Es war wohl das Beste, wenn sie bei ihrem Flug zu ihrem Schloss ein wenig über den Fluss flog. Mit kalter Luft würden so sicherlich auch klarere Gedanken kommen. Jedenfalls hoffte sie dies.
Aber weit kam sie auf ihren Weg nicht, als plötzlich ihre Schwester auf sie zuflog. Anscheinend fand ihr zukünftiger Schwager auch, dass die blonde Fee zu offenherzig herum lief, denn nun trug diese noch einen kurzen Umhang, der den Oberkörper verdeckte. Wahrscheinlich sollte sie sich mehr um das verzweifelte Gesicht kümmern, aber leider verstand sie am Anfang kaum ein Wort, weil Dawn so schluchzte.
„Beruhige dich erst einmal und dann erzähl mir was passiert ist.“ Dabei sank Marianne mit ihrer Schwester zu Boden, damit sie beide sich setzten konnten.
„Ich habe den ganzen Morgen darüber nachgedacht..“ Dawn brach wieder ab, denn die Tränen wollten einfach nicht nachlassen.
„Alles habe ich mir schön zurechtgelegt und auch einen perfekten Ort dafür gefunden.“ Es ertönte ein erneutes Schluchzen.
„Hat er etwa tatsächlich nein gesagt?“ Der Königin kam diese Frage selbst seltsam vor, denn jeder konnte mehr oder weniger sehen, dass der Elf über beide Ohren in ihre Schwester verliebt war.
„Das ist es ja gerade. Ich konnte nicht einmal eine Antwort bekommen, weil ich ihn nicht finden kann.“ Damit reichten ihr die kleinen Wesen, die seit Mariannes Hochzeit mehr um sie herum schwebten, ein Tuch damit sie ihre Augen trocken wischte. Dankend nahm sie es an. Sie wusste ja selbst, dass ihr Jammern nicht sehr erwachsen wirkte, aber es war ihr egal. Die Stärke, die ihre Schwester besaß als Bog einmal verschwunden war, besaß sie einfach nicht. Außerdem kam es noch nie vor, dass sie Sunny einmal nicht aufspüren konnte.
„Hast du auch wirklich überall nachgesehen?“ Die Frage beleidigte sie ein wenig, denn sie würde doch nicht umsonst so in Panik verfallen.
„Natürlich habe ich das. Er war nicht im Dorf und auch nicht bei sich Zuhause. Auch befand er sich nicht bei uns im Schloss, um mich zu besuchen oder sich mit anderen Feen zu unterhalten. Was er in letzter Zeit sowieso selten tat. Vielleicht mag er mich ja wirklich nicht mehr.“ Da kullerten die Tränen wieder ihren Wangen hinab.
„Wahrscheinlich ist er nur mit der Echse spazieren gegangen.“
„Nein, denn ich habe Pier getroffen, der das gerade tat. Dieser konnte mir aber auch nicht sagen, wo Sunny steckte. Er weiß doch, dass es gefährlich ist allein da draußen herum zu laufen.“
„Mir ist zu Ohren gekommen, dass du gern auf solchen Ausflügen dabei bist.“ Dawn hatte sich allmählich wieder eingekriegt und verstand aber nicht, warum sie jetzt deswegen belehrt werden sollte.
„Wir konnten uns sowieso nie weit entfernen, denn Vaters Aufpasser war ja immer 'versteckt' dabei.“ Der Angestellte vom ehemaligen Herrscher dachte wirklich, dass sie beide ihn nicht bemerken würden. Die blonde Fee fand solche Spaziergänge nicht sehr aufregend, weil ihr Freund dann immer besonders nervös war. Dieser traute sich dann nicht einmal sie zu küssen, in der Angst ihr Vater könnte es erfahren. Dabei gab es Zeiten, dann sehnte sie sich nach dieser  und anderen Berührungen. Wieso konnte man die Zügel bei ihr nicht ein wenig locker lassen, denn sie hatte doch sowieso vor, mit Sunny für immer zusammenzubleiben. Egal was andere sagen, sie liebte ihren Elf aus vollem Herzen. Und umgekehrt war es genau so. Da konnten die ganzen Schönlinge von Feen an ihrem Hof einpacken, denn gegen ihren Freund kam niemand an.
„Komm mit, wir sagen erst einmal Vater Bescheid, dass du den ganzen Tag bei mir bist. Wir wollen doch nicht, dass er noch einen Herzinfarkt bekommt, wenn du zu lange wegbleibst. Oder schlimmer, er schickt seine Bewacher raus um dich zu suchen.“ Die Jüngere nickte, während sich mit Morgentau von einem Blatt das Gesicht wusch. Denn sie konnte nicht verheult durch das Land fliegen und schon gar nicht ihren Vater so begegnen. Nebenbei versuchte sie sich innerlich einzureden, dass es ihrem Elf gut ging, wo immer dieser auch gerade steckte.
Nachdem sie sich wieder von dem alten Herrscher verabschiedeten, schlug Marianne vor, nochmal an den Orten von vorher nachzusehen. Leider bekamen die Schwestern wieder dasselbe Ergebnis.
„Komm wir fliegen zu unserem Schloss. Vielleicht ist er ja dort und wenn nicht, einer der Gobelins hat ihn bestimmt gesehen, wenn er nur in der Nähe war.“ Dawn seufzte, aber stimmte dann zu. Schließlich war das immer noch besser, als nur abzuwarten.
Die Königin beäugte die Jüngere während des Fluges immer mal heimlich. Natürlich kam ihr eine Idee, wo Sunny sich aufhalten könnte, aber sie würde die hart erarbeitete Überraschung ruinieren, wenn sie dort nachsah. So schickte sie heimlich vom Schloss ihres Vaters einen Boten aus, der für sie nachschauen sollte. Eigentlich wollte sie sich heute wieder ihren Pflichten widmen, doch Bog wird es ihr hoffentlich nicht zu sehr übel nehmen, wenn sie sich heute weiter um ihr Schwester kümmerte. Auch weil ihr gelegentlich immer noch ein wenig schwindelig wurde. Doch sie versuchte dies zu verheimlichen, denn es schien nun nicht so schlimm zu sein.
Außerdem war sie neugierig und möchte von ihrem Mann wissen, um welchen Zwischenfall es gestern ging. Nicht immer waren die Details sehr aufregend, aber sie möchte Bog vermitteln, dass sie genau so sehr an ihm und seinem Land interessiert war, wie dieser an ihr und dem Feenreich. Da sie als Herrscherin über ihr Tal und den dunkeln Wald regierte, war es besser mehr zu wissen, als zu wenig.
Wie Marianne es sich gedacht hatte, befand sich der Elf nicht bei ihr im Schloss. Aber sie trafen natürlich Griselda an, die fürs erste ihre Schwester genug ablenkte. Außerdem versprach sie, einige Gobelins loszuschicken, damit diese Sunny suchen können. Dawn nahm an, dass diese ihren Freund besser finden würden, sollte dieser sich bei der Größe wirklich vor ihr verstecken.
Leider traf sie auch ihren Mann nicht hier an. Dessen Mutter meinte nur, dass dieser wahrscheinlich erst heute im Laufe des Tages wieder erscheinen wird. Gestern Abend bekam diese nur eine kurze Nachricht, dass die Angelegenheit noch länger dauerte. Auch beschwerte sich ihre Schwiegermutter, dass sie gestern nicht zurück hier her kam. Die Königin würde nie verstehen warum Griselda sich immer als altes gebrechliches Mütterchen hinstellte, wenn doch jeder sah, dass diese alles andere als das war.
Na ja, wenn sich ihre Schwester auch hier aufhielt, kann diese sich ein wenig mit dem 'alten Mütterchen' beschäftigen und über die bevorstehende Hochzeit plaudern. Denn ihrer Meinung nach wird es bestimmt bald eine geben, aber sie durfte sich auch nicht verraten, indem sie Dawn zu oft anlächelte. Gefeiert wird aber auch nur, wenn ein gewisser Elf sich beeilt, denn sie alle können die blonde Fee ja nicht ewig hinhalten.
Für jetzt war diese aber beschäftigt, ihren Thronsaal von verwelkten Blumen zu befreien. Zwar bekam sie immer noch bestimmte Blicke von Bog's Mutter zugeworfen, aber sie lernte, dass zu ignorieren. Der Arzt verkündete, dass Griselda wohl noch etliche Jahre haben wird und dennoch tat diese manchmal so, als wäre morgen der Letzte. Nebenbei drängte diese Marianne gern dazu, endlich über Nachwuchs nachzudenken.
Als dieses Thema zu ersten Mal beim Abendessen vor einigen Monaten aufkam, da schockte sie das schon ein wenig. Die Stimmung ihres Gemahls änderte sich darauf sofort und dieser haute sogar auf den Tisch. Dazu äußerte er die Bitte, was eher wie ein Befehl klang, an seine Mutter dies nie wieder zu erwähnen. Daran hielt diese sich auch, zumindest wurde die Sache nie wieder vor Bog aufgegriffen. Die Nacht darauf erschien ihr schon recht seltsam.
„Mach dir darum keine Gedanken und vergiss am besten was meine Mutter gesagt hat.“ Das hörte die Herrscherin bevor sie gemeinsam mit ihrem Mann zu Bett ging. Ans Einschlafen konnte sie aber lange nicht denken. So lag sie eine ganze Weile wach und dachte wirklich über das angebrochene Thema nach. Denn ihr kam es ja noch nie zuvor in den Sinn, dies zu tun.
Bis zum heutigen Tag, ergab sich aber nicht die Gelegenheit das Anliegen noch einmal mit ihrem König zu besprechen, denn natürlich möchte sie wissen, was seine Gedanken dazu waren. Schließlich könnte sie sich mit der Idee wirklich anfreunden, eines Tages eine Mutter zu sein. Sie selbst fand sich nicht wirklich dafür geeignet um Kinder zu erziehen, aber alles was sie bis jetzt nicht darüber wusste, könnte sie lernen. Außerdem hatte sie immer Bog und ihre Freunde an ihrer Seite, da kann nicht viel schief gehen.
Aber allen Anschein nach, war es wirklich unmöglich, dass sie ein Kind bekommen würde. Denn egal wie gut sie sich im Schlafzimmer ergänzten, sie beide gehörten immer noch zu einer anderen Gattung. Das betrübte sie ein wenig, aber sie versuchte das niemanden zu zeigen. Eine traurige Königin, war auch eine angreifbare Königin und sie möchte niemanden den Glauben geben, sie würde schwach werden. Nein, diese Gefühle ließ sie nur, wenn überhaupt, gegenüber ihres Ehemannes zu. Dieser fand dann fast immer die richtigen Worte oder nur einfache Gesten, dass sie sich wieder ein wenig besser fühlte.
Trotzdem fand sie es mehr als unfair, dass man da überhaupt nichts machen konnte. Ihr war nämlich klar, was passieren könnte, sollte es in den nächsten zehn Jahren keinen Thronfolger geben. Auch wenn sie selbst es gern möchte, dass Bog und sie die Reiche noch hundert Jahre regieren, so schien das nicht sehr realistisch. Alles würde eben nicht ständig gleich bleiben und es gab immer ein paar Aufsässige, die diese Regierung nicht tolerierten.
Aber nicht einmal die Zuckerfee konnte ihr bei diesem Problem weiter helfen. Denn es stellte sich heraus, diese konnte nicht nur einen Trank herstellen, der Liebe vortäuschte. Die schillernde Fee hörte sich ihr Problem an, weil Marianne auch nicht wirklich wusste, an wen sie sich sonst wenden sollte. Eigentlich hatte sie gehofft einen guten Rat zu bekommen, aber das kleinere Wesen verschwand plötzlich mitten im Gespräch und tauchte erst einen Tag später mit diesem Trank auf. Nachdem was geschehen war, wollte die Herrscherin eigentlich keine verzauberten Getränke mehr zu sich nehmen. So bedankte sie sich zwar bei der kleineren Fee, aber stellte das Fläschchen auf einen Schrank und vergaß es einfach. Zumindest bist vor einiger Zeit, als Thang und Stuff alles abstauben sollten, weil sie Bog auf die Nerven gingen.
„Hey, vorsichtig!“ Die Herrscherin schaffte es gerade noch, dass gläserne Behältnis aufzufangen, als es den Gobelins aus den Händen fiel. Diese entschuldigten sich auch sofort bei ihr. Sie konnte den beiden aber nicht lange böse sein, denn das Aussehen eines Bewohners aus dem dunklen Wald schreckte sie schon lange nicht mehr ab und deswegen fand sie die beiden wirklich herzallerliebst. Natürlich waren die beiden nicht die schlausten, aber sie besaßen das Herz am rechten Fleck und das zählte für sie mehr.
Leider wollten die zwei Gehilfen ihres Mannes auch wissen, was sich in der Flasche befand. Dies konnte sie aber nicht erklären, denn der König befand sich ja zu der Zeit noch im Schloss. Außerdem hätte sie gern zuerst mit Bog unter vier Augen über diesen Trank gesprochen, bevor noch andere davon erfuhren.
Wo sie jetzt nochmal so darüber nachdachte, war es doch vorauszusehen, das sie dieses Getränk zu sich nehmen würde. Denn Thang und Stuff wollten ihr nicht so recht glauben, als sie behauptete, dass es ein Getränk für die Flügel wäre, um diese stark und glänzend zu halten.
Selbstverständlich musste sie das Ganze mit einem Schluck unterstreichen. Das Zeug schmeckte eigenartig, doch zeigte es seine Wirkung. In der Form das ihr Körper nach ihrem König schrie. Normalerweise war sie nicht so fordernd, wenn es um diese Sache ging, aber durch den Trank schien ihr alles andere egal zu sein. Das einzige was sie wollte, war Bog ganz nah bei sich zu haben. Diese schien auch ein wenig verwundert darüber, dass sie ihn fast einen ganzen Tag im Schlafzimmer gefangen hielt. Sollte sie die Zuckerfee wieder erblicken, dann würde sie ihr sagen, dass sie sich ein Aphrodisiakum auch selbst hätte besorgen können. Außerdem besaßen ihr Herrscher und sie nun wirklich nicht solche Probleme. Dennoch gefiel ihr der Gesichtsausdruck den Bog machte, als sie sich wie eine dieser Konkubinen auf seinen Schoß im Thronsaal warf und ihm sehr unanständige Dinge ins Ohr flüsterte. Natürlich war ihr das peinlich sobald das Getränk die Wirkung verlor, denn normalerweise verhielt sie sich gesittet außerhalb des Schlafgemachs. Oder zumindest wenn sie mit dem Gobelinkönig nicht allein war.
„Euer Hoheit?“ Ein wenig erschrocken, sah sie ihm Gang nach unten und erblickte Thang. Eilig nahm sie wieder Haltung an, denn sie war wieder dabei sich an die Wand zu lehnen, während sie über einige Dinge nachdachte. Anscheinend kam dieses Schwindelgefühl heute doch wieder. Dennoch möchte sie nicht andere damit belästigen, denn so schlimm war es ja auch nicht.
„Ich habe gerade nur darüber nachgedacht, ob wir vielleicht demnächst ein wenig umdekorieren sollen und begutachtete diesen Flur von einem anderen Blickwinkel.“ Redete sie sich also heraus. Darauf blickte sich auch der kleine Gobelin um, aber kratze sich ahnungslos am Kopf.
„Ich finde es ganz in Ordnung, aber wenn Ihr wollt können wir sofort..“
„Nein, es muss nicht jetzt sein.“ Unterbrach sie ihn schnell, denn ihr stand nicht wirklich der Sinn nach einer Umgestaltung der Räumlichkeiten hier drin. Außerdem würde sie dann nur mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sie möchte nicht, dass die anderen sie doch zu einem Arzt brachten.
„Wahrscheinlich sollte ich vorher sowieso mit dem König darüber reden. Wo ist er eigentlich?“ Denn wenn Thang sich hier befand, musste Bog doch schon zurück sein. Der Kleinere ließ ein wenig den Kopf sinken.
„Tut mir Leid, aber er ist noch nicht zurück. Der Herrscher hielt es nur für besser, wenn ich hier bleibe.“ Marianne wusste sofort, was den kleineren Kerl bedrückte. Anscheinend mochte dieser es auch nicht Stuff zu lange alleine im Ungewissen lassen. Auch war ihr nun klar, dass die Angelegenheit um die sich ihr Gatte kümmern musste, ein wenig ernster sein könnte. Sonst hätte er doch diesen Gobelin nicht zurückgelassen. Auch wenn man es ungern aussprach, Thang stand bei manchen Sachen gern einmal im Weg. Oder er ging dem König mit irgend etwas auf die Nerven und musste nun zur Strafe hier verweilen.
„Marianne!“ So wurde ihre Ruhe wieder unterbrochen, als Dawn etwas fröhlicher durch den Gang erneut auf sie zu gestürmt kam. In den Armen hatte sie einen Korb voll mit Blumen.
„Was hältst du von dieser Farbe?“ Und ihre Schwester hielt ihr einige Kränze hin.
„Die könnten wir bei der Feier verteilen.“ Meinte diese dazu erfreut und die Ältere wusste, dass die Hochzeit gemeint war. Zwar handelte die blonde Fee in ihren Augen ein wenig vorschnell, denn der Bräutigam schien immer noch verschwunden zu sein. Der Bote, denn die Königin selbst beauftragt hatte, kam auch noch nicht zum Schloss. Vielleicht bat Sunny diesen auch, gleich mit ihm hier her aufzubrechen. Da kann das natürlich ein wenig länger dauern.
„Hier Thang, ich habe auch eins für dich.“ Dieser lächelte ein wenig verlegen, aber nahm das Geschenk dennoch an. Die Goblin wissen, dass sie nichts tun müssen, wenn die Feen etwas verlangen. Aber die konnten Dawn nichts so leicht abschlagen, wenn diese sich im Schloss befand. Bog blickte über diese Sachen hinweg, denn es kam ja auch nicht jeden Tag vor.
„Kindchen, du könntest ruhig auf eine alte Frau warten.“ Beschwerte sich Griselda nun und war ein wenig außer Atem.
„Nimm es ihr nicht übel. Wenn meine Schwester so begeistert ist. Dann vergisst sie schnell einmal alles andere.“ Die Blonde nickte entschuldigend, aber fing dann sofort wieder an einige Blumen aneinander zu flechten.
„So, genug davon. Wir sollten jetzt erst einmal eine Pause machen und etwas essen.“ Die Herrscherin wunderte sich zwar, wie ihre Schwiegermutter um die Zeit schon wieder ans Essen denken konnte. Doch als sie alle zum großen Saal aufbrachen, erkannte sie am Sonnenlicht in diesem Raum, dass es schon wieder Mittag sein musste. Merkwürdig kam es ihr schon vor, dass sie so viel Zeit heute in ihren Gedanken verschwendete. Aber sie würde sich jetzt nicht weiter darum kümmern.
Während sie speisten und Bog's Mutter von ihrer Hochzeit schwärmte, wurde Marianne erneut ein wenig schwindelig. Dieses Mal schob sie es auf die Mahlzeit. Wahrscheinlich hätte sie nicht zu schnell essen sollen. Ihre Schwiegermutter beäugte sie zwar, während ihre Schwester fröhlich ihre Ideen für eine Feier vor sich hin plapperte, diese konnte aber nichts sagen, denn Thang war schneller.
„Euer Hoheit, da wartet ein Bote vor der Tür. Soll ich ihn hereinlassen?“ Sie nickte daraufhin und wie erhofft, war es diese Fee, die nach Sunny sehen sollte. Er kam auf sie zu und sofort musste sie lächeln, als sie die Nachrichten vernahm. Das Warten ihrer Schwester hatte endlich ein Ende. Sie flüsterte zurück, dass sich ihr zukünftiger Schwager bereit halten sollte.
„Gibt es erfreuliche Neuigkeiten?“ Erkundigte sich die Blonde, wahrscheinlich weil sie ihr Lächeln sah. Schnell räusperte sie sich.  
„So in der Art. Wenn wir fertig mit Essen sind, können wir ja noch ein wenig raus gehen. Vielleicht fallen uns da noch einige Ideen für ein bestimmtes Fest ein.“ Marianne versuchte so überzeugend zu klingen, wie möglich. Denn normalerweise hatte sie auf solche Dinge keine Lust. Zwar wurde sie komisch von den anderen beiden angesehen, doch als sie das nicht mehr aushielt, stand sie einfach vom Tisch auf.
„Lasst uns gehen. Das ist einmal so ein schöner Tag im Herbst.“ Damit machte sie den Anfang und schritt aus dem Raum. Die anderen wechselten noch einige Worte, die sie nicht verstehen konnte und folgten ihr dann auch. Es dauerte nicht lange und Dawn summte wieder fröhlich vor sich hin, während sie einige Blumen bewunderte und Ideen aufschrieb. Als die Königin ihren zukünftigen Schwager dann endlich im hohen Grass entdeckte, zog sie Griselda und Thang ein wenig ins Gebüsch, mit der Erklärung sie sollten ein wenig leise sein.
Die blonde Fee war viel zu sehr in Gedanken versunken, um zu bemerken das die anderen sich entfernten. Fröhlich ging sie im Kopf einige Lieder durch, die vielleicht zu einer Hochzeit passen würden. Das hieß, wenn überhaupt eine stattfinden sollte. Schließlich war ihr Sunny immer noch verschwunden. Ein wenig betrübte das ihre Stimmung und es ärgerte sie auch etwas, dass ihre Schwester die Sache so locker anging. Denn der Elf könnte vielleicht Hilfe gebrauchen oder schlimmer er war schwer verletzt. Diese Warterei hielt sie einfach nicht mehr aus. Sie musste ihn weiter suchen. Aber als sie sich umdrehte, um los zufliegen, prallte sie gegen etwas oder vielmehr gegen jemanden.
„Es tut mir..Sunny!“ Als sie ihren Elf erkannte, bekam dieser erst einmal eine Umarmung. Auch um zu testen, ob noch alles heil an ihrem Freund war.
„Wo bist du denn gewesen? Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Ich..“ Dawn merkte wie ihr wieder einige Tränen über die Wangen rollten. Wie peinlich war das denn? Eigentlich sollte sie doch sauer sein, weil er nicht einmal was gesagt hatte. Aber nein, sie heulte schon wieder wie ein Kleinkind, dass sein Lieblingsspielzeug verlor. Schnell versuchte sie, sich das Gesicht trocken zu wischen, bevor sie sich aus der Umarmung löste.
„Na ja, ich musste einige Besorgungen machen und..“ Aber er konnte seinen Satz nicht einmal beenden, da wurde er schon von der Fee geküsst. Manchmal fragte er sich, wann diese Schmetterlinge im Bauch eigentlich verschwinden. Nicht das sie ihn besonders störten, doch sie steigerte manchmal seine Nervosität und die konnte er eigentlich jetzt nicht gebrauchen.
„Dawn, ich möchte..“ Aber wieder unterbrach sie ihn einfach.
„Wenn du nochmal einfach verschwindest, dann bekommst du so was nie wieder.“ Sie zeigte auf ihre Lippen und er wusste genau, was damit gemeint war. Gespielt böse verschränkte sie die Arme.
„Ich kann dir versichern, dass ich Zukunft öfters bei dir bin. Natürlich nur, wenn es auch das ist, was du willst.“ Es war ein wenig vorausgedacht von ihm, dass er nun auf einem Stein stand, so war er beim niederknien nicht zu klein. Die ganze Zeit hatte er überlegt, ob er dass machen sollte oder nicht. Jetzt tat er es einfach und er konnte den Ring in seiner Hosentasche nicht finden. Panisch suchte er in seinen hinteren Taschen und dann wühlte er eilig in seine Umhängetasche. Zumindest bis er seine Freundin leise lachen hörte. Sie kam wieder ein wenig näher und legte ihre Hände auf seine Schulter.
„Alles ist in Ordnung. Atme tief ein und aus.“ Dawn konnte das natürlich so einfach von sich geben, denn sie wusste ja nicht was er gerade vorhatte. Dennoch befolgte er ihren Rat und dann griff sie bei seiner Latzhose in die Brusttasche. Von dort zog sein ein kleines Samtsäckchen hervor. Genau dass hatte er gesucht. Lächelnd gab sie es ihm in die Hand. Wahrscheinlich kannte sie ihn doch schon zu gut. Ein wenig machte ihm das Angst. Denn es gab immer Mal wieder diese Bedenken, dass er ihr eines Tages nicht genug sein würde. Aber er schüttelte alle schlechten Gedanken schnell ab und fuhr mit der Sache von eben fort.
„Da wir schon einiges gemeinsam durchgestanden haben und ich liebe...deine Schwester!“ Rief er geschockt aus, als hinter seine Fee sah, dass dort etwas herunter fiel.
„Was?“ Kam es ein wenig verwirrt von Dawn, aber er drehte sie schnell an den Schultern in die Richtung der Königin.
„Marianne!“ Schrie die Blonde verzweifelt und schaffte es gerade noch, ihre Schwester aufzufangen. Die andere schien bewusstlos und ließ sich nicht aufwecken.
„Schnell, jemand muss sie zu einem Arzt bringen!“ Rief Griselda laut und sorgte dafür, dass die Herrscherin schnell abtransportiert wurde. Alle marschierten schnell mit ins Schloss weil sie sich Sorgen machten. Alle bis auf Sunny, der ein wenig unbeholfen draußen stehen blieb. So hatte er sich das nicht vorgestellt, aber er musste mit seiner Frage warten, bis es der Königin besser ging. Nach einer Weile folgte er den anderen aber trotzdem, denn vielleicht konnte Dawn seine Hilfe oder einfach seine Anwesenheit gebrauchen.
Sein Weg dauerte natürlich etwas länger, denn er konnte nicht wie die Feen oder Wachen durch die oberen Eingänge fliegen. Das hieß erste einmal Treppen steigen. Als er bei der Hälfte ankam, hörte er die Stimme seiner Freundin. Irgendwie klang sie beunruhigt, also rannte er noch schneller die Stufen hinauf. Oben angekommen, stand er erst einmal in einem breiten Gang, aber zum umsehen hatte er keine Zeit, denn er musste erst einmal verschnaufen. Er fragte sich, warum sie dieses Schloss so hoch bauen mussten. Doch auf der anderen Seite musste er auch nicht hier wohnen. Ein paar Wachen entzündeten Lichter hier drin, dass hieß wohl das es langsam Nacht wurde. Der Herbst brachte die Dunkelheit sehr schnell. Außerdem hatte er sich beim Treppensteigen wirklich lange aufgehalten.
„Sunny!“ Rief Dawn nun nach ihn und flog eilig auf ihn zu. Er wusste nicht warum, aber ihr Ton klang mehr begeistert als verängstigt. Oder er bildete sich das nur ein. Als sie bei ihm ankam, umarmte sie ihn sofort so schwungvoll, dass sie ihn mit in die Luft zog. Nun bekam er wirklich das Gefühl, dass die blonde Fee sich freute.
Diese sah sich im Gang nochmal kurz um, bevor sie dem Kleineren einen liebevollen Kuss aufdrückte. Als sie von Sunny abließ, lächelte dieser zwar kurz zufrieden, aber wirkte dann ein wenig verwirrt.
„Es gibt wunderbare Neuigkeiten.“ Fing sie endlich an, etwas mehr zu erklären. Dann flog sie weiter mit ihm den Gang entlang, bis sie auf eine fröhliche Griselda trafen.
„Geht es deiner Schwester gut?“ Erkundigte sich der Elf, als er den Boden wieder berührte. Er nahm an, sie befanden sich nun vor dem Gemach der Königin, denn alle standen hier versammelt herum.
„Ja, mit ihr ist alles in Ordnung.“ Antwortete die blonde Fee und wollte schon weiter reden, aber ein kalter Wind unterbrach sie. Nicht einmal einen Augenblick später kam der Herrscher selbst auf sie zugeflogen.
„Oh, mein lieber Junge. Du wirst es nicht glauben..“ Doch Bog ließ seine Mutter nicht aussprechen.
„Nicht jetzt.“ Erklärte er im kalten Ton, denn als ihm zu Ohren kam, dass seine Frau zusammengebrochen sei, da machte er sich sofort auf den Weg hier her zu fliegen.
„Aber jetzt hör mir doch einmal zu! Es ist..“ Aber dieses Mal wurde Griselda von Dawn unterbrochen. Denn diese hielt der Goblindame einfach den Mund zu.
„Sie wartet schon auf dich.“ Meinte die Fee nur und wartete ab, bis der König in das Zimmer trat, bevor sie den Goblin wieder los ließ.
„Was sollte das?“ Mischte sich nun Sunny ein, denn seine Freundin hielt sonst selten andere vom sprechen ab.
„Griselda sollte es nur meiner Schwester gönnen, die Überraschung zu verkünden.“ Dawn stemmte dabei die Hände in die Hüften, um die kleinere Dame ein wenig strafend anzublicken. Aber wie immer, hielt das bei dieser Fee nicht lange an und fiel wieder vor dem Elf auf die Knie.
„Ich freue mich ja so für die zwei.“ Verkündete sie enthusiastisch.
„Es freut mich, dass du in so guter Stimmung bist, aber was ist denn jetzt eigentlich los?“ Erkundigte sich der Kleinere genauer.
„Oh, das hätte ich wohl vorhin gleich erwähnen sollen. Marianne ist nicht umgekippt, weil sie krank ist, sondern sie erwartet ein Kind.“ Nun konnte Sunny die Aufregung verstehen.
„Das man sich da ein wenig unwohl fühlt, ist ganz normal.“ Kam die Mutter des Königs dazwischen und plapperte schwärmerisch weiter von ihrer Schwangerschaft.
„Das wird so schöööön. Wähähh..“ Thang weinte vor Freude und malte sich schon Szenen im Kopf aus, wie er mit den Kinderchen spielen würde. Denn er dachte sich, dass die einfacher zufrieden zustellen waren, als der Herrscher selbst. Stuff reichte ihm mit einem Augenrollen ein Tuch und tätschelte beruhigend, aber auch mit Abstand, die Schulter der jetzigen Wasserfontäne.
„Vater wird auch erfreut sein, dass zu hören.“ Die blonde Fee war sich da sicher und wenn Mariannes Zustand es erlaubte, können sie vielleicht sogar eine kleines Fest feiern.
„Da fällt mir ein, Dagda schuldet mir jetzt etwas.“ Ein wenig verwundert, wendete Dawn die Augen von ihrem Freund.
„Wie meinst du das?“
„Ach, ich und dein Vater haben ein paar kleine Wetten am laufen. In dem Alter muss man sich ja irgendwas ausdenken, um das Leben interessant zu gestalten.“ Auch Sunny blickte die ältere Goblindame nun irritiert an, aber bei ihr sollte ihn wirklich nichts mehr wundern.
„Egal um was es geht, du wirst den Einsatz nicht bekommen.“Alle Anwesenden drehen sich wieder zur Tür um. Bog sah ein wenig blasser um die Nase aus als sonst.
„Hey! Es ist ja nicht so, als hätten wir um sein Schloss gewettet oder so.“ Griselda war ein wenig empört, dass ihr kein Spaß mehr gegönnt wurde.
„Aber lassen wir das einmal bei Seite, denn vielleicht solltest du dich nun ein wenig ausruhen. Nicht jeder verkraftet so etwas.“
„Jetzt wo du es erwähnst, sieht er schon ein wenig ungesund aus.“ Fügte Marianne neckend hinzu, die auch in den Türrahmen getreten war.
„Sein Vater ist damals gleich ohnmächtig geworden. Und da heißt es immer, es gibt nichts, was diese harten Kerle umhaut. Von wegen.“ Bog sagte nichts weiter zu den Kommentaren seiner Mutter, sondern er konnte es eher nicht lassen, seine Königin zu bewundern, als diese neben ihn trat. Immer noch konnte er nicht ganz glauben, was er eben von Marianne zu hören bekam. Die Details, was die Sache mit der Zuckerfee zu tun hatte, wollte diese später erklären. Auch er drängte nicht weiter nach Antworten, denn er flog in Eile hier her und glaubte, seine Frau wäre an etwas erkrankt. Stuff bekam nämlich ein schlechtes Gewissen, als die Nachricht sie erreichte. So erzählte der kleinere Goblin ihm, dass die Fee sich an einer der giftigen Dornenbüschen verletzte. Zwar konnte man dadurch nicht sterben, aber das Immunsystem wird durch die Pflanze sehr schnell geschwächt, was den Körper für alles andere angreifbar machen konnte.
Als er endlich hier ankam und Marianne auch noch im Bett lag, so blass und erschöpft, da klopfte sein Herz noch mehr vor Angst um sie.
Beruhigend legte diese nun ihre Hand auf seinen Unterarm.
„Es tut mir Leid, dass sich alle wegen mir Sorgen gemacht haben.“ Entschuldigte sich die Königin nun. Aber das ignorierten alle eher und überreichten ihre Glückwünsche.
„Ich hoffe das Kind wird so wie Bog.“ Meinte Dawn lächelnd, nachdem sie ihre Schwester umarmte.
„Was soll denn das heißen?“
„Marianne war als Kind ein ziemlicher Wirbelwind, um es in Vaters Worten zu sagen.“ Bog konnte sich das richtig vorstellen, aber er würde wohl noch eine Weile brauchen, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, selbst ein Vater zu werden. Es kam ihm immer noch vor wie ein Traum, dabei hatte er vorher nie daran in der Nacht gedacht.  
„Als ob du immer still sitzen bleiben konntest. Sunny du darfst dich da auf einiges gefasst machen.“ Konterte die Herrscherin ihrer Schwester. Der letzte Satz ging an den Elf, der darauf sofort ein wenig rot wurde. Schließlich war er noch nicht einmal mit Dawn verheiratet oder hatte mit ihr geschlafen, da konnte er doch noch nicht an Kinder denken.  
„Wenn du vorher zum Arzt gegangen wärst, hättest du ihn nicht bei seinen Antrag unterbrochen und wir wären jetzt viel weiter.“ Erklärte die blonde Fee gespielt beleidigt der Königin.
„Du hast um ihre Hand angehalten?“ Erkundigte sich Bog und fragte sich gleichzeitig, was er noch alles verpasste, während er weg war.
„Wow, immer mit der Ruhe.“ Denn selbst für Marianne kam das eben ein wenig zu verärgert aus ihren Gatten. Wahrscheinlich brauchte dieser nach all dem hier, wirklich ein wenig Ruhe. Sie verkündete also, dass es schon langsam spät wird und sie alle schlafen gehen sollten.
„Ich werde dann mal..“ Von peinlich berührt zum Angstschweißausbruch, wollte Sunny schnell von hier verschwinden. Auch wenn der Herrscher fast immer nett zu ihm war. Bis auf die Sache wo er sich in dessen alte Behausung schlich, um den Liebestrank brauen zu lassen. Er bekam dennoch Angst vor dem Goblin, wenn dieser wütend wurde.
„Es ist schon dunkel draußen. Du kannst auch hier bleiben. Ich bin sicher, Dawn hat nichts dagegen dir ein Zimmer zu zeigen.“ Die Herrscherin schob ihren Mann schon Mal in ihr Gemach, während sie ihrer Schwester noch zu zwinkerte. Sie war sich sicher, die beiden brauchten jetzt etwas Zweisamkeit, um sich auszusprechen. Und wenn die blonde Fee sich dazu entscheiden sollte, die Nacht ein Bett mit dem Elf zu teilen, dann war ihr das auch egal. Die beiden sind schließlich erwachsen genug, um zu wissen was sie wollen.
Als Sunny sein Gästezimmer betrat, dass ihm seine Freundin zeigen sollte, fielen zwei Dinge auf. Erstens sah der Raum so aus, als würde er schon eine Weile von jemanden anderen genutzt. Denn eine gewisse blonde Fee, versprühte über all ihren Charme wo sie stand oder flog. Zweitens verriegelte die besagte Dame nun den Eingang hinter ihnen. Sie schloss nicht einfach nur die Tür, sondern drehte den Schlüssel so um, dass sie niemand stören konnte.
Das Herz des Elfen schlug schneller bei dem Gedanken, was in dieser Nacht passieren könnte. Aber er schüttelte das schnell ab, denn schließlich war Dawn hier seine Freundin. Die süßeste und unschuldigste Fee überhaupt. Diese würde sicher nicht an solche Dinge denken, die er eben im Kopf besaß.
„Wenn du willst, kannst noch etwas essen. Ich habe mir vorhin eine Kleinigkeit bringen lassen, aber war wegen meiner Schwester zu nervös zum essen.“ Er nickte, aber sorgte auch gleichzeitig dafür, dass auch sie etwas ab bekam. Was nicht schwer zu sein schien, denn bei Goblins gab es immer mehr, als weniger zu speisen.
Sunny war sich bewusst, dass er von seiner Freundin noch keine anständige Antwort bekam. Auf der anderen Seite vollzog er den Antrag auch nicht wirklich korrekt. Doch ihre Blicke, die sie ihm beim Essen zuwarf, verrieten ihm ihm genug und er musste sich stark beherrschen vor Freude nicht die ganze Zeit zu grinsen.  
„So jetzt sind wir endlich allein.“
„Hm.“ Es dauere eine Weile, bis er bemerkte, dass sie ihm damit etwas signalisieren möchte. So zog er das Samtsäckchen mit dem Ring wieder aus der Brusttasche, aber dieses Mal fiel er nicht wieder auf die Knie. Er ergriff einfach ihre Hand und ihr sanftes Lächeln beruhigte ihn ungemein.  
„Möchtest du meine Frau werden?“ Flüsterte er fast, weil er so dicht vor ihr stand.
„Natürlich.“ Sie nickte lächelnd darauf hin und ihre Augen wurden auch ein wenig feucht. Der Elf merkte erst davon nichts, denn beschäftigte sich damit, ihr den Ring auf den Finger zu stecken.
„Er ist wunderschön.“ Ihre Stimme ließ ihn wieder aufschauen, aber Sunny bekam auch keine Zeit ihre Freudentränen wegzuwischen, denn sie warf sich in nächsten Moment schon an seinen Hals.
„Ich liebe dich.“ Vernahm er es leise an seinem Ohr und die Schmetterlinge im Bauch machten sich wieder bemerkbar.
„Ich liebe dich auch.“ Erwiderte er ihre Worte und sie zog sich ein wenig zurück, um ihn ansehen zu können. Eigentlich sollte er nun nicht mehr nervös werden, denn er brachte den Antrag schon schon hinter sich. Jeder Gedanke wurde aber verscheucht, als sie anfing ihn zu küssen. Nicht diese kurzen Berührungen, die sie ihm zur Begrüßung oder vor Freude gab. Nein, der Elf konnte definitiv sagen, dass dieser Kuss etwas anderes bedeutete. Zwar fing sie sanft und etwas zögernd an, aber er konnte sich nicht lange zurückhalten und drückte sich ihr entgegen. Ihm war es gerade egal, dass sie beide immer noch auf dem Boden lagen. Er wollte seine zukünftige Frau nur noch nahe bei sich spüren. Egal auf welche Art. Auch war ihm klar, dass sie dies hier wohl bald unterbrechen sollten. Sunny möchte nicht, dass ihr erstes Mal erleben, weil sie beide einfach Sehnsucht fühlten. Wenn sie miteinander schlafen, dann sollten sie beide wirklich sicher sein.
Plötzlich stoppten sie aber den sehr intimen Kuss, denn es ertönte ein Geräusch ihm Raum. Verwundert sah er sie an, aber ihr Blick wendete sich mit geröteten Wangen ab. Bei dem Geschehen von eben, strich er ihr nebenbei über den Rücken. Also über die Stellen, an die er in dieser Position heran kam. Sein Kopf brauchte auch einen Moment, um zu begreifen, dass sie ihn den Kuss hinein stöhnte, weil ihre Flügel empfindlich waren. Oder zumindest der Punkt, wo sie mit dem Körper der Fee verbunden sind.  
Er legte ein Hand an ihre Wange und brachte Dawn dazu, ihn wieder anzusehen. Vorerst fügte er nichts zu dem Thema hinzu, sondern küsste sie erneut. Dieses Mal ließ er das aber nur kurz zu, denn er merkte, dass sein ganzer Körper zu viel Interesse an der Sache zeigte. Und er möchte der blonden Fee wirklich einige Unannehmlichkeiten ersparen.
„Es wird schon spät. Ich habe morgen eine Überraschung für dich, also sollten wir jetzt schlafen gehen.“ Von leichter Schüchternheit zu Begeisterung wechselte sich der Blick der blonden Fee und sie stand auf, aber zog den Elf mit hoch.
„Was ist es?“
„Oh, nein. Ich werde nichts verraten. Um so früher wir ins Bett gehen, um so eher darfst du es morgen sehen.“ Verkündete er und schritt schon zur Tür. Ihr kam in den Sinn, was sein Vorhaben war. Sie grinste leicht und lief ihm hinter her, um dann eine Hand zu ergreifen.
„Wo willst du denn hin?“ Erkundigte sie sich schelmisch.
„Na, ja. Marianne sagte doch..“
„Das ich dir ein Zimmer zum Schlafen zeigen soll. Das habe ich doch schon längst getan.“
„Aber..“ Dawn zog gespielt beleidigt einen Schmollmund.
„Möchtest du nicht mit mir im Bett schlafen?“ Sie kniete sich herunter und kam seinem Gesicht ganz nahe.    
„Doch aber..“
„Kann es sein, dass da jemand Hintergedanken besitzt? Sunny wir sind noch nicht einmal verheiratet und du denkst schon daran, mich unsittlich zu berühren.“ Sie tat so, als wäre sie wirklich empört darüber und verschränkte die Arme.  
„Ich.. ehm..“ Aber dann musste sie lachen. Anscheinend spielte sie das Theater zu gut, dass sie ihn so aus der Fassung brachte.
„Das war doch nur Spaß.“ Erklärte die Fee und gab ihm zur Beruhigung einen Kuss auf die Stirn.
„Meinst du, dass du der einzige bist, der an solche Sachen denkt?“ Dabei wurde sie dennoch wieder ein wenig verlegen. Aber dann ließ sie von ihm ab und flog auf das Bett zu.
„Trotzdem sollten wir für heute wirklich schlafen gehen, denn der Tag war lang und aufregend genug. Außerdem kann ich es kaum erwarten, was du morgen für mich hast.“ Als wäre es ganz normal, fing sie an sich zu entkleiden. Der Elf fand sie wunderschön in diesem Kleid, wie in allen anderen Gewändern, aber er fragte sich auch, ob es dafür nicht langsam zu kalt wurde.
„Du darfst mich ruhig ansehen. Schließlich habe ich es für dich heraus gesucht.“ Eine Weile bestaunte er sie auch, aber dann öffnete sie den Knoten oben und als ihm klar war, dass sie nichts drunter trug, da wendete er sich schnell ab. Um nicht verlegen zu wirken, lenkte er sich damit ab, auch seine Kleidung abzulegen. Jedenfalls konnte er nicht mit Schuhen in das Bett steigen.
„Sunny, die Decke ist dick genug. Du musst also nicht mit all deinen Sachen schlafen. Wenn du möchtest, kann ich auch jemanden schicken lassen..“
„Nein, es ist schon in Ordnung.“ Fiel er ihr ins Wort, denn er möchte nicht, dass draußen noch mehr Leute mitbekamen das Dawn und er in einen Zimmer übernachten. So stellte er sich der Aufgabe wie ein Mann und entfernte zumindest die Socken, Latzhose und seine Kopfbedeckung von seinem Körper. Er atmete noch einmal tief durch und drehte sich dann zu ihr um. Dawn war schon bis zur Brust zugedeckt, aber er war ein wenig froh als er an ihren Schultern Träger von einem Gewand erblickte. Denn er wüsste nicht wie er die Nacht überstehen sollte, wenn sie nackt schlafen würde. Vorher machte er sich ja nie Gedanken darüber.
Jetzt war auch nicht wirklich die Zeit dafür, denn sie schlug die Decke für ihn zurück und sah ihn einladend an. So legte er sich vorsichtig neben sie und nahm etwas von dem angebotenem Stoff der sie beide warm halten sollte.
„Du kannst ruhig ein Stück näher heran rutschen. Ich verspreche, dass ich nicht beißen werde.“ Meinte die Fee leise und lächelte.
„Hm, du kannst das nur von dir mit Gewissheit behaupten, aber wir Elfen sind da anders.“ So überbrückte er die Lücke ein wenig schneller und tat so, als würde er sie wirklich beißen wollen. Kitzelte sie dann aber nur. Von erschrocken zum Lachen, versuchte Dawn die Hände des anderen festzuhalten.
„Wollten wir nicht schlafen?“ Damit zog sie ihn in eine bequeme Position neben sich. Da sie auf der Seite lag, konnte sie ihn in den Arm nehmen. Sunny wollte erst noch protestieren, aber er fühlte sich auch wohl und so seufzte er nur zufrieden.
„Warum haben wir das vorher noch nicht gemacht?“ Dabei fielen ihm schon die Augen zu.
„Das ist doch jetzt egal. Wichtig ist nur, dass es in Zukunft öfter vorkommen wird.“ Sie gab ihm erneut einen Kuss auf die Stirn, was ihm zum lächeln brachte.
„Du hast Recht. Gute Nacht und träume was Schönes Dawn.“ Die Fee schloss nun auch die Augen und legte ihren Kopf so hin, dass Sunny's Haare leicht ihre Nasenspitze kitzelten. Irgendwie duftete ihr Verlobter gut nach Wald. Wenn sie nicht so müde wäre, würde sie jetzt einige Ideen an ihrem Elf ausprobieren.
„Ich wünsche dir auch eine gute Nacht, Sunny.“  

ENDE
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