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Der Auftrag - Halloween Special

OneshotAngst, Freundschaft / P16 / Gen
Aramis Athos D'Artagnan OC (Own Character) Porthos
31.10.2016
31.10.2016
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Wichtig:
1. Ich war mir bei der Altersempfehlung nicht ganz sicher, habe zwischen P12 und P16 geschwankt.. Probierts einfach mal aus.
2. Ich habe mir Mühe gegeben, es spannend und gruselig zu schreiben - es ist immerhin Halloween - also falls ihr sowas nicht gut vertragt, würde ich euch das Lesen nicht empfehlen!
3. Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, spielt hier in der Geschichte ( neben Aramis, Porthos, Athos und D'artagnan ) noch ein OC als Hauptcharakter mit. Dabei handelt es sich um Amelie, welche auch in meiner Geschichte "Ruf der Freundschaft" die Hauptrolle besetzt. Dieser Oneshot setzt nicht voraus, dass ihr meine FF zu den Musketieren kennt - zumal sie sowieso noch nicht fertig ist und dieser Oneshot erst nach dem Ende meiner 2. FF spielt, die man hier ja noch nicht mal lesen kann - dennoch möchte ich vorab ein paar Sachen erwähnen, die wichtig sind & hoffentlich nicht zu viel von meiner eigentlichen Geschichte spoilern - falls ihr die lesen solltet und das nicht wollt. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, so wenig wie möglich von der 1. und 2. FF hier preiszugeben, doch ein paar wichtige Sachen sind es nunmal doch, die ich nun leider vorab nehmen werde.
- In Geschichte 1, und das ist das mit Abstand wichtigste, stößt die temperamentvolle Amelie auf die Musketiere und trainiert seither mit ihnen (ob sie je zum Musketier ernannt wird, oder nicht, müsst ihr allerdings selber nachlesen :P )
- D'artagnan stößt übrigens irgendwann auch noch dazu, er ist ja zumindest die ersten acht Kapitel der ersten FF nicht dabei, aber auch hier werde ich nicht mehr verraten ( ob er nun noch in der 1. FF oder erst in der 2. dazukommt :P
- Amelie und Athos sind fest zusammen, auch wenn ich das jetzt ungern preisgebe - das solltet ihr selbst herausfinden  ;-;
- Aramis und Amelie mögen sich inzwischen ziemlich gerne - wieso? Tja :P
Das sind jetzt die wesentlichen Sachen, die ihr aktuell einfach noch nicht wissen könnt.. Jaa, es passieren vor allem in der zweiten FF viele gravierende Sachen, aber die habe ich alle relativ geschickt aus diesem Oneshot hier weglassen können - HA! PECH! :DD

Viel Spaß beim lesen :)

~-*-~ Amelie (Ich-Erzähler) ~-*-~

»Sind denn jetzt alle verrückt geworden?«, fragte Aramis und stürmte verständnislos mit dem Kopf schüttelnd die hölzerne Treppe hinab, wobei jeder einzelne Schritt ein lautes Poltern verursachte. Ein leichtes Grinsen schlich sich in mein Gesicht, während ich ihm folgte.
Er regte sich selbst einige Minuten später, als wir hoch zu Ross die Garnison verliessen, noch immer über unseren neuen Auftrag auf. »Aramis, kannst du bitte einfach leise sein?«, fuhr D’artagnan ihn schließlich ein wenig genervt an.
Der junge Gaskogner half uns nun schon einige Zeit und hatte sich in unser aller Herz geschlichen. Zwar war er noch nicht erlaubt, die Uniform der Musketiere und die Fleur de Lis als Wahrzeichen des Königshauses zu tragen, doch wurde er ständig mit uns auf Missionen geschickt und war ohne Zweifel eine Bereicherung für die Musketiere. Seine Ernennung würde nicht mehr lange auf sich warten lassen, da war ich mir sicher.
»Der König hat von einer jungen Frau in zerrissenen blutroten Kleidern geträumt, die auf einem nachtschwarzen Pferd mit roten Augen durch die umliegenden Wälder streift und Menschen nur durch ihre Blicke töten soll«, erwiderte der sonst so romantische Musketier gereizt.
»Ja, Aramis. Und stell dir vor, wir sollen jetzt nach ihr suchen. Womöglich werden wir durch ihre gefährlichen Blicke sterben«, meinte ich in einem ernsten Ton, auch wenn dieser nur aufgesetzt war. Aramis Gesicht färbte sich kalkweiß. »Das habe ich nicht bedacht. Wenn ihre Blicke töten können, dann-«
Ich prustete laut los und auch Porthos und D’artagnan fielen mit ein. Selbst Athos konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
»Ich hätte nie gedacht, dass du solchen Märchenträumen Glauben schenkst«, amüsierte sich D’artagnan lachend. »Nun, man weiss nie, was sich für Gestalten herumtreiben«, verteidigte sich Aramis, den es nun ganz deutlich in Verlegenheit brachte, dass er den Träumen des Königs glaubte und er sich fürchtete. Schnell gab er seinem Pferd die Sporen und bildete somit einen kleinen Abstand zwischen uns allen und sich.
»Was tun wir, wenn wir sie nicht finden, die Frau?«, fragte nun D’artagnan in die Runde. »Wir werden sie nicht finden«, erwiderte Athos ohne zu zögern. »Der Kleine hat Recht«, gab Porthos zu bedenken und für eine Sekunde zuckten seine Mundwinkel nach oben, als der Gaskogner einen beleidigten Gesichtsausdruck aufgrund von der Bezeichnung als »Kleiner« zeigte. »Wie lange sollen wir nach einer Frau suchen, die es nicht gibt?«
Noch ehe der älteste der Musketiere erneut zu Wort kam, warf ich auch etwas ein: »Vielleicht gibt es ja wirklich eine Frau, die alleine und orientierungslos durch den Wald irrt. Aber sicherlich kann sie nicht mit ihrem Blick töten und auch ihr Pferd wird keine roten Augen haben.«
Athos legte den Kopf schief. »Wenn wir bei Sonnenuntergang noch nichts gefunden haben, kehren wir zurück nach Paris«, entschied er schließlich und ich drehte mich im Sattel um. Wir waren bereits einige Minuten von der Stadt entfernt. Die Sonne war eben erst aufgegangen. Das konnte ein langer Tag werden. Ein resigniertes Stöhnen ertönte und ich erstarrte, als ich feststellen musste, dass es von mir kam.
»Motiviert wie immer?«, neckte Porthos mich, wobei er fröhlich vor sich hin grinste. Auch Aramis, zu dem wir inzwischen wieder aufgeholt hatten, warf mir einen belustigten Blick zu. »Was belastet dich so sehr, dass du uns das durch laute Geräusche mitteilen musst?«, fragte er, wobei er ein wenig kicherte.
Empört sah ich ihn an und schnappte mir den nächstbesten Gegenstand, den ich ihm an den Kopf werfen konnte. Der Apfel flog sich drehend durch die Luft auf den Musketier zu, der das Obst jedoch mit lediglich einer schnellen Handbewegung gekonnt aus der Luft fischen konnte. Zufrieden biss er hinein. »Fabelhaft. Dankeschön, der Apfel schmeckt grandios«, strahlte er mich glücklich an.
»Am besten du drehst mir heute nicht mehr deinen Rücken zu«, drohte ich ihm, wobei ich ein wenig lachen musste. »Das kann ein lustiger Tag werden«, bemerkte Athos ironisch, wobei er zuerst Aramis und dann mich ansah.
»Wenn du das nächste Mal gedenkst ihn umzubringen, warn mich bitte davor«, meinte D’artagnan dann an mich gewandt. Der Gaskogner ritt genau zwischen dem zufrieden futternden Musketier und mir und hatte nur noch in letzter Sekunde dem fliegenden Apfel ausweichen können.
Ich schenkte ihm ein entschuldigendes Grinsen und ließ mich dann zu Athos zurückfallen. Der Musketier sah kurz zu mir auf und musste lächeln.
Der restliche Ritt in Richtung Wald verlief ohne weitere besondere Vorkommnisse. Wir unterhielten uns über alles Mögliche und unsere gute Laune stieg zunehmend. Bis zum Mittag ritten wir durch den Wald, bis wir schließlich eine Rast einlegten.
Seufzend schwang ich mich aus dem Sattel und führte den großen Hengst zu einem Fluss direkt bei unserem kleinen Zwischenlager.
Als ich mich zu den anderen gesellte, hatten sich diese bereits bequeme Plätze gesucht und waren in ein Gespräch versunken. Aramis sah grinsend zu mir auf, während ich mich neben Athos setzte. »Hast du noch einen dieser Äpfel für mich? Ich sterbe vor Hunger«, begrüßte er mich voller guter Laune.
»Fang dir dein Essen«, brummelte ich und deutete mit einem Kopfnicken auf ein kleines Eichhörnchen, das an uns vorbei rannte. Die Musketiere mussten, mit Ausnahme von Athos, alle lachen und Aramis setzte ein gespielt beleidigtes Gesicht auf.
Wir assen alle etwas und machten uns auch sofort wieder auf den Weg. »Wir hätten ruhig länger Pause machen können. Wir werden eh nichts finden«, beschwerte sich Porthos, als er auf sein Pferd stieg.
»Und wenn du das dem König genau so sagst, wird er dich sicherlich reich dafür belohnen«, kommentierte Aramis scherzend und ich musste ein wenig grinsen.

Wir ritten nun seit einigen Stunden durch den Wald und hatten uns bereits etwas von den eigentlichen Wegen entfernt. Es stand schon lange fest, dass wir uns verritten hatten, doch wirklich kümmerte es niemanden. Wir würden schon zurückfinden.
Aramis und ich hatten damit begonnen, uns irgendwelche bestimmte Stellen zu suchen, die wir mit kleinen Steinchen bewarfen. Wer besser traf, gewann. Ein ziemlich simples Spiel, aber immerhin vertrieb es ein kleines Bisschen die stärker werdende Langeweile.
Da wir nicht sehr konzentriert an unseren kleinen Wettkampf herangingen, konnten wir uns eigentlich genauso gut darin messen, wer das Ziel nun mehr verfehlte. Als Aramis Pferd stolperte und sein Stein um ein weites daneben flog, meinte ich triumphierend: »Gewonnen!«
»Wie du meinst. Aber im Schießen besiege ich dich«, antwortete der Musketier leicht grinsend. »Wir können uns ja gerne mal im Reiten messen, mal sehen, wer da gewinnt«, erwiderte ich unbeeindruckt und beobachtete mit Genugtuung, wie er das Gesicht verzog. »Können wir es nicht einfach dabei belassen, dass jeder von euch in manchen Sachen besser ist als der Andere?«, unterbrach uns D’artagnan ein wenig genervt.
»Wir sollten umkehren«, bemerkte Athos nach einem kurzen Schweigen. »Wir haben uns verritten«, antwortete ich ihm daraufhin und er parierte sein Pferd durch. Porthos stimmte seinem Freund zu: »Wir kommen von dort hinten, also sollten wir umkehren und nicht weiterreiten«
Schulterzuckend wendete ich mein Pferd und warf einen erneuten Stein, der sein Ziel traf und mit einem dumpfen Geräusch abprallte. Herausfordernd sah ich Aramis an, der keine Sekunde zögerte und ebenfalls zum Wurf ansetzte.
»Könnt ihr das nicht einfach lassen?«, fragte D’artagnan da plötzlich gereizt, während er sich eine rote Stelle an seiner Wange rieb. Dem Gaskogner war die zunehmende Nervosität aufgrund von der jetzigen Situation deutlich anzumerken.
»Es reicht«, meinte da auch Athos und er klang dabei ziemlich missmutig. »Könnt ihr euch nicht andere Ziele suchen?«, beschwerte sich da auch noch Porthos. Aramis und ich wechselten verwirrte Blicke.
»Wir haben nichts nach euch geworfen«, bemerkte Aramis unschuldig. Skeptisch sah Athos auf, sein Blick wanderte umher. »Ich sehe hier keinen, der es sonst gewesen sein könnte.«, meinte D’artagnan genervt und verdrehte dabei etwas die Augen.
»Lasst es einfach, okay?«, murmelte Porthos und richtete seinen Blick wieder nach vorne.
Nachdenklich ließ ich die restlichen Steine fallen. »Au!«, schrie ich leise auf, als mich etwas kleines Spitzes mit einer unglaublichen Wucht am Hals getroffen hatte. »Wer war das?«, fragte ich wütend und dann hörte ich auch Aramis neben mir fluchen.
Ich war mir ganz sicher, dass niemand von den anderen nach uns geworfen haben konnte, ich hatte sie keine Sekunde aus den Augen gelassen. »Wenn wir uns nicht gegenseitig bewerfen, wer tut es dann?«
»Ich sehe hier niemanden«, gab Athos misstrauisch zurück. Seine Augen blitzten im Dämmerlicht kurz auf. »Nun, vielleicht bewerfen uns ja die Eichhörnchen«, scherzte Aramis, doch niemand lachte.
»Sehen wir zu, dass wir zurück nach Paris kommen«, murmelte ich leise. Der Wald um uns herum verdichtete sich immer mehr und jede Hoffnung, dass wir jemals wieder die Garnison erreichen würden, verschwand zunehmend. Es wurde immer dunkler und bald konnten wir die eigene Hand vor Augen nicht mehr erkennen.
»Wir sollten absteigen«, entschied Athos. Durch ein leichtes Nicken, welches sowieso niemand sehen konnte, stimmte ich ihm zu. Unsicher lauschte ich in die Stille. Bis auf das Atmen der anderen und der Pferde war nichts zu hören. »Mir nach«, befahl der älteste der Musketiere.
Während ich, gefolgt von Porthos, an vorletzter Stelle lief, lehnte ich mich ein wenig gegen meinen Hengst, der ein leises Schnauben ertönen lies, welches aber einen panischen Unterton trug. Meine Augen hatte ich geschlossen, doch ich hatte sowieso nichts sehen können.
Hin und wieder hörte man ein lautes Krachen oder ein gepresstes Fluchen, wenn jemand an einer Wurzel hängen blieb oder unfreiwillig Bekanntschaft mit einem Baum schloss.
»Wir finden hier in der Dunkelheit nie wieder raus. Es ist aussichtslos«, murmelte ich resigniert. »Vielleicht hat sie Recht, Athos. Wir können uns zu schnell verlieren«, stimmte D’artganan mir zu. Er klang ziemlich erschöpft und verzweifelt, doch er bemühte sich, dies zu unterdrücken.
»Na gut..« Athos seufzte und blieb stehen. »Hey!«, beschwerte sich Aramis, der scheinbar in Athos‹ Pferd gelaufen war. Da Porthos seit einer Weile ziemlich still war, drehte ich mich in die Richtung, in welcher ich ihn vermutete. »Porthos?«, sprach ich ihn leise an. Stille.
»Pooorthooos?«, fragte ich nun etwas lauter in die Dunkelheit hinein, doch erneut war die Antwort nur ein erdrückendes Schweigen. »Das ist nicht lustig. Jetzt komm schon her«, murmelte ich wütend. »Was ist los?« Erklang da Athos Stimme direkt neben meinem Ohr und ich zuckte erschrocken zusammen.
Sanft legte er mir eine Hand an den Rücken und ich beruhigte mich wieder ein wenig. Doch dann wurde mir der Ernst der Lage bewusst und ich schüttelte heftig den Kopf. Nervosität machte sich in mir breit.
»Ich glaube, Porthos ist weg«, gestand ich dann dem ältesten der Musketiere. Der zog scharf Luft ein.
Eine erdrückende Stille entstand und ich verlagerte mein Gewicht unruhig von einem Fuß auf den anderen. »Es bringt nichts. Er kann auf sich selbst aufpassen«, meinte Athos zögernd, doch ich hörte die Unschlüssigkeit in seiner Stimme.
»Wir können ihn nicht zurücklassen!«, fuhr ich den Musketier empört an. »Es ist zu dunkel. Wir sehen nichts außer Schwärze, also wie willst du ihn finden?«
Verzweifelt starrte ich den Boden an. Ich wusste, dass Athos Recht hatte. Seufzend vergrub ich meine Hand in der Mähne meines Hengstes.
Aramis und D’artagnan waren die ganze Zeit über unheimlich still gewesen, doch es war ausgeschlossen, dass sie von unserem Gespräch nichts mitbekommen hatten.
Plötzlich hallte Aramis überraschter Aufruf durch den dunklen Wald: »Da hinten ist Licht!«
Ein Funken Hoffnung glomm in mir auf und ich sah nach oben. »Wo?«, fragte Athos ruhig. »Dort hinten!«, erwiderte Aramis, der inzwischen kein bisschen mehr müde oder gelangweilt wirkte.
»Stimmt«, hauchte ich leise und nach einiger Zeit hatten auch Athos und D’artagnan den Lichtfleck in der Ferne ausmachen können.
»Wir gehen dort hin und versuchen, uns zu orientieren«, wies Athos an.
Wir machten uns augenblicklich auf den Weg und verschwendeten keine Zeit. Sorgsam darauf bedacht, dass wir in ein stetiges Gespräch verwickelt waren, eilten wir durch den Wald, was nicht gerade leicht war, da man in der Dunkelheit wirklich rein Garnichts sehen konnte.
»Es ist verdammt kalt«, beschwerte sich Aramis lautstark und ich musste das erste Mal seit langem wieder schmunzeln. »Zieh dir was Warmes an«, empfahl ich ihm grinsend. Ein beleidigtes Aufatmen ertönte hinter mir und ich drehte mich zu dem Musketier um, nur um in gähnende Leere zu blicken und anschließend auch noch gegen einen Baum zu rennen.
Ich stöhnte leise und unter Schmerzen, dann setzte ich meinen Weg fluchend fort. »Probleme?«, fragte Aramis belustigt, der scheinbar den dumpfen Aufprall gehört hatte.
»Alles bestens. Habe meinen Freund, den Baum, nur eben gegrüsst«, erwiderte ich ein wenig ironisch.
»Das hätte ich gerne gesehen«, kicherte Aramis, der im nächsten Moment ein lautes Krachen verursachte. »Probleme?«, fragte ich lachend nach hinten. »Jaja. Wurzel«, meinte er knapp und klang dabei gar nicht mehr so fröhlich wie davor.
»Wenn wir das nächste Mal einen Auftrag bekommen, dann stopfe ich euch beiden den Mund«, beschwerte sich D’artagnan genervt.
»Schaffst du nicht«, rief ich herausfordernd nach vorne. »Ihr zwei seid furchtbar.«
Athos schwieg die ganze Zeit und nach einem kurzen Zögern sprach D’artagnan ihn an: »Wie hältst du es nur mit den Beiden aus?«
Athos brummelte etwas Unverständliches vor sich hin. »So schlimm sind wir nun auch nicht«, verteidigte ich mich ein wenig beleidigt an D’artagnan gewandt. »Stimmt. Noch viel schlimmer«
Ich musste lachen und bemerkte, dass es hinter mir unheimlich still war. »Du musst nicht gleich beleidigt sein, Aramis. D’artagnan meint das doch nicht so«, versuchte ich, ihn zum Reden zu bringen.
»Wartet mal«, rief ich nach vorne und hörte, wie sofort zwei paar Hufe und Füße zum Stehen kamen. Angestrengt lauschte ich in die Nacht hinein. Vorsichtig bückte ich mich und tastete den Boden nach einem kleinen Stein ab, dann drehte ich mich um und warf.
Kurze Zeit war alles still, dann war ein leises Rascheln zu hören. »Was ist denn?«, fragte Athos ungeduldig. »Shhhh!«, raunte ich ihm zu, während ich weiterhin lauschte. Dann drehte ich mich erschüttert nach vorne und atmete tief durch.
»Aramis ist auch weg«, brachte ich den Beiden zögerlich bei. Eine Weile blieb alles still, dann ertönte Athos Stimme »Wir sollten weiter. Wir suchen sie, sobald es hell wird.«
»Wir können sie nicht einfach beide zurücklassen!«, protestierte ich heftig. »Nein. Aber wir dürfen uns nicht auch noch verlieren«, erwiderte er entschlossen. »Athos!«, schrie ich ihm wütend nach, als ich hörte, wie er sich wieder in Bewegung setzte.
Verzweifelt schloss ich die Augen und atmete tief durch. Dann lief ich los.
Ich hing meinen Gedanken nach und folgte Athos und D’artagnan schweigend. Mir war furchtbar übel und ich hatte Angst, Porthos und Aramis für immer verloren zu haben. Abgesehen davon hatte ich dieses seltsame, eiskalte Kribbeln im Nacken und ich fühlte mich seltsam beobachtet.
Langsam näherten wir uns dem Licht, doch es war noch immer zu weit entfernt, um mehr von unserer Umgebung zu erkennen. Wir irrten durch vollkommende Schwärze, folgten einem kleinen Lichtpunkt in der Ferne.
Plötzlich hörte ich ein leises Flüstern und Murmeln neben mir und ich blieb wie erstarrt stehen. Ein Schauer jagte den nächsten meinen Rücken herab und ich trat zitternd einen Schritt zurück. Das Flüstern kam näher und ich spürte einen stickigen Atem über mein Gesicht streichen.
Voller Angst und ohne zu denken zog ich meinen Dolch und ich schlug vor mich, doch ich traf ins Leere. Das Flüstern wurde lauter und plötzlich legte mir jemand von hinten eine Hand auf den Mund. Ich schrie auf, doch es war nur ein gedämpfter Laut zu hören.
Panisch versuchte ich, mich aus dem Griff zu befreien, doch die Person hatte nach meinen Haaren gegriffen, und zog mich nach hinten.
In einer unbequemen, gekrümmten Lage stand ich nun nach hinten gebeugt mitten in einem Wald, in vollkommender Dunkelheit, der Person hinter mir wehrlos ausgesetzt. ~so wird es Porthos und Aramis ergangen sein~, dachte ich voller Angst und startete einen neuen Versuch, mich zu wehren, was nur dazu führte, dass ich beinahe stürzte.
Eine Hand legte sich bedrohlich langsam an meinen Hals und drückte zu. Panisch begann ich, nach Luft zu ringen, doch ich hatte diesen Kampf bereits verloren. Scharf ausatmend fiel ich nach hinten und landete unsanft auf dem Boden.
Der Angreifer hatte eine Sekunde von mir abgelassen, doch im nächsten Moment spürte ich ihn bereits auf mir sitzen. Das Letzte was ich sah, bevor etwas furchtbar Hartes an meinem Kopf landete, war ein paar rote Augen, die in der Dunkelheit grell leuchteten..


>> 5 Stunden später
Eine erneute Dunkelheit empfing mich, als ich unter höllischen Kopfschmerzen die Augen öffnete. Es dauerte eine Weile, bis mir dämmerte, was geschehen war. Wo genau ich mich befand wusste ich allerdings auch nach einigen Überlegungen noch nicht und verbundene Augen halfen mir da nicht wirklich weiter.
Mir war sofort aufgefallen, dass man mich an einen Stuhl gefesselt hatte, was mich nicht gerade beruhigte. Für einen Moment bahnten sich die stechend roten Augen in meine Gedanken und eine Woge der Angst durchfuhr mich. Was war das nur?
Da ich nichts Anderes tun konnte und tatenloses Herumsitzen vollkommen ausgeschlossen war, lauschte ich in die Stille hinein. Ich konnte kein Rauschen von Blättern im Wind oder gar Tiere hören, auch roch es nicht nach Wald, also schien ich in einem Haus zu sein.
Scheinbar war ich auch alleine, da ich bis auf das unregelmäßige Knarzen von Holzbrettern keine weiteren Geräusche wahrnehmen konnte. Also war mein Entführer entweder sehr sehr leise, oder nicht hier. Allerdings wusste ich nicht so recht, ob mich das nun beruhigen oder verunsichern sollte.
Die Stille bedeutete ebenfalls, dass weder Aramis noch Porthos in meiner Nähe waren. Vielleicht hatte man sie auch wo anders untergebracht, doch ebenso sehr konnten sie tot sein.. Doch daran wollte ich jetzt nicht denken. Denn warum sollten die beiden tot sein und ich am Leben? Das gab in meinen Augen keinen Sinn.
Während ich grübelte, kam mir eine ganz andere Idee. Das Tuch, welches mir jede Sicht versperrte, war nicht besonders fest um meinen Kopf gebunden. Es kostete einiges an Mühe und ich hatte mehrmals das Gefühl, mir jeden Moment etwas zu verrenken, doch nach mehreren Versuchen hatte ich die Augenbinde abgestreift.
Anfangs nahm ich nur verschwommene Umrisse wahr, doch bald konnte ich meine Umgebung klar und deutlich erkennen. Ich befand mich in einem grossen, geräumigen Raum, der überwiegend mit Holzmöbeln zugestellt war. Es gab keine Fenster, aber ein grosser Kronleuchter hing von der Decke und hier und da waren Kerzen aufgestellt, von denen die meisten brannten.
Alles in einem war der Raum relativ hell und einigermaßen freundlich, doch die zahlreichen Tierfelle an den Wänden und auf dem Boden irritierten mich ein wenig.
Ein weiteres Mal Umsehen bestätigte mir dann auch, was ich mir die ganze Zeit gedacht hatte: Aramis und Porthos waren nicht hier. Was mich auch noch beschäftigte, war die Frage, wo Athos und D’artagnan waren. Ich war mir ziemlich sicher, dass das Licht, welches wir verfolgt hatten, uns zu diesem Haus geführt hätte. Vielleicht waren sie ganz in meiner Nähe.
Ein lautes Knarren riss mich aus meinen Gedanken. Die grosse, zweiflügelige Tür aus Holz, die sich am anderen Ende des Raumes befand, öffnete sich einen kleinen Spalt.
Eine leise Woge der Furcht durchzog mich, doch ich blickte der schemenhaften Gestalt, die sich nun ganz langsam durch den Spalt schob, ununterbrochen entgegen.
Ganz langsam schlich sie sich voran, bis sie schließlich in das flackernde Kerzenlicht trat. Vor mir erkannte ich nun eine unglaublich dürre Frau auf schmalen   , langen Beinen, die seltsam gekrümmt wackelten, während sie lief.
Lange, schwarze Haare, fielen ihr über die Schultern und leuchteten matt im Licht, sie waren ein wenig verfilzt und hier und da entdeckte ich vereinzelte Dreckklumpen.
Sie kam auf mich zu - stieß ein verträumtes Summen aus und mein Herz wollte meine Brust laut pochend in mehrere Stücke reißen. Ihre Schritte wirbelten Staub auf, der im faden Licht glücklich tanzte und mir juckend in die Nase stieg.
Ich unterdrückte ein lautes Niesen - fühlte mich wie eine Maus, versteckend vor einer Katze; jedes Geräusch vermeidend - wohl wissend, dass der Räuber sie riechen konnte und das Schweigen nur eine sinnlose Verzögerung des Spiels war.
Die Angst wollte mich packen, mit ihren kalten Händen an sich reissen und verschlingen. Ihr heißer Atem brannte beinahe in meinem Nacken und ein Schauer durchjagte meinen Körper. Ich bebte bei jedem Atemzug und würde nun alles für eine Muskete oder einen Degen geben. Sogar ein Pferd wäre mir genug - es sollte nur schnell und wendig sein.
Ein strahlendes Rot drang an mein Gesicht und ich hielt nervös den Atem an. Der Kopf der Frau hatte sich zu mir heruntergebeugt und aus den verkratzten Augen drang dunkles Blut - rann über die faltige Haut und tropfte nun ganz heimlich auf meine lederne Hose, brannte sich wie Feuer hindurch und ließ Schmerzen durch meinen Körper zucken.
»Du«, hauchte eine säuselnde Stimme, nicht anders, als der rauschende Wind, der still und verborgen durch die raschelnden Blätter sauste. Eine Hand mit viel zu langen Fingern griff nach mir, vergrub sich in meinen Haaren, zerrte.
Erschrocken schnappte ich nach Luft, die ich die ganze Zeit aus meinen Lungen geschlossen hatte, und zog mich zurück - soweit es der Stuhl zuliess.
Sie kicherte, schüttelte sich und packte mich erbarmungslos - hielt mich in einem eisernen Griff. Mein Kopf zuckte panisch nach Hinten und aus ihren Augen floss nun ein Blutstrom nach dem anderen - vergleichbar mit einem so heftigen Lachen, bei dem die Tränen einfach nicht mehr zurückzuhalten waren.
Sie verharrte. Ihr Blick war starr geradeaus gerichtet - ihr Atem war verstummt und sie bewegte sich keinen Millimeter. Lediglich ihre Hand löste sich und mit ihr meine Fesseln. Ich war frei - konnte fliehen.
Ich sprang auf, sorgfältig darauf bedacht, ihr nicht zu nahe zu kommen, und stürmte auf die Tür zu. Meine zittrigen Finger jagten dem kalten Griff entgegen und klammerten sich Halt suchend um ihn. Verschlossen. Verdammte Tür! Wieso war sie verschlossen?
Die Frau hatte nicht zugeschlossen, also wie? Es konnte nicht sein - nein, durfte nicht sein. Es war meine einzige Chance, eine Möglichkeit zur Flucht. Aramis, Porthos? Wo waren sie? Erlitten sie das selbe Schicksal? Athos, D’artagnan? Irrten sie noch immer hilflos auf das Licht zu? Würde sie sie auch holen, oder hatte sie das schon getan?
Fragen. Zu viele Fragen. Und es wurden nur mehr, je länger ich mich verzweifelt an die metallische Kälte zwischen meinen eisigen Fingern klammerte, die Hoffnung auf eine Flucht vergrabend, während ich meinen bebenden Körper unter plötzlich aufkommenden Kopfschmerzen erschöpft gegen das matte Holz der Tür lehnte.
Es brauchte eine Sekunde, noch eine und dann noch viel mehr. Und dann realisierte ich es. Spürte, wie der feste Boden plötzlich unter meinen Füssen nachgab. Ich fiel - stürzte in erbarmungslose Tiefe, umhüllt von tiefster Schwärze. Das flaue Gefühl in meinem Magen verhieß nichts Gutes und der schmerzende Aufprall auf etwas Hartem noch viel weniger.
Das dabei ertönende Geräusch brannte sich in meine Ohren und jagte mir ein unangenehmes Gefühl durch den Körper. Mein Bein hing seltsam abgewinkelt an meiner Hüfte und schickte eine Schmerzwelle nach der anderen los.
Eine Weile blieb ich schwer atmend auf dem kalten Boden liegen. Die Zeit verstrich Sekunde um Sekunde und es kam mir vor, als würde ich seit Stunden hier liegen.
Schritte liessen mich aufschrecken. Stöhnend richtete ich mich auf, robbte mich unter Schmerzen ein wenig zur Seite, bis mir eine eisige Steinwand den Weg versperrte.
Noch immer war ich von undurchdringbarer Dunkelheit eingehüllt, die mich immer wieder dazu aufforderte, sich ihr zu ergeben und der Müdigkeit und den Schmerzen keinen Widerstand mehr zu lassen.
Ihre Fänge warteten nur darauf, sich in mich zu bohren und mit sich zu ziehen. Die Schritte kamen näher und ich vertrieb durch ein heftiges Kopfschütteln ein aufkommendes Gähnen, woraufhin Schmerzen durch meinen Schädel jagten
Ein Plätschern ertönte, ganz in meiner Nähe. Jemand war in eine Pfütze gelaufen. Kurz wurde es leise und ich hielt meinen schweren Atem an, wobei ich mein Herz lautstark pochen spürte. Lautes Scheppern direkt an meinem Ohr. Ich zuckte zusammen und zwang mich, in der starren Regungslosigkeit zu verharren.
Die Person lauschte, ich wusste es ganz genau. Ich hörte sie - spürte ihren Atem die Luft verseuchen. Verzweifelt schloss ich die Augen. Ich war unbewaffnet, konnte wegen der Dunkelheit nichts sehen und zu allem Unglück auch noch verletzt. Immerhin war ich nicht alleine, doch in der jetzigen Situation... Nun ja, so gesehen, wäre Einsamkeit nun doch das Beste.
Und dann rollte mir ein Stein der Erleichterung vom Herzen, als erneute Schritte ertönten, doch dieses Mal entfernten sie sich eilig von mir. Zittrig sog ich die übelriechende Luft tief in mich ein, bevor ich schliesslich meinen rechten Arm ausstreckte, um nach einer Möglichkeit zu angeln, mich aufstützen zu können.
Zwar wurde ich nicht fündig, doch meine Finger ergriffen etwas ganz anderes; einen Dolch. Mit einem etwas besserem Gefühl im Magen rappelte ich mich mehr schlecht als recht auf, wobei ich ein schmerzbedingtes Aufkeuchen bei der Berührung mit dem Boden nicht unterdrücken konnte.
Einige Sekunden sammelte ich mich, bevor ich schwer atmend loslief. Sorgfältig achtete ich darauf, immer an der Wand zu bleiben. Ich kam nur langsam voran und ein starkes Hinken zeichnete meine Schritte, doch immerhin sass ich nicht nur tatenlos herum.
In der Ferne erblickte ich das Licht einer an der Wand angebrachten Fackel, welches einige Pfützen in der Nähe verraeterisch funkeln liess. Erleichtert steuerte ich auf sie zu. Nun musste ich mich immerhin nicht mehr fühlen, wie eine Blinde.

~-*-~ Aramis ~-*-~
>>zur selben Zeit
Stöhnend rappelte sich der junge Musketier auf. Nasse Haare hatten sich heimlich in seinen Mund geschlichen und überwältigten ihn nicht nur mit ihrem seltsam matschigen Geruch, sondern drohten auch noch, ihn zu ersticken.
Sein Kopf dröhnte und er erinnerte sich nur schemenhaft an das, was geschehen war. Mit seinen Freunden war er durch den Wald geirrt, sie hatten etwas gesucht. Aber was? Irgendjemand von ihnen war plötzlich verschwunden. Sein Kopf ratterte, doch er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, welcher jemand das gewesen war.
Sie hatten irgendwann ein Licht verfolgt - glaubte er, er war sich nicht ganz sicher - und plötzlich war er einfach zu Boden gesackt, wobei ihm die Zügel seines Pferdes aus der Hand glitten. Nein, davor war etwas gewesen, aber was?
Ein Schmerz durchpochte seinen Körper und fand seinen Ursprung an seinem Kopf. Langsam glitt seine Hand dort hin und er griff geradewegs in etwas Warmes, Nasses. Er erinnerte sich schlagartig und stöhnte auf. Irgendetwas Hartes hatte ihn am Hinterkopf getroffen.
Nachdem er sich einige Zeit ein wenig trostlos den dröhnenden Schmerzen ergeben hatte, zwang er sich dazu, die Umgebung ein wenig genauer zu mustern. Er befand sich in einem dunklen Raum, erhellt von wenigen Kerzen, die auf einem kleinen Tisch standen.
Das Zimmer war bis auf den eben genannten Tisch nicht eingerichtet und die steinernen Wände strahlten eine unangenehme Kälte aus. Neben sich erkannte er dann plötzlich ein ziemlich leblos wirkendes Bündel und schreckte auf.
Die schwarzen, kleinen Löckchen auf dem dunkelhäutigen Kopf waren alles, was er sehen musste. »Porthos«, keuchte er erschrocken auf und ein besorgtes Flackern kämpfte sich in seine Augen. Seine eigenen Schmerzen vergessend stolperte er auf den Gefährten zu und sackte neben ihm auf die Knie, während er den großen Musketier an den Schultern packte und auf den Rücken drehte.
»Porthos«, wiederholte er nun und hoffte vergebens auf eine Reaktion seines Freundes, der jedoch gar nicht daran dachte, Aramis solch einen Gefallen zu tun, und einfach stur in der Bewusstlosigkeit verharrte.
Seufzend holte der Musketier tief Luft und holte zum Schlag aus. Das würde der Gefährte ihm nicht so schnell verzeihen. Ein knallender Ton ertönte, als die flache Hand schwungvoll gegen die Wange des Bewusstlosen schlug.
Zwei erschrocken aufgerissene Augen starrten Aramis entgegen. Kurz ertönte ein schwerfälliges Atem, dann richtete sich Porthos auf, nur um kurz darauf von seinem Freund zurück zu Boden gedrückt zu werden. Er schien sich entsinnen zu wollen, wo er sich befand und wieso sein Gesicht so schmerzte, dann sah er Aramis wütend an.
»Tut mir leid«, entschuldigte sich dieser sofort aufrichtig und Porthos brummte undankbar. Schwungvoll hievte er sich auf und strauchelte einen Moment, bis er endlich sein Gleichgewicht wiederfand.
»Wo..?«, fragte der große Musketier nun und sah sich interessiert in dem Raum um. Aramis zuckte hilflos mit den Schultern und deutete dann auf die hölzerne Tür. »Keine Ahnung«
Porthos nickte vielsagend und trat darauf zu. Kurz betastete er sie, um dann Anlauf zu nehmen. »Porthos, ich glaube nicht, dass-«, begann sein Freund sofort, doch er wurde geflissentlich ignoriert. Krachend fiel die Tür aus ihrem Rahmen, als Porthos sich mit aller Kraft dagegen geworfen hatte.
Die Beiden traten aus dem Raum heraus und standen nun in einem Gang. Ihre Blicke wanderten in beide Richtungen, bis sie sich schließlich für Rechts entschieden.
Mit hastigen Schritten, aber nicht ohne Vorsicht, folgten sie dem Weg. Aramis Nackenhaare kribbelten und er fühlte sich seltsam unwohl.
Irgendjemand beobachtete sie, so hatte er das Gefühl, doch von wo? Hier gab es weit und breit keine Möglichkeiten, sich zu verstecken. Alles, was sich vor ihm und seinem Freund auftat, war ein langer, kalter Gang. Auch konnte er keine Geräusche wahrnehmen - bis auf ihre Schritte und den rasselnden Atem, der aus seinem Mund drang.
Und genau diese Stille kam ihm seltsam vor. Mit zusammengekniffenen Augen blieb er ruckartig stehen, angestrengt nach dem fehlenden Geräusch suchend. »Was ist?«, fragte Porthos und machte sich augenblicklich bereit, zu kämpfen. Auch er schien sehr angespannt und angesichts der jetzigen Situation ziemlich misstrauisch.
»Es ist so leise«, hauchte Aramis in das kurz entstandene Schweigen hinein und Porthos horchte auf. »Ist doch gut«, murmelte er dann und setzte kopfschüttelnd seinen Weg fort. »Halt!«, rief Aramis dann und sein Freund verharrte augenblicklich in der Bewegung. Seine Augen blitzten panisch auf, als er sich hektisch umsah.
»Wir haben keine Waffen. Das fehlt. Das Klappern der Waffen«, stellte Aramis nun fest, während er prüfend seine Hüfte betastete, oder vielmehr den Gürtel an seiner Hüfte. »Du hast Recht«, stimmte Porthos nach kurzem Zögern zu und Wut flammte in ihm auf. »Verdammt, wo sind wir hier?«
Aramis schüttelte nachdenklich den Kopf. »Wo sind die Anderen?«, fragte er dann langsam. Sein Freund atmete hörbar auf, als habe er sich darüber bis jetzt noch gar keine Gedanken gemacht. »Wir müssen sie finden!«, fügte er dann noch entschlossen hinzu und sah Porthos nervös an.
»Es bringt uns allen nichts, wenn wir hier herumstehen. Lass uns weiter«, beendete dieser nun das Gespräch und setzte nun erneut den Weg fort. Aramis holte tief Luft und schloss für einige Sekunden die Augen. Er wusste, dass sein Waffenbruder recht hatte.

~-*-~ Athos ~-*-~
>> 5 Stunden zuvor
Athos Gedanken kreisten. Erst hatten sie Porthos verloren, jetzt auch noch Aramis. Sein schlechtes Gewissen plagte ihn, doch er steuerte geradewegs auf das Licht zu. Er hatte seine Brüder im Stich gelassen. Was, wenn sie Hilfe brauchten? ›Aber es war so dunkel, zu dunkel!‹, redete er sich selbst ein, doch das beruhigte ihn nicht.
Er hätte umkehren müssen, um zu helfen. Doch es war zu dunkel, sie hatten nichts sehen können! Viel zu dunkel. Das Licht kam näher, doch das war nur ein kleiner Trost.
Amelie, sie besorgte ihn am meisten. Sie schwieg, seit sie auch Aramis hatten zurücklassen müssen. Ein Schmerz machte sich in seiner Brust breit. Jedes mal, wenn sie wütend auf ihn war, verspürte er es - dieses stechende, unangenehme Gefühl in seinem Herzen.
Zusätzlich zu seinem schlechten Gewissen war es eine schwer zu tragende Last und er drohte, unter ihr zu brechen. Sein Kopf war vernebelt; klare Gedanken waren nur schwer zu fassen und jeder weitere Schritt fiel ihm immer schwerer.
Sein Pferd, eine hübsche Friesenstute, hatte mittlerweile angefangen, nervös zu tänzeln, doch er bemerkte es kaum.
»Athos?«
Schweigend setzte er seinen Weg fort. Er wankte und stolperte im nächsten Moment über eine Wurzel. Krachend stürzte er zu Boden. Er wusste nicht, was mit ihm los war. Konzentration zu fassen fiel ihm schwer und das tat es sonst nie - er hatte gelernt, sich selbst dazu zu zwingen, in jeder Situation.
Er fühlte sich furchtbar schwach, doch der Marsch war eigentlich nicht so anstrengend gewesen. Gut, sie waren vor gut zehn Stunden von der Garnison aus losgeritten und irrten nun durch völlige Dunkelheit seit einer gefühlten Ewigkeit durch den Wald, doch er hatte schon schlimmeres erlebt.
Und dennoch, irgendetwas stimmte nicht - ganz abgesehen von der Tatsache, dass sie nur noch zu dritt waren. »Athos!«, erklang nun erneut D’artagnan stimme. Nochmal und schon wieder. Dann blieb er stehen. »Ich dachte schon, dass du auch weg bist«, atmete der Jüngere erleichtert auf.
Athos seufzte und wollte seinen Weg fortsetzen. Die Stimme seines Gefährten drang verschwommen an sein Ohr und die Zügel seines Pferdes glitten ihm langsam aus der Hand. Ein nervöses Wiehern ertönte, dann hörte er Hufgetrappel. Da war sie fort, seine hübsche Stute.
»Sag das nochmal!«, sprach er indes mit bedrohlich leiser Stimme zu D’artagnan. »Amelie.. wir haben sie verloren«, wiederholte dieser nun müde. Er klang furchtbar erschöpft und verzweifelt, er schien einfach nur eine Pause zu wollen.
»Wie?«, fragte Athos nun aufgebracht. Er erhielt keine Antwort und zog wütend die Augen zusammen. »Wie?«, fauchte er dann wütend in die Dunkelheit. Ein glucksendes Geräusch ertönte. Dann erklangen erneut Hufe. »D’artagnan?«
Stille.
»D’ARTAGNAN?«     
Mehr Stille.
Athos Blick glitt zu Boden. Schweigend setzte er seinen Weg fort, doch die Strecke erschien ihm immer länger. Bis er plötzlich einen festen Schlag an seinem Kopf spürte und zuckend auf die nasse Erde sank.

>> 5 Stunden später
Langsam richtete sich Athos auf. Die Welt drehte sich, doch zum ersten Mal war das ein gutes Zeichen. Er konnte wieder etwas sehen - er war nicht mehr in der Dunkelheit. Suchend sah er sich nach der Lichtquelle um, wobei sein Schädel dröhnte.
Er sprach einen leisen Fluch aus, als er in eine frische Wunde an seinem Kopf griff, stand dann aber auf und verdrängte die Schmerzen.
Vor ihm ragte ein rießiges Haus in die Höhe, wobei die Bäume dennoch größer waren. Zwei große Fackeln waren weit und breit das einzige, was Licht von sich gab, und so vermutete er, dass er mit seinen Freunden auf dieses Gebäude zugesteuert hatte.
Bei diesem Gedanken musste er schlucken und ein schmerzhaftes Stechen erfüllte seine Brust. Er konnte nur hoffen, dass seinen Gefährten das Selbe widerfahren war wie ihm und sie ebenfalls irgendwo hier bewusstlos abgelegt worden waren.
Ein Rascheln riss ihn aus seinen Überlegungen und er griff reflexartig nach seiner Waffe. Erschrocken hielt er inne. Ja, seine Waffe. Wo war sie? Erneut entwischte ein Fluch seinen Lippen, dann aber zwang er sich, zu schweigen.
Die Geräusche wurden lauter und steuerten genau auf ihn zu. Es war, als würden Äste krachen und Blaetter zertreten werden. Eine Silhouette baute sich ganz plötzlich vor ihm auf und er trat einige Schritte zurück.
Schwungvoll knallte er gegen die hölzerne Haustür hinter sich und brauchte anschließend einen Moment, um sich zu besinnen. Das Trappeln von Hufen drang ganz klar in seine Wahrnehmung - vielleicht war es eines ihrer Pferde, das nun auf ihn zusteuerte?
Nun, nein. Es war ein Pferd, ja, aber keines von ihren. Bedrohlich bäumte sich der grosse, schwarze Hengst vor ihm auf. Seine Augen loderten wie Feuer und seine Hufe schienen zu brennen - Schweif und Mähne waren seltsam rot.. Blut tropfte auf den Boden, doch das Tier schien nicht verwundet.
Erschrocken presste sich Athos gegen das Holz, woraufhin er - vermutlich zu seinem Glück, da das Pferd nun mit den flackernden Hufen nach ihm schlug - spüren musste, wie die Tür mit ziemlich viel Krach seinem Gewicht nachgab und er etwas unsanft, samt Tür, auf dem Boden landete.
Sein Atem ging rasend und er zerrte seinen Körper angestrengt auf dem Rücken liegend zurück. Funken flogen durch die kalte Nachtluft, als das große Tier nicht gerade leise wieder auf dem Boden aufkam.
Die Ohren schnellten zurück, die Nüstern waren drohend aufgebläht. Schnaubend beugte sich der Hengst über Athos, der sich nun nichts sehnlicher wünschte, als seine Muskete.
Blut tropfte auf ihn nieder und fühlte sich an wie tausend Nadelstiche - es schien sich durch seine Haut zu bohren und entlockte ihm somit ein schmerzerfülltes Stöhnen. Erst jetzt erkannte er, dass das Pferd nicht verwundet war - das Blut schien auf seltsame Weise seine Mähne zu sein.
Athos wollte gar nicht verstehen wie und wieso, er wünschte sich nun einfach in eine ganz andere Situation, doch so einfach war das nicht.. Obwohl, vor ihm stand ein brennendes Pferd - vielleicht war es ihm sogar möglich, nun einfach durch bloße Gedanken den Ort zu wechseln.
Der Hengst trat ein wenig zurück und beugte seinen edlen Kopf zu den Überresten der Tür - Holzstückchen, hauptsächlich. Teils lag Athos noch auf dem Haufen und zahlreiche Splitter hatten sich bei seinem Sturz in den Rücken gebohrt, doch das erschien ihm nun ziemlich unwichtig - noch.
Das Tier begann fröhlich, mit dem brennenden Huf zu scharren. Erde wurde aufgewirbelt, doch das war nicht der Hauptzweck - Funken entstanden und ganz langsam fing das Holz Feuer.
Die Flammen stoben gierig in die Luft und ein leises Knistern versetzte den Musketier in höchste Alarmbereitschaft. Erst, als es zu spät war, realisierte er, dass er noch immer in der Tür lag - das Feuer fraß sich durch seine Schuhe und wenig später spürte er höllische Schmerzen seine Haut durchbohren.
Sein Blick glitt nervös umher, er sprang auf und wich ein wenig zurück. Er konnte nicht nach aussen - das Pferd stand noch immer dort und schnappte bedrohlich in seine Richtung. Doch wäre es so viel sicherer, jetzt weiter in das Haus einzudringen? Immerhin war es - soweit er das vom Eingang aus beurteilen konnte - komplett aus Holz.
Vermutlich hatte er keine andere Wahl, also drehte er sich um und rannte los, um den gierigen Flammen zu entkommen.

~-*-~ Amelie (Ich-Erzähler) ~-*-~
Mein Weg führte mich durch den Keller des Hauses - ich irrte bestimmt schon eine Stunde planlos umher, doch wenigstens hatte ich keine weiteren Personen mehr ausmachen können.
Mir war eiskalt, zu meinem Unglück war ich auf eine Art Kanal gestoßen und musste ein Stück schwimmen, weil sich alles in mir gesträubt hatte, wieder umzukehren.
Plötzlich drang ein schwerer Atem an mein Ohr. Erschrocken riss ich meinen Kopf herum und blickte so in zwei amüsierte Augen. Sie blickte mir direkt ins Gesicht und beugte sich ganz langsam vor, genüsslich roch sie an meinem Haar und ich trat erschrocken einen Schritt zurück.
Wie schon bei unserer ersten Begegnung kicherte sie begeistert, doch es wurde immer hysterischer und mein Herz zog sich zusammen - wer war sie und was wollte sie?
Ihre Hand mit den knochigen Fingern griff nach mir, was mich dazu brachte, einige Schritte zurückzuweichen. Und dann sprach sie zum ersten Mal mit mir.
»Ich werde dich töten«
Entsetzen schlich sich in mein Gesicht und mein durchnässter Körper bebte, als ich mich schwer atmend gegen die kalte Wand presste, um ihr zu entweichen. Das Kichern wich einem Lachen und sie stieß mir beißenden Atem ins Gesicht - das Blut tropfte aus ihren Augen und hinterließ erneut einen unangenehmen Schmerz in meinem Bein.
In meinem Magen spürte ich ein unangenehmes Stechen - verursacht durch Angst - doch ich konnte nun nur noch an eine Flucht denken.
Noch bevor ich das Weite ergreifen konnte - was sowieso nicht leicht war, mit einem verletzten Bein - packte mich eine zittrige Hand an der Kehle. Mit einer atemraubenden - im wahrsten Sinne des Wortes - Wucht riss sie mich in ihre Richtung, nur um mich dann an die gegenüberliegende Wand zu schleudern. Die Fackel fiel klackernd zu Boden.
Zwischen den Fingern ihrer rechten Hand entdeckte ich die schummrige Klinge eines Dolches, der sich nun mit beachtlicher Geschwindigkeit mir näherte. Erschrocken stieß ich einen leisen Schrei aus.
Die scharfe Spitze schlug nur wenige Zentimeter neben mir ein kleines Loch in die Wand und die Frau stieß einen gereizten Ton aus, da ihre Waffe scheinbar feststeckte und sie mich - so vermutete ich - möglichst schnell töten wollte.
Ich nutzte diese Gelegenheit und rannte los - so gut es eben ging - wobei ich die Fackel natürlich vergaß und einsam auf dem Steinboden liegen ließ.
Ich stolperte verzweifelt einen langen Gang entlang und wirbelte stark humpelnd um die nächste Kurve herum. Mein verletzter Fuß knickte um und für einen Moment ging ich in die Knie, doch dann rappelte ich mich hektisch wieder auf und setzte meinen Weg fort.

Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie lang ich gelaufen war, doch es war bestimmt eine ganze Ewigkeit vergangen. Meine Kräfte liessen langsam nach und starke Schmerzen, ausgehend von meinem Bein, durchjagten meinen ganzen Körper.
Mein Atem ging schnell - viel zu schnell. Zitternd ließ ich mich an einer Wand hinabgleiten. Hinter mir hatte ich niemanden mehr gehört und ich wollte eine Pause - nein, alles in mir schrie danach. Meine Lunge brannte bei jedem scharfen Atemzug und mein Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig.
Es dauerte ein wenig, bis sich mein Herzschlag beruhigt hatte. Meine Augen hatte ich mit flatternden Lidern geschlossen, um so eine ganze Weile regungslos zu verharren.

Atem strich mir durch das Gesicht und ich fuhr erschrocken aufschreiend hoch. Scheinbar war ich eingeschlafen - nicht die beste Entscheidung meines Lebens. Vor mir war jemand, nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt.
Eine Hand angelte nach meiner Schulter, doch es dauerte ein wenig, bis sie ihr Ziel in der Dunkelheit fand. Panik wallte in mir auf und ich versuchte, mich nach oben zu kaempfen, doch mich fest im Griff haltend drückte mich die Person auf den Boden.
Mein Atem ging schwer, während ich verzweifelt versuchte, mich zu befreien. Ein Finger, gehüllt in einen ledernen Handschuh - zumindest fühlte es sich so an - legte sich vorsichtig auf meine Lippen.
Kurz hörte ich noch das gleichmäßige ein- und ausatmen meines Gegenübers, dann wurde plötzlich alles leise, nur um daraufhin von leisen Schritten unterbrochen zu werden.
Es dauerte lange, viel zu lange, doch irgendwann waren die Geräusche verschwunden und die seltsame Person sog erleichtert Luft ein, wobei sie den Finger aus meinem Gesicht nahm.
»Wir sollten hier weg«, murmelte er leise und ich erstarrte in der Bewegung. War das..? Vermutlich fantasierte ich schon, aber.. wenn nicht?
»Aramis?«
Keine Antwort.
Die Hoffnung erlosch und ich wollte gerade versuchen, mich zu erheben, als er mir doch noch antwortete: »Amelie? Geht es dir gut?«
Ich schnaubte leise und griff ein wenig hilflos nach seinen Schultern, um mich daran orientieren zu können. Mir war nun nichts lieber, als eine kurze Umarmung.
Amüsiert schmunzelte er, nicht gerade lautlos, während er seine kräftigen Arme um mich legte und mich dabei nach oben zog. Als ich mein Gewicht auf mein verletztes Bein verlagerte, durchzuckte mich ein unangenehmer Schmerz und ich unterdrückte einen leisen Aufschrei.
»Was ist?«, fragte er augenblicklich besorgt. Innerlich verfluchte ich mich, dass ich mich nicht besser hatte beherrschen können, doch dann riss ich mich zusammen. »Nichts«, murmelte ich also leise und befreite mich dabei aus der Umarmung.  
Ich wusste ganz genau, dass er mich - könnte er mich sehen - skeptisch musterte, doch den Gedanken schüttelte ich ab. »Wir müssen hier weg«, meinte ich schnell und er legte mir einen Arm um den Rücken.
Dankbar stützte ich mich ein wenig auf ihm auf, um mich von ihm führen zu lassen. »Hast du.. bist du alleine?«, erkundigte ich mich vorsichtig, in der Hoffnung, dass er die anderen vielleicht schon gefunden hatte.
»Nein.. Doch, also. Ja. Ich bin mit Porthos in einem kleinen Raum aufgewacht und wir sind eine Weile zusammen herumgeirrt, doch dann war er einfach weg. In der Ferne habe ich einen Schrei gehört und als ich danach geschaut habe, bin ich auf dich gestoßen«
»Ich habe nicht geschrien.. Wie hast du mich in der Dunkelheit überhaupt gefunden?«
»Du atmest ziemlich laut«, neckte er mich sanft und drängte mich dann mit einer sanften Bewegung seiner Hand an meinem Rücken zum Gehen.
»Wir sollten Porthos suchen..«, startete ich einen Versuch, ihn zu überzeugen. »Ja, aber erst brauchen wir Licht. Und du humpelst, das will ich mir auch anschauen«
Zähneknirschend stützte ich mich noch ein wenig mehr auf ihm auf, während wir inzwischen zu zweit durch die Dunkelheit streunten.

»Setz dich!«, befahl er mir streng und angesichts der Tatsache, dass ich verletzt und erschöpft war und er scheinbar nicht, gehorchte ich ihm. Die Fackel, welche er gerade aufgehoben hatte, erleuchtete den trostlosen Gang in einem matten Orange und ich konnte einen flüchtigen Blick in sein Gesicht erhaschen.
Er wirkte ziemlich müde, doch kein Wunder - wir waren seit einer Ewigkeit von der Garnison weg und wer wusste schon, wie lange wir schon hier waren?
Länger war es mir auch nicht möglich, ihn zu mustern, denn er drängte mich nun bestimmt gegen die Wand hinter mir und tastete mein Bein ab. Ich sog scharf Luft ein, als er an die schmerzende Stelle griff und wich ein wenig zurück.
»Dein Bein ist gebrochen«, bemerkte er überflüssigerweise und ich hob leicht die Schultern. »Lass uns weiter«, lenkte ich vorsichtig vom Thema ab und wurde sogleich mit einem wütenden Blick gestraft.
Er setzte gerade dazu an, mir zu widersprechen und tausende Argumente an den Kopf zu werfen, doch ein schmerzerfüllter Aufschrei liess uns aufmerksam werden.
Aramis verschwand mit den Worten, ich solle mich nicht von der Stelle rühren, wofür ich ihm liebend gerne an den Kopf gesprungen wäre - es war nicht so, dass ich mich in der momentanen Situation gerne bewegte.
Es dauerte ein wenig und ich hatte mich bereits mit dem Gedanken angefreundet, doch nochmal ohne Hilfe zu laufen, um nach den anderen zu schauen, als sich nähernde Schritte laut wurden - sie stammten von zwei Personen, wobei eine von ihnen ziemlich schleppend lief.
»Aramis?«, fragte ich hoffnungsvoll in die Dunkelheit hinein und erhielt als Antwort dafür ein gequältes Stöhnen, doch im nächsten Moment meldete sich der Angesprochene zu Wort: »Ich bin hier, keine Sorge«
Erleichtert lehnte ich mich gegen die Steinwand zurück und wenig später erkannte ich auch schon die Umrisse zweier Gestalten, die langsam auf mich zukamen. Zu meiner Freude erkannte ich neben Aramis Porthos und ich schenkte ihm ein glückliches Lächeln.
Davon war er nicht ganz so begeistert - zumindest sagte das sein äußerst grimmiger Blick aus. Zunächst war ich ein wenig beleidigt, doch als ich ploetzlich den Grund für sein früheres Aufschreien und ständiges Stöhnen erblickte, wurde mir einiges klar.
Schockiert sprang ich auf, um den beiden entgegen zu hinken, wofür Aramis mich vermutlich am liebsten erschlagen hätte und auch der kräftige Musketier neben ihm, der eigentlich mehr einem Baer als einem Menschen glich, wirkte nicht sehr erfreut.
»Was ist passiert?«, fragte ich schockiert, während mein Blick auf der blutverschmierten Brust des anderen ruhte, der mich daraufhin grimmig mit den Schultern zuckend ansah. Inzwischen waren die beiden auf meiner Höhe angekommen und Aramis hatte mich wortlos am Arm gepackt, um mich ebenfalls hinter sich herzuziehen.
Zurück bei der Fackel drückte er uns beide noch immer schweigend in eine sitzende Position. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass Porthos ebenso wenig erfreut war, wie ich. »Also sag schon, was ist denn jetzt passiert?«, begann ich nun, ein Gespräch mit diesem aufzubauen.
Unter Schmerzen biss er die Zähne zusammen, als Aramis sein Hemd aufriss und eine rote Flüssigkeit über die Wunde schüttete - ich hatte keine Ahnung, wieso er Wein bei sich hatte, doch ich würde es einen glücklichen Zufall nennen.
Als der Schmerz scheinbar etwas abgeebbt war, drehte Porthos seinen Kopf in meine Richtung. Schweiß stand in Perlenform auf seiner Stirn und in dem schummrigen Licht konnte ich erkennen, wie dreckverschmiert er war - das Blut wollte ich gar nicht erst beachten.

Aramis hatte sich ziemlich ausführlich um unsere Wunden gekümmert, bis wir plötzlich überrascht wurden. Zwei rennende Gestalten brachen durch die Dunkelheit auf uns zu.
Erleichtert mussten wir feststellen, dass es D’artagnan und Athos waren, die geradewegs auf uns zusteuerten. Freude durchzog mein Gesicht und ohne Aramis zu beachten, sprang ich auf. Meine Schritte führten mich auf die beiden zu, doch dann erkannte ich ihre entsetzten Gesichter.
Erschrocken hielt ich mitten in der Bewegung inne. Direkt hinter ihnen war eine ziemlich grimmig dreinblickende Frau, die zu allem Unglück auch noch eine Waffe in der Hand trug.
Aramis sprang augenblicklich auf, wobei er Porthos mit sich zerrte. Unaufgefordert setzten wir uns zu fünft in Bewegung - wir alle wussten, dass eine Flucht unsere einzig mögliche Option war.
Reflexartig und zu unser aller Glück hatte ich gerade noch nach der Fackel gegriffen, die uns nun zumindest den Weg leuchtete - Dunkelheit war ein Problem weniger, um das wir uns kümmern mussten.
Plötzlich zerriss ein lauter Knall die stickige Luft und neben mir schrie jemand auf. Aramis war strauchelnd gegen die Wand gestossen, während er seine rechte Hand auf die linke Schulter presste, aus der unentwegt Blut strömte.
Im nächsten Moment ging der Musketier schwer atmend zu Boden.
Alles ging viel zu schnell und ich wusste nicht mehr, was gerade geschah. Die blutroten Augen der Frau blitzten direkt neben meinem Gesicht durch die Dunkelheit - das spärliche Licht der Fackel erlosch unter dem beißenden Atem der Kreatur.
Meine Beine rannten unaufgefordert los, Schmerz durchstach meinen Körper und ich drohte bei jedem weiteren Schritt einzukrachen. Mein Kopf fasste keine klaren Gedanken mehr, doch das brauchte er gar nicht - beim Laufen musste man nicht denken.
Etwas bohrte sich in mein gebrochenes Bein und ein gellender Schrei zerriss die mit keuchendem Atem und gehetzten Schritten gefüllte Geräuschkulisse. Mein Körper kippte nach vorne und mein Herz überschlug sich dabei, nur um sich im nächsten Moment schmerzhaft zusammenzuziehen.
Worte drangen aus meiner Kehle und suchten nach aufmerksamen Ohren, die mir Hilfe schicken konnten. Es waren Namen, immer mehr Namen - nein, immer derselbe. Mein Kopf schlug auf, machte unfreiwillig Bekanntschaft mit dem eisigen Boden und Schmerz durchjagte mich gnadenlos.
»Athos«, rief ich erneut gequält auf, doch das Wort ging in einen verzweifelten Schrei über, als ich erneut gepackt wurde. Eine kräftige Hand zerrte an meinem Oberarm - nein, an mir - und kämpfte mit meinem Gewicht.
So stark ich nur konnte - ich hatte mir gerade den Kopf angeschlagen, also waren keine Höchstleistungen zu erwarten - begann ich die Gegenwehr, bis ich ganz plötzlich schwungvoll zurückfiel - ich hatte mich befreit, doch eine erneute Begegnung mit dem Untergrund blieb nicht aus.
Eine Weile, ich wusste nicht, wie lange, blieb ich regungslos liegen. Vor meinem inneren Auge tanzten Sterne fröhlich umher und spielten Fangen, während die scheinbare Schwärze immer heller wurde.
Verwirrt öffnete ich die schweren Lider, nur um im nächsten Augenblick zu einem keuchenden Aramis aufzusehen, der zu einem erneuten Versuch ansetzte, mich zu packen.
In jenem Moment stellte sich mir die Frage, wieso ich so ganz plötzlich wieder etwas erkennen konnte - es war doch dunkel, oder nicht? Wenig später realisierte ich auch noch die Hitze, die bis an meinen Körper drang.
Aber die Fackel war doch erloschen?! Erschrocken richtete ich mich auf. Flammen verschlangen gierig all das Brennbare auf ihrem Weg direkt auf uns zu. Erneut spürte ich, wie Aramis nach mir griff und im nächsten Moment hatte er mich hochgehoben.
Entsetzt starrte ich auf seine Schulter, doch die schien ihm im Moment herzlich wenig Sorgen zu bereiten.
Und dann rannten wir - nun, ich nicht - und starteten die Flucht vor den Flammen. D’artagnan und Athos stützten Porthos, der noch immer mit seinem Blutverlust zu kämpfen hatte.
Ich spürte, wie Aramis unter mir zu schwanken begann, doch er setzte tapfer einen Fuß vor den anderen. Jeder seiner Schritte hallte auf dem Boden wieder, doch sie wurden immer unregelmäßiger und sein Atem immer schleppender.
Als er mitten im Lauf krachend zu Boden ging, breitete sich ein flaues Gefühl in meinem Magen aus. Erneut schlug ich unsanft auf dem harten Grund auf - doch dieses Mal waren wir in Eile, die Flammen waren bedrohlich nahe.
»Aramis!«, rief Athos erschrocken aus und blieb im Laufen stehen. Nur wenige Meter von uns erkannte ich eine grosse, vielversprechende Tür. Mit aller Kraft zwang ich mich zum Aufstehen, doch mein Körper war wie gelähmt.
D’artagnan warf einen erschrockenen Blick zurück, als er bemerkte, dass der älteste der Musketiere uns entgegenrannte. Zuerst machte er selbst Anstalten, seinem Freund zu folgen, doch dann zwang er sich einige Schritte von uns weg, wobei er Porthos angestrengt hinter sich her schleppte, und riss dann mit einem gewaltigen Ruck die schwere Tür auf.
Während er irgendetwas brüllte, stiess er den Verwundeten kraftvoll hindurch. Ein Schwall Nachtluft strömte mir entgegen, doch im nächsten Moment brannte sich erneut der schwere Rauch in meine Lungen.
Die Flammen waren nahe, viel zu nahe und sie kamen noch weiter auf uns zu. Aramis hatte sich wieder aufgerappelt und im nächsten Moment wurde er von Athos gepackt, der ihn schwungvoll in D’artagnans Richtung schob.
Vor meinen Augen wurde langsam aber sicher alles immer verschwommener, als ganz plötzlich jemand nach mir griff. Nur schwer konnte ich Athos erblicken, der mich angestrengt nach oben hievte.
Mit schnellen Schritten zerrte er mich hinter sich her, während sich die Flammen bereits freudig nach uns streckten. Ich realisierte es kaum, doch da zerriss ein Schrei direkt neben meinem Ohr die Luft. Gemeinsam mit Athos ging ich zu Boden, doch hatte ich das Glück, dass ich einige Meter in Richtung Tür schlitterte.
Der Musketier allerdings blieb schreiend am Boden liegen, während die Flammen genüsslich über seine Haut leckten. Im nächsten Moment wurde um mich herum alles schwarz.

Als ich die Augen aufschlug, kniete ein ziemlich besorgter D’artagnan über mir. Um mich herum erkannte ich zum einen einen dichten Wald, doch auf der anderen Seite war eine offene Wiese.
An einen Baum gelehnt konnte ich Porthos erkennen, der schwer atmend in die Ferne starrte. Direkt neben ihm kniete Aramis, der sich über eine zitternde Person beugte. Mein Herz machte einen gewaltigen Sprung - wir waren am Leben!
Eine Weile lang blieben wir an Ort und Stelle. Aramis kontrollierte die Wunden aller der Reihe nach, ohne sich zu große Sorgen um die seinen zu machen. Ich war gerade dabei, in einen dämmrigen Schlaf zu sinken, als Hufgetrappel erklang.
Zunächst schöpfte ich Hoffnung - vielleicht waren es unsere Pferde? Doch als ein schwarzer Hengst, geritten von einer furchtbar entstellten Frau, durch das Unterholz brach, drohte mein Herz für einen Moment auszusetzen.
Der Rappe kam schnaufend direkt vor uns zum Stehen und D’artagnan trat ganz instinktiv einen Schritt vor uns, als wolle er die Verwundeten beschützen.
Die Frau verharrte auf dem Pferd geradezu regungslos und dieses tat es ihr gleich. Mutig tat der Musketier einen Schritt vor, doch da hatte er unser aller Glück wohl doch überreizt.
Der Hengst ging wiehernd nach oben und ein grosser Huf landete krachend im hübschen Gesicht D’artagnans. Dieser stöhnte nur kurz auf, bevor er dann bewusstlos in sich zusammensackte.
Die Frau öffnete ihren Mund und lautlose Worte suchten sich ihren Weg in die kalte Nachtluft. Dann, ohne jegliche Vorwarnung, verpuffte sie ganz einfach. Vermutlich waren meine Augen nicht die einzigen, die sich in diesem Moment fassungslos weiteten, denn auch die anderen wirkten ziemlich ungläubig und schockiert.
»Das gibt’s nicht«, murmelte Aramis kopfschüttelnd und er sank seufzend neben D’artagnan zu Boden, um sich dessen Wunden anzusehen. Erneut erklangen Hufe und fünf panische Pferde stoben direkt auf uns zu..

>>einige Stunden später
>>>Zurück in der Garnison
Mein Onkel starrte uns vollkommend fassungslos an - er konnte beim besten Willen nicht verstehen, wieso wir so hergerichtet waren und er versuchte es auch erst gar nicht.
Seine Augen zu Schlitzen verengt betrachteten uns der Reihe nach prüfend. Da standen wir nun vor ihm inmitten der Garnison - angestarrt von gierigen Blicken, in denen tausend unbeantwortete Fragen lagen - und machten den Eindruck, als hätten wir es gerade unfreiwillig mit dem ganzen Regiment der roten Garde aufgenommen.
Die fünf besten Musketiere, hergerichtet wie armselige Bettler. Dabei war der Auftrag eigentlich ganz einfach gewesen - den Wahnvorstellungen eines Königs folgen und einen ganzen Tag planlos durch den Wald reiten. Nichts Schweres, wirklich nicht.
Nun, doch. Scheinbar schon.
»Will ich wissen, was passiert ist?«
Seine Stimme klang fest wie immer, doch ein kleiner Zweifel nagte daran. Langsam sah ich auf, mein Blick hatte die ganze Zeit auf dem staubigen Boden geruht. Betreten wanderten meine Augen nach rechts, da ich ganz links in unserer kleinen Reihe stand.
Athos unterdrückte ein schmerzerfülltes Stöhnen - Blut rann über seinen Rücken und sein Gesicht. Er hatte mein Beileid; ich wollte wirklich nicht wissen, wie es sich anfühlte, mehrere große Holzsplitter im Rücken zu haben - ganz abgesehen davon, dass sein Fuß angekohlt war, natürlich.
Porthos wirkte nicht sehr viel gesünder - rote Farbe tränkte sein ausgeleiertes Hemd, welches durch einen präzisen Schnitt in zwei Stücke geteilt war. Darunter sah man die Verwundete Haut, aus der unaufhörlich das nasse Rot floss.
Dann war da D’artagnan, der auf den ersten Blick nur - wie wir alle - eine Wunde am Kopf vorzuzeigen hatte, doch bei genauerem Hinsehen erkannte man ohne Probleme den hufeisenförmigen Abdruck an seiner Schläfe.. Der Gaskogner war jetzt erst wieder zu sich gekommen und rappelte sich zwischen Porthos und Athos auf.
Für eine Sekunde musste ich mich an meinem Nebenmann abstützen, da mich erneute Schmerzen durchjagten und ich kurzzeitig davor war, den Halt zu verlieren. Mein Blick wanderte nach oben und ich sah direkt in Aramis besorgte Augen.
Er schien der Einzige zu sein, der gerade nicht unter seinen Wunden litt. Tja, ihm war sein eigenes Wohl ziemlich wertlos, solange seine Freunde verwundet waren und er schien jeglichen Schmerz gekonnt auszublenden - eine Fähigkeit, die sich jeder wünschte, nicht?
Ein Räuspern ließ uns allesamt aufsehen. Die Frage meines Onkels war vollkommend untergegangen - so sehr waren wir mit uns selbst beschäftigt. Unsere Blicke wanderten betreten zu Boden.
»Ist denn keiner von euch in der nötigen Verfassung, mir einen Bericht zu erstatten?«, fragte er nun ziemlich ungeduldig, doch dennoch konnte man einen Funken Mitgefühl in seiner Stimme erkennen.
»Auftrag erfolgreich erledigt«, brummte Athos leise und kaum hörbar. Aller Aufmerksamkeit richtete sich auf ihn und er straffte seine Schultern und gab sich ziemlich viel Mühe, sich aufzurichten, was aber nicht so ganz gelang.
»Erfolgreich«, wiederholte der Hauptmann und etwas ungläubiges drang an meine Ohren. »Es gibt keine Frau mehr, die aus den Augen blutet und auf einem schwarzen Pferd durch den Wald reitet«, antwortete ich zögernd.
»Mehr? Es gab mal eine?«
Er schnaubte.
»Sie ist weg, keine Sorge«, warf Aramis schnell ein und mein Onkel verengte die Augen zu Schlitzen. Ganz langsam kam er auf seinen Musketier zu.
»Ihr wollt mir erzählen, dass ihr einen Tag zu spät von einer solch einfachen Mission zurückgekehrt seid, weil ihr von einer Frau mit blutenden Augen und einem großen, schwarzen Pferd aufgehalten worden seid? Von der Frau, die in des Königs Traum erschienen ist?«
»Nein«, erwiderte Porthos trocken. Treville riss seinen Kopf herum und Wut zeichnete sich in seinem Gesicht ab. »Das Pferd hat uns auch abgehalten«, nuschelte D’artagnan, der noch nicht so wirklich bei Sinnen war und sich noch immer von seinen Freunden halten ließ.
»Ihr habt euch von einer Frau und einem Pferd so herrichten lassen?«
Erneut wanderten unsere Blicke betreten zu Boden, bevor wir ihm ein leichtes Nicken zeigten. Er schnaubte fassungslos.
»Ich muss das nicht verstehen. Und jetzt geht und lasst eure Wunden versorgen, so lass ich euch keine Sekunde mehr unter Menschen. Denkt nicht mal dran, euch wieder blicken zu lassen, bevor ihr nicht wieder gesund seid«
Wir nickten stumm und wagten nicht, noch etwas zu sagen. Doch trotz seiner Wut und Verständnislosigkeit konnten wir ganz klar etwas Mitfühlendes in seinem Blick erkennen.
Mit einer leichten Bewegung seiner rechten Hand entließ er uns. Seite an Seite trotteten wir in Richtung Krankenstation - einer stützte den anderen und nur Aramis schien noch in der Lage zu sein, sich Sorgen um die Wunden der anderen zu machen.
Gemeinsam verschwanden wir ins Innere, alle erdenklichen Verletzungen aufzeigend; eine Kugel hatte ihre Spuren hinterlassen, Feuer und Holzsplitter - ein Schnitt durch einen Dolch, ein Knochenbruch, mehrere Schlagwunden am Kopf und der Tritt von einem Pferd.
Das schaffte man wirklich nicht jeden Tag.
Einer für alle - Alle für einen.
Bis dass der Tod uns scheidet.
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