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Die letzte Seite des Buches

von Griner
OneshotLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Marshall Lee Prince Gumball
31.10.2016
31.10.2016
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31.10.2016 768
 
Der Tag war wirklich anstrengend gewesen.
Nicht das nicht jeder Tag auf seine Art und Weise anstrengend wäre, aber dieser war es besonders. Normalerweise war er es ja gewöhnt morgens extrem zeitig aufzustehen, von einer Besprechung in die nächste zu flitzen und zwischendurch hier und da ein kleines Experiment durchzuführen. Doch heute war vieles nicht gelaufen wie sonst. Er war für seine Verhältnisse viel zu spät aus dem Bett gefallen, hetzte förmlich von einem Termin zum nächsten und hatte nicht einmal die Zeit gehabt etwas ordentliches zu essen, geschweige denn zu experimentieren.
Ausgelaugt ließ er sich zurück in die Kissen fallen, die er heute mehr als sonst vermisst hatte. Zum Glück war das Leben eines Prinzen nicht immer so anstrengend.

Nach einem kurzen Nickerchen, es kam ihm vor als hätte er nie besser geschlafen, öffnete er die Augen zum zweiten Mal an diesem Tag und sein Blick wanderte zuerst zum Fenster und dann zur Uhr. Ein Glück es dämmerte schon und bis zum nächsten Termin hatte er auch noch gute eineinhalb Stunden. Dann könnte er sich jetzt auch noch kurz sein Tagebuch nehmen und schon mal mit dem Eintrag für den heutigen Tag beginnen, also setzte er sich seine Lesebrille auf und fing an zu schreiben.
Doch wie jeden Tag hätte das Verhältnis zwischen dem was wirklich passiert war und dem was er gedacht hatte nicht unterschiedlicher sein können. Denn nachdem er vielleicht drei Sätze zu den Ereignissen des Tages verfasst hatte, widmete sich der junge Prinz ganz den Gedanken, welche ihn heute und auch schon die letzten Tage verfolgt hatten.
Sein Hirn schien gar nicht anders zu können, als ihn immer und immer wieder vor seinem inneren Auge erscheinen zu lassen.
Er mit seinem perfekten, schwarzen Haar, dem wilden Kleidungsstil und diesen herausfordernden roten Augen, hatte es ihm aber auch wirklich angetan. Mehr als er sich je eingestehen würde, er aber seinem Tagebuch anvertrauen könnte.

Seit kurzer Zeit schien es sogar, als ob sie sich öfter über den Weg laufen würden, sich öfter unterhalten und wesentlich besser verstehen würden. Das dem auch so war, verursachte ein angenehmes Kribbeln in ihm und Stimmte ihn gleich viel fröhlicher.

So komplett in Gedanken und ins Schreiben vertieft bemerkte er jedoch nicht wie sich das Fenster neben ihm öffnete, bemerkte er die Gestalt nicht, welche sich schmunzelnd auf sein Fensterbrett stellte, bevor sie es wagte sich näher an ihn heranzutrauen. So leise das man meinen könnte ihre Füße berührten nicht einmal den Boden (was vielleicht auch daran lag, das sie es auch wirklich nicht taten).

„Hey Bubbs, was schreibst du denn da?!“ ,erschrocken fuhr der Angesprochene in sich zusammen und war dadurch so unaufmerksam das der Andere ihm sein Tagebuch entwenden konnte. „Marshall, was-? Hey, gib das zurück!“ ,erschrocken und auch etwas peinlich berührt über den Inhalt der aufgeschlagenen Seite, sprang der Prinz auf und versuchte verzweifelt das hellblaue Büchlein zurück zu bekommen. Vergeblich.
„Du willst mir doch nicht sagen das du schon wieder an einem deiner seltsamen Experimente...“ ,der Störenfried unterbrach sich je, nachdem er begonnen hatte die ersten Zeilen zu überfliegen. „Gumball?“ ,fragte er und seine Stimme klang seltsam tonlos, während er auch einige Seiten weiter vorn begann zu lesen, weiterblätterte und sich so fetzenweise durch das gesamte Buch arbeitete, „Was hat das zu bedeuten?“

Mit hochroten Wangen, sprang Prinz Gumball auf, entriss Marshall Lee sein Tagebuch, klappte es zu und presste es an seine Brust, bevor er einige unverständliche Satzanfänge murmelte und sich dann nur noch verlegener von dem anderen abwandte. Gott war ihm das peinlich, warum musste auch gerade er jetzt hier auftauchen und auf die Idee kommen in seinem Tagebuch zu schnüffeln.

Der Rosahaarige konnte nicht anders als laut auf zu quieken, als er plötzlich zwei starke Arme spürte die sich um ihn legten, ihn zurück auf sein Bett, oder eher auf einen Schoß zogen. „Mir geht es genauso...“ ,raunte die Stimme Marshall´s ihm ins Ohr und für einen Moment schien es als würde sein Kopf gleich explodieren, gefüllt von all den verwirrenden Gedanken und Gefühlen.
Erst als er diese warmen, weichen Lippen an seinem Hals spürte, konnte er sich etwas beruhigen und schaffte es sogar sich von dem anderen loszureißen um sich nun andersherum, mit ihm zugewantem Gesicht auf seinem Schoß niederzulassen.
Die Augen seines Gegenübers schienen zu strahlen.

Und mit seiner Hand an Marshall´s Wange und dessen Hand in seinem Nacken versanken sie in einen zärtlichen Kuss.

Das Tagebuch lag nun ganz vergessen auf dem Fußboden, die letzte beschriebene Seite so umgeknickt das man nur noch den letzten Satz, in rosa geschrieben, komplett lesen konnte.

„Vielleicht bin ich ja auch in ihn verliebt.“
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