┼Darkest Days┼

von Shiv
GeschichteFreundschaft, Horror / P18 Slash
31.10.2016
30.11.2018
15
142881
21
Alle
51 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
 
A/N:
Hallo, meine Lieben!
Zuerst einmal bin ich natürlich unglaublich froh, dass ihr diese Geschichte angeklickt habt. Dennoch möchte ich noch einmal etwas anmerken, wenn ich es auch schon in der Kurzbeschreibung erwähnt hatte. Dies wird im späteren Verlauf wahrscheinlich eine recht makabre Horror-FF, daher möchte ich noch einmal gesagt haben, dass sich das Rating durchaus auf AVL erhöhen könnte, dies aber noch nicht feststeht! Zurzeit läuft alles noch in der P18 Slash Grenze ab, nur weiß ich nicht, wie sehr sich dies noch ausweiten wird. Später ist diese FF auf jeden Fall nichts mehr für schwache Nerven, ich kann nur noch nicht genau sagen, ab welchem genauen Kapitel der Plot sich zu wandeln beginnt. Hoffentlich versteht ihr das. :)
Zudem muss ich noch dazusagen, dass Miku hier eine Fotografin ist und alle anderen auftauchenden Vocaloids auch richtige Jobs haben. Zu Luka möchte ich an dieser Stelle noch nichts sagen, das müsst ihr schon selbst herausfinden. :D
Trotzdem hoffe ich, dass euch die FF eventuell zusagt und euer Interesse geweckt hat. Lasst euch aber nicht von dem süßen, fluffigen Anfang täuschen, die FF verbirgt noch viele dunkle Geheimnisse.
Ich wünsche euch nun auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und ich hoffe ihr habt noch ein schönes Halloween, da dies ja eigentlich der Grund dieser FF war!

Eure Shiv :3

__________________________________________________




Prolog




„Ich wollte nur Bescheid geben, dass ich gut angekommen bin. Könnt ihr mich hören?“, fragte die Türkishaarige und beugte sich ein Stück herunter, nachdem sie sich endlich die Zöpfe gebunden hatte.
Nass fielen ihre Haare über ihre Schultern – da sie in jenem Moment erst aus der Dusche kam – und sie starrte auf den Bildschirm. Anscheinend gab es im Chat eine leichte Verzögerung, denn der Anruf, welchen sie herausgeschickt hatte war bereits angenommen, nur konnte sie weder etwas hören, noch wurde ein Bild übertragen. Wenn die Anzeige ihrer eigenen Kamera auch tadellos zu funktionieren schien. Mit fragendem Blick setzte sie sich auf den Schreibtischstuhl vor dem Computer und blickte direkt in die Kamera. Nur langsam und schleppend baute sich ein Bild auf. Auf dem Bildschirm konnte sie drei Personen sehen, welche ihr zuwanken. Sofort richtete sie sich leicht auf und wank auch ihnen entgegen. Eine Antwort bekam sie jedoch nicht, allerdings konnte sie stattdessen leichtes Rauschen vernehmen.
„Hallo Miku!“, meldeten sich anschließend die drei Stimmen synchron.
Vor dem Monitor, am anderen Ende der Verbindung saßen Rin, Len und Kaito, welche sich alle drei drängten, noch richtig in das kleine Bild und den wenigen Platz zu passen. Die Gesichter der drei zu sehen, machte die junge Frau glücklich, da sie nicht mehr die Möglichkeit hatte, sich persönlich mit ihnen zu treffen.

Erst am vorherigen Tag hatte sie den Umzug in die neue Stadt endlich hinter sich gebracht und war endlich dabei, die neue Wohnung einzurichten. Natürlich gefiel es ihr nicht, dass sie von ihren Freunden wegziehen musste, doch, wenn sie den Job behalten wollte, welche sie sich so schwer erarbeitet hatte, blieb ihr kaum eine andere Wahl. Dennoch konnte sie auf diese Weise wenigstens den Kontakt zu ihren Vertrauten halten. Leicht lächelnd blickte sie in die Webcam.
„Könnt ihr mich hören?“, fragte sie noch einmal, ging davon aus, dass die Übertragung noch nicht funktioniert hatte, als sie das erste Mal gefragt hatte.
Mit einigen Sekunden Verzögerung folgte ein einstimmiges Nicken der drei.
„Ich bin gut angekommen, war gestern Nacht aber viel zu erledigt, um noch einmal anzurufen.“, wiederholte sie sich lächelnd.
Ohne Zweifel fühlte es sich für sie merkwürdig an, in dieser Stadt vollkommen auf sich allein gestellt zu sein, doch Miku war sich sicher, dass sie sich noch eingewöhnen würde. Eine Umstellung geschah immerhin nie von heute auf morgen.
„Wie ist die neue Stadt denn so?“, fragte Len gleich als Erster und grinste ein wenig frech.
Immerhin wollte er wissen, wie Miku es dort fand. Er selbst konnte es ja nicht sehen. Natürlich hatte sie ihnen Broschüren und Bilder gezeigt, aber Bilder konnten auch schon einmal lügen. Im Hintergrund sah man noch einige Kisten herumstehen, doch, wenn sie erst einen Tag zuvor wirklich angekommen war, war dies wohl kein Wunder. Kisten und Kartons räumten sich schließlich auch nicht von alleine aus. Es wäre wohl nur zu schön, würden sie den Menschen dies abnehmen, doch auf der anderen Seite wäre es auch mehr als gruselig und wahrscheinlich würden die Hausbewohner anschließend noch weniger wiederfinden.

Leicht musste die Türkishaarige mit vorgehaltener Hand kichern. Sie hätte sich denken müssen, dass die erste Frage ohne Zweifel von Rin oder Len erfolgen würde.
„Viel habe ich davon leider noch nicht selbst gesehen, aber ich kann euch sagen, dass alles hier wirklich ziemlich unübersichtlich und groß ist. Bisher weiß ich auch nur, dass ich in der Nähe einen Supermarkt und einen Park habe. Die Gegend hier ist ziemlich ruhig im Vergleich zum Rest der Stadt, den ich wirklich nur kurz beim Durchfahren gesehen habe.“, begann sie zu erklären, „Aber in den nächsten Tagen werde ich euch wohl mehr erzählen können. Vielleicht kann ich euch dann auch einige Bilder zuschicken. Als Fotografin komme ich ganz sicher noch viel hier herum.“
Für einige Sekunden schwelgte sie in Gedanken. Es war wirklich Schade, dass sie für ihre Anstellung als Landschafts- und Dokumentarfotografin aus ihrer Heimatstadt ausziehen musste, doch somit konnte sie es nicht mehr ändern. Diese Firma verlangte nach ihren Bildern und immer wieder knappe einhundert Kilometer auf sich zu nehmen, nur um zu einem Abgabetermin zu gelangen, konnte sie nicht mit sich und ihrer übrigen Zeit vereinbaren.
„War die Zugfahrt denn in Ordnung?“, fragte Rin, welche sich vorgebeugt hatte und scheinbar die Lautstärke des Laptops einstellte, vor welchen sie sich alle gedrängt hatten.

Mit wenigen Handgriffen war dies dann auch gleich erledigt. Len stieß seine Schwester an.  
„Sie hat uns doch eine SMS geschrieben, dass es langweilig war!“, murrte er und bekam einen Ellbogen der Blonden in die Seite.
Die Blondine grinste leicht und wartete auf die Antwort der Fotografin, Kaito schien sich noch aus allem herauszuhalten. Er wollte die anderen wohl erst einmal ausreden lassen. Erneut musste die langhaarige kichern. Diese kleinen, liebevollen Streitereien zwischen den dreien... Sie wusste schon in diesem Moment, dass sie eben jene vermissen würde.
„Das stimmt. Die Anfahrt war zwar langweilig, aber von den Fenstern aus konnte ich mir wenigstens schon einmal die Stadt grob betrachten. Also habt ihr beide irgendwie recht.“, entgegnete Miku.
Mit dieser Antwort gaben sich die Zwillinge schließlich auch zufrieden und Kaito konnte endlich auch einmal zu Worten ansetzen.
„Es tut mir leid, dass wir dir nicht beim Umzug helfen konnten, mit ein bisschen mehr Hilfe wäre es wahrscheinlich viel schneller gegangen. Hast du deinen Abgabetermin wenigstens noch einhalten können?“, fragte der Blauhaarige ein wenig besorgt, doch die junge Frau winkte gleich beruhigend ab.
„Es war ein wenig knapp, aber ich habe es geschafft. Alle Bilder, die sie verlangten, sind heil angekommen und das ist doch alles was zählt. Richtig?“, lächelte sie aufrichtig, schloss die Augen und legte kurz den Kopf ein wenig schief.
„Das stimmt.“, nickte er lächelnd und betrachtete sie, „Ist wirklich alles in Ordnung, Miku?“

Die Besorgnis schien sich regelrecht an seine Stimme angehaftet zu haben. Die Hatsune sah noch etwas unausgeschlafen aus, vielleicht rührte das aber auch von den leichten Bildstörungen her, welche sie in dieser Situation einfach akzeptieren mussten. Die Übertragung von Miku flimmerte hin und wieder ein wenig, doch das konnte durch eine niedrige Übertragungsrate durchaus schon einmal vorkommen. Nicht jede Stadt konnte von sich behaupten, das beste und schnellste Internet zu besitzen.
"Und was ist mit den Geschenken? Hast du sie schon geöffnet?", fiel ihm Len schließlich einfach in die Überlegung und grinste.
Der Blonde konnte einfach nicht stillhalten. Augenblicklich legte die Fotografin sich die Hand an die Stirn und wischte sich kurz das Pony aus dem Gesicht, bevor sie auch schon seufzte.
„Oh nein! Das habe ich vollkommen vergessen!“, meinte sie recht verzweifelt und zeigte gleich eine entschuldigende Geste in die Richtung der Kamera, legte ihre Hände vor ihrem Gesicht aneinander und beugte sich leicht vor.
Dann sprang sie im nächsten Atemzug auch schon von dem Stuhl auf und deutete kurz zu warten, bevor sie auch schon aus dem Zimmer stürmte und anschließend mit einer großen Tasche in der Hand zurückkehrte.
„Ich werde sie einfach jetzt aufmachen. Gestern Nacht war ich viel zu müde und heute Morgen habe ich direkt bei euch angerufen. Gumi und Kamui werden erst gegen Abend bei euch sein, habe ich recht?“, fragte sie doch ein wenig aufgeregt.
Wenigstens war sie dafür endlich wach genug, oder zumindest fühlte sie sich schon etwas besser. In der Nacht war sie vielleicht gerade einmal zu fünf Stunden Schlaf gekommen, doch daraus machte sie sich nicht wirklich etwas – noch nicht.

Immerhin stand sie hin und wieder auch schon einmal zu den merkwürdigsten Zeiten auf, nur um den perfekten Schnappschuss von irgendeinem Platz zu erhaschen. Kaito nickte schließlich.  
„Kamui entschuldigte sich heute Morgen mehrfach bei uns und Gumi scheint noch zu schlafen.“, lächelte der Blauhaarige und betrachtete die Türkishaarige.
Len grinste.  
„Und welches wirst du zuerst aufmachen?“, fragte er neugierig und versuchte einen Winkel zu finden, um in die Tüte zu sehen, doch recht schnell musste er feststellen, dass es so nicht funktionierte.
Wie denn auch?
Die Kamera war immerhin genau auf Mikus Gesicht gerichtet. Da konnte er schlecht in die Tüte hineinsehen. Den Anblick allein empfand sie dennoch als ziemlich lustig anzusehen. Auch er vermisste die junge Frau bereits zu diesem Zeitpunkt, sie war immerhin wie eine große Schwester für ihn und Rin.
„Immer mit der Ruhe!“, lachte die junge Hatsune und hob kurz die Hände, bevor sie in die Tüte griff, „Ich mache das als erstes auf, welches ganz oben liegt. So ist es wenigstens fair.“

Vorsichtig zog sie eine kleine Schachtel aus der Tüte, welche in grünes Papier gehüllt war. Augenblicklich beschlich sie die leise Vorahnung, dass eben jenes Geschenk von Gumi stammen musste, was sie auch gleich wieder zum Lächeln brachte. Diese ganze Situation war für sie beinahe wie Weihnachten und ihr Geburtstag zusammen und zudem rührte es sie, wie sehr sich ihre ganzen Freunde doch um sie sorgten, selbst wenn sie nicht darum bitten würde – niemals.
„Schnell!“, drängte der Kagamine sie und grinste ein wenig.
Er freute sich wahrscheinlich doch noch ein wenig mehr als Miku selbst, immerhin wollte er auch wissen, was die anderen ihr geschenkt hatten. Rin schnaufte.  
„Len, jetzt hetze sie doch nicht so!“, schnaufte seine Schwester, "Sie hat doch gesagt, sie öffnet sie alle nach der Reihe, also warte bist du an der Reihe bist!“
„Da muss ich dir Recht geben, Rin.“, grinste Miku und öffnete schließlich das Päckchen von Gumi.
Darinnen befand sich ein Battlearmband mit vielen kleinen, verschiedenen Anhängern, die meisten jedoch in Panda-Kopfform. Als nächstes war eben jenes kleine Päckchen von Kaito an der Reihe, in welchem sich eine wunderhübsche Haarspange in der Form einer Seerose befand. Das leichte rosa der Blütenblätter ergänzte ihre Haarfarbe unglaublich gut. Miku konnte ihre Freude darüber selbst kaum verbergen. Dennoch wollte sie erst einmal alle öffnen, bevor sie sich im Kollektiv bedankte.

In dem Päckchen von Kamui befand sich eine kleine Digitalkamera, aus dem einfachen Grund, damit sie hin und wieder auch einmal mobiler sein konnte als mit ihrer eigenen, riesigen Kamera herumlaufen zu müssen. Immerhin brauchte sie diese für ihre Arbeit. Rin und Len hatten ihr eine Menge kleiner Süßigkeiten zukommen lassen, unter welchen sich schließlich eine Haarschleife versteckte. Natürlich hatte dies der quirlige Blondschopf alles ganz genau beobachtet und freute sich mit Miku zusammen, als hätten sie beide an jenem Tag Geburtstag. Doch auch Rin konnte zu jenem Zeitpunkt bereits nichts Anderes mehr tun, als unterbrochen zu grinsen. Sofort legte die Türkishaarige die Sachen behutsam beiseite und deutete an, die Webcam zu umarmen.
„Ihr seid einfach die Besten! Bitte richtet auch Gumi und Kamui meinen Dank aus, ja? Wahrscheinlich könnt ihr euch nicht einmal vorstellen, wie viel mir das bedeutet. Ich vermisse euch jetzt schon.“, meinte sie und schniefte leicht.
Eigentlich wollte sie in jenem Moment nicht anfangen zu weinen, doch zweierlei Emotionen vermischten sich und führten schließlich doch dazu. Auf der einen Seite war sie unglaublich glücklich, solche Freunde zu haben, doch auf der anderen Seite wurde ihr erst in diesem Moment bewusst, wie einsam es ohne sie alle in dieser viel zu großen, neuen Stadt werden würde. Vorerst musste sie einfach versuchen, das Beste daraus zu machen. Mit einem Lächeln auf den Lippen wischte sie sich eine Träne aus den Augen. Sie hatte wirklich die allerbesten Freunde abbekommen, die es auf der Welt zu finden gab.
Review schreiben