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Gegenoffensive

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Krabat Lyschko Meister
30.10.2016
23.08.2020
44
54.176
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01.11.2016 590
 
Es war spät Nachts, als Krabat sich wieder mit Juro in der Küche traf. Die Stimmung war bedrückt. Es waren nur noch wenige Minuten bis Mitternacht und Beide wussten welches Schicksal Krabat blühen wird, doch keiner der Beiden Blickte auf. Es war einfach zu schrecklich. Die ganzen Nächte lang, die sie hier verbracht hatten, waren unnütz. Sie waren verschenkte Stunden, die keinen Wert trugen. Sie waren so nah dran gewesen! „Zu nah...“ flüsterte Krabat als könne er Juros Gedanken lesen. Das Schweigen leid erwiederte er: „Tut mir leid, dass es so enden musste...“ er konnte beim besten Willen diesen Schmerz nicht nachempfinden. Niemand konnte das. Tonda hätte es gekonnt oder Jako. Vorausgesetzt sie würden noch Leben.
Zum tausendsten Mal nun wiederholte sich die Szenerie vor seinem geistlichen Auge, wie der Meister in hämmerndes Gelächter ausbricht. „Du bist noch dümmer als ich dachte, dummes Weibstück! Noch welche Worte bevor ich dich in die Tiefen der Hölle verbanne.?“ mit gesenkten Kopf drehte sich die Kantorka zu Krabat um. „Katja“ sagte sie kaum lauter als ein Flüstern. Sekunden des Schweigens verstrichen. Wissend, dass er es nicht begriff hob sie Lächelnd den Kopf. „Mein Name“ den das Schicksal ihn nie zu wissen erlaubte „er lautet so...“betrübt schüttelte Juro den Kopf. Dies alles musste ein Traum sein! Ein grausamer Albtraum von dem er wartete aufzuwachen. Schreiend und schweißgebadet. Doch es war keiner... leider.
Gefasst darauf die Atemzüge seines Freundes als die letzten zu vernehmen schloss Juro die Augen als plötzlich Schritte erklangen. Schleppend waren sie und auch ein Husten war zu hören. Angsterfüllt fingen Beide an zu lauschen. War das der Meister? Hatte er sie gehört? Juro lachte beinahe über sich selbst. Wie denn? Sie hatten kaum Wörter gewechselt. Lange Zeit saßen sie einfach nur da und horchten, als sich Juros Nackenhaare zu streuben anfingen. Das Husten verschlimmerte sich. Es klang wie das Keuchen, was man im Sommer nach dem Aufstehen aufgrund einer Trockenen Kehle hatte. Wieder machte der Unbekannte ein paar Schritte, bevor er erneut zu Husten anfing. Dieses Mal lauter, kränklicher. Nur kurz gelang ihm ein flacher Atemzug und Juro wurde langsam klar: Dort war Jemand am ersticken! Verzweifelt presste er seine Hände auf die Ohren als das Ganze sich nun in würgendes Krächzen verwandelte und immer schlimmer wurde. Bald schon vernahm man nur noch den vergebliche Versuch nach Luft zu schnappen.
Ohne jede Vorwarnung sprang Krabat auf um die Tür aufzureißen, wie er es jedes Jahr aufs neue versuchte, doch Juro hielt ihn am Arm zurück. „Lass mich los!“ wurde er angeschriehen. Das konnte er nicht. „Wer es auch ist: Du kannst ihn nicht helfen!“ „Lass mich los!“ schrie Krabat erneut doch sein Kumpane hatte einen eisernen Griff. Sein Zerren ließ nach, als sie Beide hörten, wie das Röcheln von nebenan verstummte.

Es war Merten gewesen, der diese Nacht gestorben war, wie sich am nächsten Morgen herausstellte, aber warum? Warum nicht Krabat? Was trieb der Meister für ein Spiel? Viele der Burschen verdeckten ihre Augen. Sie sahen schon vieles aber der Leichnam eines erstickten Mannes sah nun wirklich unappetitlich aus. Lobosch fing an zu wimmern. Und Kito... bitter drehte er sich um. „Was ist den los? Gar kein Kommentar?“ rief er die Stufen hinauf. Auch wenn kein Name fiel, fühlte sich der richtige angesprochen. Statt etwas zu erwiedern, lief Lyschko die letzten Treppenstufen wieder hinauf und verschwand um die Ecke. Einige schauten ihn nach, andere blickten Kito verständnislos an. Auf jeden Fall erschien der Blondschopf weder zum Frühstück, noch zum Mittagessen, noch zum Abendessen und Lobosch tat es ihm gleich.
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