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Wie zwei Männer sterben

von jenny413
OneshotHorror, Schmerz/Trost / P18 / Gen
Crixus Spartacus
30.10.2016
30.10.2016
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2.171
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3 Reviews
Dieses Kapitel
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30.10.2016 2.171
 
Hallo,
Dies ist meine Geschichte zu dem Kill my Darlings-Wichteln von Artemis Stern für die ich auch gewichtelt habe ;)

Das waren die Vorgaben:

Charakter: Spartacus
Fandom: Spartacus
gewünschtes Rating: völlig frei, ich lese alles :) Bei Spartacus geht's ja eh immer hart zu ^^
Zu welchem Zeitpunkt der Geschichte: Der legendäre Kampf gegen Theokoles in der ersten Staffel
*Todesart: Krixus tötet Spartacus (wie auch immer du magst, gerne brutal), um den Sieg gegen Theokoles alleine zu erringen - Krixus darf danach gerne auch noch sterben ;)
*Stimmung des OS: wie es dir gefällt; gerne Härte und wenig Gefühlsduselei; ein bisschen Witz durch ihre Flüche und Ausdrucksweise passt vielleicht ganz gut
*Setting: Arena, Tag, die Menge tobt...
*besondere Herausforderung: Spartacus erkennt Krixus' Absicht und versucht, ihn davon zu überzeugen, dass sie gemeinsam kämpfen sollten - er wehrt sich also nicht richtig, um Krixus nicht zu verletzen
*Bitte schreibe mir nicht: ewige Tiraden, dass Spartacus vor seinem Tod noch an seine Frau zurückdenkt. Kann ruhig mit rein, aber nicht über 3 Absätze ;)

Hoffentlich habe ich sie zu deiner Zufriedenheit umgesetzt.
Ich wünsch dir und allen anderen Lesern auf jeden Fall viel Spaß, will aber im Voraus darauf hinweisen, dass die Geschichte ab 18 ist, die Herren also nicht einfach so aus den Latschen fallen.
Viel Vergnügen... und zu meiner Verteidigung: Artemis-Stern wollte es so :P

~+*+~


Das Gemetzel hatte begonnen.

Der Schatten des Todes stand Spartacus und Crixus gegenüber wie ein Monster aus einer anderen Welt. Erst die Bestätigung, dass sein Blut die gleiche Farbe hatte wie alle Gladiatoren vor ihm, ließ einen Hoffnungsschimmer sehen, dass er auch nur ein Mensch war. Doch Mensch hin oder her. Er war riesig, furchteinflößend, schien keinen Schmerz zu kennen und…

Crixus stockte einen Moment, als er den Schatten den Unterleib durchtrennte, Spartacus ihn mit einem Tritt straucheln ließ und er dann plötzlich vor ihnen auf der Erde lag. Besiegt? Crixus spürte die Erschütterung des Falls und konnte es kaum fassen, dass dieser ganze Irrsinn endlich sein Ende hatte. Das Blut färbte den Sand rot, wie bei jeder Niederlage und Crixus entledigte sich seines Helmes. Das war es. Theokoles war besiegt. Die Erleichterung packte den Gallier und er fragte sich wer all die Geschichten über diesen Nichtsnutz erfunden hatte. Wohlmöglich Drago selber, um seine Schmach zu verbergen, gegen diesen Mann verloren zu haben?

Der Pöbel jubelte, doch Crixus‘ Blick wurde magisch von dem Balkon angezogen. Aus der Ferne konnte man nur erahnen, wem sein Blick galt, doch Naevia wusste, dass der Gruß nicht an die Herrin ging.

Plötzlich war da Stille. Wie die dunklen Wolken legte sich etwas über die ganze Atmosphäre der Arena und die Anspannung war in der Luft zu spüren wie dichte Nebelschwaden, die sich zwischen zwei Fronten eines Krieges gelegt hatten.

Der Schatten selbst erhob sich hinter ihnen, waren sie sich dem Sieg doch schon so sicher gewesen. Er rief das Gewitter zu sich, als seien die Götter erwacht, um nun endlich den Hauptkampf zu bejubeln. In Crixus‘ Magengrube zog sich etwas zusammen. Ein bitterer Geschmack lag auf seiner Zunge und irgendwie ahnte er, dass ihm das Glück nun nicht mehr so hold sein würde.

Theokoles griff an. Die Macht des Universums hatte den Schatten neu aufleben lassen. Sein Schwert schnitt schneller durch die Luft, die Treffer waren präziser und die Verletzungen schienen ihm erst die nötige Kraft zu geben. Theokoles machte einen Treffer nach dem anderen und schneller als sich seine Gegner versahen, waren sie beide am Boden.

Crixus war wütend. Dieser dumme Thraker! Das war alles nur seine Schuld. Warum hatte er ihn nicht gleich ausgeschaltet, als er am Boden gelegen hatte? Das musste ja alles so kommen. Crixus knallte gegen den in blau gewandten Mitstreiter.

„Aus dem Weg!“, brüllte er, doch es hatte keinen Sinn. Die Nervosität ließ sie über ihre eigenen Füße stolpern. Und sie hatten nicht nur zwei, sondern vier. „Sonst bring ich dich um!“, fluchte Crixus Spartacus entgegen und stürmte auf Theokoles zu, um sich um ihn zu kümmern.

Immer wieder schickte der Riese einen seiner Widersacher zu Boden, doch immer und immer wieder wuchteten sie sich auf die Beine. Crixus spürte bereits, wie er sein Schwert nicht mehr ganz so leicht hielt und sein Schild wurde auch zunehmend schwer. Dieses lästige Ding. Wozu brauchte er es überhaupt. Die Wut ließ ihn erblinden… oder war es der blanke Stahl in seiner Haut. Das grobe Schwert des Schattens grub sich in seinen Arm und riss ein Stück Haut heraus. Das heiße Blut rann seine Haut herunter und der bestialische Gestank des eigenen Blutes machte Crixus‘ Kopf zu schaffen. Theokoles riss ihn von den Beinen und als sei es genauso geplant, knallte Crixus mit all seinem Gewicht auf die offene Wunde. Der Schmerz explodierte in seinem Kopf und der Sand drang ein in das geschundene Gewebe. Wie grober Granit fraß er sich in Crixus‘ Haut und ließ den Schildarm fast unnütz werden. Als der Gallier sich fasste, sah er seinen Schild im Dreck liegen. Spartacus verschaffte ihm die Zeit, nach ihm zu greifen und sich für einen Angriff zu sammeln, der es in sich haben würde. Mit wildem Gebrüll zwang er seinen Körper vorwärts zu stürmen. Er stach nach dem Riesen und wehrte dessen Schläge mit dem Schild ab. Sein linker Arm wurde schwer und langsam geriet sein Kopf aus der Deckung. Würde das geschehen, wäre er tot. Crixus vollbrachte eine halbe Drehung, schmetterte Theokoles‘ Schwert zur Seite und rammte ihm sein eigenes in die Wunde, die er ihm zuvor schon zugefügt hatte. Dieses Mal würde er nicht so gnädig sein, ihn mit der Schneide zu ritzen. Dieses Mal stach er ihm die Spitze genau in den Bauch. Seine trainierten Arme überwanden den Widerstand innerer Organe und schoben das Schwert immer tiefer. Es glitt von einem Knochen ab und dann durchstach es die Haut an Theokoles‘ Rücken. Das Blut sprudelte Crixus über die Hand und er bot dem Schatten die Stirn. Er bewegte das Schwert, riss dem anderen Mann noch mehr auf und am liebsten hätte er ihn in der Mitte durchgesäbelt, doch Theokoles holte aus und antwortete mit einer mächtigen Kopfnuss. Crixus wurde einen Moment schwarz vor Augen, als er den Schädelknochen des anderen an seinem spürte. Doch wo seiner aus Knochen bestand, war der des Schattens offensichtlich aus Stein. Der Gallier spürte, wie sein Nasenknochen brach und sich weiteres Blut auf den Weg machte. Seine Sicht war nebelig und der Boden schwankte gefährlich, als Theokoles sich mit bloßen Händen das Schwert aus dem Leib zog und zum Angriff überging. Crixus lief ein Schauer über den Rücken. Die Welt geriet aus den Fugen und eine Flut brach über ihn herein. Sein Körper war unnütz. Die Haut, die sich über seine Brust spannte, gab schreiend nach und trennte sich. Der Schnitt war tief und Crixus spürte, dass mehr verletzt war als nur die Haut. So etwas hatte er noch nie gespürt. Es war als würde sein Körper zusammensacken, als würde er zerfließen ohne sich zusammenhalten zu können.

Fast war es wie die Geschichte, die Drago erzählt hatte. Ein unbesonnener Angriff und dann ein verfrühter Rückzug. Ein weiterer Schnitt traf Crixus am Rücken. Das Blut spritzte aus Crixus‘ Fleisch und bemalte seine Haut wie Flügel, die das einzige gewesen wären, die ihn jetzt noch hätte retten können, doch anstatt zu fliegen, ging er in die Knie. Sein Körper schien nicht mit ihm, sondern gegen ihn zu arbeiten, fesselte ihn an den Boden. War das sein Ende?

In diesem Moment dachte er an Spartacus‘ Frau. Wie oft hatte dieser verdammte Thraker schon von ihr erzählt. Hatte geschwärmt und sich selber zu einem Weib gemacht. War es das wert? Die Liebe zu einer Frau? Eine hoffnungslose und ungreifbare Liebe. Crixus sickerte das Blut durch die Finger und es war nicht nur Blut, es war dicker, wichtiger, unersetzbarer. Er spürte die Schritte hinter sich. Theokoles. Er würde ihm seine einzige Liebe nehmen, war sie auch noch so weit entfernt. Die Zellengitter, die sie immer trennte, waren nicht stärker als das Begehren und die Kraft eines Mannes, doch den Tod würde Crixus nicht überwinden können, um in Naevias Armen zu liegen. Er konnte ihm höchstens aus dem Weg gehen. Der Schmerz zwang Crixus dazu stockend ein- und auszuatmen und einen Moment konnte er sich nicht rühren. Er schwankte, doch er würde nicht fallen. Er schaute hinauf zu dem Balkon, wo die Göttin seines Schutzes, als Niedrigste unter hohen Herrschaften, verzweifelt die Luft anhielt. Sie musste weiteratmen, Crixus konnte nicht kämpfen ohne den Atem ihres Lebens.

Spartacus erhob sich und plötzlich wurde Crixus bewusst, dass Drago Recht gehabt hatte. Sie müssten wie ein Mann kämpfen oder würden wie zwei Männer sterben. Der Thraker brüllte, hatte einen Plan. Crixus klammerte sich noch immer an den Schild, den Spartacus als Brücke auserkoren hatte. Ja, so konnte es vielleicht funktionieren. Es war also entschieden. Nur gemeinsam konnte man die Bestie der Arena töten.

Crixus stemmte sich gegen den Schild, um ihm eine Stütze zu sein und sah, wie Spartacus zum Lauf ansetzte. Er hechtete auf ihn zu und sprang ab. Und genau in dem Moment, in dem Spartacus sein ganzes Gewicht auf dem Schild abstieß… ließ Crixus los.

Spartacus strauchelte und krachte ungebremst in den Giganten hinein. Er riss ihn zu Boden und krachte mit dem knochenbrechenden Geräusch der Niederlage auf den Boden. Theokoles und Spartacus kämpften nicht gemeinsam. Und einzeln würden sie gegen die neue Bestie, die sich nun aus dem Staub der Arena erhob, nicht bestehen.

Crixus erhob seinen Schild und warf sich auf den Thraker, der sich noch immer nicht gesammelt hatte. Der erste Schlag des Metalls brach seine Nase, der nächste seinen Kiefer. Spartacus hustete und spuckte und versuchte den Schild mit den Armen abzuwehren, doch es war sinnlos. Crixus trat den Arm hinfort und rammte ihm den Schild in die Armbeuge. Der erschrockene Blick dieses Wilden war wie Wein, der Crixus‘ Rachen hinunterlief. Bester Wein aus Rom. Er holte aus und hieb auf die verrenkte Schulter ein. Spartacus schrie und die Arena tobte. Das Blut sprudelte hervor und die Gelenke knackten protestierend. Ein einzelner Hieb reichte nicht aus, um den Arm vom Körper zu trennen, aber ewig würde er sich nicht weigern können nachzugeben. Crixus spürte wie die flache Seite eines Schwertes kraftlos gegen seine Wade schlug und er kickte das Schwert einfach fort. Er durchbohrte Spartacus‘ Handfläche mit seiner Waffe und ließ dann sein Knie brutal auf das Brustbein des anderen nieder. Spartacus holte verzweifelt Luft, doch es schien ihm nicht wirklich weiterzuhelfen. Es stieg Blut in seinem Mund auf und es blockierte seine Atmung, sodass er es schluckte und daran kläglich erstickte. Crixus lastete mit seinem ganzen Körper auf Spartacus‘ Lunge und machte eine Faust, um sie das Werk seines Schildes beenden zu lassen. Spartacus‘ Gesicht verlor die Form und leistete bald keinen Widerstand mehr.

„Du wirst mir weder meine Liebe noch meinen Ruhm nehmen, Thraker!“, brüllte Crixus zwischen den Schlägen. Haut, Gewebe und Blut klebte an seinen Knöcheln und erst als der Körper unter ihm aufhörte zu zappeln und in sich zusammenfiel, hielt er inne. Er griff nach seinem Schwert und zog es wütend aus der Hand des Sterbenden, die kraftlos zurück zur Erde sank. „Du wirst es nie verstehen.“ Mit einer hasserfüllten Miene zog er dem thrakischen Krieger seine Klingen über die Kehle und trennte ihn damit endgültig vom Leben. „Du warst niemals ein echter Gladiator. Bloß ein Wilder!“



Crixus hatte immer gewusst, dass er eines Tages im weichen Sand der Arena enden würde. Ein grausamer Tod war ihm vorherbestimmt gewesen, denn danach verzehrte sich das Publikum. Blut! Er spürte, wie es zum Vergnügen des Volkes seinen Körper verließ. Die Schmerzen waren es, die ihm bei Besinnung hielten. Schon lange hatte er keine Kraft mehr sich zu bewegen. Sein Kopf sank schwer herab und sein linker Arm folgte keinem seiner Befehle. Hatte Theokoles ihn völlig abgetrennt oder waren nur die Nerven durchtrennt worden? Es kümmerte ihn kaum, denn der Jubel berauschte ihn und ließ ihn kaum klar denken. Das Röcheln neben ihm war verstummt. Der verdammte Thraker war endlich still. Zwar war er von Theokoles bereits schwer lädiert gewesen, doch Crixus rühmte sich damit seinen „Kameraden“ den entscheidenden Hieb ins Jenseits versetzt zu haben. Batiatus würde sicher nicht begeistert sein, doch der stämmige Gallier glaubte nicht, dass er eine Strafe fürchten musste. Er spürte bereits den eisigen Griff der Götter, die sein Leben mit sich nehmen würden. Er konnte sich mit dem Gedanken trösten in der Arena zu sterben wie ein Krieger. Wie der wilde Gallier, der er war und nicht in irgendeiner Gasse Roms. Theokoles‘ Schatten schob sich vor den aufgebrachten Himmel. Und mit den ersten Regentropfen dieses endlosen Sommers ging seine Klinge auf Crixus‘ Hals herab und beendete seine glorreiche Laufbahn als unbesiegter Gallier.

Es ging nur um die Ehre und die Liebe, doch im Prinzip war es bloß das Verlangen nach Blut.

~+*+~

Uuuuuuuunda das war's... Ende Gelände!
Varro kann ja den Aufstand anführen... oh nein, kann er nicht... ich vergas ;)
Also danke fürs Lesen und schon mal Happy Halloween!

(:jenny
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